Mit ‘zu Guttenberg’ getaggte Beiträge

Ja, man erinnert sich gut, wie die Kanzlerin auf der CeBit der Bildungsministerin zu feixte, als der unsägliche „Transatlantiker“ zu Guttenberg (1) endlich seinen Hut nahm – http://de.gloria.tv/?media=134745! Allerdings fiel das Zurückfeixen bei Schavan irgendwie gequält aus, und im Nachhinein könnte man ihre Mimik auch vielleicht so deuten: „könnte ich auch mal vor dieser Situation stehen?“. Nun steht die Bildungsministerin selbst scharf in der Kritik zu ihrer Doktorarbeit (2) mit dem pikanten Titel „Person und Gewissen“. Sie könnte damit den Reigen der Politiker fortsetzen, die über akademische Verfehlungen bei der Erlangung – oder Erschleichung – der Doktorwürde gestrauchelt sind und das Hütchen abgeben mussten.

Doktortitel für wissenschaftliche Leistungen oder als fördernder Schmuck für Politiker?

Man kann sich schon mit einigem Recht die Frage stellen, ob der Doktorhut das Ehren-Utensil für gestandene wissenschaftliche Leistungen oder das modische Accessoires für aufstrebende Politiker sein sollte. Für eine Bildungsministerin ist diese Situation auf jeden Fall fatal. Sind die Vorwürfe so solide, wie es bis jetzt den Anschein hat, dann wird sie aus dem Amt „fallen“. Aber nicht nur ihr spezielles Ministeramt sorgt in diesem Falle für besondere Pikanterie, sondern eben auch der Titel der Arbeit, die in Erziehungswissenschaften angefertigt wurde, sowie die Tatsache, dass sie darüber hinaus Philosophie – und ach – Theologie studiert hatte. Erweist sich das bisherige Urteil zum Fall eben als gerechtfertigt, dann muss man feststellen, ihre moralische Qualität hätten diese Fächer nicht gesteigert. Könnten sich denn Politiker, falls sie sich nach welchen Gesichtspunkten auch immer, bewähren, nicht mit der Ehrendoktorwürde zufrieden geben? Aber so ein Hütchen ist eben der Karriere förderlich. Die Frage stellt sich, ob die richtige Auswahl des Doktorvaters – oder der Doktormutter – nicht bei jenen auch noch die Neigung steigert, dem wissenschaftlichen Ziehkind doch die politische Karriere zu erleichtern. Das würde das Feld des politisch-gesellschaftlichen Sumpfes deutlich erweitern.

Akademische Sünden und Manipulierbarkeit

Der zusätzliche katastrophale Effekt solcher Zustände liegt aber auch in der Gefahr, dass derartige Sünden den einzelnen Politiker erpressbar machen, ja außerdem darin, dass sie die Politik selbst von verschiedensten Seiten zusätzlich manipulierbar machen, wie das auch bei sonstigen Vergehen und Verfehlungen der Fall ist. Die Frage stellt sich, ob auch hier irgendeine Seite der Bundesregierung das Leben schwer machen möchte (das muss keineswegs die Opposition sein) oder gar Rache für „unseren Mann in der Bundesregierung“ nehmen wollte. Nur mal so eine Denkmöglichkeit! Die Vorlage dazu hätte sicher die Ministerin selbst geliefert. Parteien werden jedenfalls gut daran tun, bei der Auswahl für hohe Funktionen und Ämter die betreffende Person einer intensiven Befragung zu „akademischen Risiken“ zu unterziehen.

Andreas Schlüter

Links:

1)      https://wipokuli.wordpress.com/2011/02/24/karl-theodor-deutlich-geschrumpft-aber-noch-nicht-weg/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/03/07/zu-guttenberg-im-nachgang/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/03/01/ende-einer-selbstgewahlten-salamitaktik/

2)      http://www.zeit.de/studium/hochschule/2012-10/annette-schavan-doktorarbeit-plagiatsvorwurf-uni-duesseldorf

http://www.n-tv.de/politik/Gutachter-wirft-Schavan-Taeuschung-vor-article7465441.html

http://www.taz.de/Plagiatsvorwuerfe-gegen-Ministerin/!103264/

http://www.focus.de/politik/deutschland/annette-schavan-plagiatsjaeger-bemaengelt-92-seiten-der-doktorarbeit_aid_835385.html

Wieder kommt man aus dem Staunen nicht heraus: der in „transatlantischen Netzwerken“ politisch sozialisierte adlige Plagiator Baron zu Guttenberg meldet sich nach noch nicht einmal durchgehaltenem Trauerjahr nicht nur großspurig in Hallifax zu Worte. Er scheut sich nicht, in einem lächerlichen Interview-Buch seine Verfehlungen zu bagatellisieren, ja, die durch ihn nicht wenig Geschädigten, nämlich seine Universität und seine Partei, frech anzuklagen, nein, er lässt sich sogar als „Berater“ von der dubiosen holländischen EU-Kommissarin für „Informationsgesellschaft und Medien“, Neelie Kroes, anwerben.

Freiheit, die er meint

Und wobei soll er beraten? Er ist Berater für die Unterstützung von „politischen Aktivisten in Ländern mit Unterdrücker-Regimen bei der Internetnutzung“! Na, da ist der politische Amerika-Zögling natürlich bestens qualifiziert! Dabei kann er auf eine lange Tradition des Kampfes der US-Macht für Freiheit zurückgreifen: Freiheit für westliches Kapital durch die Ermordung Lumumbas im Kongo, Freiheit für die Vietnamesen durch Napalm, Freiheit für uniformierte Mörder in Pinochets Chile, Freiheit für die Menschen Osteuropas vom Volkseigentum, Freiheit für Al Kaida in Libyen durch noch mehr Bomben, um nur eine kleine Zahl der „Freiheitskämpfe“ der US-amerikanischen Regierungen als Handlanger entfesselten US-Kapitals zu nennen.

transatlantische Wühlmaus

Hier hört der Spaß nun wirklich auf

Da der Mann sich und uns relativ schnell durch seine „akademischen Großtaten“ von allzu großer Schädlichkeit in deutschen Regierungsämtern bewahrt hat, worüber selbst die Kanzlerin froh gewesen zu sein scheint (http://tinyurl.com/7utemyp), war er bis jetzt eher eine mediale Gaudi zur Beleuchtung der akademischen Feinsinnigkeit und Moral der adligen Oberklasse. Aber nun wird er ein Symbol der Doppelzüngigkeit der „Freiheitsreden“ und des eisernen Willens, die europäische Außenpolitik weiter als Hilfstruppe der Politik des Imperiums (USA) auszubauen. Er wird so eine Art Internet-Sektion von „Radio Liberty“ aufbauen. Er soll helfen, den „Menschenrechts-Imperialismus“ weiterzuentwickeln, denn hier geht es ja nicht um ungehinderte „Kopier-Freiheit“ im Netz und erst recht nicht um wirkliche Freiheit von Unterdrückung und Ausbeutung, sondern darum, die imperiale Politik der „Entstaatlichung“ von weiteren Teilen der Welt voranzutreiben, damit sich per „Schock-Strategie“ der ungebremste Katastrophen-Kapitalismus noch mehr ausbreiten kann.

Da könnte man nur froh sein, wenn genügend Menschen die Zusammenhänge klar genug sehen würden, um die Entlarvung der westlichen „Freiheitsliebe“ durch eben diese politische Figur umfänglich zu verstehen. Aber, es ist zu befürchten, dass die Vernebelung der meisten Köpfe sicherstellt, dass auch diese Entwicklung nur als eine verunglückte „Personality Show“ wahrgenommen werden wird.

Andreas Schlüter

Links:

Zu Neelie Kroes: http://de.wikipedia.org/wiki/Neelie_Kroes

Heise online: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bruessel-will-mit-zu-Guttenberg-die-Internetfreiheit-staerken-1393860.html

The Intelligence: http://www.theintelligence.de/index.php/politik/kommentare/3710-kt-zu-guttenberg-neelie-kroes-die-eu-bilderberg-und-die-freiheit.html

TAZ: http://www.taz.de/!83587/

t-online: http://nachrichten.t-online.de/guttenberg-auftritt-sorgt-fuer-spott-den-bock-zum-gaertner-gemacht-/id_52322862/index

Stern: http://www.stern.de/politik/ausland/zu-guttenberg-als-berater-der-eu-freiheitskaempfer-auf-europas-schultern-1761787.html

Spiegel: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,803190,00.html

Eigene jüngste Beiträge:

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/25/zu-guttenbergs-angedrohte-ruckkehr-die-verhohnung-der-anstandigen/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/29/attacke-des-baron-zu-guttenbergs-ruckflug/

Man mag es kaum glauben, aber „literarisch“ schlägt er schon wieder ein! Der Baron zu Guttenberg (Dr. Adieu) hat mit Hilfe des Mainstream-Journalisten Giovanni Di Lorenzo von der „Zeit“ den medialen „Rücksprung“ in die Republik angetreten. Das mit dem Schreiberling zusammen gefertigte Buch „Vorerst gescheitert“ soll schon vorab ausverkauft sein. Und mit Staunen vernimmt das geneigte Publikum, dass der Baron nicht nur sowieso aus dem Amte scheiden wollte, sondern auch, wie übel und unfair die Universität Bayreuth mit ihm umgegangen sei. Da war doch die Staatsanwaltschaft mit der Einstellung des Verfahrens (die m. E. den Tatbestand der Strafvereitelung erfüllt) sehr viel freundlicher.

 

Dem auf diesem Blog unlängst gemachten Vorschlag, ihn mit von Sinnen zusammen „Wetten dass“ moderieren zu lassen (http://tinyurl.com/c7x9zke ), steht im Zeitalter von George Orwell eine andere Möglichkeit zur Seite: die Einrichtung eines Wahrheits-Ministeriums, für das er als der geeignete Minister in Frage käme!

Andreas Schlüter

Was versuchte ein gewisser Herr Dr. (adieu) Karl Theodor zu Guttenberg den Menschen dieses Landes vorzuspielen? Einen Adligen mit Stil, gutem Benehmen, einen Politiker mit Verantwortungsbewusstsein, Aufrichtigkeit und herausragender Kompetenz, insbesondere überragender weltpolitischer Kompetenz!

Was ist davon geblieben?

Nun, politisch bewusste Menschen mit sozialer Gesinnung haben sicher nie was auf seinen Adelstitel gegeben, erst recht nicht auf die ererbten Millionen (zweifelhafter Herkunft). Aber angesichts des hohen Anspruchs hat doch vielleicht manch einer gedacht „Adel verpflichtet“, zumindest, wenn der Anspruch so dick vor sich hergetragen wird. Der Mann entpuppte sich jedoch, fast möchte man sagen, vor der Zeit, als Scharlatan. Der Doktortitel plagiatorisch erschlichen, die „ökonomische Kompetenz“ als Beschäftigung mit der eigenen Vermögensmehrung entlarvt, wie auch die „freie journalistische Betätigung“ zum kärglichen Praktikum geronnen. Dazu hat er seinen Doktorvater wie seine Universität schwer beschädigt. Schließlich nach scheibchenweiser Vorbereitung (http://tinyurl.com/7n6wsze) der jämmerliche Rücktritt, dem aber auch alles an Glaubwürdigkeit im Sinne des Erschreckens über eigene Verfehlungen fehlte. Wie deutete ein Parlamentskollege an, früher hätte sich ein Adliger in solcher Situation erschossen.

Nun, gut, dass der Mann das nicht gemacht hat. Das hätte natürlich nicht nur seinen Kindern den Vater geraubt (der ihnen allerdings leider nicht allzu viele Tugenden vorlebt), nein, es hätte auch fast wieder einen mythischen Schein auf den Adelsunfug geworfen.

Und man war ihn gerne los!

Dieser „aufstrebende“ Politiker war Zögling des „transatlantischen“ Netzwerks, das sich weiterhin bemüht, die deutsche Politik „amerikanisch bis auf die Knochen“ bleiben zu lassen. Eine ganze Zeit lang musste man den Eindruck bekommen, dass auch die Kanzlerin dieses amerikanische „Salz in der Suppe“ nicht missen wollte. Aber dann kam der zaghafte Versuch, doch ein wenig zwischen US-amerikanischen und wenigstens deutschen Kapitalinteressen zu unterscheiden und sich zumindest zaghaft aus dem libyschen Kolonialkrieg herauszuhalten, wofür auch ein Linker die Akteure ausdrücklich loben muss. Und da bekommt die dank der modernen Medien beobachtbare Reaktion von Kanzlerin Merkel und Ministerin Schavan auf der Cebit bei Erhalt der SMS zu Guttenbergs Rücktritt einen überzeugenden Sinn (http://tinyurl.com/7utemyp), bei dieser Operation war man doch froh, das transatlantische „U-Boot“ los zu sein.

Wie man sich selbst „neu erfindet“

Bei Wilhelm Busch hätte es zu Leuten wie dem transatlantischen Adelsschnösel nach so einem Desaster in „Max und Moritz“ geheißen: „Jeder denkt, die sind perdü! Aber nein! – Noch leben sie!“, so auch hier. Der durch einen von mir geschätzten politischen Kommentator als „gegelter Kleiderständer“ apostrophierte Blaublüter betritt nach noch nicht einmal einem Jahr wieder großspurig das Podium, um der deutschen Politik die Leviten zu lesen (wozu es aus berufeneren Mündern wahrlich Anlass genug gäbe). Und da sitzt er und zeigt sich ohne die „gelahrte“ Doktoren-Brille, statt mit straff nach hinten gegeltem Haar mit jugendlichem Wuschelscheitel, wieder pseudolocker wie eh und je und schwadroniert auf dem Podium in Halifax über deutsche Politik (http://tinyurl.com/82ygjd5). Nicht mal ein „Trauerjahr“ hat der Mann eingehalten. Wäre er nicht von so aufgeblasener Eitelkeit, sondern klüger, hätte er von Wilhelm Busch viel lernen können: http://tinyurl.com/yjzkkbc, aber a bisserl Zeit hätt´ schon müssen vergehen! Wo bleibt denn sonst die Glaubwürdigkeit?

Einschub: der juristische Skandal, die Verhöhnung der Anständigen

Ein juristischer Skandal ersten Ranges ist es allerdings, dass gegen Zahlung eines „Taschengeldes“ für den Multimillionär das juristische Verfahren gegen den Plagiator soeben eingestellt worden ist (http://tinyurl.com/7k96zco). Die Begründung, es sei den Plagiierten kein allzu großer wirtschaftlicher Schaden entstanden, ist sehr windig. Der Betrug liegt nämlich noch an anderer Stelle. Die Versicherung am Ende einer akademischen Arbeit, dieselbe nur mit den angegebenen Hilfsmitteln erstellt zu haben, hat im Prinzip den Rang einer eidesstattlichen Versicherung. Ein Doktortitel verschafft erhebliche Vorteile (bei denen der materielle Aspekt durchaus für einen Multimillionär unerheblich sein kann). So eine Täuschung, wenn vom „gesellschaftlichen Ansehen“ zusätzlich „abgesichert“, ist in besonderem Maße geeignet, die Öffentlichkeit zu täuschen. Hier liegt nicht nur eine juristisch fragwürdige Entscheidung vor, diese Entscheidung ist eine Verhöhnung aller Anständigen, die mit Fleiß und Entbehrungen in der Wissenschaft tätig sind, aber auch eine Verhöhnung der Allgemeinheit, der Menschen, die sich in ihrer Anständigkeit nur vorstellen können, dass durch den Titel besondere Kompetenz garantiert sei.

Die „Drohung“ der Rückkehr

Nun hat der Mann natürlich während der Zeit in den USA dennoch was gelernt. Nämlich wie Rechtsaußen sich als „mittig“ ausgebende Politschranzen mächtig Furore machen können, nämlich à la „Tea Party“. Es reicht ja der wahren (Wirtschafts-)-Macht in den USA nicht aus, Obama total am Band zu haben, sie wollen auch noch die atmosphärische gesellschaftliche Umkehr. Und so versucht er sich jetzt aufzubauen, um die „sozialdemokratisierte“ (wozu heute nicht mehr viel gehört) CDU wieder aufzumischen und auf „konservativen“ Kurs „zurückzubringen“, wozu natürlich, verdammt noch mal, auch der Rückschwenk auf Haltung „USA total“ gehören würde. Da man (hoffentlich in Unkenntnis der deutschen Befindlichkeiten) so eine bürgerliche Sehnsucht nach „heiler Welt“ mit Abschottungssehnsüchten als Grundlage für eine neue konservative Partei ausmacht, kann er damit u. U. doch als Schreckgespenst für die CDU/CSU auftreten, quasi als der transatlantische Arm, der die CDU für etwas zu viel Eigenständigkeit bestraft.

Vielleicht hat er doch etwas zu viel US-amerikanische Luft geschnuppert und überschätzt die gesellschaftliche Vergesslichkeit in Deutschland. Offenbar mag man ihn nicht mal in der CSU mehr so richtig: http://tinyurl.com/7ssuocf. Aber auch, wenn Seehofer meint, „die schnelle Rückkehr“ Guttenbergs sei nicht „nötig“, ganz wohl wird ihnen nicht bei dem Gedanken sein, der Politschauspieler könnte mit so illustren Leuten wie Sarrazin oder Friedrich Merz und vielleicht Olaf Henkel eine neue konservative Partei aufmachen, quasi als erzkapitalistische „Piraten-Partei“. Allerdings, ganz wohl wäre mir bei dem Gedanken auch nur, wenn man sicher wär, dass alle Stimmen für diesen furchtbaren Verein der CDU/CSU und der FDP (pardon, die hat ja kaum noch Stimmen) abgehen würden.

Vielleicht eine Lösung

Eine andere Lösung des guttenbergschen Karriereproblems scheint aber auf der Hand zu liegen, auch wenn unsere sonst so fixen Medien noch nicht drauf gekommen sind: „Wetten dass“ sucht händeringend nach einem Nachfolger für den nervigen Gottschalk! Das wäre der ideale Job! Man könnte sich auch eine Doppelmoderation vorstellen, zusammen mit Hella von Sinnen. Das wäre toll, es könnte heißen:

Wetten dass

Zu Guttenberg/von Sinnen

Zur Aufheiterung hier der Guttenberg-Song: http://tinyurl.com/89omgu3

Andreas Schlüter

Zu Guttenberg: im Nachgang

Veröffentlicht: März 7, 2011 in Politik
Schlagwörter:, ,

Hier ein paar spannende Links:

http://www.youtube.com/watch?v=cME9qZWkA7c

http://www.tagesspiegel.de/politik/750-000-euro-fuer-die-uni-bayreuth/3879402.html

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/doktortitel-fuer-den-uni-sponsor/3878432.html

http://www.freitag.de/community/blogs/thinktankgirl/unappetitliches-aus-bayreuth

http://www.uni-bayreuth.de/presse/info/2011/chrono.pdf

Auch der Angeklagte sollte nochmal zu Wort kommen:

http://www.zuguttenberg.de/

Und noch was für die/denjenigen, die/der die Englische Sprache beherrscht:

http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2011-03-02/karl-theodor-zu-guttenberg-germanys-minister-of-defence-quits-over-plagiarism-charges/

Andreas Schlüter (vom Krankenlager)

Heute ist er (noch in zweifelhaften „Ehren“) entlassen worden und der mediale „Gentleman-Minister“ hat die Stelle des „Glamour-Medienstars“ übernommen. Innenminister ist nun Hans-Peter Friedrich (CSU), der sich bei der nur zu berechtigten Empörung der Opposition im Bundestag dazu hinreißen ließ, sinngemäß zu wüten: was die Opposition hier liefere, sei nicht Opposition, sondern eine „Unverschämtheit“. Dabei war ihm sicher selbst nur zu klar, das die wirkliche Unverschämtheit im wahren Wortsinn wohl bei zu Guttenberg lag, auf den schon eine Welle juristischer Konsequenzen zurollt (laut Internetangaben sind allein 80 Strafanzeigen allein nur in Hof gegen ihne eingegangen).

Was trieb die Kanzlerin?

Aber weg von allen feuilletonistischen Betrachtungen hin zu der Frage, warum die Kanzlerin, die von der ganzen Affäre mindestens einen Streifschuss abbekommen hat, so lange so offensiv am Blender festgehalten hat. Da drängt sich die Vermutung auf, dass es in der Tat mit der Funktionalität des „Verteidigungsministeriums“ zu tun hatte. Dabei, so vermute ich, ging es weder um die „gut eingespielte“ Katastrophe in Afghanistan, auch nicht um die Bundeswehrreform und die „Aussetzung“ der Wehrpflicht (die ohnehin nur noch eine Minderheit der Wehrpflichtigen betraf, und keineswegs als „Einschnitt“ mit dem Einschnitt der „Vereinigung“ oder dem Umprogrammieren der Bundeswehr auf imperiale Kriegspolitk zu vergleichen ist) und die von zu Guttenberg eher schlampig vorbereitet wurde, sondern es ging um die „Aufgaben“, die sich offenbar die Bundesregierung in der Nordafrikanischen Entwicklung zuzieht.

Die akuten „Aufgaben“ der Bundeswehr

Eindeutig planen die Strategen des Westens (in erster Linie die USA) das „Gegenfeuer“ (siehe Artikel „Gegen Feuer mit Feuer), an dessen Entstehen der Westen hochgradig beteiligt war, in vollem Umfang und schleichend militärisch auszunutzen. Man hat Gaddafi kräftig ausgestattet, ihn in seine „Weltkriegsstrategie gegen den Islamismus“ eingebunden, was er auch jetzt noch mit seinen histerischen Hinweisen auf Al-Qaida dokumentiert (vielleicht hat man ihm in der Vergangenheit auch ein paar geplante Anschläge des Popanz vorgespielt). Natürlich reagiert der heutige Sonderling nun wild auf das Verhalten seiner „neuen“ Freunde, was für eine wunderbare Ausgangslage!

Auch deutet Vieles darauf hin, dass man rückwärtsgewandte Kräfte (mit nostalgischen Sympathie-Anwandlungen für den ehemaligen König Idris) ermutigt hat. Dies mischt sich mit dem überaus berechtigten Aufbegehren großer Bevölkerungsteile und bietet wirkungsvolle Ansatzpunkte für die Ausdehnung der Einmischung. Schon finden Operationen der Bundeswehr in Libyen statt (deren Legitimation als „Palamentsarmee“ mir zweifelhaft erscheint).

Worum es wohl wirklich ging

Da war der ausgewiesene „Transatlantiker“ zu Guttenberg fraglos zwar nicht völlig unverzichtbar, aber ein Ministerwechsel bedeutet schon einigen „Sand im Getriebe“, auch, wenn de Maizière durchaus schon bewiesen hat, dass er amerikanische Spiele brav mitmacht (er hat uns mit einer US-Geheimdienst-„Ente“ in jedem Sack eines Wehnachtsmannes eine Bombe vermuten lassen). Es besteht nun die „Gefahr“, dass das Ministerium in einer Phase der internen Verunsicherung seine „Aufgaben“ im westlichen Spiel nicht reibungslos wahrnehmen kann. Oder es können gar „Lecks“ entstehen, denn Ministerwechsel führen auch zu weiteren Reibungen, da es Ministerialbeamte gibt, die glauben, es sei egal, „wer unter ihnen Minister sei“, und dann eines Anderen belehrt werden.

Vor diesem Hintergrund scheint es der Kanzlerin sogar egal gewesen zu sein, dass die verschleppte zu Guttenberg-Affäre nicht unbedeutende „Kollateralschäden“ für den Wahlkampf nach sich ziehen könnte. Und die anklagenden Worte von der angeblichen „Heuchelei“ der letzten Tage, die eher Verzweiflung über die eigene vergebliche Taktiererei ausdrücken, werden ihr auch noch auf die Füße fallen. Aber für eine Kanzlerin „Angie“ ist es letztlich wichtiger, „weltpolitischen Gleichschritt“ mit dem großen Bruder zu halten. Sie muss das Prinzip der „begrenzten Souveränität“ noch ganz gut aus Breschnew-Tagen kennen!

Andreas Schlüter

Besser wäre es gewesen, gleich als ganzer Mann zurückgetreten zu sein! 

 

wenn die Beine etwas kurz erscheinen, so ist das nicht zufällig!

 

mag der Doktorhut auch weg sein, es gibt andere Kopfbedeckungen, die mehr schützen!

Von „unnachahmlicher“ Mischung aus schleimiger Demut und dummdreister Arroganz erschien der Auftritt des Verteidigungsministers (in linkem „Volksmund“ nicht zu Unrecht auch Kriegsminister genannt) nicht wenigen politisch wachen und interessierten Menschen. Weiterhin besteht er trotz „aufrechtem“ Bedauerns über seine „akademischen Verfehlungen“ darauf, die Arbeit selbst geschrieben zu haben.  Am Abend war der Doktortitel dann auch weg, anders konnte die Kommission der Universität Bayreuth nun nicht mehr handeln, auch, wenn sie sich vorerst darum drückte, die Frage der vorsätzlichen Täuschung zu prüfen.

Aber die Sache ist noch nicht zu Ende und der Verdacht, zu Guttenberg sei Opfer der Schlamperei derjenigen geworden, die eine „Auftragsarbeit“ durchgeführt hätten, ist nicht aus der Luft. In der Sendung „Hart aber fair“ bekundete der renommierte Journalist Hans Leyendecker sinngemäß, man arbeite an der Überprüfung dieses Verdachts.

Wenn „da noch was sein sollte“, dann wäre zu Guttenberg sicher gut beraten gewesen, gestern die Gelegenheit zu „stilvollem“ Rücktritt genutzt zu haben, indess, er wollte nicht. Auch die Bezeichnung als „Felix Krull“ durch Trittin (allerdings Mitglied einer Partei, die angesichts ihrer Selbststilisierung als Friedenpartei und dem tatsächlichen Handeln als Kriegspartei vielleicht auch als Partei der Felix Krulls anzusehen wäre) konnte ihn nicht zu diesem Schritt bewegen, sosehr die vorgelesenen Zeilen (mit ordentlicher Quellenangabe aus Thomas Manns Roman) den Nagel auf den Kopf trafen. Auf dem wähnt zu Guttenberg allerdings noch immer einen schützenden Stahlhelm, der nach seinem Schrumpfungsprozess nun allerdings eher als Rettungsboot dient.

Andreas Schlüter

„heute durch die Brust geschossen“, lautet ein etwas kriegerisches altes Lied. Das fällt einem ein, wenn man sich das Geschehen um den ehrlicherweise als „Kriegsminister“ zu apostrophierenden zu Guttenberg anschaut (siehe vorheriger Artikel). Nun, der Besagte ist noch nicht (politisch) tot, aber liegt allem Anschein nach auf dem „Sterbelager“.

Der große Selbstinszenierer, der sich nicht scheute, in medial viele Menschen beindruckender Weise – was allerdings heutzutage nicht so selten ist – auch seine Familie, insbesondere seine Ehefrau, in die Inszenierungen einzubeziehen, hatte in der Öffentlichkeit unglaublichen Zuspruch erlebt, der Verbreitung seines Hofberichtserstattungsblattes „Bild“ entsprechend. Er marschierte auf der Beliebtheitsskala in einer Weise voran, die ohne Frage auch die Kanzlerin und Herrn Seehofer nicht uneingeschränkt glücklich machte. Allerdings wird auch „klammheimlich“ die neue Entwicklung die Beiden nicht uneingeschränkt glücklich machen, zu sehr zeigt das Geschehen die wahre Glaubwürdigkeit hinter allen „Indianerehrenwörtern“ und hochtrabenden Versicherungen.

 Was ist von Bekundungen der Art von „es hat zu keiner Zeit eine Gefährdung der Bevölkerung gegeben“ bis zum berühmten „unser Vorgehen ist absolut alternativlos“ zu halten, wenn ein so prominenter „Frontmann“ schon mit Erklärungen zu Sachverhalten, die er von A bis Z kennen sollte, weil sie eben ihn selbst betreffen, so seine Schwierigkeiten hat.

Die Versicherung, dass eine akademische Arbeit von einem selbst angefertigt wurde, hat wohl  gar den Rang einer eidesstattlichen Erklärung, erste Anzeigen wegen Delikten dieser Art von Falschaussagen sind schon eingegangen. Und das Ausmaß der entdeckten Plagiate scheint nun einen Umfang angenommen zu haben, der die schon von mir geäußerte (hypothetische) Möglichkeit greifbarer erscheinen läßt, der laxe Umgang mit der Quellenangabe könnte gar nicht sein Delikt sein, sondern das Werk von unlustigen MitarbeiterInnen.  dann aber wäre das akademische wie strafrechtliche Vergehen eben ein noch größeres! Das Debakel wäre komplett. Wäre dem so, wäre auch neben dem Ministerposten sein Bundestagsmandat in Gefahr, Immunität hin, Immunität her.

Keine Frage, der Minister wird dem kritischen Blick der Bayreuther Universität nicht so entkommen, wie heute, als dass Gros der Journalisten in der Bundespresskonferenz saß und er selbst schnell mal im Ministerium vor einer Handvoll von Journalisten und Kamerateams eine eilige Erklärung zusammenstoppelte, ja sich am Anfang noch verhaspelte. Die Universität Bayreuth steht jetzt unter erheblichem öffentlichen Druck, es geht um den Wert einer Promotion in der juristischen Fakultät. Und die Hinweise auf akademisches wie letzlich juristisches Fehlverhalten liegen nun in Hülle und Fülle vor.

Eine ganze Reihe von Textvergleichen findet sich als Anhang in der Rezension von Guttenbergs Dissertation, die Andreas Fischer-Lescano geschrieben hat, als PDF-Datei zugänglich unter http://linksunten.indymedia.org/de/node/34007. Die Verteidungsstrategie, die der „Verteidigungsminister“ wählen wird, liegt auf der Hand: er wird sagen, „ja, die „Paste“-Funktion habe ich benutzt, wollte die Textstellen aber selbstverständlich noch kenntlich machen, dann kam etwas dazwischen, und dann habe ich es vergessen!“. So hat er heute auch in seiner kurzen Erklärung von den Schwierigkeiten bei seiner Arbeit neben den ganzen übrigen Aufgaben auch noch „als junger Familienvater“ gesprochen. Man sah ihn regelrecht vor sich, in einem Arm einen Säugling, mit der anderen Hand mühsam den Computer bedienend, da kann sowas schon mal vorkommen! Aber was, wenn irgendjemand von den möglichen „Hilfskräften“ auch noch mal plaudern sollte? Wütende Äußerungen von Einigen, denen ihr geistiges Eigentum geraubt wurde, gibt es schon.

Dass der Minister bis zur Klärung – „aber nur bis zur Klärung“, sagte er optimistisch – seinen Doktortitel ruhen lassen will, wird wohl nicht viel helfen. Ich rechne mit einer Aberkennung, aber selbst eine Herunterstufung der Note wäre fatal. Der Schaden für seinen „Doktorvater“ ist auch nicht unerheblich.

Die wichtige Konsequenz ist aber, was sind die Aussagen solcher Figuren im Parlament, vor der Öffentlichkeit oder in Untersuchungsausschüssen wert?! Und daher wird nach einer Schamfrist, spätestens nach dem Verdikt der Universität, die Kanzlerin sich von ihm trennen müssen, wenn er ihr nicht zuvorkommt. Er ist (politisch) tot, ob er es nun weiß oder noch nicht. Allerdings, „tot“ in jenem Bereich ist anders, als bei „seinen“ Soldaten und den übrigen Opfern in Afghanistan nicht für immer tot. Nach fünf bis sechs Jahren werden wir ihn wieder auf der politischen Bühne sehen!

Andreas Schlüter

„Verantwortung verpflichtet!“

Veröffentlicht: Februar 16, 2011 in Politik, Wissenschaft
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Unter diesem Motto findet sich die offizielle Website des Kriegsministers (offiziell wie verschleiernd „Verteidigungsminister“ genannt) Karl-Theodor zu Guttenberg im Netz. Wie weit sich sein Verantwortungsgefühl als Bundestagsabgeordneter in seinem akademischen Treiben niedergeschlagen hat, wird nun durch Berichte (Süddeutsche Zeitung) problematisiert.

Das er als „Homo Politicus“ dem akademischen Werdegang nur sekundäre Bedeutung zugewiesen hat (er hat nur das erste juristische Staatsexamen abgelegt und darf daher auch nicht als Anwalt arbeiten), ist mehr als legitim. Es gibt nicht wenige Politiker, die als Nichtakademiker Beachtlicheres geleistet haben als man dies von vielen akademischen Titelsträgern behaupten kann.

So weit so gut! Schwierig wird es, wenn man dem Motto folgt, „wasch mich, aber mach mich nicht nass!“. So kam der Bundestagsabgeordnete Guttenberg, Spross einer schwerreichen (viele Millionen schweren) Adelssippe, Mitglied des „Transatlantischen Netzwerkes“ sowie anderer Vereinigungen und Funktionsträger in diversen Bereichen, dann doch auf den Geschmack, dass der Doktortitel eine Zierde wäre. Und nach sebst eingeräumten diversen Schwierigkeiten (kein Wunder, bei so einer Fülle von Aufgaben, denn der Mann ist neben seiner Mitgliedschaft im Bundestag ja auch noch im Kreistag des Landkreises Kulmach) beendete er 2006 seine Dissertation und wurde 2007 zum Dr. jur. promoviert, und zwar trotz aller Schwierigkeiten nicht „mal eben so“, sondern „summa cum laude“, mit höchstem Lob für seine wissenschaftliche Arbeit. Politisch wurde er 2009 zum Wirtschaftsminister und bald darauf (nach der Wahl) zum  „Verteidigungsminister“ „promoviert“.

Nun ist es dumm gelaufen! Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte nicht nur die grundsätzliche Kritik des Bremer Professors Andreas Fischer-Lescano an Guttenbergs Dissertation mit den Plagiatsvorwürfen, sondern auch einige der inkrimierten Textstellen und der Referenztexte. Da fällt auf, bei einigen Stellen ist noch Einiges an Wortveränderungen vorgenommen worden, an anderen Stellen äußerst wenig: http://www.sueddeutsche.de/app/subchannel/politik/guttenberg/ . Abgesehen davon, dass das Urteil „summa cum laude“ für eine unter Zeitdruck und angesichts vieler anderer Aufgaben erstellten Arbeit äußerst überraschend ausgefallen ist, kann der Umstand der nicht gekennzeichneten Zitate (im Volksmund Plagiate) schwerwiegende Folgen haben.  So sieht der § 16 im Absatz 2 der Promotionsordnung seiner Universität Bayreuth ggf. die Ungültigkeitserklärung der Leistung vor:

„(2) Wird die Täuschung erst nach der Aushändigung der Urkunde bekannt, so kann nachträglich die Doktorprüfung für nicht bestanden erklärt werden. Die Entscheidung trifft die Promotionskommission unter Beachtung der Art. 48 ff. des Bayerischen Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 23. Dezember 1976 (GVBI S. 544).“

Moralischer Einschub: es gibt heute wie gestern viele Studenten aus mittellosen Familien, die unter sehr schweren Bedingungen neben ihrem Studium hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen und ihren studienmäßigen Verpflichtungen unter großem Zeitdruck nachkommen müssen. Da ist es zwar akademisch unzulässig, aber moralisch kaum allzu schwer zu bewerten, wenn bei Seminararbeiten oder auch sonstwie „a bisserl“ geschlampt wird. Es ist der erfolgreiche Abschluss des Studiums, der den lockenden Ausweg aus materieller Misere in Aussicht stellt, auch, wenn vielleicht nachher doch nur ein Job als Taxifahrer herauskommt. Dem erfolgreichen Abschluss als Ausweg aus materieller Not steht hier nun der erfolgreiche Abschluss als „Schmuck und Zierde“ eines schwerreichen und politisch erfolgreichen Mannes gegenüber. Aber ich hege den Verdacht, dass gerade die Mitglieder von Guttenbergs Klasse da ein bisschen „Schummeln“ als einen Kavaliersdelikt ansehen, aber, man darf sich nicht erwischen lassen!

„Dem Ergebnis der jetzt dort erfolgenden Prüfung sehe ich mit großer Gelassenheit entgegen. Ich habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt“, sagt Guttenberg laut Spiegel. Vielleicht hat der Mann sich ja versprochen und meinte eigentlich: „Ich habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben“.  Vielleicht hatte er ja mental bereits die Position eines Professors eingenommen, der sich ja auch nicht so selten scheut, für eine Veröffentlichung auf umfangreiche Zuarbeit von wissenschaftlichen Mitarbeitern und studentischen Hilfskräften zurückzugreifen. Wenn nun wissenschaftliche Mitarbeiter, die er ja als Abgeordneter hat und die er ja schließlich bezahlt (und in seiner Klasse ist es gang und gäbe, sich die Früchte der Arbeit anderer anzueignen), für ihn an seiner Dissertation gearbeitet hätten, wäre es dann nicht so, als stamme sie von ihm selbst? Man könnte sich das vorstellen, es sei hier aber ausdrücklich angemerkt, dass das keine justiziable Feststellung, sondern eine reine Hypothese ist. Fahren wir mit einer weiteren Hypothese fort: wäre es dann vorstellbar, dass solche „Mitarbeiter“ ein bisschen laxer vorgehen und vielleicht etwas leichtfertiger mit der „Paste“-Funktion umgehen, wenn sie der kleinen verbalen Veränderungen überdrüssig sind? Das wäre in der Tat schlimm, man hätte ihn „betrogen“, wo er doch nach bestem Wissen und Gewissen davon hätte ausgehen müssen, dass die Jungs (und vielleicht Mädels) sauber gearbeitet hätten. Aber was wäre dann zu machen? Sollte man sie verklagen? Hülfe nichts hinsichtlich des eigentlichen Problems. Aber nochmal, reine (und vielleicht etwas böswillige) Hypothese!

Jetzt steht der Kriegsminister vor großen Aufgaben, er kann seine militärischen Fähigkeiten als Führer eines Vielfrontenkriegs unter Beweis stellen. Aber eines trübt meine Freude über seine Gelegenheit zu großen und ruhmreichen Taten:

Nicht nur Leute meines (linken) Schlages freuen sich diebisch, auch unsere Kanzlerin und vielleicht ein gewisser Herr Seehofer mögen sich ganz im Verborgenen die Konkurrentenhändchen reiben, schade!

Andreas Schlüter