Zum Weltfrauentag: Eine starke Frau

Veröffentlicht: März 8, 2011 in Kunst, Politik
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Eine Ikone des antikolonialen Kampfes

Am 10. November 2008 starb Miriam Makeba, die auch „Mama Africa“ genannte große Stimme des Kontinents nach einem Konzert in Castel Volturno, Italien, an einem Herzinfarkt. Das Konzert richtete sich gegen einen „bewaffneten“ Arm des italienischen Kapitals, die Camorra. So starb die imponierende Kämpferin „in den Stiefeln“. Am Samstag, dem 15. November fand in einer Konzerthalle bei Johannesburg eine große Trauerfeier für die hochpolitische Künstlerin statt, auf der sie auch der berühmte südafrikanische Trompeter Hugh Masekela (von 1964 bis 1966 mit ihr verheiratet) mit einem bewegenden Trompetensolo ehrte.

Kämpferin von Anbeginn

Makeba, am 4. März 1932 in Johannesburg geboren, landete bereits mit 18 Tagen zusammen mit ihrer Mutter im Gefängnis, da diese, eine Haushaltshilfe, wegen „illegalen“ Bierverkaufs dort landete. Nach dem zweiten Weltkrieg mutierte das bereits durch umfänglichen Rassismus gekennzeichnete Südafrika unter der „Nationalen Partei“ der Buren (Kap-Holländer) zum faschistischen Apartheitssystem, das übrigens nicht nur Festung westlichen Kapitals sondern auch enger Verbündeter Israels wurde. Die in den Fünfzigern in der schwarzen Community begonnene musikalische Karriere Makebas führte zu einem viel beachteten Auftritt im Antiapartheit-Film „Come Back Africa“ (1959). So wurde sie mit Harry Belafonte bekannt, der ihr zu einer Fortsetzung der Karriere in den USA verhalf. Als sie 1968 den schwarzen US-Bürgerrechtler Stokely Carmichel (Trennung 1973) heiratete, wurde ihr der Aufenthalt so sauer gemacht, dass sie mit ihrem Mann nach Guinea ging, wo sie sich dem antiimperialistischen Regime von Sekou Touré verbunden fühlte.

Rückkehr

Eng war ihre Karriere mit dem fortgesetzten Kampf für die Befreiung Südafrikas verbunden und als Mandela sie darum bat, kehrte sie 1990 nach Südafrika zurück, wo 1985 ihre einzige Tochter Bongi, von der sie drei Enkel hatte, unter nicht ganz klaren Umständen gestorben war. So erlebte sie den Transformationsprozess (wie unvollständig er auch sein mag) ihres Heimatlandes vor Ort mit. Nicht nur ihre großen Songs wie „Pata Pata“ und der „Click Song“ haben sie unsterblich gemacht, sondern ihr unermüdlicher Kampf für Gerechtigkeit, wie ihr Lebensende belegt, für Gerechtigkeit überall auf der Welt! In Deutschland war ihre Stimme zum letzten Mal am 25. Mai 2006 auf dem 18. Africa Festival in Würzburg zu hören. Unvergesslich werden mir die beiden Life-Konzerte bleiben, auf denen ich sie erlebt habe.

Andreas Schlüter

Kommentare
    • Schlüter sagt:

      Herzlichen Dank für das Lob, das mich sehr gefreut hat. Mich würde auch Eure Meinung zum Artikel über „Dr. Death“ in meinem Blog interessieren. Hinsichtlich einer schreiberischen Mitwirkung an der Website „Südafrika – Land der Kontraste“ werden wir uns sicher noch mal kurzschließen, kämpfe derzeit immer noch mit den Auswirkungen einer Grippe.
      Erst einmal herzliche Grüße

      Andreas

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