Mit ‘Zwischenseenregion’ getaggte Beiträge

Wachsende Spannungen in der Zwischenseenregion Afrikas und unsere Verantwortung

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Dieser Brief ging in ähnlicher Fassung im Januar d. J. an die Kanzlerin, den Außenminister und den Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, ohne je einer Antwort gewürdigt zu werden!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

insbesondere angesichts der immer noch dramatischen Flüchtlingskrise erlaube ich mir, Sie auf bedrohliche Entwicklungen in Afrika anzusprechen, die zwar wohl nicht kurzfristig zur Flüchtlingsbewegung nach Deutschland beitragen könnten, langfristig aber sehr wohl diese Bewegungen verstärken würden. Diese Entwicklungen bergen auch die Gefahr vieler weiterer Toter und ungeheuren Leides in der Afrikanischen Zwischenseenregion und darüber hinaus in sich. Über eine Million Tote in Ruanda und mindestens sechs Millionen Tote im Kongo innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte gehen im Wesentlichen auf das Konto Kagames, Musevenis und damit auch ihrer westlichen Unterstützer, sprich der US-Politik (http://tinyurl.com/obw5kze).

Auch die neuen Gefahren gehen tatsächlich wieder von der Kagame-Regierung Ruandas aus. Grundlage für dieses ungestrafte Treiben ist die „offizielle“ mediale Darstellung zur jüngsten Geschichte Ruandas und der DR Kongo. wie auch zu Burundi. Diese ist vorsätzlich irreführend, wie z. B. der ehemalige Mitarbeiter des BMZ, Dr. Helmut Strizek, akribisch herausgearbeitet hat:

 http://www.amazon.de/gp/product/3631605633?*Version*=1&*entries*=0

Ungeachtet der Unterstützung der US-Politik für das Kagame-Regime ist deutsche Politik sicher auch auf eigene realistische Einschätzungen der Situation angewiesen, insbesondere dann, wenn das Wort von der Bekämpfung der Fluchtursachen Anspruch darauf erhebt, ernst genommen zu werden. Deutschland hat wahrlich das verbrecherische Treiben von Paul Kagame schon viel zu lange unterstützt.

Kagames Regierung schreckt jedenfalls nicht vor Zwangsrekrutierungen von Exil-Burundiern in bewaffnete Gruppen zur Destabilisierung Burundis zurück (https://soundcloud.com/ann-garrison/flashpoints-rwanda-conscripts), wie auch der Putschversuch im Mai 2015 in Burundi fraglos auf Ruanda zurückgeht. Kagame hat mit diktatorischem Druck die verfassungsmäßigen Begrenzungen seiner eigenen Präsidentschaft ausgehebelt, nutzt aber die tatsächlich falschen Anschuldigungen des Verfassungsbruches gegen den burundischen Präsidenten zur Erhöhung der Spannungen. Wäre es nicht so gefährlich, wäre es eine Farce zu nennen.

Was tatsächlich weiter droht, ist die brandgefährliche Eskalation in Burundi, möglicherweise, um dann die in der etablierten Darstellung auf den Kopf gestellte Tragödie Ruandas zu wiederholen, sie ebenso verzerrt darzustellen und wenn nicht sogar für einen Zusammenschluss der beiden Länder Ruanda und Burundi zu sorgen, so doch mindestens, um Burundi unter die „Obhut“ Kagames zu stellen. Das Ganze mit dem Ziel, die Machtbasis für Kagames „nutzenden Zugriff“ auf die DR Kongo im Interesse internationaler Wirtschaftsinteressen zu festigen und das Leid auch im Kongo fortzusetzen. Ich bitte in diesem Zusammenhang inständig, sich der Kompetenz von Herrn Dr. Strizek zu versichern!

Ich möchte aber über diese spezielle Frage hinausgehen und auf etwas hinweisen, dass uns als Deutschen mit der bekannten Vergangenheit im ehrlichen Sinne des „nie wieder“ wahrlich am Herzen liegen sollte, um uns nicht erneut schuldig zu machen. Dabei geht es um die Haltung und die Konzepte zumindest der Neocons innerhalb der US-Machtelite. Wie stark der Einfluss der Neocons auch auf die demokratische US-Regierung ist, dafür steht u. a. ja Victoria Nuland, die seinerzeit von Hillary Clinton in die Obama-Regierung geholt wurde. Nulands Ehemann, Robert Kagan, ist Mitbegründer des „Project for the New American Century“.

Auf diese Initiative geht das Papier „Rebuilding America´s Defenses“ aus dem September 2000 zurück (Autor u. a. Paul Wolfowitz). Dort findet sich auf S. 60 eine besonders bedrohliche Passage zu möglichen Konzepten der US-Politik in Afrika (und Asien):

And advanced forms of biological warfare that can “target” specific genotypes may transform biological warfare from the realm of terror to a politically useful tool.“

https://de.scribd.com/doc/9651/Rebuilding-Americas-Defenses-PNAC

Übersetzt heißt das: „Und fortgeschrittene Formen der biologischen Kriegsführung, die auf bestimmte Gentypen „zielen“ könnten die biologische Kriegsführung aus dem Reich des Terrors zu einem nützlichen politischen Instrument wandeln.

Hier geht es sicher nicht um den Genotypus des weißen Angelsachsen, sondern Afrika und Asien sind im Visier! Es handelt sich um die direkte Fortsetzung der Träume von der „schwarzen Bombe“ im „Project Coast“ des damaligen Apartheid-Regimes, um „biologischen Rassenkrieg“ ( http://tinyurl.com/bq34prg)!

Wenn einflussreiche Kreise der US-Politik sich solchen Träumen hingeben, sollten wir  in Deutschland tatsächlich alarmiert sein, zumindest, wenn das erwähnte Nachkriegsmotto „nie wieder“ noch irgendeinen Wert haben sollte!

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schlüter

Linksammlung zu Afrika und Nahost:

https://wipokuli.wordpress.com/2012/11/16/artikelsammlung-zu-afrika-und-zum-nahen-osten/

Linksammlung zu den USA: https://wipokuli.wordpress.com/2014/02/17/link-liste-meiner-artikel-zu-den-usa/

Einladung zum Vortrag im Afrikahaus

Donnerstag, den 13. Juni, 19:00 Uhr

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Patrice Lumumba, Märtyrer des Afrikanischen Freiheitswillens

Seit dem „Privat-Kolonialismus“ Leopolds II. von Belgien im Kongo bis heute sind den westlichen Machenschaften mindestens zwanzig Millionen Menschen im Kongo zum Opfer gefallen. Der Kongo hat zuerst mit Elfenbein für den Luxus der Reichen im Westen bezahlt, bald aber mit Kautschuk für Reifen und Isolierungen für westliche Mobilität und (auch mit Kupfer) für Elektrifizierung geblutet. Sein Uran hat erst den Zweiten Weltkrieg beendet und dann den Kalten Krieg befeuert. Gold, Diamanten haben zu weiterer Kapitalakkumulation beigetragen. Seit geraumer Zeit blutet der Kongo durch sein Coltan für das westliche Informationszeitalter.

Es ging mit Sklavenarbeit unter Leopolds Schergen los und ist heute wieder bei durch Warlords (die von Ruanda und Uganda für den Westen gesteuert werden) organisierte Sklavenarbeit gelandet. Ein Land, das, wenn man es ließe, durch seine Rohstoffe weit reicher als Saudi-Arabien sein könnte, wird systematisch versklavt. Der Kongo ist das „Herz“ Afrikas, aber auch das Symbol dafür, was der Westen für den Kontinent „vorgesehen“ hat!

http://www.afrikahaus-berlin.de/c_3_0_0.php?PHPSESSID=mi1vg8aqnvhls8gqnmteas61s2 – 2. Termin im Juni

am Donnerstag, dem 13. Juni im Afrikahaus in der Bochumer Straße 25, 10555 Berlin

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Andreas Schlüter