Mit ‘Zwickauer Zelle’ getaggte Beiträge

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Nun ist es also „raus“: Zschäpe war „die gute Nazibraut“, sie war entsetzt über die Taten, fühlt sich moralisch schuldig und entschuldigt sich bei Opfern und Hinterbliebenen (http://tinyurl.com/nuw5cn8 )!

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Albert Speer mit seinem „Meister“

Was für eine lächerliche Posse, aber was für ein „namhaftes“ Vorbild: Albert Speer! Der hatte im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher den „guten Nazi“ gespielt, moralische Schuld eingestanden, um die juristische Schuld abzuwälzen. Er rettete mit dieser Posse als Hitlers Rüstungsminister und Mörder und Schinder von abertausenden Sklavenarbeitern seinen Kopf, kam mit zwanzig Jahren Haft davon und wurde hinterher als „Zeitzeuge“ und „des Führers Architekt“ medial und gesellschaftlich hofiert. Der Journalist und Historiker Joachim Fest ging ihm dabei hilfreich zur Hand.

Aber, es gibt eine weitere Parallele zu den Nürnberger Prozessen – so unterschiedlich selbstverständlich die zahlenmäßigen Dimensionen der je verhandelten Barbareien sind – diejenigen, die das Ganze ermöglicht und unterstützt haben, saßen und sitzen nicht auf der Anklagebank! Die US-Amerikaner, die Hitler mit zur Macht gebracht haben (1) und diejenigen, die selbst im Zweiten Weltkrieg aus den USA heraus die Nazi-Barbarei unterstützt haben (2) fanden sich nicht auf der Nürnberger Anklagebank! Genausowenig sehen wir im Zschäpe-Prozess bisher etwas von den eigentlichen Unterstützern der Neonazi-Barbarei in den Geheimdiensten und etwas vom „Eisberg unter den dunklen Wassern“, nämlich von „Gladio“ (http://tinyurl.com/z3gcxyj ).

Es ist nun nicht so wahrscheinlich, dass beim NSU-Prozess diese Masche für Zschäpe zieht, aber sollte das der Fall sein, und sollte sie mit wenigen Jahren davonkommen, können wir sicher sein, dass sich ein weiterer „Joachim Fest“ findet, der ihr nach dem Gefängnis zu medialer Präsenz und medialem Ruhm verhelfen wird. Die armen Hinterbliebenen der Opfer dieser Verbechen, sie müssen sich entsetzlich fühlen!

Andreas Schlüter

1) Anthony Sutton, „Wallstreet and the Rise of Hitlerhttp://reformed-theology.org/html/books/wall_street/index.html

2) Charles Higham, „Trading with the Enemyhttps://www.goodreads.com/book/show/2495508.Trading_with_the_Enemy

Angesichts der geschürten Erwartungen, dass nun, mit dem eben gewählten neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck, eine neue Ära anbräche, die Ära der nicht zurücktretenden Bundespräsidenten, kann man es sich wohl erlauben, eine kleine Verortung vorzunehmen. Dieser muss das reumütige Geständnis des Autors vorweggeschickt werden, dass er sich tatsächlich geirrt hat (1). Die Vermutung, Gauck würde in der letzten Sekunde doch noch mit Merkels Segen verhindert werden, war allzu kühn, wohl deshalb, weil die politischen Kosten eines neuen Debakels allzu hoch gewesen wären.

Verfangen in Vorgeblichem

„Inthronisiert“ wurde ein Präsident seiner vorgeblichen „Freiheits-Verdienste“ wegen vor der letzten Präsidentenwahl als Kandidat durch Rot-Grün. Tatsächlich war er nicht Ausdruck der vorgeblichen Grundhaltung der beiden Parteien, des Sozialen und des Ökologischen, sondern er wurde Merkel in den Weg geworfen, eben, weil die Schwarz-Gelben angesichts der politischen Grundausrichtung von Gauck gar nicht gegen ihn sein konnten, und man sich Abweichler der Gegenseite erwartete, die es bis zum dritten Wahlgang ja auch genügend gab. Der Wahlvorgang lief schleppend und ähnlich unbeholfen wurde die „Affäre Wulff“, fraglos wesentlich von der transatlantischen Kampforganisation des Springer-Konzerns in die Wege geleitet (2), zum ärgerlichen Ende geführt. Behauptet wird hier: Wulff musste dran glauben, weil die zaghaften Versuche von wichtigen Teilen der Bundesregierung, sich – auch im Auftrag des deutschen Kapitals – aus der transatlantischen Umklammerung zu lösen, in deren Zuge gern das Scheitern „des Transatlantikers“ zu Guttenberg gern gesehen war, die Bestrafung im Auftrag des „großen Bruders“ nach sich zog. Zu genau wissen die wichtigen Teile des deutschen Kapitals, dass ihr Wohl nicht in der weiteren Gängelung durch die US-Macht liegen kann, die auch noch einen Währungskrieg gegen Europa führt. Das Imperium (die USA) lässt zu gerne die Vasallen für ihre imperialen Abenteuer bezahlen. Aber die Regierung kommt aus der Nummer der öffentlich verkündeten „transatlantischen Wertegemeinschaft“ schwer heraus. So muss sie ohne die Unterstützung der „Öffentlichkeit“, die in erheblichen Teilen ihr in diesem Anliegen wohl grundsätzlich folgen würde, auskommen.

Wie wird man „Gladio“ los?

Ein wichtiges Instrument der US-Einflussnahme auf die Politik in europäischen Ländern und zumal in Deutschland, waren die „NATO-Geheimarmeen“. Das vom Schweizer Historiker Daniele Ganser umfänglich beschriebene Monster (3), das auch weit über das rein Militärische hinausging, spielte gerade in Deutschland mit Sicherheit nach der Vereinigung in der Etablierung rechtsextremer Strukturen zum „Ausbalancieren“ des „sozialistischen Echos“ eine fatale Rolle (4). Der Bundesregierung dürfte inzwischen klar sein, dass sie das Krebsgeschwür, das u. a. die „Zwickauer Zelle“ direkt oder indirekt hervorgebracht hat, loswerden muss. Sie kann über die Krankheit nicht öffentlich sprechen, weil ihre politischen Vorgänger so sehr an seiner Pflege beteiligt waren. Nur von links her können Ross und Reiter genannt werden. Aber eines scheint mir auf der Hand zu liegen, Merkel und Co möchten „aus dieser Nummer raus“.

Ein verdecktes Ringen

Dass der Merkel-Kern der Regierung bei den Loslösungsbemühungen eigentlich einen verlässlichen Bundespräsidenten braucht, erklärt den wütenden Widerstand der Kanzlerin gegen Gauck (5). Ob die FDP-Nummer mit dem Schwenk zu Gauck mehr mit den stärkeren transatlantischen Bindungen der FDP oder mehr mit der taktischen Profilierungssucht zu tun hatte, lässt sich nur schwer entscheiden, aber die „Ampel-Drohung“ wirkte. Nützen wird es der FDP im Wahlkampf nächstes Jahr wohl kaum. Abzuwarten sein wird, ob Wulff der letzte Präsident war, der auf absehbare Zeit seine Amtszeit vorzeitig beendet hat. Für die Unterstützung des Loslösungsprozesses aus dem transatlantischen Griff, den auch gerade jede linke Bewegung nur begrüßen kann, bietet er kaum Unterstützung. Für die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung ist er jedoch sogar voraussichtlich eine äußerst negative Größe. Hier werden sich der SPD und den Grünen die zu erwartenden Äußerungen, in denen ein Ausspielen der „individuellen“ Freiheiten gegen die Freiheit von Ausgrenzung und Ausbeutung sich schon angekündigt hat, zurechnen lassen müssen. Schon haben Unsozialdemokraten und Olivgrüne den „Rettungsschirm“ aufgespannt, dass man sich wohl auch manchmal kräftig über ihn ärgern würde. Da fällt einem dann das Gedicht vom Zauberlehrling ein. Ob da aber dann selbst noch der magische Spruch „Besen, Besen, sei´s gewesen!“ helfen wird, ist sehr zweifelhaft.

Ein genialer taktischer Zug?

Vorerst werden SPD und Grüne sich an den wahrscheinlichen Ergebnissen ihres Schachzuges im bevölkerungsreichsten Bundeslande laben. Die Nummer mit dem Haushalt, dem DIE LINKE als „Dulderin“ nicht zustimmen konnte und dem die FDP erwartungsgemäß im Profilierungsrausch nicht zustimmen wollte, als Ouvertüre zu Neuwahlen, soll eine gesicherte rot-grüne Mehrheit in NRW erzeugen. Die FDP fliegt raus und die derzeitige Profilierungsschwäche der LINKEn, auf die noch einzugehen ist, macht ihren Wiedereinzug in den Landtag keineswegs sicher. Nach „historischem“ Vorbild lechzt Rot-Grün danach, diese Entwicklung die „Wende“ im Bund einläuten zu lassen. Die SPD könnte ihre eigene Rechnung aufgemacht haben, die CDU statt Neuwahlen im Bund in die große Koalition zu treiben. Und nicht ganz auszuschließen ist, dass für die „Loslösungs-Strategie“ diese Variante letztlich von beiden angestrebt wird. Sollte Merkel und Co doch mehr zur Notwendigkeit der Bankenregulierung klar sein, als sie öffentlich erkennen lassen, werden sie eine sehr starke politische Basis brauchen. Gleichzeitig hätten sie im gesellschaftspolitischen Bereich mit den HARTZ IV-Urhebern einen sozialen Gesinnungsgenossen an der Seite.

DIE LINKE wäre sehr nötig

Nicht nur, um die Mehrheit der Gesellschaft davor zu bewahren, die Folgen des Spekulationsdesasters durch Niedriglohn- und HARTZ IV-Elend tragen zu müssen, nicht nur, um europäische Solidarität gegen die Verarmungspolitik an Europas Rändern zu organisieren, sondern auch, um gleichzeitig Friedenspolitik voranzutreiben und das, was die Regierung zu recht anstrebt, nämlich Loslösung aus der transatlantischen Umklammerung und dem Finanzmarktsumpf, gesellschaftlich und politisch zu unterstützen, wäre DIE LINKE wahrlich von Nöten (nur außerhalb dieser Umklammerung gibt es eine wirkliche Chance zur gesellschaftlichen Umgestaltung). Aber dazu ist scharfe Analyse, rhetorische Zuspitzung und eindeutige Positionierung nötig. Dazu ist eine kühne Eigenständigkeit unabdingbar, die begreift, dass dies nicht von den Fesseln einer juniorhaften „Koalitionssehnsucht“ oder dem Schielen nach Mainstream-Etiketten behindert werden darf.

Linke „Gauckelei“

Und was geschieht im Zuge der Gauckelei? DIE LINKE hat sich in eine ähnliche Nummer begeben und eine Kandidatin aufgestellt, die auch nicht viel mit ihren eigenen Grundsätzen zu tun hat. Ungeachtet der Verdienste der alten Dame um die Verfolgung von Nazi-Verbrechern und der Aufarbeitung deutscher Geschichte muss man feststellen, sie gehört zu den ErstunterzeichnerInnen Kriegspropagandamaschinerie für einen Iran-Krieg, „Stop the Bomb“ (6), sie ist Sarkosy-Unterstützerin (7) und so manches mehr. Sie ist aus dem Holz, von dem man der „Viererkoalition“ aus CDU, SPD, FDP und Grünen nur vorhalten konnte: die ist so, dass ihr sie wählen müsstet! Wie schwer es den schärfsten Zungen der LINKEn fiel, Klarsfeld dem Publikum „zu Verkaufen“, konnte man in Talkshows beobachten.

Die anstehenden Aufgaben

Die anstehenden Aufgaben kann DIE LINKE nur bewältigen, wenn verhindert wird, dass die gewonnene programmatische Klarheit durch manipulatorische Personalentwicklungen zerstört wird. Sie kann sie nur bewältigen, wenn Kräften, die eindeutig diese Programmatik unterminieren wollen, der Weg in die Parteien, in die ihre Ziele sehr viel besser passen, geöffnet wird. Auf die Gefahr einer Zerreißprobe hin muss die relative Klarheit des Programms in den Personalentscheidungen (einschließlich des Ausschlusses von Mitgliedern, die bewusst und vorsätzlich gegen die Grundsätze der Partei verstoßen) wiedergespiegelt werden. Für die Bewältigung der Aufgabe, diese Entwicklung zu fördern, kann man sich zurzeit nur eine Person an der Spitze der Partei vorstellen: Oskar Lafontaine!

Andreas Schlüter

1) https://wipokuli.wordpress.com/2012/02/20/werden-wir-vergauckelt/

2) https://wipokuli.wordpress.com/2012/02/17/kurzkommentar-zu-wulff/

3) https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/28/ein-bedeutender-teil-der-terror-geschichte/

4) https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/18/richter-adam-nachdenkliches-zum-hintergrund-der-zwickauer-zelle/

5) https://wipokuli.wordpress.com/2012/02/20/werden-wir-vergauckelt/

6) http://de.stopthebomb.net/petition-unterschreiben/erstunterzeichner-innen.html#c324

7) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundespraesidentenwahl-linke-kandidatin-klarsfeld-bekundet-symphathie-fuer-sarkozy-11666797.html

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Am 7. Januar 2005 verbrennt in einer gefliesten Polizeizelle ein an Händen und Füßen gefesselter 36-jähriger Afrikaner, der aus Sierra Leone stammende und vor dem dortigen Bürgerkrieg geflüchtete Oury Jalloh.

Er war laut Aussagen der Polizei wegen Volltrunkenheit und Belästigung von Passantinnen sowie Widerstandes festgenommen worden. Die Tatsache, dass dieser junge Mann in der Verzweiflung der ungesicherten und ausgegrenzten Lebenssituation zum Alkohol griff, wurde ihm zum tödlichen Verhängnis, der „Polizeigewahrsam“ lieferte ihn offenkundig in Hände, die gnadenlos waren. Hier sollen die Einzelheiten, die aus den unten angeführten Internet-Links gut ersichtlich sind, nicht behandelt werden, auch nicht der unbefriedigende und unselige Verlauf der bisherigen „hilflosen“ Versuche der juristischen „Aufarbeitung“ (siehe die Links unten). Hier stellt sich eine andere Frage:

Staat im Staate?

Wir haben schon im Verlauf der bisherigen Enthüllungen zur Zwickauer Mordbande und der offenkundigen Unterstützung aus Bereichen des „Verfassungsschutzes“ (http://tinyurl.com/8a35ykh) den Eindruck bekommen müssen, dass es einen „Verfassungsschutz“ im Verfassungsschutz gibt, der das genaue Gegenteil des vorgeblichen Zwecks verfolgt. Dies kann vernünftig nur im Sinne des „tiefen Staates“ interpretiert werden, im Sinne dessen, was man in der jüngeren europäischen Geschichte unter das von US-amerikanischen „Diensten“ ins Leben gerufene und gesteuerte „Gladio“-Unwesen subsummiert, und was offenkundig das Ende des „Kalten Krieges“ überlebt hat (http://tinyurl.com/7mxe7k6). Diese Strukturen haben nicht nur die Geheimdienste Deutschlands wie auch anderer westeuropäischer Staaten mit einer inneren „Doppelung“ versehen, sondern auch durchaus die Polizei, wahrscheinlich auch Teile der Justiz betroffen. Dabei ist auf diesem Internet-Blog ausgeführt worden, was besonders die „neuen Bundesländer“ zum Ziel dieses Unwesen gemacht haben könnte. Diese „Schattenwelt“ rekrutierte (von Anbeginn an) insbesondere Rechtsradikale, rassistische und fremdenfeindliche Elemente.

Terror

Diese beschriebenen Kräfte entwickeln natürlich auch „Eigendynamik“ und folgen ihren menschenverachtenden Gefühlen wie Denkschemata. In diesen liegen auch „Bestrafungsfantasien“ wie sie sich weiland in den USA in grauenhafter Lynch-„Justiz“ ausgetobt haben. Es mag auch menschenverachtende Quälerei „aus dem Ruder gelaufen“ sein. Aber, ob von Vornherein angestrebt oder nicht, der Vorgang erzeugt insbesondere durch die nicht wirklich stattfindende gerichtliche Ahndung Angst und Schrecken besonders unter Afrikanischen Migranten. Er steht in einer Linie mit den rassistischen Morden durch die „Zwickauer Zelle“, dem Terror des Rechtsradikalismus gegen Linke, gegen alle Minderheiten, überhaupt gegen Menschen, die sich nicht dem „Mainstream“ zuordnen lassen. Er könnte aber hier speziell Menschen aus anderen Kontinenten zeigen wollen, wie gefährlich es ist, in die „Festung Europa“ „einzudringen“. Da fällt es schwer, hier keinen Zusammenhang zu sehen!

und mehr Terror

Am 7. Januar dieses Jahres fand eine Gedenkkundgebung zum Tode von Oury Jalloh in Dessau statt. Als wolle die Polizei noch einmal zeigen, „wer Herr im Hause“ ist, trat sie mit einem gewaltigen Aufgebot an. So  fand dann offenbar eine polizeiliche Gewaltorgie satt, bei der Demonstranten verletzt wurden. Die Fragen werden dadurch nicht weniger (http://vimeo.com/34900515)!

Andreas Schlüter

Zum Fall Oury Jalloh:

http://www.jungewelt.de/2012/01-07/028.php?sstr=Oury%7CJalloh

http://de.wikipedia.org/wiki/Oury_Jalloh

http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/presse/

http://www.youtube.com/watch?v=F2-D4sRKkBg&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=KowCoqFRYxs&feature=related

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1333198/Der-raetselhafte-Brandtod-des-Asylbewerbers-Oury-Jalloh.html

http://www.prozessouryjalloh.de/

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5092137,00.html

http://www.schattenblick.de/infopool/buch/sachbuch/busar533.html

http://www.youtube.com/watch?v=Rj01-uuA008

http://www.youtube.com/watch?v=EiKkKUyzXz4&feature=related

Polizeibrutalität auf der Kundgebung am 7. Januar 2012:

http://www.jungewelt.de/2012/01-09/055.php?sstr=Oury%7CJalloh

http://www.jungewelt.de/2012/01-10/038.php?sstr=Oury%7CJalloh

http://www.jungewelt.de/2012/01-16/033.php?sstr=Oury%7CJalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/214987.sieben-jahre-ohne-gewissheit.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215098.sieben-lange-jahre.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215028.mordthese-laesst-sicherungen-durchbrennen.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215176.minister-versetzt-beamten-nach-demo-einsatz.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215365.versetzung-nach-pruegeldemo-verteidigt.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215496.ein-schlag-ins-gesicht.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/216012.eskalation-in-dessau.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.taz.de/!85273/

http://umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/070112oury_jalloh.html

http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2012/01/10/pm-der-fraktion-die-linke-zu-vorfallen-in-dessau/

http://thevoiceforum.org/node/2374

Zum rassistischen Rechtsterror und „Gladio“:

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/18/richter-adam-nachdenkliches-zum-hintergrund-der-zwickauer-zelle/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/15/gedanken-zum-psycho-profil-der-%e2%80%9ezwickauer-zelle%e2%80%9c-und-zu-den-deutschen-%e2%80%9ediensten%e2%80%9c/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/12/%e2%80%9egladio-eine-%e2%80%9euntote-organisation/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/28/ein-bedeutender-teil-der-terror-geschichte/

Ja mei, eben mussten wir uns noch Sorgen machen, ob nicht Verfassungsschutz und „Zwickauer Zelle“ ein und dasselbe wären (tiefer blickende Zeitgenossen wie ich sehen das differenzierter und wissen, dass nur Teile der Dienste und sonstiger Behörden eine Rolle im „Gladio-Netzwerk“ spielen). Aber nun können wir beruhigt sein, die wahre Gefahr geht von italienischen Anarchisten, die ja auch bekanntlich den Hauptbahnhof in Bologna gesprengt haben (kleiner, natürlich  ziemlich unangebrachter Scherz, Entschuldigung,  die Wahrheit sah so aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Anschlag_von_Bologna_1980), und von den Überresten der „Sauerland Zelle“ aus.

Nur sehr schlichte Gemüter mögen diese Koinzidenz als der Tatsache geschuldet sehen, dass die Welt eben voll von Terror verschiedenster Provenienz sei. Und stellen dann vielleicht sonderbar beruhigt fest, dass die gefährlichsten Terroristen eben doch Anarchisten und Turban-Träger sind.

Was ist passiert?

Nun, dem allseits beliebten Herrn Ackermann ist wohl eine Briefbombe zugedacht gewesen, die natürlich rechtzeitig abgefangen wurde, und oh heilige Einfalt, obwohl angeblich voll funktionsfähig, im Innern ein Bekennerschreiben einer dubiosen italienischen Anarchisten-Gruppe enthielt (http://tinyurl.com/cdkgp7j). Man sage mir nicht, der Mann hätte das verdient, um die Müdigkeit meines Protestes als klammheimliche Freude zu deuten. Vielleicht mag er das verdient haben, aber die Gesellschaft hat nicht unbedingt die Ablenkung von der nötigen Beschäftigung mit Terrornetzen des Typs Gladio (http://www.youtube.com/watch?v=w9HQBaiIChk) verdient. Ja, und als ob es nicht genug wäre, nun wird auch noch ein angebliches Mitglied der obskuren „Sauerland Gruppe“ ausgegraben und verhaftet (http://tinyurl.com/7jngmyo). Wem bliebe da noch Zeit, sich mit dem popligen Rechtsterror zu beschäftigen, wenn so staattragende Figuren wie Ackermann auf dem Spiele stehen, oder die Machtergreifung durch Al Kaida (die allerdings genug damit zu tun haben dürfte, die vom Westen herbei gebombte Neuorganisation Libyens zu managen) drohte. Dass hier eine Zelle Nebelbomben werfen könnte, wäre dem mit dem Phänomen des Staatsterrorismus vertrauten Zeitgenossen eine nicht wenig plausible Vermutung

Zwei (oder drei) Fliegen mit einer Klappe?

Nun hat die Ackermann-Story natürlich noch den „Vorteil“, dass man damit versuchen kann, die sozial für die Mächtigen nicht ganz wenig bedrohliche „Occupy-Bewegung“ in Verruf zu bringen, was man sicher auch versuchen wird. Aber man muss noch eine weitere Möglichkeit zum vermeintlichen Ackermann-Attentat in Betracht ziehen. Am 30. November 1989 wurde der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen in Bad Homburg ermordet. Das Attentat wurde der RAF zugeschoben. 1987 hatte Herrhausen bereits auf einer Tagung in Washington den Schuldenerlass für die „Entwicklungsländer“ gefordert, was die US Banken härter getroffen hätte als die Deutsche Bank. Nun möchte man meinen, das sei eine Petitesse für etwas undifferenzierte RAF-Mitglieder (wenn es diese denn überhaupt noch gegeben hätte) gewesen. Jedenfalls gab und gibt es recht stichhaltige Erwägungen dazu, dass die Ermordung (vielleicht sogar über Infiltration von orientierungslosen Rest-RAFlern) organisiert worden sein könnte (http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Herrhausen).

Wie unklar solche Gemengelagen nun „von Natur aus“ immer sind, erwies sich dann aber der gute Josef Ackermann in einem Gespräch mit Maybritt Illner als gefährlich unbefangener Plauderer. Als er nämlich zum Thema Schuldenerlass von ihr gefragt wurde, ob er nicht solche Forderung auch stellen könne, antwortete er lächelnd: „also ich glaube, es wäre mir genau so gegangen wie Herrn Herrhausen“ (http://www.youtube.com/watch?v=jQEgpCea4yM)! Nun tritt der Mann demnächst „ins Glied zurück“ (nicht der Normalbevölkerung, aber in die Reihen der hochvermögenden „Exler“). Kann es da nicht sein, dass er noch unbefangener werden könnte? Wäre da nicht so eine nette Warnung angebracht?

Und, „à la bonne heure“, da hätte man mit der Ackermann-Chose gleich drei Fliegen auf einen Streich erlegt! Ja, da merkt man wieder, wie nützlich die alte Kriminalkommissars-Frage „cui bon?“ (wem nützt es?) ist.

PS: und dann kann man sich auch gleich mal fragen, was am sogenannten „Links-Terror“ wirklich „links“ war. Das betrifft einesteils die Frage der Aktionen „unter falscher Flagge“, anderseits auch die Frage, ob nicht ähnlich wie die rechtsextreme Szene auch die wirklich gewaltbereiten Teile der RAF-Szene infiltrations- und inspirationsfähig war. Illusionen von jungen Menschen, die zu Recht die Welt verändern wollen (zum Glück) lassen sich manchmal noch überzeugender manipulieren. Und wenn es gelingt, dann auch noch in politischer Theorie völlig unbedarfte anzufeuern und zu steuern, dann hat man irgendwann eine „wunderschöne“ Szenerie, die es erlaubt, unbotmäßige Funktionsträger auszuschalten und einzuschüchtern. Und dann gibt´s vielleicht noch die Möglichkeit, Leute, die an gewalttätigen Aktionen beteiligt waren, ganz am Band zu haben und schließlich völlig für eigene Zwecke einzuspannen.

Ach, gab´s da nicht mal einen, der vom „Steine-Werfer“ zum Freund von Madleine Albright aufstieg und sich zum Bomben auf Serbien bereit fand, einen, der heute ein gesuchter Vortragsredner des Imperiums ist?

Andreas Schlüter

Zur letzten Frage noch ein paar Links:

http://www.youtube.com/watch?v=mfSqwoXobjM&NR=1&feature=endscreen

http://www.youtube.com/watch?v=m30vYCjviUY&feature=related

und in etwas dubiosem Themenumfeld einige nicht uninteressante Gedanken:

 http://www.commonwood.de/Spirit/RAF.htm

 

Vieles deutet auf massive Unterstützung der neonazistischen Mordtäter der „Zwickauer Zelle“ durch Teile des Verfassungsschutzes hin. Selbst Mainstream-Medien, sonst immer darauf bedacht, nichts „Falsches“ unters Volk zu bringen, sind von der Entwicklung so überrascht, dass sie Einiges an Ungereimtheiten munter ins Publikum werfen (siehe unten).

Ein finsteres Geflecht

Es ergibt sich das Bild eines Geflechts von Rechtsradikalen, „Verfassungsschützern“ und politischen Schutzpatronen, so, wie es für die „NATO Geheimarmeen in Europa“, kurz nach der italienischen Variante „Gladio“ genannt, charakteristisch war (http://www.danieleganser.ch/). Bis jetzt hat die „staatstragende“ deutsche Politik sich der Existenz dieser Strukturen während des Kalten Krieges nicht gestellt. Es ist „Staatsraison“, darüber nicht zu reden. Es ist zunehmend unwahrscheinlich, dass diese Strukturen nicht überlebt hätten. Insbesondere die „Wiedervereinigung“ könnte es dem Imperium (den USA) als „nötig“ erschienen haben lassen, sich der „Bravheit“ der Menschen in den „Neuen Bundesländern“ wie im gesamten Deutschland zu versichern. Sind da die Politiker, die mit den „Diensten“ befasst sind, in der Rolle des Richters Adam aus dem „zerbrochenen Krug“?

Wie kam die „braune Flut“ in die Neuen Bundesländer?

Fraglos gab es in den Neunziger Jahren eine Reihe von traurig förderlichen Bedingungen für das Erstarken des Rechtsradikalismus´. Da war das nationale Getöse, die Siegerattitüde dem „Sozialismus“ und dem „Kommunismus“ gegenüber. Da gab es bald die Perspektivlosigkeit junger Menschen in „abgewickelten“ Regionen der ehemaligen DDR. Es gab die Förderung der Stimmung, alles aus DDR-Zeiten über Bord zu werfen, warum nicht auch „Antirassismus“ und „Antifaschismus“, so „löchrig“, wie er teils auch dort war. Aber, es gab auch neben der Bewegung der Gebrauchtwagen in die Neuländer die massenhafte Bewegung von Neonazis dorthin. Da fragt man sich schon, ob da halt a bisserl logistische Unterstützung im Spiel gewesen sein könnte. Und von wo hätte sie kommen können?

Die Sicht des Imperiums

Aus der Sicht der USA, die auf so brutale Weise durch Gladio die Politik in europäischen Ländern beeinflusst hatte, gab es zwei gravierende Probleme mit Deutschland und der Wiedervereinigung. Zum einen gab es die Gefahr, dass die Bevölkerung der ehemaligen DDR bald merken würde, der nun „zu ihnen gekommene Westen“ sei vielleicht nicht so golden wie gedacht. Das wiedervereinigte Deutschland könne nun insgesamt mit sozialistischen Ideen zu Wirtschaft und Gesellschaft infiziert werden. Nicht umsonst ist DIE LINKE, deren eine Quelle ja die PDS war, praktisch die stärkste linke Partei in Europa geworden. Zum anderen gab es die Gefahr, dass der wachsende Wirtschaftsgigant Deutschland zur wachsenden Unabhängigkeit Europas beitragen könne. Da hätte es doch aus dieser Perspektive nötig erscheinen können, auch der ja wahrlich nicht revolutionären, aber „eigenständigkeits-gefährdeten“ deutschen politischen Klasse ein paar Probleme ans Bein zu binden. Und da soll man Gladio mit seinen „funktionierenden“ Verflechtungen in die aus Nazi-Wiegen gekommenen deutschen Dienste sang- und klanglos zu den Akten gelegt haben?

Die furchtbare Saat ging schnell auf

Bald brannten Häuser, Migranten mussten um ihr Leben fürchten, abgesehen davon, dass sich gesellschaftliche Teilungen rasant weiterentwickelten. Die Klassenteilung wurde durch „Herkunftsteilungen“ überdeckt: 1. Klasse „Wessis“, 2. Klasse „Ossis“, 3. Klasse „Wessi-Ausländer“, 4. Klasse „Ossi-Ausländer“! Das ethnische Spektakel konnte sich entfalten. Um die Keimzellen des neofaschistischen „Westexportes“ entwickelten sich „braune Zentren“, die ganze Regionen in „Schach“ hielten und halten. Und von dort kam die Welle entfesselt in die „alte Bundesrepublik“ zurück. Der Blick auf Deutschland wird bei den Nachbarn (die wahrlich nicht alle immun gegen Rassismus und Ausgrenzung sind) immer wieder von rassistischen Exzessen und Morden verdunkelt. Das „braune“ Pack eignete sich hervorragend als „nützliche Idioten“ in dem Spiel, Deutschland in schwierige Situationen zu bringen. Damit Eines klar ist: diese Lumpenbande ist natürlich nicht als „arme Verführte“ zu sehen. Man hat sie bei ihren widerlichen, menschenverachtenden Leidenschaften packen können. Und nun zeigt sich, dass das Spiel kräftig weiter gegangen ist. Morde, die man genehm den „ausländischen kriminellen Milieus“ zuschieben konnte, die rassistische Hetze verstärkend, entpuppen sich als Fortsetzung der Taten der Neunziger Jahre à la „Mölln“.

Richter Adam in der Zwickmühle

Nun müsste die deutsche Politik, die solange im Transatlantischen Geflecht zappelte, die die Gladio-Spiele so lange zuließ und sich zum Komplizen machte, diesen Sumpf austrocknen. Die Details daraus hängen ihr aber wie ein Mühlstein am Hals. Manche Politiker sind wohl auch ahnungslos. Und da tauchen dubiose Datenträger auf. Hans-Peter Uhl (CSU), hatte der „Mitteldeutschen Zeitung“ gegenüber geäußert, „es sei „nicht ausgeschlossen, dass sich aus all dem noch ein Verfassungsschutz-Problem ergibt“ (http://tinyurl.com/ct4p9c5). Flapsig ließ er verlauten: „Ich habe das Gefühl, das wird noch sehr interessant“. Ja, und nun steht er auf der im ausgebrannten Terror-Haus „gefundenen“ Liste, und wundert sich, wieso er darauf stehe (http://tinyurl.com/d2jrpaw). Gibt es eine deutlichere Warnung? Ein GAU der politischen Klasse. Da hilft nun nur noch geschauspielerte Betroffenheit den Opfern des menschenverachtenden Treibens gegenüber. „Gemeinsamkeit“ der demokratischen Parteien ist gefordert. Sie mögen bis auf DIE LINKE im wirklichen Spitzenpersonal ja auch alle irgendwie drin hängen. Wären die Parteien alle so demokratisch, würden sie ihre Spitzenleute auf die „Streckbank“ einer intensiven Befragung legen.

Occupy Verfassungsschutz!

Die durchs Stasi-Unwesen ergrimmten DDR-Bürger stürmten die Zentrale und versuchten Einblick in die Daten zu nehmen. Haben wir vielleicht noch einmal solche Aktion nötig? Gab es nur menschenverachtendes Geheimdienstunwesen in der DDR? Nur so lässt sich vielleicht der alte Wunsch umsetzen: nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Andreas Schlüter

Interessante Links:

http://www.gmx.net/themen/nachrichten/deutschland/288fq7c-nazi-festnahme-wurde-gestoppt

http://www.gmx.net/sidbabhdcd.1321630629.2681.p0xyqj4myy.75.kij/themen/nachrichten/deutschland/148fohu-doch-kein-nazi-selbstmord

http://www.gmx.net/sidbabhdef.1321630762.2683.kekusfi42z.73.kvr/themen/nachrichten/deutschland/188fpvy-terrorzelle-groesser-als-gedacht

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Mordserie-weitet-sich-zu-Geheimdienst-Affaere-aus-1918885199

Eine „verzwickte Sache“!

Es fehlen einem eigentlich die Worte!

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Andreas Schlüter

Nicht ganz gering ist die mediale Verwunderung darüber, dass diese mörderische Bande ihre Taten nicht schon längst durch „Bekennerschreiben“ oder Ähnliches an die „große Glocke“ gehängt hat. Die jetzt erst aufgetauchten Videos machen eher einen dubiosen Eindruck. Hätte man es mit einer isolierten Gruppe des klassischen Neonazi-Typs zu tun, wäre weit mehr Gier nach Aufmerksamkeit zu vermuten gewesen, denn die Untaten wurden medial ja allgemein als Taten innerhalb der betreffenden Communities dargestellt (womit auch fraglos ein beabsichtigter Zweck erreicht wurde). Der Mangel an „Publizitäts“-Bemühungen deutet darauf hin, dass es Hintermänner geben könnte, die den Tätern das Gefühl überragender Wichtigkeit vermittelt haben könnten und ihren Bedeutungsdrang befriedigten.

Beate Zschäpe, so wird angekündigt, will „auspacken“ (wenn sie sich denn nicht vorher in der Zelle „selbst“ erhängt). So kann man vermuten, dass sie nicht, wie ihre Komplizen „Selbstmord“ verüben wollte. Für jemanden, der letztlich auf die Kronzeugen-Regelung setzt, ist es aber ungewöhnlich, vorher durch Sprengung der Mörder-Residenz viele Beweismittel zu vernichten. Dies deutet darauf hin, dass sie den langen Arm von Hintermännern fürchtet und nur mit der Geschichte der isolierten Gruppe aufwarten wird.

Die deutschen „Dienste“

Die Geschichte der deutschen Geheimdienste leitet sich aus der Übernahme krudester Nazis insbesondere durch die US-Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg her. So entstand der Bundesnachrichtendienst aus der „Organisation Gehlen“ (1), die aus der Übernahme der Organisation „Fremde Heere Ost“ des Generals Gehlen entstand. Auch die NATO Geheimarmeen in Europa („Nato-Geheimarmeen in Europe, Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung“ von Dr. Daniele Ganser (Orell Füssli Verlag Zürich ISBN 978-3-280-06106-0), auch als „Gladio“ bezeichnet (2), sammelten überall Faschisten und Nazis ein, die nicht nur glühender Antikommunismus, sondern genereller Hass auf alles Linke einte. Für viele Täter verwirklichte sich Hermann Görings Hoffnung (die nur bezogen auf ihn selbst trog), mit den Amerikanern „ins Geschäft“ zu kommen, da man „gegen den Kommunismus gebraucht“ würde. Dies war das sozial-psychologische Paradigma, unter dem die „Dienste“ fröhlich „Restauration“ betrieben.

insgesamt stellt sich die Entwicklung NATO Geheimarmeen in der Nachkriegszeit von der durch Himmler ins Leben gerufenen „Werwolf-Organisation“ (3) inspiriert dar, die nach einer Besatzung durch die Alliierten Angst und Schrecken verbreiten sollte. So ist es auffällig, dass diese trotz allen Fanatismus´ ihrer Schöpfer und Organisatoren wie ihrer Mitglieder nach Kriegsende zumindest in den Westzonen praktisch nicht in Erscheinung trat. Dies legt den Verdacht nahe, dass, obwohl auch Himmler selbst nicht mit den Amerikanern „ins Geschäft“ kommen konnte, vielleicht schon dieses Netzwerk frühzeitig von den US-Diensten übernommen und „integriert“ worden sein könnte. Es scheint als „Blaupause“ für Gladio & Co sehr glaubwürdig.

In diesem Zusammenhang muss auch daran erinnert werden, dass sich auch ausgewiesene Funktionsträger des Nazi-Regimes, wie Adenauers Kanzleramtsminister, Hans Globke (4), an wichtigen Stellen dieser Entwicklung durchaus „förderlich“ waren. Dabei war es wichtig in der „Nutzbarmachung“, dass zum Beispiel dumpfer Antijudaismus unter Kontrolle gehalten wurde. Das wurde kompensiert dadurch, dass man allen Hass auf „Links“ fokussierte. Es blieb natürlich weiterhin ein Anliegen der „isolierten“ Rechtsextremisten, durch viele widerliche Taten ihren dumpfen Antijudaismus auszutoben. Da mag auch manchem deutschen Funktionsträger einfach aus der deutschen „Staatsraison“ heraus die „Einbindung“ und „Anbindung“ Rechtsextremer als sehr nützlich erschienen sein. Wie sehr konservative Politiker der extremen Rechten zu neigen, zeigen immer wieder Berichte über ihre Teilnahme an rechtsextremen Veranstaltungen (5). Zur weiteren Motivation der Mächtigen siehe http://tinyurl.com/dxbmtwl. Dabei sind offenbar auch Taten, die von vornherein „isoliertem“ Rechtsextremismus zugeschrieben werden, durchaus „genehm“, wie beim Oktoberfestattentat (6). Auch dort wurde versucht, einen Isolierten Täter „aufzubauen“ (7).

Gänzlich stutzig wird man, wenn nun sogar Mainstream-Medien offenbaren, dass anscheinend ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes an mehreren Tatorten der Mordbande „in der Nähe“ war (8). Das „Dunkelfeld“ der Verquickung der Dienste mit der rechtsextremen Szene wird nun an der einen oder andern Stelle ein wenig beleuchtet.

Die „neuen“ Rechtsextremen

Die jüngere westliche Entwicklung „erlaubt“ nun wieder einen breiten Antisemitismus gegen die Mehrheit der Semiten, die Araber, und darüberhinaus gegen Moslems im Allgemeinen. Der militante Zionismus wird von den neuen Rechtsextremen als strategischer Verbündeter gesehen, wie die Gruselschrift des norwegischen Massenmörder Breivick aufs eindringlichste beweist. Diesem „Paradigmenwechsel“ folgen auch die Untaten der „Zwickauer Zelle“, die sich nach bisheriger Erkenntnis mit Ausnahme des griechischen Opfers ausschließlich gegen Muslime richtete. Dieses wäre ein weiteres Indiz, dass es sich in ihrem Falle nicht um die klassischen isolierten Neonazis handelt.

Dabei fliegt einen der Gedanke an, ob, wenn Teile der „neuen“ Neonazis den militanten Zionismus als strategischen Verbündeten ansehen, nicht andererseits militante zionistische Organisationen ähnlich denken könnten. Jedenfalls gibt es schon zionistische Strömungen, die mit den britischen Neofaschisten der „English Defence League“ turteln (9). Hardcore Zionisten könnten auch durchaus nicht davon gestört sein, wenn in der Gesellschaft Deutschlands spektakuläre Fälle von Fremdenhass ruchbar werden, da der Großteil der deutschen politischen Klasse solchen Geschehnissen meist mit noch vehementerer Unterstützung der rassistischen und kolonialistischen Politik Israels „begegnet“.

Aufklärung ist nötig, wird aber schwer behindert werden

So sehr, wie es jedem demokratischen, gerecht denkenden und antirassistisch gesonnenen Menschen am Herzen liegt, Aufklärung zu fordern, muss man mit schwerster Behinderung der Aufklärung der Hintergründe rechnen. Sollten diese Untaten mit den Nachfolgestrukturen von „Gladio“ zu tun haben, werden die „staatstragenden Kräfte“ alles Erdenkliche tun, um die Wahrheit zu unterdrücken, Das ganze „Transatlantische Gebäude“ stünde gegebenenfalls vor dem Zusammenbruch, denn erhebliche Teile der Bevölkerung wären ob der Erkenntnis der „eingeschränkten Souveränität“ äußerst befremdet. Dabei sei nicht verschwiegen, dass man auch in allen Parteien Gutgläubige voraussetzen kann, die sich einfach den Sumpf nicht vorstellen können, in dem nach dem Krieg in dieser Gesellschaft Rassismus und Menschenfeindlichkeit sowie Hass auf gerechte linke Konzepte überlebt haben.

Es gibt wohl auch nur wenige Medien, die den Mut haben, tief nach der Wahrheit zu schürfen, eines davon ist die Junge Welt (10).

Andreas Schlüter

Fußnoten:

(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Organisation_Gehlen

(2) http://www.youtube.com/watch?v=l6QWDQhqugY&NR=1

(3) http://de.wikipedia.org/wiki/Werwolf_(Freisch%C3%A4rlerbewegung)

(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Globke

(5) http://www.youtube.com/watch?v=mnJGxOdfu2A&feature=player_embedded

(6) http://de.wikipedia.org/wiki/Oktoberfestattentat

(7)  http://www.youtube.com/watch?v=-5-_iKgZGVw

(8) http://www.gmx.net/themen/nachrichten/panorama/668f5v2-mord-unter-beamtenaufsicht

(9) http://www.wsws.org/de/2011/mar2011/brit-m09.shtml

(10) http://www.jungewelt.de/2011/11-14/057.php

Weitere Links zum Thema:

https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/28/ein-bedeutender-teil-der-terror-geschichte/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/12/%e2%80%9egladio%e2%80%9c-eine-%e2%80%9euntote%e2%80%9c-organisation/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/02/14/nachschlag-zu-waren-wir-die-guten-pulver-kurt-nur-ein-spinner/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/23/norwegen-shock-and-awe/