Nahost: Prüfstein für Anti-Imperialisten

Veröffentlicht: Mai 15, 2011 in Politik
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Ein „heikles“ Thema

Aus verständlichen Gründen muss man, wenn man aus diesem Land stammt, eine besonders hohe Sensibilität aufwenden, wenn es um Israel und den Nahostkonflikt geht. Es war die Nazi-Diktatur, die auch durch Wähler an die Macht gekommen ist und sich durch recht breiten Zuspruch an dieser gehalten hat. Sie hat mit zahlreichen Mittätern sechs Millionen europäische Juden umgebracht und unsägliches weiteres Leid und Tod über Abermillionen weiterer Menschen gebracht. Deutschland hat damit auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Gründung Israels zu großem Unrecht an den Palästinensern führte und durch die Politik dieses Staates immer noch führt. Aber bei aller Behutsamkeit in der Beurteilung der Bewohner Israels darf nicht der Blick auf Völkerrecht und auf die Rechte der Menschen vernebelt werden, die für die deutschen Verbrechen keinerlei Verantwortung tragen.

israel-und-palaestina

Ebenso darf es nicht dazu führen, dass die Augen vor sonstigen Handlungen der Staatsmacht Israels geschlossen werden. So war die israelische Regierung immer der offenste Verbündetet des rassistischen Apartheid-Regimes Südafrikas; etwas, das im öffentlichen Bewusstsein kaum angekommen ist.

nahost-und-afrika

„Links sein“ heißt auch: Anti-Imperialist sein

Als Linke/r, die oder der sich somit auch als Anti-Imperialist verstehen muss, darf man nie die Augen vor Unrecht verschließen, erst recht nicht, wenn man mit dem Lande, das dieses begeht, enge Bindungen und somit Einflussmöglichkeiten hat.

Ich möchte mit einem zum Aufsatz ergänzten Vortrag, der hier herunterzuladen ist, zum Verständnis der „vertrackten Nahost-Problematik“ beitragen. Der ergänzte Vortrag wurde von mir in einem seit einigen Jahren bestehenden „Afrikanischen Gesprächskreis“, dessen Mitglied zu sein ich die Ehre habe, 2006 gehalten. Zur den Leser vielleicht erstaunenden Verknüpfung dieses Konflikts mit Afrika gibt einesteils die Einführung des Papiers Aufschluss, zum anderen wird der Inhalt die Verbindungen deutlich machen. Es ist immer ganz gut, bei der Betrachtung eines Problems einmal die Perspektive  zu wechseln:

hier klicken und herunterladen: nahostkonflikt-und-afrika

Andreas Schlüter

Siehe auch:

Wir sind Weltmeister – auch im Wegschauen“: https://wipokuli.wordpress.com/2014/07/15/wir-sind-weltmeister-im-wegschauen/

Kommentare
  1. rauskucker sagt:

    Habe gerade deinen Text zu genau diesem Thema entdeckt! Lese noch.

  2. rauskucker sagt:

    Hallo Andreas
    Wollte nur bescheidsagen, daß ich den (sehr langen und etwas weitschweifigen) Vortrag gelesen habe (wenn auch nicht komplett, Einiges nur überflogen). Ich sehe die Dinge genauso und würde mir wünschen, daß gewisse Leute, die sich zur Linken zählen, diesen Text lesen würden. Der Antisemitismusvorwurf gegen Antizionisten ist ja nicht immer böswillig, sondern manchmal auch pure Dummheit und Produkt der Desinformation.

    Einen Aspekt habe ich vermißt, er hätte gut dazugepaßt: eine Untersuchung des Völkermordes der ruandischen Hutufaschisten an den Tutsis. Und der Parallelen im Ausnutzen eines erlittenen Verbrechens durch die siegreichen Opfer („die Juden Afrikas“). Hier von „unreifen Kindern“ zu sprechen hielte ich für falsch. Eher hege ich die Verschwörungstheorie, daß dies Teil eines Plans der Kagame-Leute war.
    Es gäbe dazu Einiges zu sagen, aber ich gebe zu, daß dieses Thema fast noch schwieriger ist als das des Antisemitismus.

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