Mit ‘Südafrika’ getaggte Beiträge

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Unermüdlich kämpft das „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“, BIB e. V., dafür, Menschen in Deutschland über das brutale Regime Israels in den besetzten Gebieten sowie über den rassistischen Umgang mit den innerhalb des israelischen Staatsgebietes lebenden Palästinensern zu informieren. Vorsitzender des Bündnisses ist Professor Dr. Rolf Verleger (https://www.rolf-verleger.de/biographie/). Wer diesen Mann in seiner Menschlichkeit, Klugheit und Bescheidenheit erleben möchte, dem sei das Interview von Ken Jebsen mit ihm empfohlen:

https://kenfm.de/rolf-verleger/

Das Bündnis organisierte vom 25. bis 27. Mai in Heidelberg eine Konferenz zur israelischen Besatzungspolitik. Die Geschäftsführerin des BIB, die Schauspielerin, Sängerin und Aktivistin Nirit_Sommerfeld, ihre Tochter, die Sängerin, Chorleiterin und Aktivistin Lili_Sommerfeld und der Schriftführer des Bündnisses, der Pfarrer und Hochschullehrer Dr. Martin_Breidert haben sich sehr um diese hochinformative Veranstaltung verdient gemacht. Nirit und Lili Sommerfeld haben der Konferenz darüberhinaus einen großartigen musikalischen Rahmen gegeben. Dabei war Nirit Sommerfelds musikalischer Beitrag mit eindrucksvollen Einblicken in ihren Prozess der Bewusstwerdung zu den palästinensischen Leiden angereichert.

Eine bedeutende Zahl von Experten und Aktivisten lieferten informationsreiche Beiträge. Sehr deutlich wurde die systematische und brutale Apartheidspolitik den Palästinensern gegenüber.

Der Titel der Abschlussdiskussion lautete „Verlängert Deutschland die israelische Besatzung?“. Er überwölbte in gewisser Weise auch als eine rhetorische Frage die Veranstaltung, insofern jede Unterstützung gerade auch durch in der internationalen Politik bedeutenden Länder die Besatzung verlängert. Und natürlich ist damit auch Deutschland in die geschichtliche Verantwortung genommen. Daraus ergibt sich letztlich zwingend die Frage „was tun“, der im Späteren hier eine tiefere Betrachtung gewidmet sein wird.

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Wahrheit und Protest

Nun ist es in dieser Gesellschaft mit ihrem geschichtlichen Hintergrund der ungeheuren deutschen Verbrechen einerseits und der „Nibelungentreue“ den USA und Israel gegenüber andererseits sehr schwierig, die israelische Politik realistisch darzustellen, ohne nicht sofort von interessierter Seite des „Antisemitismus´“ geziehen zu werden. Gemeint ist natürlich konkret der Antijudaismus. Wie sollte man die Feindschaft der Mehrheit der Semiten, den Arabern, gegenüber bezeichnen? Wie sollte man junge Juden in Israel, die „Tod den Arabern“ skandieren, bezeichnen? Sind es dann nicht Antisemiten?! Aber logische Erwägungen spielen bei den wütenden Angriffen auf Wahrheitssuche keine wirkliche Rolle.

So tauchte denn auch am ersten Konferenztag ein Trupp von „treuen Israelbeschützern“ mit drei Israelfahnen und einem Megaphon auf, um gegen die „Ungeheuerlichkeit“ der Kritik an Israel zu protestieren. Im idyllischen Heidelberg blieb dieser an sich lächerliche Protest dann auch „idyllisch“ (ich habe schon andere Dinge erlebt) und wurde von drei oder vier Polizisten in Zaum gehalten. Ja, ich muss gestehen, wäre jeglicher Aufzug dieser Art völlig ausgeblieben, hätte ich mich gefragt, ob die Veranstalter vielleicht etwas falsch gemacht hätten. Der Spuk verflog aber dann auch bald. Diese wirren „Truppen“ scheuen dann ja oft nicht davor zurück, die aufrechten moralischen Menschen jüdischer Abstammung, die Israels Politik kritisieren, dreist als „selbsthassende jüdische Antisemiten“ zu diffamieren.

Dennoch verschärfte das Erscheinen des Trupps einen wehmütigen Eindruck. Das Durchschnittsalter von uns Teilnehmern bewegte sich wohl um das Renteneintrittsalter, die albernen „Protestanten“ aber zeichneten sich durch große Jugendlichkeit aus. Für jemanden wie mich, der 1968 in Hamburg das Soziologie-Studium begonnen hat, ergibt sich die Erkenntnis: damals rebellierte die studentische Jugend gegen die Macht und ihren Missbrauch – als deren intellektuelle Repräsentanten die Professoren oft mit nicht sehr feinen Methoden angegangen wurden – heute hat sich „die Macht“ eine ganze Reihe von jungen Menschen herangezogen, die mit ähnlich rabiaten Methoden meinen, gegen „Schlechtes“ zu protestieren, aber in Wahrheit die Macht schützen.

Die Medien – stark vom Kommerz gesteuert – sind sehr erfolgreich beim Bemühen, brave Konsumenten und stumme_Schafe zu erzeugen, darin gewesen, jungen Menschen die Rationalität „herauszuoperieren“. Große Teile der akademischen Jugend sind auf zwei Dinge programmiert: Spaß zu haben und der Frage nachzugehen, „wo geht es karrieremäßig weiter?“, sprich, wie werde ich erfolgreich? Wenn man dabei noch den „Spaß“ haben kann, pseudomoralische Randale machen zu können, und dabei der Macht und dem Mainstream nicht in die Quere zu kommen, denn „prima“! Und wenn da mal nicht einige auch bezahlt im „Hasbara_Programm_fur_Studenten“ sind.

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Traum von „Groß-Israel“ der Irgun

Traurige Wahrheiten

Zu den tiefen Einblicken in die brutale und erniedrigende Situation der Palästinenser in den besetzten Gebieten (wie auch in Israel selbst) und den ebenso bewegenden Einblicken in den Lebenswillen und den Mut sowie die Aktivitäten der Unterdrückten (die einzelnen Konferenz-Beiträge werden wohl später auf „Rubikon“ eingestellt werden) ragten dann aber zwei so gute wie deprimierende Beiträge heraus.

Norman_Paech legte dar, wie umfassend gerade in der Nahostfrage das Völkerrecht und das internationale Recht sowie die Menschenrechte ausgehebelt, mit Füßen getreten und für irrelevant erklärt werden. Der Nahost-Experte Michael_Lueders hat dann insbesondere zur geopolitischen Einordnung des Geschehens beigetragen. Er hat ein sehr realistisches, aber auf den ersten (und auch auf den zweiten) Blick sehr deprimierendes Bild der derzeitigen Chancen für die Palästinenser gezeichnet und auf den alten „Sponti-Spruch“ (den Rolf Verleger am Ende der Veranstaltung noch einmal aufgriff) gebracht: „Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie“!

Gerade diese Beiträge haben mich nun angeregt, auf Grundlage einer nochmals erweiterten geopolitischen Einordnung den zukünftigen Möglichkeiten einer Entwicklung, die den Palästinensern mehr Handlungsspielraum geben könnte, nachzuspüren. Hier aber vorher noch einmal mein Dank an die Veranstalter für diese mutige und inspirierende Konferenz!

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Unmögliche Möglichkeiten“, Wunder oder geopolitische Wendungen?

Angesichts der tatsächlich so hoffnungslos erscheinenden Lage der Palästinenser, deren Eigenstaatlichkeit oder Gleichberechtigung in einem gemeinsamen Staat Israel/Palästina weder von der politischen Klasse/Machtelite Israels noch offenbar von der US-Politik gewollt ist, fiel auch das Wort von dem noch Mitte 1989 nicht abzusehenden Fall der Berliner Mauer sowie vom lange nicht abzusehenden Ende der Apartheid in Südafrika. Dabei schwang so ein wenig die Vorstellung der plötzlichen historischen „Wunder“ mit.

Es erscheint mir wichtig, die beiden Hintergründe dieser für den geopolitisch weniger Informierten als „Wunder“ erscheinenden Vorgänge kurz darzulegen, um die Abhängigkeiten hocherfreulicher Fortschritte für Menschen in ihrer Abhängigkeit von (insgesamt manchmal auch vielleicht weniger erfreulichen) geopolitischen Entwicklungen aufzuzeigen. Diese beiden vermeintlichen Wunder sind nur vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Ostblocks und des (vorläufigen) Endes des „Kalten Krieges“ zu verstehen.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion wird in mancher Hinsicht allerdings – insbesondere für die südliche Hemisphäre der Welt – nicht nur von Putin als „geopolitische Katastrophe“ gewertet. Dies insofern, als das Ende einer – wie auch immer mangelhaften – „Systemalternative“ den imperialen Bestrebungen der USA (und ihrer Verbündeten/Vasallen) und der weiteren Entfesselung neoliberalen Globalisierung enormen Auftrieb gegeben hat, was fraglos übrigens auch zu weiterer Erstarkung israelischer Okkupationspolitik unter entfesselter US-Schirmherrschaft geführt hat.

Wenn insgesamt die Wiedervereinigung Deutschlands für viele Menschen positive Auswirkungen gehabt hat, kann man den folgenden Abbau sozialstaatlicher Gegebenheiten in beiden Teilen Deutschlands kaum übersehen.

Nachdem der Westen (teils raffiniert verdeckt) das Apartheidregime gerade aus (neben wirtschaftlichen) geostrategischen Gründen nach Kräften gefördert hatte, nahm die geostrategische Bedeutung des Apartheidregimes mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion massiv ab. Leider machte aber auch nach dem Machtübergang der Siegeszug des Neoliberalismus´ vor Südafrika nicht halt. Der Kampf der schwarzen Südafrikaner wurde unter anderem durch die von Naomi Klein brillant beschriebene „Schock-Strategie“ um die Früchte betrogen.

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Was führte wirklich zum Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion?

Der Zusammenbruch der Sowjetunion war wesentlich dadurch zustande gekommen, dass die USA die Sowjetunion „totgerüstet“ haben. Nun ist das nicht so sehr als „Effizienz-Konkurrenz“ zu begreifen, denn die westlichen imperialen Industriestaaten haben ihre Wirtschaft durch eine (bis heute fortgesetzte und gesteigerte) Plünderungspolitik der südlichen Hemisphäre gegenüber gestärkt.

Wenn man genau in die globale geopolitische Situation schaut, sind Entwicklungen möglich, die die Sache Palästinas (wie auch allgemein die Sache des fortschrittlichen arabischen Nationalismus´) unter Umständen stärken könnten. Diese Möglichkeiten einer Entwicklung werden im Folgenden auch mit der Frage verknüpft, wie man in dieser Gesellschaft – sozusagen „nebenbei“ – durch ein verändertes Verständnis der Rolle der USA und Israels in Bezug auf Europa das Verständnis für die palästinensische Sache fördern könnte.

Revolution“ zwischen Moral und Eigennutz

Eine andere Haltung in Europa und speziell in Deutschland gegenüber den USA, Israel und Palästina käme einer partiellen Revolution gleich. Daher ist es sinnvoll, revolutionäre Umbrüche in ihrer Vielschichtigkeit zu begreifen.

Wenn es um die Unterstützung und die Solidarität mit den Palästinensern und die allzu berechtigte wie nötige Kritik an Israel geht, stützt sich die Bewegung hierfür – damit ist nicht nur das BIB gemeint, sondern auch andere Organisationen – auf Moral. Wenn Brecht sagte: „erst kommt das Fressen und dann die Moral“, dann sprach er damit ein Grundproblem von machtvollen Umbrüchen an. Leider sind die meisten Menschen nur sehr begrenzt über Moral, besonders, wenn sie vermeintlich etwas kostet, ansprechbar, und, noch wichtiger, zur Handlung zu bewegen.

Ja, das Phänomen der Revolution als Beendigung eines ungerechten Zustandes Unterdrückter belegt ungeachtet der Rolle, die kleinbürgerliche Intellektuelle (in einem besonderen sensibilisierten Stadium) bei Organisation und Konzepten spielen mögen, die Wichtigkeit des Eigennutzes der Unterdrückten (oder im angesprochenen Fall der möglichen hiesigen Unterstützer Unterdrückter) als Kraftquelle.

Auch in diesem Falle scheint ein ursprünglich moralisches Anliegen eine breitere Unterstützung nur finden zu können, wenn man darstellen kann, dass die Erreichung des Zieles der großen Zahl der Unterstützer entweder bedeutende Vorteile bringen kann, oder aber gefährliche Nachteile abwenden könnte. Ohne dass reale – sprich objektive – Interessen in den Fokus rücken, bleibt leider auch der moralische Aspekt ohne großen Widerhall.

Europa, speziell Deutschland, und die Allianz USA-Israel

Die enorm enge Bindung zwischen den USA und Israel ist in einem komplexen Prozess entstanden, zu dem es in der Öffentlichkeit kaum bekannte Hintergründe gibt 1). Darüberhinaus ergibt sich eine geopolitische Überschneidung von US-amerikanischen und israelischen Interessen im Nahen und Mittleren Osten. Die USA wollten die Region einerseits wegen der Rohstoffe kontrollieren, benutzen diese Weltgegend aber zunehmend als chaotisierte und destabilisierte Sperrzone gegen die chinesisch-russischen Bemühungen um eine „Eurasische Kooperation“, die der Albtraum der US-Machtelite ist 2). Verstärkt wird dieser Albtraum der US-Macht durch die Bestrebungen einer Reihe von Ländern, die Koppelung des Öls an den US-Dollar aufzubrechen.

Bisher waren die europäischen Verbündeten (Vasallen?!) der USA bei hin und wider lauer Kritik recht durchgängig Unterstützer aller Aktionen im Nahen und Mittleren Osten. Mit Trump (der aus der Sicht der vorherrschenden US Neocon-Machtelite wohl ursprünglich ein „Betriebsunfall“ war) hat sich das Auftreten der US-Politik zur unmaskierten und offenen „Rüpel-Politik“ entwickelt 3), ja, man könnte wohl mit einigem Recht von einem Aufgreifen der von Kissinger und Nixon entwickelten „Madman-Theory“ sprechen.

Dies mag nun zu einem „Versuchsballon“ geworden sein, gibt aber auch ungewollt die Chance zum größeren Verständnis in Europa, worauf die US-Politik letztlich abzielt, nämlich, Europa zum Aufmarschgebiet gegen Russland zu machen, sowie darauf, wie oben erwähnt, den Nahen und Mittleren zum chaotischen Sperrriegel gegen die angestrebte eurasische Kooperation zu machen. Vermehrt wird der langsam wachsende Widerstand in Europa auch gerade durch die diktatorischen US-Versuche, ihr Sanktions-Regime gegen Russland und den Iran nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern noch auszudehnen. Der sich entwickelnde Handelskrieg um die „Strafzölle“ verstärkt nun doch offenbar weiter die Skepsis gegenüber der US-Politik. Propaganda – wie z. B. zur „Skripal-Affaere“ kann nicht verhindern, dass eine Mehrheit in Deutschland eine Annaeherung_an_Russland wünscht.

Im Nahen Osten treffen sich die geopolitischen Strategien der USA und Israels, denn Israel strebt offenbar an, einen ausgedehnten Flächenbrand in der Region zu erzeugen, der dann als Rechtfertigung dienen soll, die „Nakba“ zu „vollenden“, die Palästinenser in Gänze zu vertreiben und die Region neu zu „ordnen“, sich territorial weiter auszudehnen und zu „arrondieren“. Dies alles würde dann insbesondere der westlichen Öffentlichkeit als „für das Überleben Israels als absolut notwendig“ verkauft werden. Ob das dann so weit ginge, wie die „Irgun_Zwai_Leumi“ es sich damals für „Erez_Israel“ erträumt hat, kann man bezweifeln, aber territoriale Expansion wird sicher auf der verdeckten Agenda stehen. Dass diese Strategie auch die Juden in Israel langfristig (bei aller derzeitigen und wohl lange anhaltenden militärischen Überlegenheit Israels) in historischer Dimension großen Gefahren aussetzt, sei hier nur am Rande genannt.

Was ist die Konsequenz?

Es ist zu befürchten, dass die Aufklärungsarbeit ohne Bezug auf die Interessen einer großen Zahl von Menschen hier keine Wirkung zeigen wird. Das bedeutet dies: man muss viel mehr Menschen klar machen, dass die Politik der USA und Israels mit der Perspektive der noch großflächigeren Chaotisierung des Nahen und Mittleren Ostens und die Strategie Israels, einen wirklichen Flächenbrand anzuzetteln, die europäischen Gesellschaften unter noch gewaltigeren realen ökonomischen und sozialen Druck durch Flüchtlingsströme setzen würde.

Dass hier auch für uns, die wir auf Humanität ausgerichtet sind, das Abstellen auch auf per se nicht nur sympathische Emotionen nicht so erfreulich ist, versteht sich. Wenn wir aber nicht vermitteln, dass diese Politik z. B. Deutschland mit Flüchtlingsströmen konfrontieren würde, wie man sie selbst Ende 2016 nicht in den schlimmsten Albträumen erwartet hat, wird eine gesellschaftlich wirksame Distanz zur Politik der beiden genannten Mächte (und damit eine größere Sensibilität auch für die Situation der Palästinenser, die Israel am liebsten auch noch vertreiben würde) für die Fragen der Region nicht entstehen.

Die politische Arbeit hier für die Palästinenser dort wird also am wirksamsten werden, wenn wir das geopolitische Moment einbeziehen und die diesbezüglichen Aktivitäten zur Lage der Palästinenser in die Arbeit an der sozialen Frage und der Friedensfrage einbetten.

Andreas Schlüter

Anmerkungen:

  1. Eine kaum bekannte mögliche Grundlage für den enormen Einfluss der israelischen Politik auf die USA:

USA und Israel: schmutzige Geheimnisse und Erpressungsmacht“:

https://wipokuli.wordpress.com/2014/08/21/usa-und-israel-schmutzige-geheimnisse-und-erpressungsmacht/

  1. Zum Albtraum der US-Machtelite:

Europa, sei auf der Hut: Die Schock-Strategie 2.0 ist wohl im Gange!“:

https://wipokuli.wordpress.com/2016/07/29/europa-sei-auf-der-hut-die-schock-strategie-2-0-ist-wohl-im-gange/

3) Zur „neuen Politik“ der USA:

Die US-Machtelite und Plan-B”: https://wipokuli.wordpress.com/2018/05/24/the-us-power-elite-and-plan-b-die-us-machtelite-und-plan-b/

Weitere Links zum Thema:

Zur deutschen „Blindheit“ gegenüber Israels Taten:

Wir sind Weltmeister – auch im Wegschauen“: https://wipokuli.wordpress.com/2014/07/15/wir-sind-weltmeister-im-wegschauen/

Wie Israel zur Zweistaaten-Lösung steht:

https://wipokuli.wordpress.com/2012/02/12/israel-und-die-zwei-staaten-losung/

Israel und die Bombe: offene und geheime Geheimnisse“:

https://wipokuli.wordpress.com/2012/07/13/israel-und-die-bombe-offene-und-geheime-geheimnisse/

The Principle of Occupation“:

https://wipokuli.wordpress.com/2012/01/13/near-east-reality-of-occupation/

Zur Einordnung des Nahostproblems in den allgemeinen anti-kolonialen und anti-rassistischen Kampf:

Nahost, Prüfstein für Antiimperialisten“, https://wipokuli.wordpress.com/2011/05/15/nahost-prufstein-fur-anti-imperialisten/

darin verlinkt ein 60-seitiger Aufsatz:

Der Nahost-Konflikt und Afrika“:

https://wipokuli.files.wordpress.com/2011/05/nahostkonflikt-und-afrika.pdf

Israel war an der propagandistischen Verdrehung der Ruanda-Katasrophe und dem 22jährigen Kongo-Massaker nicht unbeteiligt:

Ruanda: eine halbe Wahrheit ist ganze Lüge”: https://wipokuli.wordpress.com/2014/04/08/ruanda-eine-halbe-wahrheit-ist-eine-ganze-luge-zwanzig-jahre-tolldreiste-desinformation/

Meine Beiträge zu den USA: https://wipokuli.wordpress.com/2014/02/17/link-liste-meiner-artikel-zu-den-usa/

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Groß ist das Geschrei um die Möglichkeit einer iranischen Atombombe. Intensiv sind die Versuche, diese Möglichkeit zur Notwendigkeit eines Angriffskrieges auf den Iran hochzustilisieren. Der US-Macht dient dieses Theater, um verstärkt Druck auf den Iran auszuüben und seinen Aufstieg zur Regionalmacht zu verhindern, die israelische Machtelite würde den Kasus gern zum regionalen Flächenbrand benutzen, in dessen Verlauf sie ihren alten Traum vom Transfer, der Vertreibung der Palästinenser über den Jordan, „in letzter Sekunde“ noch verwirklichen möchte. Verschwörungstheorie? Die Nahostgeschichte ist nur voll von Verschwörungen!

Die Wahrheit gut versteckt

Am Samstag, dem 7. Juli, zur „Einkaufszeit“, auf ARD und am Sonntag, dem 8. Juli, gut vor „Werktätigen“ zu nachtschlafender Zeit um 23:35 Uhr versteckt, in der Reihe ZDF History (von Guido Knopp, man staune!) lief ein Film von Dirk Pohlmann, „Israel und die Bombe“. Und da sollte dem gern der öffentlichen Gemütlichkeit und der Aversion gegen „Verschwörungstheorien“ frönenden Bundesbürger (altem wie neuem) die Kinnlade herunterfallen, was dem langfristig mit der Region und Weltpolitik Befassten nicht mehr passieren kann. Auch, wenn der Film noch teilweise einige bekannte Fehldeutungen enthält, legt er viele erschreckende Wahrheiten auf den Tisch. Wer zum Thema mitreden will, kommt nicht umhin, sich ihn anzusehen:

 http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/texte/atombombe_atomwaffen_israel.htm

http://www.atase.de/blog/netzwelt/verstehen-netzwelt/israel-und-die-bombe/

http://www.zdf-enterprises.de/de/int-katalog/zdfefactual/current-affairs-social-issues/israel-und-die-bombe-ein-radioaktives-tabu

Die atomare Großmacht

Israel spielt mit einer Zahl zwischen 100 und 400 atomaren Sprengköpfen als Atommacht in der Klasse von Großbritannien und Frankreich mit. Diese Tatsache wird von Israel selbst sozusagen als „Un-Tatsache“ behandelt. Israelis, die über diese Tatsache sprechen, werden kriminalisiert und verfolgt. Spektakulär ist der Fall Vanunu (http://de.wikipedia.org/wiki/Mordechai_Vanunu) geworden.

Durch seine von Deutschland gelieferten U-Boote der „Dolphin Klasse“  (http://de.wikipedia.org/wiki/Dolphin-Klasse) erhält Israel ein Trägersystem, das seine Atomwaffen praktisch jeden Ort der Welt erreichen lässt, nur eingeschränkt durch die maritime Nachschubfähigkeit. Damit muss Israel als atomare Großmacht bezeichnet werden. Dieses gewaltige atomare Potential ist einer Geschichte von Intrigen und Erpressung geschuldet, die Frankreich, die USA und das damalige Apartheid-Südafrika einbezieht. Der Buren-Staat mit seiner rassistischen Politik war dem Land Israel, dessen Regierung immer wieder die verbrecherische deutsche Geschichte des Holocaust zur Legitimation seiner Politik missbraucht, als Partner keineswegs zu anrüchig, so wenig, wie die Möglichkeit, dass das Buren-Regime die in der Zusammenarbeit angeeigneten Fähigkeiten zum atomaren Holocaust gegen afrikanische Staaten hätte einsetzen können (1).

Der Clou

Gegen Ende des Berichts gibt es aber nun ein Detail, das für einen deutschen Sender auf den ersten Blick wahrlich erstaunlich anmutet. Dabei geht es um den „Zwischenfall“ des Sechs-Tage-Kriegs mit dem US-Aufklärungsschiff USS Liberty (http://de.wikipedia.org/wiki/USS_Liberty_(AGTR-5) ). Das Schiff wurde in internationalen Gewässern 14 Meilen vor der israelischen Küste von der israelischen Luftwaffe sowie von Schnellbooten angegriffen mit dem eindeutigen (nicht erreichten) Ziel, es ohne Überlebende zu versenken. 34 US-Seeleute fanden den Tod, 172 wurden verletzt. Alle Indizien belegen, dass es sich keineswegs um eine Verwechslung handelte, wie später die israelische und die US-Regierung behaupteten. Lange hat man über den Vorfall gerätselt, vornehmlich mit der Tendenz, dass die israelische Regierung verhindern wollte, dass durch das Aufklärungsschiff die Kunde von „kompromittierenden“ israelischen Kriegshandlungen in die Welt dringen könnte. Aber es scheint der Vorfall nun für die USA noch viel kompromittierender zu sein. Allem Anschein nach sollte dieser Vorfall als „False Flag Operation“ den Ägyptern angelastet werden, um die Bombardierung Kairos durch die USA (u. U. sogar mit taktischen Atomwaffen) zu ermöglichen. Dazu wäre die US-Regierung offenbar bereit gewesen, die eigenen Seeleute zu opfern. So ein Plan ist keineswegs ohne Vorläufer. Schon unter Kennedy planten die Vereinigten Stäbe der US-Streitkräfte Operationen „unter falscher Flagge“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Falsche_Flagge), nämlich Terroranschläge gegen US-Ziele, um sie den Kubanern in die Schuhe zu schieben und als Anlass für eine Invasion Kubas zu „nutzen“. Es handelte sich um die „Operation Northwoods (http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Northwoods), die dann von Kennedy gestoppt wurde. Über so etwas erfährt man in deutschen Mainstream-Medien nur sehr selten.

Erstaunlich?

Vielleicht hat diese Entwicklung doch damit zu tun, dass es der „große Bruder“ mit seiner Einflussnahme auf die deutsche Politik im Laufe der Jahrzehnte zu weit getrieben hat (http://de.wikipedia.org/wiki/Gladio). Die deutsche Regierung ist offenbar mehr und mehr bereit, sich vorsichtig aus der „transatlantischen Umklammerung“ zu lösen, wie sie auch wohl „in aller Stille“ den „Gladio“-Sumpf trockenlegen möchte (http://tinyurl.com/cyzhuks). Man kann gespannt sein!

Andreas Schlüter

1) http://www.hintergrund.de/20100603927/globales/kriege/israels-nukleare-politik-von-suedafrika-zum-iran.html

Eine Ikone des antikolonialen Kampfes

Am 10. November 2008 starb Miriam Makeba, die auch „Mama Africa“ genannte große Stimme des Kontinents nach einem Konzert in Castel Volturno, Italien, an einem Herzinfarkt. Das Konzert richtete sich gegen einen „bewaffneten“ Arm des italienischen Kapitals, die Camorra. So starb die imponierende Kämpferin „in den Stiefeln“. Am Samstag, dem 15. November fand in einer Konzerthalle bei Johannesburg eine große Trauerfeier für die hochpolitische Künstlerin statt, auf der sie auch der berühmte südafrikanische Trompeter Hugh Masekela (von 1964 bis 1966 mit ihr verheiratet) mit einem bewegenden Trompetensolo ehrte.

Kämpferin von Anbeginn

Makeba, am 4. März 1932 in Johannesburg geboren, landete bereits mit 18 Tagen zusammen mit ihrer Mutter im Gefängnis, da diese, eine Haushaltshilfe, wegen „illegalen“ Bierverkaufs dort landete. Nach dem zweiten Weltkrieg mutierte das bereits durch umfänglichen Rassismus gekennzeichnete Südafrika unter der „Nationalen Partei“ der Buren (Kap-Holländer) zum faschistischen Apartheitssystem, das übrigens nicht nur Festung westlichen Kapitals sondern auch enger Verbündeter Israels wurde. Die in den Fünfzigern in der schwarzen Community begonnene musikalische Karriere Makebas führte zu einem viel beachteten Auftritt im Antiapartheit-Film „Come Back Africa“ (1959). So wurde sie mit Harry Belafonte bekannt, der ihr zu einer Fortsetzung der Karriere in den USA verhalf. Als sie 1968 den schwarzen US-Bürgerrechtler Stokely Carmichel (Trennung 1973) heiratete, wurde ihr der Aufenthalt so sauer gemacht, dass sie mit ihrem Mann nach Guinea ging, wo sie sich dem antiimperialistischen Regime von Sekou Touré verbunden fühlte.

Rückkehr

Eng war ihre Karriere mit dem fortgesetzten Kampf für die Befreiung Südafrikas verbunden und als Mandela sie darum bat, kehrte sie 1990 nach Südafrika zurück, wo 1985 ihre einzige Tochter Bongi, von der sie drei Enkel hatte, unter nicht ganz klaren Umständen gestorben war. So erlebte sie den Transformationsprozess (wie unvollständig er auch sein mag) ihres Heimatlandes vor Ort mit. Nicht nur ihre großen Songs wie „Pata Pata“ und der „Click Song“ haben sie unsterblich gemacht, sondern ihr unermüdlicher Kampf für Gerechtigkeit, wie ihr Lebensende belegt, für Gerechtigkeit überall auf der Welt! In Deutschland war ihre Stimme zum letzten Mal am 25. Mai 2006 auf dem 18. Africa Festival in Würzburg zu hören. Unvergesslich werden mir die beiden Life-Konzerte bleiben, auf denen ich sie erlebt habe.

Andreas Schlüter

Wahrlich zu Recht muss man sehr misstrauisch sein, was die Motive westlicher Politiker bei ihren „Hilfsaktionen“ für das libysche Volk angeht, dem es besser als allen anderen Völkern Afrikas geht. Diese „Helfer“ wollen einen  Kolonialkrieg um Öl und gegen Gaddafis Beiträge zur Dollarunabhängigkeit und zur wirtschaftlichen Unabhängigkeit Afrikas. Gaddafi wird nun mit dem Internationalen Strafgerichtshof gedroht. Den boykottieren bezeichnenderweise die USA. Sie hatten das Abkommen unterzeichnet, aber die Unterschrift zurückgezogen und agieren darüberhinaus in vielfältiger Weise gegen die Institution. Dies wirft ein bezeichnendes Licht auf die gängigen Doppelstandards der Supermacht.

Eine Person gehörte schon seit Langem vor diesen Gerichtshof: Dr. Wouter Basson, ehemals Arzt im Generalsrang der Südafrikanischen Streitkräfte.

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Das Projekt des „Rassenkrieges“

1981, Basson arbeitete als Arzt für den Staatspräsidenten Südafrikas, P. W. Botha, wurde er als Generalarzt angeheuert, um Informationen zu Südafrikas Möglichkeiten der chemischen und biologischen Kriegsführung im Rahmen des sogenannten „Project Coast“ zu sammeln, dessen Projekt-Chef er alsbald wurde. Mit einem Jahresetat von ca 10 Millionen Dollar ausgestattet heuerte er etwa 200 Wissenschaftler aus aller Welt an. Das besondere Interesse galt nachweislich Anthrax, Cholera, Botulinum, aber auch Chemikalien wie Exstacy, Nervengasen und Mitteln zur Erschlaffung der Muskel. Er bereiste viele Länder und war u. a. an der Tötung von ca 200 gefangenen Angehörigen der SWAPO (South West African Poeple´s Organization) beteiligt sowie an der Auslösung von Cholera-Epedemien in Mozambique beteiligt.

Einschub: ein Bruder im Geiste

Hier muss ein weiterer Mann vorgestellt werden, Steven Hatfill, dessen Name im Zusammenhang mit den Milzbrandbriefen in den USA nach „Nine-Eleven“ in die Öffentlichkeit kam. Druck einer Expertin hatte dafür gesorgt, dass sein Haus in Maryland durchsucht wurde. Dieser Mann, der zum Beispiel von 1997 bis 1999 mit Ebola-Viren im US-Army Medical Research Institute in Fort Detrick und danach bei der Firma SIAC in San Diego arbeitete, die u. a. biologische Waffentrainingsprogramme für die CIA veranstaltet, hat auch eine Spur in Afrika hinterlassen.

Er war zwischen 1978 und 1984 im damals von weißen Rassisten beherrschten Rhodesien (heute Simbabwe) und später in Südafrika. Hatfil war nach eigenen Angaben Mitglied der brüchtigten rhodesischen „Selous Scouts“, die viele Regimegegner umbrachten. Zur Zeit seines Rhodesienaufenthalts „brach dort die größte Milzbrandepidemie der Geschichte aus. 182 Menschen starben. 10000 wurden krank – die meisten davon Schwarze“, wie der „SPIEGEL“ in 29/2002 schrieb. Der Südafrikaner Basson hatte viele Kontakte, so u. a. in die USA, nach Israel, Taiwan. Der US-Amerikaner Hatfil hatte enge Kontakte zu den weißen Rassisten im südlichen Afrika, Brüder im Geiste. Es ist wohl keine unzulässige Spekulation anzunehmen, dass sie Kontakt miteinander hatten. Ein Geflecht von Firmen wurde von Basson gegründet, Recherche, Geldbeschaffung, „praxisnahe“ Forschung und „Produktion“ betreffend.

Die „schwarze Bombe“

Teils wird Bassons Tätigkeit vornehmlich als gegen einzelne Regimegner gerichtet dargestellt. Es wurde auch fleißig vergiftet und gemordet. Aber das, wovon man in Bassons Einheit wirklich träumte, war eine biologische Waffe, die aufgrund von kleinsten genetischen Unterschieden ausschließlich schwarze Menschen treffen sollte, die „schwarze Bombe“. Es wurde daran gedacht, auf diese Weise massenhaft schwarze Frauen unfruchtbar zu machen. Für Menschenexperimente gab es genug „Material“ in Gestalt der zahllosen Inhaftierten. Angeblich soll das Streben nach dieser völkermörderischen Waffe erfolglos geblieben sein, und natürlich haben die Schurken in ihrem rassistischen Wahn fraglos die Genetik falsch eingeschätzt. Aber, was ist, wenn sie eine solche Waffe in Gestalt eines Erregers gefunden hätten, der auf der einen Seite wegen der Apartheid und der Lebenssituation schwarzer Südafrikaner in Armut und Hoffnungslosigkeit und daraus resultierender Verhaltensweisen besonders sie träfe, die Angst auch bei gutwilligen Weißen „vorm schwarzen Mann“ hervorkitzeln würde (immerhin wurde die Apartheit dann endgültig in einem Referendum durch die Mehrheit der Weißen beendet, die „Furcht“ der Faschisten, dass die Mehrheit der Weißen „einknicken“ könnte, war also nicht „unbegründet“) und auch noch die umliegenden Afrikanischen Länder träfe?!

Die verbrecherische Ideologie war da, die fast unbegrenzten Mittel, die Zielsetzung und die hinter den Kulissen fast ungebrochene westliche Unterstützung (auch die Schweiz war in Zusammenarbeit verwickelt). Bald verbreitete sich der AIDS-Virus rasend schnell in Südafrika. nachdem ursprünglich Uganda und benachbarte Gebiete die AIDS-Hauptregion war, überflügelte Südafrika den ostafrikanischen Herd schnell. Ist es da eine absurde „Verschwörungstheorie“, einen Zusammenhang zu sehen?

Mit dem Apartheid-geprägten Gesundheitssystem wäre es ein Leichtes gewesen, in den Krankenhäusern „für Schwarze“ infizierte Injektionsnadeln einzusetzen. Werden diese Kriminellen auf solche „Chance“ verzichtet haben? das Apartheidregime haben sie auch im Verein mit der Südafrikanischen Atombombe (die wohl auch Israels Zusammenarbeit zu „danken“ war) nicht „retten“ können – wenn es auch dem westlichen Neoliberalismus gelungen ist, die Menschen Südafrikas um die materiellen Früchte der Revolution zu betrügen – und es kam schließlich der 1994 ANC an die Hebel vermeintlicher politischer Macht, auch, wenn diese Hebel bald ins Leere griffen.

Schon 1990 soll der damalige Präsident F. W. de Klerk das Ende der „Chemie-Küche“ angeordnet haben, aber die Aktivitäten gingen weiter (auch umfangreiche Drogenlieferungen in die schwarzen Communities), bis schließlich nach weiteren Chemieattacken 1992 in Mozambique den USA und GB das Spiel ihrer bisherigen Verbündeten zu brisant wurde und sie Südafrika zum Ende des Projekts „Coast“ zwangen.

Der Mantel der Gnade

Als 1994 der ANC die Wahl gewann und Nelson Mandela Präsident wurde, hätte man nun erwarten sollen, dass es dem Satan in Menschengestalt an den Kragen gegangen wäre, aber weit entfernt davon. 1995 heuerte die Südafrikanische Regierung wohl auf US- und britischen Druck wieder an, und zwar im Transportwesen (es gab sicher noch eine Menge zu transportieren). Allerdings begann 1996 die „Wahrheitskommission“ sich für ihn zu interessieren. Es ist allerdings angesichts des vorrangigen Ziels „Schwarz und Weiß miteinander zu versöhnen“, zweifelhaft, ob das Interesse an den finsteren Dingen tief im trüben Wasser allzu groß war, denn das hätte die schwarze Wut in allzu berechtigte Höhen treiben können!

1997 wurde der „Arzt“ dann mit 1000 Exstacy-Pillen und einer Wagenladung „Project Coast“-Unterlagen verhaftet. Aber auch dann passierte ihm nichts, obwohl die „Wahrheitskommission“ 1998 entschied, dass er vor Gericht gestellt werden sollte.  Im Oktober 1999  begann sein Prozess und endete im April 2002 praktisch mit einer Amnestie durch Richter Hartzenberg. Das Oberste Gericht schlug eine Wiederaufnahme des Verfahrens 2003 nieder. Er tourt durch die Welt, hat eine Praxis eröffnet und erfreute sich kleiner Geplänkel mit dem südafrikanischen Health Professions Council of South Africa (HSPSA) im Mai 2010.

Wer zieht diesen Mann zur Rechenschaft? Und nicht vergessen: der engste offene Verbündete des Apartheidregimes war Israel!

Andreas Schlüter

Links:

http://www.zeit.de/2002/03/Der_Giftmischer_der_Apartheid

Biologische Waffen: „Project Coast“, der Giftmischer der Apartheid und Ebola (Video)

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-23215469.html

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Biowaffen/rhodesien.html

http://bit.ly/jD2tt8

http://en.wikipedia.org/wiki/Wouter_Basson

http://www.iol.co.za/news/south-africa/wouter-basson-back-in-court-1.482980

http://martinstoll.ch/die-sudafrika-connection/

http://www.solifonds.ch/d/secrets.html

http://www.woz.ch/dossier/apartheid.html

http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/1317545/

Diesen Artikel von mir bitte lesen auf der Website der Neuen Rheinischen Zeitung:

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16172