„Allmacht“ USA und kein Ende? „Shock and Awe“ im Klassenkampf

Veröffentlicht: August 4, 2011 in Politik
Schlagwörter:, , , , , , , , ,

„Shock and Awe“ (Schock und Ehrfurcht) war der zynische Name, den die Bush-Regierung der Kriegs-Operation im Irak gab. In ihrem Buch „Die Schock-Strategie“ beschreibt Naomi Klein (1), wie die Wirtschaftsmächtigen der USA im Verein mit Anderen die Welt komplett der Macht des Kapitals zu unterwerfen suchen und dabei auch alles an in sozialen Fortschritten, die die Arbeiterbewegung in den letzten hundert Jahren erkämpft hatten, zu eliminieren trachten, dabei auf die Schock-Strategie setzend. Dabei beginnt ihre Darstellung mit dem Bericht, wie die Folgen der Naturkatastrophe des Hurrikans „Kathrina“ in New Orleans ausgenutzt wurden, um u. a. Schul- und Gesundheitssystem sowie das Immobilienwesen noch fester in den Griff des Profitinteresses zu bringen.

Haben die Kapitalisten in früheren Zeiten Chaos und Katastrophe eher gefürchtet, hat das große Kapital, so stellt sie eindrucksvoll dar, über das Mittel des Krieges hinaus seit einigen Jahrzehnten ein besonderes Interesse an weiteren Katastrophen aller Art entwickelt, da diese die Menschen in besonderer Weise hilflos und manipulierbar machen. Dabei ist es ziemlich egal, ob es sich um Naturkatastrophen oder Katastrophen politischer wie gesellschaftlicher Art handelt. Die Wirtschaftsmacht hat sich dabei ihrer „herausragenden“ intellektuellen Stoßlanze“ Milton Friedman bedient, der auch über seinen Tod hinaus noch weiter wirkt.

No, we can´t

Der „prächtigste Mann der Welt“ – der Terminus vom „mächtigsten Mann der Welt“ wäre eine alberne Verschleierung der wahren Machtverhältnisse – wurde offenbar von der Strategie getrieben, auf „Teufel komm raus“ zu demonstrieren, dass er der „Präsident aller Amerikaner“ sei. Dafür hat er die Anliegen, für die ihn seine eigenen Wähler gewählt haben, nämlich für mehr gesellschaftliche Gerechtigkeit zu sorgen, auf die lange Bank geschoben (2). Nun kann er nach der parlamentarischen Machtübernahme durch die Republikaner wirklich nicht mehr machen, was er ankündigte. Und jetzt ist die Stunde der „wahren Macht“ gekommen. Die Superreichen schlagen durch ihre „Volksvertreter“ zu und unterziehen Volk wie Präsident einer Schock-Behandlung.

Bald werden die wirtschaftlich an den Rand der reichsten Gesellschaft der Welt gedrängten US-Amerikaner merken, dass auch ihre vergleichsweise geringen Staatshilfen noch zur Disposition stehen. Sie werden erleben, dass man ihnen damit droht, noch viel weniger als wenig zu bekommen. Wenn ihre vorgeblichen „Vertreter“ versuchen, dagegen aufzumucken, gibt es gar nichts mehr, da die Gegenseite mit dem „Staatsbankrot“ droht. Dass es zum „Staatsbankrott“ Varianten gibt, die vielmehr die Reichen als die Armen treffen könnten, ist aus der Diskussion gedrängt worden.

The Chicken Come Home to Roost

Nun steht aber auch der Präsident vor der endgültigen Erkenntnis, dass er nur „im Amt“, aber nicht „an der Macht“ ist. Nachdem ihm der mysteriöse Zwischenfall mit dem abgebrochenen Landeanflug des Flugzeuges, in dem seine Frau saß, wegen eines sich „zufällig“ auf der Landebahn bewegenden Militärfahrtransporters schon zu denken gegeben haben muss (3), dürfte ihm nun umfassend klar sein, dass seine „Appeasement-Politik“ der Wallstreet gegenüber keinerlei Kompromissbereitschaft seitens der Superreichen erzeugt hat. Ja, es mag ihm dämmern, dass er vielleicht nur das vorrübergehend zur Schau gestellte menschliche Antlitz des Imperiums sein könnte. Will er diese Rolle weiter spielen, dann muss er sich wohl mit der Wall Street, dem manipulatorischen Medienmainstream, mit der „christlich-konservativen“ Mischpoke und mit dem AIPAC noch etwas besser stellen.

Was aber sagt uns das ganze Theater über die Konzepte der wahren Macht in den USA, also der Superreichen, aus? Wie hier unlängst im Einzelnen dargestellt wurde (4), kommen auf die USA sehr einschneidende Ereignisse zu, die eigentlich die Stärkung der Gesellschaft erfordern würden, ebenso wie ein besseres Verhältnis zur übrigen Welt. Aber stattdessen sehen wir, dass die Kriegspolitik, die nicht nur eine Quelle unglaublichen Leides in der Welt ist, sondern auch die wesentliche Quelle der massiven Überschuldung der USA (5), weiter voran getrieben wird.

Es scheint so, als würde die Wirtschaftsmächtigen in den USA ihr eigenes Land abschreiben zugunsten der uneingeschränkten Beherrschung und Instrumentalisierung der ganzen übrigen Welt.

Andreas Schlüter

Fußnoten:

1) zur „Schock-Strategie“ von Naomi Klein: http://www.perlentaucher.de/buch/27804.html

2) Uwe Ness zur parlamentarischen Situation in den USA: http://uweness.eu/nachlese-2010.html

3) zur „Beinahe-Kollision“: http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,758121,00.html

4) zur Zukunft der USA:

https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/18/allmacht-usa-und-kein-ende-die-damoklesschwerter/

5) Uwe Ness zur Überschuldung und Kriegspolitik der USA: http://uweness.eu/us-schuldenkrise.html

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s