Die jüngste Schweinerei: Wolffsohn kettet Judentum an Kapitalismus!

Veröffentlicht: Juni 26, 2011 in Politik
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Der martialische Professor

Michael Wolffsohn, Professor an der Bundeswehr-Hochschule in München (der gerne von der Desintegration des Iran schwafelt), nimmt in seinem jüngsten Artikel (online für Abonnenten der Financial Times Deutschland) eine schamlose und bedingungslose Verknüpfung des Judentums mit der Bourgeoisie und der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung vor, um nicht nur Israelkritik, Antiimperialismus und „Antiamerikanismus“, sondern auch Antikapitalismus direkt zu Antisemitismus (gemeint in der Diskussion ist natürlich speziell Antijudaismus, denn die Mehrheit der Semiten sind Araber) machen zu können.

Sie machen da nicht mit

Dieser widerlichen Machenschaft stehen natürlich die zahllosen Jüdinnen und Juden gegenüber, die größtenteils von linker Position her der Vereinnahmung durch Israels Politik wütenden und verzweifelten Protest entgegensetzen! Neben so hervorragenden Intellektuellen wie Moshe Zuckermann und Felicia Langer stehen nicht nur unzählige andere mutige Einzelpersonen, sondern auch u. a. Organisationen wie “Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost”.

Wolffsohn bedient deutsche Dumpfdenke und Fascho-Glauben

Der intellektuell brandstiftende Neocon Wolffsohn macht etwas, das letztlich nachgerade perfide an deutsche Dumpfdenke appelliert und direkt die verkappten Versuche bedient, kapitalistische Exzesse als “jüdische Erfindung” darzustellen. Genau hierüber freuen sich auch die weißen protestantischen superreichen Angelsachsen (WASPs) der USA, die von der Fiktion des mit dem Hund wedelnden Schwanzes (“Israel regiert die USA”) als köstlicher Ablenkung von ihrer Macht profitieren. Von hier geht es dann direkt zum BAK Shalom (der Linksjugend ´solid), der die Verbindung von Antiimperialismus, “Anti-Amerikanismus” und “regressivem” Antikapitalismus zum “Antisemitismus” zieht. Nach dem Motto: “peng, erledigt!”. Vorgearbeitet haben so “illustre Intellektuelle” wie Joachim Fest, der frech die deutschen Nazis als Varante des Sozialismus´ darstellte.

Die „Staatsraison“ hinter der „Staatsraison“

Es ist die unselige “Multifunktionalität” des Nahostkonflikts, die es den Mächtigen in den USA über die Kontrolle der Rohstoffregion hinaus als so profitabel erscheinen lässt, den „Zauber“ ad infinitum weitergehen zu lassen: https://wipokuli.wordpress.com/2011/06/01/allmacht-usa-und-kein-ende-das-laboratorium/ .
Unter ihrer Schirmherrschaft fühlt sich die Israelische Regierung zu jedem Völkerrechtsbruch in der Lage: http://www.moia.gov.il/Moia_en/Offices/Map.htm !
Die wirkliche Herrausforderung für DIE LINKE liegt hinter der berechtigten wie nötigen Kritik an Israels Völkerrechtsbruch-Politik (und der ablasshändlerischen deutschen Unterstützung dafür) in der Notwendigkeit, die menschenverachtende Politik des US-Imperiums anzuprangern. Da liegt der eigentliche Konflikt mit der deutschen “Staatsraison” verborgen. Und da brauchen manche von uns (in der LINKEn) leider nur ein Wort vom Altgelernten zu ersetzen (andere noch nicht mal das): Von den USA lernen, heisst siegen lernen! Mal sehen, wie lange noch!

Vielleicht reitet Wolffsohn nicht nur der Teufel, sondern die pure Panik

Vielleicht offenbart sich in dieser irrwitzigen Aktion von Wolffsohn auch die ganze Panik der reaktionären Kapitalismus- und Israel-Lobby. Die fortschrittlichen und antiimperialistischen Jüdinnen und Juden, die die Speerspitze der nötigen wie berechtigten Israel-Kritik ausmachen, müssen der LINKEn nun auch noch zeigen, wie man sich als Linke verteidigt. Und sie machen das brillant! Und sie gewinnen in der Auseinandersetzung soviel Profil und werden so deutlich bemerkt, dass ihre Aussagen in die jüdischen Gemeinden ausstrahlen werden. Dort finden sich viele Menschen, die medial in genau solcher Unwissenheit gehalten werden, wie alle übrigen BürgerInnen auch. Aber man hat sie bisher zusätzlich mit dem Trauma der geschichtlichen Erfahrung besonders gut manipulieren und zu falscher Solidarität verführen können. Da hat man den Eindruck, der Professor will gerade a bisserl mehr Antisemitismus hervorkitzeln, damit die dann Verschreckten wieder besser manipuliert werden können! 

Andreas Schlüter

Kommentare
  1. Medienfrage sagt:

    Da ist was dran. Das ist der Trick!
    Wenn eine direkte Verbindung zum Judentum (alle Ungenauigkeiten einkalkulierend) geschaffen wird, dann ist jegliche system- und mainstreamkritische Politik Antisemitismus. So ähnlich wird es auch hier angedeutet http://www.scharf-links.de/46.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=17062&tx_ttnews%5Bcat%5D=26&cHash=c57cffc1f1 – aber ohne Wolffsohn, dessen Aufgaben bei der Bundeswehr-Hochschule hier anscheinend konform gehen.
    Interessant ist natürlich, dass so eine Stimme gedruckt wird und nicht die Jüdische Stimme, was ja nicht nur auf die FTD beschränkt ist….

  2. […] Die jüngste Schweinerei: Wolffsohn kettet Judentum an Kapitalismus! […]

  3. profiprofil sagt:

    Es ist nicht nur Wolffsohn, der mit der Antisemitismuskeule Politik machen möchte, sondern es handelt sich hier momentan wieder einmal um eine Kampagne, die es erforderlich macht, eine Kritik zum Thema „Antisemitismuskeule als Waffe der publizistischen Kriegsführung“ zu verfassen und zu veröffentlichen: http://www.blogfighter.de
    Kritik ist sehr erwünscht!

  4. klaus janich sagt:

    hallo andreas !

    handelt wolffsohn in panik, verzweiflung, oder als trittbrettfahrer? egal, es ist die vermaledeite, typisch deutsch-nationale vermischung verschiedener kategorien.
    es ist eigentlich sehr einfach: staat = politik, judentum = religion, jude = ethnie. punktum.
    anders gesagt: nicht jeder jude ist israeli, nicht jeder israeli ist jude. nicht jeder jude ist religiös, judentum ist nicht die einzigste religion.
    es ist die aus dem 19. jhdt stammende blut-und-boden-ideologie des deutschen bürgertum, die immer noch unausrottbar scheint. die deutsche sprache ist eigentlich sehr präzise.
    deutschland ist ein land der dichter und denker? wohl ein klischee!

    beste grüsse! klaus

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