Verirrungen: von verquast bis böswillig!

Veröffentlicht: Juli 2, 2011 in Politik
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Schier aus der Haut fahren möchte man ob der Diffamierungskampagne mit ihren unsäglichen „Antisemitismus“-Vorwürfen gegen DIE LINKE. Noch wütender kann es einen machen, dass nicht nur der antilinke „Kommerz-Mainstream“ sondern auch Mitglieder der Partei selbst an diesen absurden Vorwürfen mit stricken. Dabei spielen sogar führende Mitglieder eine Rolle, die ihre „Hilfstruppen“ im BAK Shalom der Linksjugend ´solid und im Milieu der „Anti-Deutschen“ haben und pflegen.

Auch Entwicklungen, die einem nicht passen, müssen rational analysiert werden. Politische Gegnerschaft kommt nie ohne den Nachvollzug der Motive aus. Die „Linken“, die der Linie des BAK Shalom und den „Anti-Deutschen“ folgen, haben höchst unterschiedliche Beweggründe. Zweifellos gibt es bei einer Reihe von ihnen, die real und politisch leider einen „Furunkel“ am Gesäß meiner Partei, der LINKEn, darstellen, aber auch Gründe, die als solche erst einmal respektabel, wenn auch letztlich strohdumm sein können.

Ein Blick in die Geschichte

Ausgangspunkt derjenigen, die nicht im Auftrag oder aus grundsätzlich antilinker Motivation heraus handeln, ist ein Bezugspunkt in der deutschen Geschichte, nämlich der deutsche Faschismus. Gegnerschaft zu diesem muss nun keineswegs per se „links“ gewesen sein, sie kann schlicht menschlich im Sinne der Solidarität wie des selbst Betroffen Seins oder auch gestanden „bürgerlich“ gewesen sein. Jede Gegnerschaft gegen dieses politische Monster, gegen das organisierte Verbrechen gegen die Menschheit ist zu erst mal ehrenhaft!

Gegner dieses übermächtigen Monsters kamen nach Lage der Dinge nicht ohne Verbündete aus. Da gab es die Sowjetunion, leider in einem langen (vom Westen nicht unbeeinflussten) Prozess im Stalinismus versunken. Ihr verlangte der Angriffskrieg der Nazis zwanzig Millionen Tote ab, sie trug den größten „Blutzoll“ (ein furchtbares Wort) bei der Niederringung des Hitlerismus´.

Der Antifaschist als Stalinist

Was halten unsere „Genossen“ von Antifaschisten, die ihre Augen vor den Verbrechen des Stalinismus´ verschließen und „in Treue fest“ zum „Väterchen“ stehen? Nun, ich brauche das eigentlich nicht weiter auszuführen. Aber ich selbst und jeder, der ernsthaft als Linker gelten wollte, würde so jemandem zumindest attestieren, entweder etwas von der Geschichte nicht verstanden zu haben oder aber menschliche und politische Defizite gewaltigen Ausmaßes zu haben. Er würde in unserer Partei nicht nur nicht ernst genommen werden, sondern wohl herausfliegen, und das zu Recht!

Nun hat die Sowjetunion sich nach Stalins Tod ein gutes Stück von seinem Erbe befreit, ohne mit allen Übeln der autoritären Degeneration aufzuräumen, und, dass der Westen es so leicht hatte, den „real existierenden Sozialismus“ zu zerstören, hatte nicht wenig mit der Reaktion der Menschen in seinem Einflussgebiet auf diesen Umstand zu tun. Auch die Menschen, die als Antifaschisten die Politik dieser Art Sozialismus von jeder Kritik ausnehmen wollen, werden von uns höchst kritisch beschaut und wer die DDR, so wie sie war, wiederhaben wollte, würde von uns über kurz oder lang ausgeschlossen werden, Antifaschist hin, Antifaschist her. So ist der Prozess, in dem sich eine unserer „Quellparteien“ zu einer Kraft klärte, die den Sozialismus als solchen selbstverständlich nicht abschreiben wollte, aber die undemokratischen Übel beseitigen, eine der Existenzgrundlagen unserer heutigen LINKEn.

Der Antifaschist als „US-Zögling“ und Propagandist imperialer Politik

Auch der Westen war ein unverzichtbarer Verbündeter von Antifaschisten. Der sowjetische Widerstand im „großen vaterländischen Krieg“ wäre ohne die amerikanischen Waffen womöglich zusammengebrochen. Viele von den Nazis verfolgte Menschen fanden in westlichen Ländern und insbesondere den USA ein lebensrettendes Asyl.

Aber es gab nicht unbedeutende Kräfte in den USA, die durch intensive Kooperation die Nazis logistisch erst in die Lage zu ihrem Europa zerstörenden Angriffskrieg gebracht haben, wie zum Beispiel Henry Ford (praktizierender Antisemit) und der Industriegigant General Motors. Die USA hatten in vielen Bundesstaaten Rassegesetze, die den Nürnberger Rassegesetzen zum Verwechseln ähnlich sahen, nur eben gegen „schwarze“ Menschen gerichtet waren. Die USA haben z.B. im Kongo (Ermordung Lumumbas), in Vietnam, in Lateinamerika ungebremst die hässliche Fratze des Imperiums gezeigt und zeigen sie weiter.

Natürlich, letztlich in eigenem Interesse, es kann sein, dass die USA  die „Wessis“ (zu denen ich gehöre) ein bisschen davor beschützt haben, doch noch unter „Väterchens“ Kontrolle zu kommen und wirklich für die Verbrechen der Väter zahlen zu müssen. Aber dafür haben sie auch immer wieder mit Eroberungsplänen des Ostens gespielt und damit dort die Repressionsschraube befördert. Wie dem auch immer sei, ein Antifaschist, der sich eine unkritische Sicht auf den Westen und seine fortgesetzte imperiale, menschenverachtende und global rassistische Politik zu Eigen macht, mag immer noch Antifaschist sein, ein/e Linke/r ist sie oder er mitnichten!

Mildernde Umstände

Es gibt Menschen, die nicht in der Lage sind zu begreifen, dass nicht nur die Erde keine Scheibe ist, sondern Existenz als solche nicht der Euklidischen Geometrie folgt. So ist die Kugeloberfläche (wie die Erde) eine solche „Sphäre“, ein in sich geschlossener geometrischer Raum. So ein Raum hat die Eigenschaft, dass man sich nicht beliebig weit existenziell von etwas entfernen kann, sondern, dass es eine maximale Entfernung gibt. „Entfernt“ man sich weiter, nähert man sich in Wirklichkeit wieder an! So ist es auch mit Brutalität, Unmenschlichkeit, Unterdrückung und Verbrechen. Es kann passieren, dass man meint, sich immer weiter zu entfernen und irgendwann in Wirklichkeit dem Verabscheuten wieder näher rückt.

Für deutsche Linke war es in ihrer Geschichte eine ganze Zeit lang klar, dass man nicht Antiimperialist ist, wenn man dem deutschen Imperialismus als Förderer englischen oder französischen Imperialismus entgegentritt. Dass die deutsche Sozialdemokratie sich dann zum „Wilhelminismus“ „bekehrte“, gehört zu ihrer „Erbsünde“.

Gegen Antisemitismus, Nationalismus, Rassismus, Ausgrenzung

Nun war in der Tat für Antifaschisten in der alten BRD klar, ausgestorben war der „Urgrund“ faschistoider Exzesse keineswegs. Nicht nur, dass Alt-Nazis wieder bis in hohe politische Ämter und in die Wirtschaft (z.B. Schleyer) vordrangen, sondern in breiten Teilen der Gesellschaft das Selbstmitleid ob der Kriegsfolgen weit größer war, als das Mitleid mit den massenhaften Untaten deutscher Täter. Da gab es schon eine Menge Grund für antifaschistisch gestimmte Menschen, sich als „antideutsch“ zu fühlen, ich muss zugeben, auch ich gehöre dazu!

Ja, da lag es für manche nahe, „amerikanisch“ zu werden, wobei diese geflissentlich übersahen, wie hoch bei denen schon wieder alte Nazis im Kurs standen. Aber noch besser war es, dem unterschwelligen Nazitum damit ins Gesicht zu schlagen, dass man „israelisch“ wurde. Was auch hier geflissentlich übersehen wurde, war, dass die USA Israel zunehmend zu ihrem nahöstlichen „Kampfhund“ umzüchteten und der „urdeutsche“ Michel anfing, mit der zunehmenden israelischen Aggressionspolitik im Sinne schäbigen Ablasshandels umzugehen.

Das Grauen

Dass Juden diesen Prozess mit Grauen wahrnahmen, wie der große Erich Fried, dass wurde wieder geflissentlich übersehen. Dass Israel zunehmend „in Treue fest“ zum Apartheidstaat des damaligen Südafrika stand, diesem bei seiner Nuklearbewaffnung, um „notfalls“ Millionen Afrikaner zu pulverisieren, half, es spielte keine Rolle.

Aber, da muss man schon viel nicht sehen wollen, wenn man „übersieht“, dass in Israel Nationalismus, Rassismus, Militarismus und, ja, man muss es sagen, kruder Antisemitismus gegen die Mehrheit der Semiten, gegen die Araber, blühen und gedeihen. Für diese Leute spielt es keine Rolle, dass Israel eine völkerrechtswidrige Besatzungspolitik mit grauenhafter Unterdrückung der Besetzten durchführt. Ach ja, sind das nicht alles „Selbstmordattentäter“? Und notfalls „haben wir es nicht gewusst“!

Man ist dabei!

Dass die Industrielle Mordmaschine der Nazis als solche einzigartig war, darüber muss man nicht diskutieren, dass aber millionenfacher Mord keineswegs einzigartig ist, dass belegt z. B. ein Blick in die Geschichte des Kongo mit seinen acht bis zehn Millionen Toten allein während der Zeit des Leopoldschen „Privatkolonialismus´“ (man lese von Adam Hochschild „Schatten über dem Kongo“). Aber, wenn Antiimperialisten auf dieses aufmerksam machen, werden sie schon des „Relativierertums“ geziehen. Aber bei der völkerrechtswidrigen Bombardierung Serbiens ist der Vergleich (ohne jede Grundlage) bei dem olivgrünen Cohn-Bandit wohlfeil gewesen. Wichtig aber: man ist „Antifaschist“ ohne jedes Risiko, voll im Trend und vom „Großen Bruder“ wohl gelitten. Alle Türen stehen einem offen und viele Mittel, seinen Schmierkram „unters Volk“ zu bringen. Die Springerpresse hat immer ein offenes Ohr für einen und vielleicht irgendwann einen Schreibtisch!

Was besonders wichtig, man ist ein „Linker“, wie er oder sie „sein darf“! Allerdings, da kam nun einer und schmierte gegen jede geschichtliche Wahrheit nun auch noch allen „Linken“ an sich an, Antisemiten zu sein, weil er die Dreistigkeit hatte, die Juden zu „Haussklaven“ des Kapitalismus´ zu machen (siehe zu Wolffsohn: https://wipokuli.wordpress.com/2011/06/26/die-jungste-schweinerei-wolffsohn-kettet-judentum-an-kapitalismus/ ). Wie die Knaben und Mädels des BAK Shalom nun wohl damit umgehen werden? Nun, sie findens toll, weil sie ja „regessiven Antikapitalismus“ für die Vorstufe zum Antisemitismus halten (siehe ihr Grundsatzpapier).

Linker Antifaschist

So, wie es keinen Linken geben kann, der nicht auch Antiimperialist, Antikolonialist und Antirassist ist, so kann es auch keinen wirklichen Antifaschisten als Linken geben, der nicht vehement gegen diese Übel auftritt. Wer aber hiervon Ausnahmen macht, der kämpft in Wirklichkeit als Imperialistenknecht vermeintlich gegen die Leiche des damaligen Faschismus und tatsächlich gegen Menschlichkeit und Gerechtigkeit! An dieser Wahrheit kommt kein Mensch letztendlich vorbei, es sei denn, er oder sie macht beide Augen zu, dazu die Ohren. Aber wie schon gesagt: „wir haben das nicht gewusst“!

Sie wissen, was sie tun!

Aber, es gibt auch diejenigen, die ihr gepflegtes Nichtwissen nur vortäuschen, die nicht wie „grüne“ Mädels und Jungs einer eindimensionalen Pseudologik zum Opfer fallen, sondern die diese Verwirrung bewusst pflegen, um in einer vom Imperium kontrollierten Gesellschaft zu Rang und Namen zu kommen. Es ist ihnen egal, dass der BAK Shalom Antiimperialismus und Antikapitalismus abschaffen will. Sie könnten ihre Politik – niemand will ihnen ihr demokratisches Recht, so zu denken, wie sie wollen – leicht in den anderen Parteien betreiben, aber da sind die Plätze schon besetzt! Sie sind so, wie die Mitläufer in unseligen Zeiten. Sie hätscheln „Antideutsche“ aus „urdeutschen“, besser „allzu menschlichen“ Motiven des Eigennutzes wider jede Moral. Und dann sind da auch noch diejenigen, die „im Auftrag“ handeln. Die „5. Kolonne“ des Imperiums. Die Entpolitisierer, die Agent Provocateurs, die Verwirrer und Intriganten für Auftraggeber, die zum Teil nur den einen Auftrag haben, die einzige nennenswerte Partei, die noch die Systemfrage und damit die „soziale Frage“ stellt, die einzige Partei, die man noch zu Recht als Friedenspartei bezeichnen kann, entweder auf den Weg der Olivgrünen zu zwingen oder zu zerstören!

Andreas Schlüter

Kommentare
  1. klaus janich sagt:

    hallo andreas!
    wann entwickelte sich in deutschland eigentlich eine demokratische denk- und verhaltensweise?
    nach der (gescheiterten) märzrevolution 1848? wohl kaum.
    nach der (vom adel vollzogenen) reichsgründung 1871? wohl kaum.
    nach dem 1.weltkrieg? wohl kaum. nach dem 2.weltkrieg? wohl kaum.
    nach der studentenrevolte 1968? vielleicht. aber beim marsch durch die instanzen wohl kaum.
    fragen über fragen, aber keine zufrieden stellende antwort.
    nach der ur-katastrophe des 20. jahrhunderts, dem 1.wk, gingen 4 reiche unter (das deutsche kaiserreich, das russische zarenreich, die k.u.k.-monarchie, und das osmanische reich). demokratische entwicklungen waren nicht ursache, sondern wirkung des untergangs.
    diese entwicklungen wurden nach 10-15 jahren vernichtend abgebrochen,
    in der sowjetunion trat an die stelle von „väterchen zar“ nun „väterchen stalin“.
    in deutschland gab es statt dem kaiser nun einen „führer“.
    die braven untertanen wussten nun wieder, wem sie gehorchen konnten. endlich war es vorbei mit der anstrengenden demokratischen sitte des „selber denken – selber entscheiden – selber verantworten“ (eine für untertanen unbequeme lebensart).
    aber was folgte war der 2.wk.
    seltsam nur, so wie die allierten truppen vorrückten, mutierten die mitläufer/mittäter im osten allesamt zu antifaschisten, im westen allesamt zu patentdemokraten. der „herr adolf nazi“ muss seinen krieg ganz allein gemacht haben. vermutlich an allen fronten gleichzeitig.
    von den braven untertanen jedenfalls hat keiner was gewusst, geschweige denn gemacht.
    diese metamorphosistische meisterleistung hatte vorteile.
    den untertanen selbst ersparte es peinliche fragen nach moralischer verantwortung,
    der jeweiligen obrigkeit ersparte es den zwang, den machtanspruch zu legetimisieren, u.a.m.
    das östliche spiel hat sich zwischenzeitlich erledigt. anders im westen.
    die usa (und damit auch ihr humunkulus israel) befinden sich erst jetzt in ökonomischen, finanziellen und politisch gefährlichen fahrwasser. die patentdemokraten geraden in erklärungsnot.
    in dieser situation reagieren untertanen in aller welt zu allen zeiten immer gleich.
    sie brüllen (schlimmstenfalls schiessen) alles nieder, was ihrem führer, pardon, der westlichen führungsmacht in die quere kommt. politischer amoklauf ist gefährlich.
    es gilt, einen kühlen kopf zu bewahren. aufklärung tut not.
    auf das es nicht all zu viele amokmitläufer gibt.

    mit linken grüssen! trotz alledem!
    klaus janich

    • Schlüter sagt:

      Lieber Klaus,
      aus vielen Deiner genannten Punkte heraus glaube ich ja, dass die erste Genossenpflicht das Aussprechen gesellschaftlicher und politischer Wahrheiten ist, um dann nach und nach die gesellschaftliche Unterstützung für unsere Projekte zu gewinnen. Ein Teil von uns aber scheint zu glauben, dass wir uns nur den am Weitesten verbreiteten Denkmustern anpassen sollten, um dann automatisch gewählt zu werden. Das führt in den Sumpf! Da sind wir uns einig!
      Herzliche Grüße
      Andreas

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