Archiv für September, 2011

English version below photos

Schon zweimal wurde auf diesem Blog über Oriakhi Obefe Burxy Sule, einen hoffnungsvollen jungen Künstler aus Nigeria, berichtet.

Als unbegleiteter jugendlicher Flüchtling ist er aus Nigeria gekommen und wohnt in einer sogenannten betreuten Jugend-Wohngemeinschaft. Der junge Mann hat bei seinem Vater in einer Werkstatt mitgearbeitet, in der auch Bilder gefertigt wurden. Da ist er nicht ohne Schulung geblieben, wie seine selbstgemachten Möbel beweisen, aber seine enorme Kreativität und vielfältige Stilrichtungen, denen er immer wieder neue hinzufügt, verschlagen einem den Atem! Es gibt kein Material, das er in die Hand bekommt, aus dem er nicht Kunst machen würde.

Nun hat er erste Bande in die Afrikanische Kunstszene Berlins knüpfen können. In Kooperation mit LISTROS e.V. veranstaltete „African Painters“ (http://african-painters.com/) unter der Obhut des Senegalesischen Künstlers Abdoulaye Guissé vom 4. – 6.9.2011 einen Kunstworkshop. In diesem Workshop konnten Jugendliche im Alter von 16-18 Jahren Bilder zum Thema „Afrika in Berlin“ anfertigen. Am Samstag, den 10.September 2011, von 15 bis 18 Uhr, wurden die Werke dann der Öffentlichkeit präsentiert und konnten ersteigert werden.

Burxy hat natürlich Eindrucksvolles beigesteuert.

Africa in Berlin

Fotos von der Ausstellung – click – photos of the work shop

 

alle Werke von Burxy – click – all works of Burxy

 the-art-of-burxy

As an unaccompanied juvenile refugee Oriakhi Obefe Burxy Sule came to Germany and lives in a flat with other youngsters under the care of the Youth Welfare Office. The young  man was trained in his father´s workshop where also paintings were made. So he wasn´t left without training, as also self made furniture shows. But his enormous creativity and multiple styles to which he´s again and again adding new ones are breath taking! There´s no material that´s getting into his hands which he wouldn´t turn into a piece of art.

Now he has woven the first ties with the African Art scene in Berlin. In cooperation with LISTROS e.V. „African Painters“ (http://african-painters.com/) under the guidance of the Senegalese artist Abdoulaye Guissé organized an art work shop from 4th to 6th of September. This work shop gave the chance to youngsters of age 16 to 18 to create art with reference to the topic “Africa in Berlin”. Saturday, the 10th of September the creations were presented to the public and could be acquired.

As could be expected Burxy contributed impressive pieces of art.

Advertisements
murdered by the US State of Georgia

deutsche Version unter der Englischen!

They really did it! Despite the doubts or better say despite the certainty that he didn´t commit what he was convicted for Troy Davis was executed today! It appears as if the Supreme Court was just playing for time to let the crowds leave in order to avoid „riots“!

But after all, what is one false sentence and one unjustified execution against one person compared to a deadly sentence on a whole people for „possessing weapons of mass destruction“ for which the Iraqi people got „executed“! But we shouldn´t forget, there are also thousands of people still on the death row in the US! And many thousands of people doing slave work in the privatized prison industrial complex!

But there were many thousands of people out on the street to protest and fight this illegitimate system, even in Berlin people protested (see: http://tinyurl.com/3gzlmpz). That´s the only point to give hope!

Andreas Schlüter

Sie haben es wirklich getan! Trotz aller Zweifel oder, besser gesagt, trotz der Gewissheit, dass er nicht getan haben kann, wofür er verurteilt wurde, wurde Troy davis heute hingerichtet! Es scheint, als hätte der Oberste Gerichtshof nur auf Zeit gespielt, damit die massen sich verlaufen und man „Riots“ vermeidet.

Aber, was ist ein falsches Urteil und eine unrechte Hinrichtung gegen das Fehlurteil und Todesurteil gegen ein ganzes Volk für den „Besitz von Massenvernichtungswaffen“, wie es dem Irakischen Volk geschah. Wir sollten aber dennoch nicht vergessen, es sitzen noch Tausende in den USA in Todeszellen, und Abertausende leisten im weitgehend  privatisierten „Prison Industrial Complex“ Sklavenarbeit.

Aber, Abertausende waren auf den Straßen, um zu protestieren und gegen dieses Untrechtssystem zu kämpfen, auch in Berlin haben Menschen protestiert (siehe: http://tinyurl.com/3gzlmpz). Das ist das Einzige, was Hoffnung gibt!

Andreas Schlüter

Stop the Execution of Troy Davis!

Troy Davis

Troy Davis

English Version below  the German version

Gegen die Willkür-“Justiz” im Bundestaat Georgia und die geplante Hinrichtung von Troy Davis fand heute Abend um 19:00 Uhr am Berliner Tor vor der US-Botschaft in Berlin eine Protestkundgebung statt. Eingeladen hatten die NaturFreunde Berlin und die Free-Mumia-Bewegung“. Teilnahmen auch eine Reihe von Bundestagsabgeordneten der LINKEn und zukünftige Abgeordnete des Abgeordnetenhauses der Piratenpartei.

Der Afro-Amerikaner Troy Davis wurde am 9. Oktober 1968 geboren und wuchs in Savannah, Georgia, auf. Davis wurde beschuldigt, im August 1989 den weißen Polizeibeamten Mark Allen MacPhail ermordet zu haben. Trotz der Beteuerung seiner Unschuld wurde er 1991 zum Tode verurteilt.

Die Verurteilung beruhte auf den Aussagen von neun Zeugen, von denen inzwischen sieben ihre Aussagen zurückgezogen haben mit der Begründung, die Polizei habe sie zu diesen genötigt. Der Hauptbelastungszeuge, der definitiv am Tatort war, war ursprünglich selbst tatverdächtig. ursprünglich selbst unter dem Verdacht, den Mord begangen zu haben.

Troy Davis stand bereits mehrfach vor der Hinrichtung. 2010 fand eine Anhörung statt, deren Ergebnis nur als Farce zu bezeichnen ist. Gestern wurde sein Begnadigungsgesuch zurückgewiesen.

Auf der Kundgebung wurde von George, jahrzehntelanger Aktivist gegen Imperialismus und Rassismus, eine bewegende Botschaft von Troy verlesen, die klarmachte, dass es keineswegs nur um ihn, sondern um Gerechtigkeit und den Kampf gegen die Barbarei der Todesstrafe in vielen Ländern ginge.

In den USA ist die Justiz nur als „Klassenjustiz“ zu bezeichnen, die mittellose Angeklagte, die sich keine guten Anwälte leisten kann, der Willkür von juristischem Personal ausliefert, dass das Hauptinteresse an vermeintlichen „Erfolgen“ in Form von Verurteilungen hat. Es läuft auf einen rassistische Justiz hinaus, die die Gefängnisse (oft privat betrieben) zu Zwangsarbeitslagern insbesondere für die Afroamerikaner macht.

Dieses „Justiz-System“ ist eine Schande. Schluss mit dem Gefasel von der „Wertegemeinschaft“ mit den USA!

 Stop the Execution of Troy Davis!

In Berlin at the „Brandenburger Tor“ opposite the US Embassy a protest demonstration was to be seen against the barbaric pseudo justice in Georgia and against the planned execution of Troy Davis. Organizers were the Free-Mumia-Bewegung“ and the NaturFreunde Berlin“. Partizipating were also representatives from „Bundestag“ of DIE LINKE and future representatives of „Piratenpartei“ for „Abgeordnetenhaus Berlin.

The African American Troy Davis was born on the 9th October 1968 and grew up in Savannah, Georgia. Davis was accused of having murdered the white Police officer Mark Allen MacPhail in August 1989. Though vehemently claiming innocent he was sentenced to death in 1991.

The sentence was based on nine witnesses of whom seven withdrew their statements later on claiming their statements were forced by the police. The main witness, who was definitely around when the murder happened, was originally a suspect himself.

Troy Davis was already several times facing execution. In 2010 a hearing took place which can only be classed as a farce. Yesterday his appeal for mercy was wiped away.

At the demonstration a moving message from Troy was read by George, an activist against racism and imperialism for decades. The message made clear that it´s not only about him, Troy, but it´s about justice and the struggle against the barbarian death penalty in many countries.

Justice in the USA can only be described as “class justice”, which leaves poor accused who can´t afford good lawyers to a system, where the personal is only after “success” in the sense of as many convictions as possible.

 It results in a racist “justice” which turns often privatized prisons into camps of forced labor mainly for African Americans.

This system is a shame. Stop the sweet talk of “community of values” with the USA!

Andreas Schlüter

Photos from the demonstration, click here: 

photos-of-the-demo-for-troy

Berlin hat bei leicht gestiegener Wahlbeteiligung (60,2 %) gewählt. Der Ausgang der Wahl beendet die Koalition aus SPD und der LINKEn, was vorhersehbar war.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

SPD 28,3 (-2,5), CDU 23,4 (+2,1), Grüne 17,6 (+4,5), DIE LINKE 11,7 (-1,7), Piratenpartei 8,9 (+8,9), FDP 1,8 (-5,8), Sonstige 8,3 (-5,4).

Die Parteien am rechten Rand des Spektrums haben weiter Stimmen verloren, die Partei des offenen Neoliberalismus´, die FDP, ist von den Wählerinnen und Wählern in den Rang einer Splitterpartei versetzt worden, und das ist auch gut so!

Die Piratenflagge flattert im Winde

Statt der Roten Fahne als Symbol gesellschaftlichen Umbruchs sehen wir die Piratenflagge deutlich im Winde flattern. Da muss wohl was falsch gelaufen sein! In einer Welt der entfesselten Ausplünderung und der wieder auflebenden Kolonialkriege, in einem Lande des galoppierenden Sozialabbaus, der Niedriglöhne und des HARTZ IV-Regimes und in der Hauptstadt dieses Regimes des sozialpolitischen Offenbarungseides hätte DIE LINKE die Szene zu regieren, wie es sich bei der letzten Bundestagswahl mit einem kämpferischen Oskar Lafontaine abzuzeichnenden schien. Nun, kämpferisch ist der Oskar zum Glück immer noch, aber leider hat ihn seine Gesundheit aus der ersten Reihe genommen. Statt eines weiteren Vormarsches der kraftvollen Forderung nach einer sich zu mehr Gerechtigkeit und Sozialität bewegenden Gesellschaft unter dem Banner der LINKEn sehen wir aber nun einen Haufen jugendlicher Rebellen (kaum Revolutionäre) mit einem wesentlich auf Internet-„Freiheiten“ fixierten Forderungskonglomerat, der seinen Vorsitzenden per Los findet, die politische Bühne entern. Das passt zu wilden Zeiten des kapitalistischen Raubrittertums, gibt aber wenig wirkliche Hoffnung.

Wer hat uns das eingebrockt?

Wenn wir uns als Partei insgesamt sehen, müssen wir wohl sagen: wir selber! Aber in der Partei muss nun eine differenziertere Sicht her. Welche Konzepte haben das Debakel bewirkt? Haben die Figuren Recht, die da immer wieder die Mainstream-Presse für ihre Behauptung zu Hilfe rufen, mit einer differenzierten Sicht auf die Historie des Kalten Krieges und dem sich aus diesem und dem diesen im Gefolge habenden Nazi-Wahnsinn ergebenden unseligen und grausamen Mauerbau würden wir die SED-Politik „freisprechen“? haben diese Leute recht, wenn sie mit Unterstützung der Medien, die den Libyenkrieg loben, behaupten, linke Zeitungen wie die Junge Welt würden uns in den stalinistischen Sumpf ziehen und Glückwünsche an Fidel Castro seien unser Untergang? Haben die Leute Recht, die unter dem Applaus dieser bürgerlichen Presse den Parteivorsitz für Ditmar Bartsch fordern, damit wir richtig in der Gesellschaft „ankommen“?

Dann müsste man annehmen, dass von solchen „Wahrheiten“ gerade die „bürgerlichen“ Parteien profitiert hätten, aber nicht ein Haufen von Rebellen ohne wirkliches gesellschaftliches Konzept, deren Wähler sich wohl wenig um Mauerdebatte und Castro-Glückwünsche geschert haben, Wähler, die lieber T-Shirts mit Che Guevaras Konterfei als „Luftbrücken“-T-Shirts tragen. Nicht nur Jungwähler haben die Piraten gewählt, sondern auch in der Gruppe bis zu den Vierzigjährigen haben sie kräftig Stimmen bekommen, wie die Umfragen ergeben haben. Waren das Wähler, die sich in der Gesellschaft und unterm HARTZ IV-Regime wohlfühlen und Angst vorm Sozialismus haben?

Das Motto „dabei sein ist alles“ ist gescheitert

Diejenigen gerade in der Berliner LINKEn, die glauben, man solle sich ganz langsam durch ordentliches Mitmachen in der Verwaltung der ungerechten Gesellschaft das Vertrauen der Gestressten erwerben, um dann ganz, ganz langsam den „Kapitalismus zu überwinden“, haben eine schallende Ohrfeige erhalten. Nicht Gesine Lötzsch, die daran erinnerte, dass das Wort „Kommunismus“ im ursprünglichen Sinne kein Synonym für Unterdrückung ist, ist schuld. Nicht Gesine Lötzsch und Klaus Ernst mit den Glückwünschen an Castro, der das US-Bordell Kuba geschlossen hat (wenn auch nicht mit durchgängig demokratischen Mitteln), sind daran schuld, auch nicht Oskar Lafontaine, der klarstellt, dass Demokratie bedeute, die Interessen der Mehrheit setzten sich durch und nicht die von ein paar Finanzjongleuren, ist an dem Debakel schuld. Nein, die insbesondere im FDS zusammengeschlossenen Parteifunktionsträger, die gierig nach Koalitionen mit den Unsozialdemokraten und den Olivgrünen gieren, haben verpasst, dass die wirkliche Unzufriedenheit mit der Gesellschaft wächst. Ein Glück, dass diese jungen und nicht mehr ganz jungen „Protestwähler“ nicht den rechten Rattenfängern auf den Leim gegangen sind. Aber auch einige Kräfte in der Partei, die nicht unbedingt den sozialprinzipienlosen „Weich“-Linken angehören, haben mit Bierernst und Parteisoldatentum einiges an Begeisterung und Engagement weggesprengt, dessen Fehlen sich in mangelnder Mobilisierungsfähigkeit niederschlug.

Fragen werden gestellt werden

Es ist unvermeidlich, die Basis, die lange schon eine kraftvolle Forderung nach Sozialer Gerechtigkeit verlangt und sich immer wieder für die Politik des sozialen Kampfes eingesetzt hat, die Linken in der LINKEn werden den Verantwortlichen Fragen stellen. Und die Antwort wird manchmal nur Schweiß auf der Stirn der Gefragten sein.

Lasst uns die Chance kraftvoller linker Politik nicht verpassen, stärkt alles Linke in der LINKEn, nur dann haben wir die Chance, dass aus dem Unrecht der neoliberalen Gesellschaft des Haifisch-Kapitalismus nicht Chaos, sondern etwas Besseres geboren wird!

Andreas Schlüter

Trauer nicht nur um die Toten in den USA

Heute jährt sich der ungeheuerliche Anschlag in New York und Washington zum zehnten Male. Zu betrauern sind unzählige Menschen, die bei diesen Anschlägen in grausamster Weise zu Tode kamen. Zu betrauern sind aber auch noch viele, viele Tausende Menschen mehr, die danach beim sogenannten „Krieg gegen den Terror“ und seiner Fortsetzung beim Bomben vorgeblich für „Demokratie und Menschenrechte“ zu Tode kamen und weiter kommen.

Eine vielleicht nicht allzu kühne Voraussage

Es könnte die Voraussage gewagt werden, dass zukünftige Historiker dieses Ereignis als das Schlüsselereignis des 21. Jahrhunderts werten werden. Wahrscheinlich stellt diese Voraussage kein allzu großes intellektuelles Risiko dar. Aber, die Frage wird sein, wird es als das „Sarajewo“ des 21. Jahrhunderts, das „Pearl Harbour“ oder als der „Sender Gleiwitz“ gewertet werden? Sarajewo stürzte eine Reihe von Großmächten, die einander schon mit imperialer Gier belauerten, in einen Strudel, der sie zermalmte und die neue Supermacht USA endgültig hervor treten ließ. Pearl Harbour erlaubte dieser Supermacht, die auf vielfältige Weise vorher das Nazi-Regime in seiner Ausgangslage für einen Angriffskrieg, der ihm „morgen die ganze Welt“ zu Füßen legen sollte (so dachten ihre verbrecherischen Köpfe) gestärkt hatte, endgültig in das strahlende Licht ihres Jahrhunderts zu treten (Übrigens haben die neokonservativen „Think-Tank-Ingenieure“ in ihren Papieren zur neuen amerikanischen Weltordnung ausdrücklich von einem „zweiten Pearl Harbour“ gesprochen). Und der vorherige Vorfall des angeblichen Überfalls Polens auf den Sender Gleiwitz war eine klassische Operation „unter falscher Flagge“, in Wirklichkeit von deutschen Kräften selbst verübt, um einen Vorwand für den Beginn des 2. Weltkriegs zu haben.

Vielleicht viel raffinierter

Wenn das aber stimmt, was immer mehr ernsthafte Menschen vermuten, nämlich, dass Kräfte in den USA tief in „Nine Eleven“ verstrickt wären, dann wäre das eine noch raffiniertere Operation als der „Überfall“ auf Gleiwitz, denn die Beteiligung der Al Kaida kann wohl ganz grundsätzlich nicht ganz in Frage stehen. Die fanatischen Islamisten, als Organisation wesentlich Produkt der USA, hätten vielleicht in einer Weise „nützliche Idioten“ abgegeben, wie das in der Welt Seinesgleichen sucht! Die federführenden Kräfte des „Imperiums“, letztlich die Superreichen der USA, hätten eine Tat begangen, die zwar an Raffinesse vielleicht unvergleichlich dasteht, die aber auch das Risiko in sich birgt, ihre Natur in nie gesehener Weise zu entlarven. Daher kommt die Äußerung des immer begründeter erscheinenden Verdachts, es wäre zum erheblichen Teil ein „Inside Job“ gewesen, an Skandalösität ungefähr den Äußerungen Darwins im 19. Jahrhundert zur Abstammung des Menschen gleich.

Zehn Jahre nach dem ungeheuerlichen Ereignis aber, das die Welt nur zu verständlich erschüttert hat, mehren sich die Anzeichen, dass irgendwann ans Licht kommen könnte, die Sonne drehe sich nicht um die Erde, und dass die tierische Herkunft des Menschen nicht mehr zu verschleiern sei, wofür die vermuteten Initiatoren dann den letzten schlagenden Beweis geliefert hätten!

Andreas Schlüter

Tja, ganz braucht man die Hoffnung noch nicht zu verlieren! Der Oskar hat wieder einmal klargemacht, wo es lang gehen müsste, wenn wir unsere Aufgabe erfüllen wollen, nämlich in seiner Rede auf dem Landesparteitag der LINKEn in NRW. Oskar Lafontaine erhielt während und nach seiner Rede tosenden Beifall, die „schärfste Waffe“ unserer Partei hatte zum Glück wieder gesprochen.

Diejenigen, die es ernst meinen mit linker Politik, können und sollten bei seiner Klarheit in die Schule gehen. Diejenigen, die diesen Weg nicht wollen, denen das Mitmachen mit den anderen Parteien wichtiger ist, als die Gesellschaft im hier so sprühend dargelegten Sinne zu verändern, sollten sich doch mal überlegen, ob sie nicht bei eben diesen anderen Parteien besser aufgehoben wären.

Ich fürchte aber, es werden eine ganze Reihe von ihnen weiter versuchen, diese Partei in ihrem (bzw. der Anderen) Sinne zu verändern. Gut, dass Oskar wieder einmal Pflöcke eingeschlagen hat, an denen sich rote Haltelinien festmachen lassen. Gut auch, dass er daran erinnert hat, wie eine Partei mit ihren Vorsitzenden umgehen sollte und Gesine den Rücken gestärkt hat! Auch, wenn´s einige charmante Plauderer unter dem „Führungspersonal“ nicht so gern gehört haben werden.

Da kann man doch wieder einmal auf einer soliden Grundlage einen guten Sonntag wünschen! Sei hiermit geschehen

Andreas Schlüter

Link zu seiner aufrüttelnden Rede:

http://www.dielinke-nrw.de/start/landesparteitag_2011_sonntag/

Der Arzt Salvador Allende Gossens (geb. 26. Juni 1908) errang am 4. September 1970 als Mitglied der Unidad Popular bei den Präsidentschaftswahlen in Chile die Mehrheit mit 36,3 % der Stimmen. Er wurde im Parlament am 24. Oktober mit 135 gegen 53 Stimmen zum Präsident gewählt. Sein und seiner Regierung Versuch, eine gerechte und sozialistische Gesellschaft zu errichten ging auch mit der äußerst populären Verstaatlichung der chilenischen Bodenschätze, der Banken und einer Agrarreform einher, was nicht nur die einheimische Oligarchie sondern auch den Westen, insbesondere aber die USA, aufs Äußerste verärgerte. Schon nach der Wahl, vor der endgültigen Wahl durch das Parlament, hatte er einen Mordanschlag überlebt. Der damalige Oberbefehlshaber des Heeres, General René Schneider, wurde kurz vor der Abstimmung im Parlament bei einem CIA-finanzierten Entführungsversuch angeschossen und starb darauf. Die USA erzeugten dann durch wirtschaftliche Boykotts eine schwierige wirtschaftliche Situation, die auch christdemokratische Unterstützer abfallen ließ. Aber die USA planten Drastisches.

Salvador Allende

Inspiriert und unterstützt von den USA fand dann am 11. September unter der Führung von General Augusto Pinochet der Militärputsch gegen Allende und seine Regierung statt. Als Allende sich weigerte zurückzutreten und das Land zu verlassen, wurde von der chilenischen Luftwaffe der Palast, ein Radiosender und Arbeiterviertel bombardiert. Im Präsidentenpalast „Moneda“ harrte Allende mit wenigen Getreuen aus, nachdem er die Palastgarde und Unbewaffnete fortgeschickt hatte.

Als dann die Erstürmung des Palastes durch Pinochets Truppen stattfand, hat er sich nach offizieller Lesart selbst erschossen. Das Volk Chiles „büßte“ den Versuch, gegen den Willen der US-Amerikaner soziale Gerechtigkeit und Freiheit herzustellen mit über 17-jährigem sozialen Elend, Tausenden Toten, viele davon „verschwunden“, gefoltert und verscharrt.

Andreas Schlüter

 

Noch niemals bin ich vor dem 11. September 2001 (wenn auch fernsehvermittelter) Augenzeuge von gewaltsamem und massenhaftem Sterben geworden. Das Bild der vor der Hitze in den Tod fliehenden Menschen, die sich in die Tiefe stürzten, würde man auch ohne die unzählige Wiederholung der Bilder nie vergessen können. Es schüttelt jeden einigermaßen sensiblen Menschen auch weiterhin die Vorstellung und erst recht die „Anregung“ derselben durch die wiederholten Filmsequenzen, was weitere in den oberen Turmteilen Eingeschlossene durchlitten haben, bevor sie in ihrem Gefängnis in die Tiefe fuhren, um zermalmt zu werden. Sie sind Opfer eines unfassbaren Verbrechens geworden, genau wie die Abertausende von Opfern des folgenden „Krieges gegen den Terror“. Dieses unfassbare Verbrechen ist untrennbar mit einer abscheulichen Verschwörung verbunden. Wer aber gehörte alles zu den Verschwörern?

Pseudogewissheiten

Die offizielle Lesart ist, dass etwas mehr als ein Duzend fanatischer Islamisten mit der Führung der Al Kaida zuzüglich ihrer materiellen wie geistigen Unterstützer in der islamischen Welt die einzigen Verantwortlichen für die Massaker gewesen seien. Etwas nachdenklichere Mainstream-Denker räumen vielleicht ein, dass westliche Politik in ihrer Arroganz am Entstehen dieser mörderischen „Mentalität“ nicht ganz unschuldig gewesen sei. Jedenfalls rufen die „staatstragenden“ Verkünder der Wahrheit besonders in diesem Lande die Verwicklungen in den „Krieg gegen den Terror“, zumindest, was Afghanistan angeht, als logische Konsequenz der Tat von islamistischen Terroristen aus (so der „sozialdemokratische“ Wiedergänger Bismarcks, Struck: „Deutschlands Freiheit wird am Hindukusch verteidigt“). Um aber dem ganzen noch ein wenig Raffinesse zu geben, ist es auch nötig, für anspruchsvollere Rezipienten a bisserl Verschwörung über die reine Tatplanung hinaus zuzufügen. Da ist Stefan Aust, ehemaliger „Spiegel“-Chef, zur Hand. Er deutet die Tat als Verschwörung der Al Kaida, nicht nur einen triumphalen Schlag gegen die USA ausgeführt haben zu wollen, sondern sie in einen langen blutigen und schwächenden Krieg verwickeln zu wollen. Was er nicht sagt, das war damals das Ziel der USA-Regierung gemäß dem Plan von US-„Sicherheitsberater“ Zbigniew K. Brzezinski, die Sowjetunion in den Afghanistan-Krieg zu locken. Dieser Mann hat auch in seinem Buch „The Grand Chessboard“ die These eines britischen Historikers vom Beginn des letzten Jahrhunderts wiederbelebt, wer die Welt beherrschen will, muss das Zentrum Eurasiens beherrschen. Die Mächtigen in den USA wären dann also einfach nur in die Falle getappt, die sie selbst nur zu gut kannten?

http://en.wikipedia.org/wiki/The_Grand_Chessboard

„Bauch und Kopf“

Hier ist eine persönliche Erinnerung des Autors am Platz. Als ich am 11. September 2001 das Video von Bush in der Schulklasse und seinen Gesichtsausdruck bei der ganz kurzen Übermittlung der Nachricht „USA under attack“ sah, meldeten sich meine Instinkte und schrien mir zu: dem Mann wird nichts wirklich Neues gesagt, aber es ist so ungeheuerlich, dass es selbst ihn durchzuckt! Zu verschlagen und falsch sah das Gesicht des Präsidenten der USA gerade in diesem Moment aus.

http://www.youtube.com/watch?v=vlBYUNzoWUk&feature=related

Eilig antwortete meine Ratio: Unsinn, das ist so ungeheuerlich, dass es Wahnsinn sein müsste, und, viel wichtiger, so eine Tat könnte man gar nicht geheim halten! Über eine ganze Reihe von Jahren habe ich – bei aller sonstigen Skepsis der Politik und der Moral der Mächtigen in den USA gegenüber – mich mit dieser Sicht „beruhigen“ können. Aber irgendwann war ich gezwungen, mir sowohl den Fortgang der Geschichte als auch den Ablauf der Attacken im Einzelnen erneut anzuschauen.

Was kam danach und was war davor?

Nur wenige Tage nach den Anschlägen wurden die US-Militärs mit der Aufgabe konfrontiert, den Krieg im Irak zu planen, wie der US General im Ruhestand, Wesley Clarke in fast humoristisch offener Weise darlegte: http://www.youtube.com/watch?v=5-TZxI8m8ss. Dabei war keine Rede davon, dass Saddam Hussein irgendwas mit den Anschlägen zu tun gehabt hätte. Und schnell war auch beschlossen, dass man sich einer Liste von sieben Ländern in fünf Jahren „annehmen“ würde. Nun, die Liste ist zwar immer noch nicht abgearbeitet, aber man arbeitet daran.

Jedoch ist das keine Entwicklung, die eine Reaktion auf die Anschläge wäre, sondern es folgt einem Projekt, dem „Project for a New American Century“, das neokonservativen „Think Tanks“ um die „Lichtgestalten“ Cheney, Rumsfeld und Wolfowitz entsprungen ist. In diesem Projekt spielt auch eine Rolle, dass man davon ausgeht, eine weit gewalttätigere Weltpolitik der USA würde im Innern wie im Äußern weit größere Akzeptanz finden, wenn es zu einem „neuen Pearl Harbor“ käme, wie dieses Video (die Wiederholung des Abschnitts mit Wesley Clarke bitte ich zu entschuldigen) zeigt:

http://www.youtube.com/watch?v=c-oUsYlIoDA

Eine „ahnungslose“ Macht hinterhältig getroffen?

Sinngemäß erzählten Bush und seine Gehilfin Condoleza Rice gerne, „niemand hätte je daran gedacht, dass Terroristen Passagierflugzeuge entführen könnten, um sie als fliegende Bomben zu benutzen“, was eine recht dreiste Lüge war:

http://www.youtube.com/watch?v=em_XyTeNA1g&feature=related.

Wie gut im Grunde genommen die westlichen Luftwaffen auf derartige Ereignisse wie die Entführung der Passagiermaschinen vorbereitet sind, darüber gibt ein Interview mit dem Oberstleutnant a. D. der Luftwaffe, Jochen Scholz, beredte Auskunft:

http://www.youtube.com/watch?v=4iY6HBXAk1k&feature=related

Zehn Jahre: Mit dem Abstand kriecht die Wahrheit aus den Ritzen

Es scheint für die „staatstragenden“ Thesen zu Nine Eleven nicht zum Allerbesten zu stehen und immer mehr Sonderbarkeiten treten ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Aber es gibt auch viele sonderbare „Zufälle“, die schon lange diskutiert wurden. Der Anschlag auf das Pentagon trifft das Gebäude an einer Stelle, die gerade eben eine strukturelle Verstärkung erfahren hat und wo sich außer Handwerkern weder Mitarbeiter des Pentagons in großer Zahl noch Materialien befinden. Eine wichtige Rolle spielt auch das Gebäude WTC 7, in dem sich die Katastrophenschutzzentrale des Bürgermeisters, die Büros diverser „Dienste“ und die Börsenaufsicht befanden. Das Gebäude war zwar von Trümmerteilen der Zwillingstürme getroffen worden und an einigen Stellen hatte es Brände gegeben, aber sein Zusammenbruch lieferte dann die Ansicht einer „Bilderbuch-Sprengung“:

http://www.youtube.com/watch?v=owyqt-8RnKI&feature=related

Richtig furchtbar wurden eben fraglos die Zwillingstürme getroffen und lange Zeit hat auch der Autor geglaubt, dass vielleicht doch die Feuer des Flugzeugbenzins und die Schlamperei beim Anbringen des (Asbest)-Feuerschutzes den Zusammenbruch erklärlich machen können. Aber eine genaue Betrachtung des Bildmaterials gibt doch andere Hinweise:

http://www.youtube.com/watch?v=FymNlUoJB6Y&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=MnheCdC4HXE&feature=related

Zwei weitere Einzelheiten lassen einen auch aufhorchen. Die Wolke der zusammenstürzenden Türme und der Pulverisierungsgrad sowie der Zustand mancher Stahlträger, außerdem Explosionen in den Untergeschossen und die tagelangen Temperaturentwicklungen (mit flüssigem Metall) unter dem Trümmerfeld. Dazu gibt es bezüglich des Besitzers des Gebäudekomplexes diverse erstaunliche Einzelheiten. Erstaunlich aber nun die Kühnheit gerade eines kommerziellen Fernsehsenders, des Senders VOX, der am Donnerstag, dem 8. September, ein Programm brachte, das Ungereimtheiten in Hülle und Fülle aufzeigt. Dabei sind manche journalistischen Kommentare wie das Erstaunen darüber, dass (zehn Jahre nach dem Ereignis) viele der Suchhunde sterben, eher komisch, aber solche unernsten Details sollten einen nicht vom genauen Hinschauen abhalten, denn hier ist sehr viel aus seriösen Berichten zusammengetragen worden:

http://www.voxnow.de//911-mysteries/die-zerstoerung-des-world-trade-centers.php?container_id=62121&player=1&season=0

Und auch zu den angeblichen Telefongesprächen der Passagiere der entführten Flugzeuge gibt es große Merkwürdigkeiten:

https://www.youtube.com/watch?v=Dx64EAhvFqg&list=UUonukpwQpRy-Gu0Y1-ZlVMg

Die Wissenschaft wird mobil

Aus dem Bereich der Geschichts- und Politikwissenschaft hat sich lange kaum jemand an die Thematik getraut, zu groß war die Furcht, mit dem „vernichtenden“ Etikett des „Verschwörungstheoretikers“ akademisch totgeschlagen zu werden. Erfrischend mutig ist bei aller wissenschaftlichen Vorsicht der Schweizer Historiker Daniele Ganser (http://www.danieleganser.ch/ ), der bereits mit seiner Promotionsarbeit „NATO Geheimarmeen in Europa“ Furore gemacht hat und mit Operationen „unter falscher Flagge“ bestens vertraut ist:

http://derstandard.at/1315005504773/911-Bundesstaaten-koennten-Neuuntersuchung-einleiten

Er vertritt die Auffassung, dass es drei mögliche Szenarios für die Geschehnisse gibt:

1) die Überraschungstheorie, die Mächtigen der USA seien gemäß der offiziellen Lesart von einem hinterhältigen Anschlag überrascht worden.

2) die Theorie, man habe etwas gewusst, es aber aus politischen Gründen (als Rechtfertigung für weiteres Vorgehen) zugelassen.

3) die Theorie, die Sache sei letztlich nur aus den USA heraus organisiert worden.

Alle drei Theorien verdienten eine genaue wissenschaftliche Überprüfung, eine so kühne wie berechtigte wissenschaftliche Forderung! Dabei ist die Beschränkung auf drei Theorien etwas holzschnittartig vielleicht dem Charakter eines Interviews geschuldet. Es erscheint wahrscheinlich, dass dieser akribische Wissenschaftler die Theorien um eine weitere ergänzen wird. Die zusätzliche Möglichkeit sähe so aus: Inspiration, Hinweise auf geplante Übungen der Luftüberwachung zu einem bestimmtem Zeitpunkt (durch alte Kanäle aus intensiven Kooperationszeiten mit Al Kaida) und danach die Übernahme der Geschichte durch „remote control“, Fernsteuerung der Maschinen und entsprechende Sprengungen (wozu es Äußerungen von anderen Rechercheuren gibt). Dies würde die Al Kaida im Glauben lassen, sie hätte diesen gewaltigen Schaden angerichtet (Führungsmitglieder sollen über die Wirkung überrascht gewesen sein), und man hätte auch im „Umfeld“ Ausdrücke von zustimmendem Jubel, was die Attacke als komplett von Al Kaida kommend stützen würde.

Darf man den Mächtigen in den USA so etwas zutrauen?

Die USA haben daran mitgewirkt, das Nazi-Regime niederzuringen (zu dessen Angriffsfähigkeit sie allerdings vorher insbesondere durch die intensive Zusammenarbeit von General Motors und Ford nicht unerheblich beigetragen hatten). Sie haben in den Nürnberger Prozessen mit den anderen Alliierten die Verdammung von Angriffskriegen und deren Vorbereitung festgeschrieben. Sie werden als Bewahrer der Freiheit Westeuropas gepriesen (dessen politische Eigenständigkeit sie aber durch die Gladio-Operationen der „Geheimarmeen“ brutal hintertrieben haben). Sind die Mächtigen der USA nicht Verteidiger der Freiheit und keine Mordbuben?

„False Flag Operations“ haben im Golf von Tonking zur Rechtfertigung des Vietnamkriegs gedient. Von den Mordaktionen und versuchten Mordaktionen gegen unliebsame Politiker wie Lumumba und Castro sowie den antidemokratischen Putschen von Chile bis zum Iran und vielem mehr wollen wir gar nicht reden, aber Massenmord an US-Bürgern, Unterstützung der Entführung von US-Flugzeugen?

1962 arbeitete der US Generalstab einen Plan aus, der Terrorakte gegen US-Flugzeuge und Schiffe sowie Anschläge auf Menschen in den USA vorsah, die – unter „falscher Flagge“ ausgeführt – dann Castro in die Schuhe geschoben werden sollten, um einen Krieg gegen Kuba zu rechtfertigen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Northwoods

Dabei spielten auch Pläne zur Fernsteuerung von Flugzeugen eine Rolle, etwas zu dem Experimente liefen. Alle Mitglieder Vereinigten Stäbe sowie Lyman L. Lemnitzer sowie Brigadier General William H. Craig unterschrieben den Plan. Präsident Kennedy war verantwortungsvoll genug, die Ausführung dieser Pläne zu untersagen, aber die Initiatoren wurden nicht wegen der Vorbereitung eines Angriffskrieges vor Gericht gestellt, sondern Lyman L. Lemnitzer wurde Vorsitzender und später Oberkommandeur der NATO in Europa. Kennedy war allerdings kurze Zeit später tot.

Andreas Schlüter

Weitere Links zum Thema:

Der schweizer Historiker Daniele Ganserhttp://www.youtube.com/watch?v=WKiArsLOw6g

https://www.youtube.com/watch?v=BI7sVQQlstY&list=PLBEE94C113E37CD18

http://www.youtube.com/watch?v=YH1q_aUaW4w

http://www.piper-verlag.de/westend/buch.php?id=18582&page=buchaz

http://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Northwoods

http://www.heise.de/tp/artikel/15/15933/1.html

http://www.gwu.edu/~nsarchiv/news/20010430/northwoods.pdf

http://www.newsatelier.de/html/bamfordinterview.html

http://whatreallyhappened.com/WRHARTICLES/northwoods.html

http://www.youtube.com/watch?v=Rp3P2wDKQK4

http://abcnews.go.com/US/story?id=92662&page=1

http://www.medienanalyse-international.de/

Mecklenburg-Vorpommern hat gewählt? Nun, etwas mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten haben gewählt, nämlich 51,5 % derer, die zum Wählen zugelassen waren. Das ist ein furchtbares Ergebnis. Es ist der bräsigen Formel von der „Alternativlosigkeit“ gesellschaftspolitischer Entscheidungen in der neoliberal geprägten Republik insgesamt geschuldet. Meisterin dieser Formel ist die aus Mecklenburg-Vorpommern kommende Kanzlerin. Diese „Totschlagformel“ wirkt auf Menschen entweder resignativ oder von der Notwendigkeit des Wahlganges entlastend, ganz sicher kann die resultierende Haltung nicht als begeisterte Zustimmung zum Zustand der Republik gewertet werden.

Dies wirft auch ein Licht auf die Parteien, die Zugewinne zu verzeichnen haben. Abgesehen von den Grünen und den erstmals angetretenen Parteien haben auch diese an Stimmen verloren:

http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/uvotealbum104.html und: http://www.wahlrecht.de/news/2011/landtagswahl-mecklenburg-vorpommern-2011.htm

Die Ergebnisse: SPD 35,7 % (+5,5 %), CDU 23,1 % (-5,7 %), LINKE 18,4 % (+1,6 %), Grüne 8,4 % (+5,0 %), FDP 2,7 % (-6,8 %). Die SPD steht mit einem deutlichen prozentualen Zugewinn vor der freien Wahl, als federführende Partei mit der CDU die große Koalition fortzusetzen, oder in eine „rot-rote“ Koalition mit der LINKEn als Junior-Partner einzutreten. Für die letzte Option spricht eine relativ „linke“ Position der SPD dieses Bundeslandes, die nicht nur recht kräftig für Mindestlöhne sondern auch für einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan eintritt.

Lehren für die LINKE

Zum einen wird die LINKE auch sehen, dass der kleine „Zugewinn“ kein realer ist. Zum anderen sind die Unkenrufe der Partei-Rechten, die Diskussion über die „Systemfrage“ und eine realistische Einschätzung zur Historie des Mauerbaus wären die Katastrophe für DIE LINKE, zumindest für Mecklenburg-Vorpommern als leeres Geschwätz entlarvt. Der Blick auf die stetig sinkende Wahlbeteiligung muss meiner Partei allerdings eines klar machen: die offene Diskussion über unser wirtschaftliches System und die Demokratiefrage sind untrennbar miteinander verbunden!

Ausufernde Selbstbeschäftigung bringt uns fraglos keine Sympathien, aber ohne ernste innere Auseinandersetzung über den eben genannten Aspekt gibt es keine Klarheit und kein Vorankommen, weder für die Gesellschaft noch für die Partei. Unsere aufklärerische Pflicht steht eigentlich an erster Stelle. Dabei können die Programmdebatte und die Verabschiedung desselben nur hilfreich sein.

Im Fokus stehen neben der grundsätzlichen „Systemfrage“ dabei die Notwendigkeit der Etablierung „Neokeynsianischer“ Wirtschaftspolitik im lafontainschen Sinne, die Verhinderung neuer Bankenspielplätze als „Euro-Bonds“ und die Klarheit über den Angloamerikanischen Spekulationskrieg gegen den Euro sowie eine konsequente Friedenspolitik und die Thematisierung der transatlantischen „Anhänglichkeit“. Mit dieser versuchen selbst große Teile der SPD und der Grünen Deutschland immer wieder in koloniale Abenteuer wie den Libyenkrieg hineinzuziehen. Die wirtschaftspolitischen Fragen sind selbstverständlich untrennbar mit der Frage der Mindestlöhne und dem Vorgehen gegen das HARTZ IV-Regime verbunden. Eine LINKE ohne den Schwerpunkt der „Sozialen Frage“ ist undenkbar!

Personaldiskussion und Berlinwahl

Diejenigen, die nun in der LINKEn versuchen, ihre Sehnsucht nach Etiketten wie „Regierungs-„ und „Koalitionsfähigkeit“ durch die Kommerz-Medien und den politischen Mainstream zu befriedigen, sollten eines wissen: ihr Spiel mit der Personaldiskussion ist ein sehr zwiespältiges. Sie können vielleicht ein möglicherweise enttäuschendes Wahlergebnis in Berlin, das eher aus Ununterscheidbarkeit und mangelnder Streitlust der SPD gegenüber entstehen könnte, versuchen, der Bundesspitze anzuschmieren, aber sie selbst werden dann der Personaldiskussion sicher auch nicht entgehen. Wer versucht, diese Partei, die zuerst von ihrem gesellschaftspolitischen Anspruch lebt, und nicht davon „Reparaturbetrieb“ des Neoliberalismus´ zu sein, durch Sägen an der jüngst gewählten Bundesspitze zu schwächen, weil man gar nicht genug „im System ankommen“ kann, der würde auf sehr dünnem Eis wandeln.

Gerade die katastrophale Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern gibt das Signal: nicht „Alternativlosigkeit“ mobilisiert, sondern die Infragestellung einer Politik entfesselten Neoliberalismus´ und der hemmungslosen Kolonialkriegs-Politik. Für eine linke LINKE und „Freiheit durch Sozialismus“!

Andreas Schlüter

http://www.freiheit-durch-sozialismus.de/