Mit ‘Stalinismus’ getaggte Beiträge

Vortragsreihe zu

Weltpolitik und Geostrategie

in sechs Blöcken

von insgesamt zwölf Stunden

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Viele Menschen haben das Empfinden, dass das weltpolitische Geschehen ein absolut unentwirrbares Chaos ist, welches nicht mehr zu durchdringen und zu verstehen ist. Das liegt unter anderem daran, dass von den Mainstream-Medien immer weniger an soliden Hintergrundinformationen geliefert wird. Die neuen Entwicklungen in den USA erhöhen bei vielen Menschen noch das Gefühl der Verunsicherung.

Ein hilfreicher Überblick über die großen Entwicklungslinien des Weltgeschehens und die geostrategischen Leitlinien der Machteliten soll in einer Reihe von sechs Blöcken mit Vorträgen und Gesprächen angeboten werden.

Jeder dieser Blöcke umfasst zwei Stunden.

1. Block: Von der „Wiege bis zur Bahre“

Als der moderne Mensch seine „Wiege“ Afrika verließ, zählte die Menschheit weit weniger Menschen als im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen, vielleicht sogar weniger als 100.000. Gewaltige Schübe der Bevölkerungsentwicklung kamen mit der Sesshaftigkeit, den frühen großen Ansiedlungen und dem Entstehen der „Hochkulturen“ vom Niltal über China bis Mittel- und Südamerika. Insbesondere die Entwicklung Afrikas und Asiens war der Entwicklung Europas lange voraus. Erst mit dem Ende des 15. Jahrhunderts änderten sich diese Verhältnisse und Europa griff nach der Weltherrschaft, sehr zum Nachteil vieler Regionen der Welt. Dabei spielte die Entwicklung der Schifffahrt im Mittelmeer und in Zentraleuropa sowie die Übernahme der „Schießkunst“ aus China eine wichtige Rolle.

Viele bemerkenswerte Kulturen und gewaltige Menschenzahlen fielen dem Expansionsdrang europäischer Mächte zum Opfer. Nordamerika, große Teile Mittel- und Südamerikas sowie Australien wurden von Erdteilen ihrer ursprünglichen Bewohner zu Gebieten vorwiegend europäisch-stämmiger Menschen, die Reste der alten Bevölkerung ins Abseits gedrängt und auf lange einer eigenen Perspektive beraubt. Sklavenhandel und Kolonialismus erlaubten Europa die Ansammlung von Mitteln, die letztlich die industrielle Revolution ermöglichten.

Europa wurde zum absoluten Machtzentrum der Welt, sowohl auf Kosten vieler außereuropäischer Kulturen als auch auf Kosten der Menschen, die zunehmend in Europa in kapitalistische Ausbeutungsverhältnisse gedrückt wurden. Viel von wirklichem Fortschritt in Wissenschaft, Bildung, politischen Verfahren und staatlicher Effizienz ist nicht das Ergebnis „europäischer Werte“, sondern sind Früchte, die weitgehend von anderen Menschen bezahlt wurden.

Die Teilung innerhalb Europas schürte technische und militärische Konkurrenz, was einerseits den Vorsprung der übrigen Welt gegenüber vergrößerte, aber andererseits auch den „Keim des Verderbens“ in sich trug. Das Ende der Vorherrschaft Europas mit seinen widerstreitenden Zentren begann mit dem Ersten Weltkrieg und war danach besiegelt.

2. Block: Die Umkehrung der Verhältnisse

Beim Ende des Ersten Weltkriegs hatte sich die wirtschaftliche Dynamik in hohem Maße auf den Nordamerikanischen Kontinent verlagert. Dieser war nach den Verbrechen an den Ureinwohnern und mit Hilfe von Sklavenarbeit zu einem neuen Zentrum der industriellen Entwicklung geworden. Die Hoffnung vieler Arbeiter in den Industrieländern richtete sich nach Osten auf das große sozialistische Experiment.

Das Verhältnis zwischen der Seemacht Großbritannien und ihrer „Tochter“, der USA, begann, sich umzukehren, was sich im Zweiten Weltkrieg endgültig manifestierte. Gleichzeitig entfaltete sich das Ringen zwischen See- und Landmächten neu, das der britische Geograf Mackinder Anfang des Jahrhunderts beschrieben hatte. In Asien hatte Japan als erste nichteuropäische (See)-Macht den Sprung ins Industriezeitalter geschafft und ein Vorspiel zur Wiedererstarkung Asiens als weiteres Zentrum der Entwicklung der Welt geliefert.

Schon das tödliche Ringen der europäischen Mächte im Ersten Weltkrieg hatte den Widerstandsgeist gegen Kolonialismus und Ausplünderung in den Kolonien der südlichen Hemisphäre inspiriert und das Thema der Demokratie auf die „Weltagenda“ gesetzt. Im Zweiten Weltkrieg gewann auf Seiten der Alliierten in der Konfrontation mit den Achsenmächten und dem völkermörderischen Rassismus Deutschlands der Antirassismus eine medial-gesellschaftliche Bedeutung, an der sich die Kolonialmächte würden messen lassen müssen. Dies traf aber auch in hohem Maße für das neue „Weltzentrum“, die USA, als „Nicht-Kolonialmacht“ zu.

Die Bedrohung der Revolution in der Sowjetunion schon mit westlichen Expeditionstruppen dort noch in den Zwanziger Jahren und die faschistische Invasion ließen aber auch den Stalinismus als autoritäre Reaktion „gedeihen“ und das sozialistische Experiment gleichzeitig schädigen. Dies machte es erheblich leichter, auch den Arbeitern westlicher Länder gegenüber die große Systemalternative zu diskreditieren. Kurze Zeit aber erschien die Welt einig im Triumph über die Nazi-Barbarei.

3. Block: Kalter Krieg und Dekolonisierung

Die Sowjetunion ging, schwer durch den mörderischen Angriff Nazi-Deutschlands mit 20 Millionen Toten und ungeheuren Verwüstungen beschädigt, aus dem Zweiten Weltkrieg als Gegenspieler des Westens hervor. Schon der Abwurf der beiden US-Atombomben auf Japan war eher ein Zeichen an Stalin als eine militärische Notwendigkeit gewesen. Die USA, auf deren Boden kein Krieg stattgefunden hatte, war die „Werkbank der Welt“ geworden. Sie hatten auch weitgehende politische Dominanz über die Kolonialmächte gewonnen, der Frankreich sich am Längsten widersetzte. Eine wichtige Rolle in der Dominanz der USA spielte die Dollar-Hegemonie und das auf den Vereinbarungen von Bretton Woods basierende Finanzsystem.

Die Dekolonisierung ließ die „Dritte Welt“ ins westliche Bewusstsein eintreten. Charismatische und visionäre Führer dieser Bewegung gaben ihr wichtige Impulse, wurden aber oft brutal von westlichen Geheimdiensten „ausgeschaltet“, wie im Falle Lumumbas im Kongo.

Besonders blutig verlief das Ringen um Fortführung westlicher Dominanz nicht nur in Afrika sondern gerade auch in Ostasien (Korea) und Südostasien (Vietnam, Laos, Kambodscha) Frühzeitig ersetzte vielerorts der „Neo-Kolonialismus“ den offiziellen Kolonialismus. „Statthalter“ der übelsten Sorte sorgten dafür, dass die westlichen Industriestaaten statt der jeweiligen Bevölkerungen von den Schätzen der südlichen Hemisphäre profitierten. Trotz der furchtbaren deutschen Verbrechen durfte der westliche Teil des geteilten Deutschlands, die Bundesrepublik Deutschlands, wegen seiner wichtigen Funktion im „Kalten Krieg“ sich frühzeitig wieder an diesem System beteiligen.

Gewaltige Brisanz entwickelte die Auseinandersetzung um die nahöstlichen Ressourcen, zusätzlich durch die Gründung Israels befeuert. Die Entwicklung dort ließ Israel, Saudi-Arabien (das durch seine Mitwirkung an der Festsetzung „Öl für Dollar“ die US-Währung sicherte) und die Türkei als militärische bzw. ökonomische verlängerte Arme der USA (mit teils massiven Tendenzen zur Eigenständigkeit) in der Region entstehen. Immer wieder drohte die atomare Menschheitsvernichtung, nicht nur durch massive offene Krisen wie Berlin und Kuba, sondern auch durch die Gefahr von falsch interpretierten Radarmeldungen.

4. Block: Demokratie oder Herrschaft des Militärisch-Industriellen Komplexes

Von letzterem sprach mahnend in seiner Abschiedsrede der 34. US-Präsident Eisenhower, wahrlich kein „Linker“. Auch Kennedy warnte in einer Rede kurz vor seinem Tode vor Geheimpolitik und letztlich vor „Verschwörungen“. Der US-Autor Fukuyama schwärmte vom „Ende der Geschichte“, wenn weltweit Demokratie nach westlichem Vorbild herrsche. Verschwindet diese in den USA aber praktisch vor unseren Augen?

Viele Indizien sprechen dafür, dass Kennedy eben den Ambitionen dieses Militärisch-Industriellen Komplexes zum Opfer gefallen ist. Die US-Machtelite entzweite sich immer wieder über Strategie und Taktik in dem Streben um die Weltkontrolle, dabei werden die beiden wesentlichen Fraktionen gerne als „Krieger“ und „Händler“ apostrophiert. Die erste, stark im militärisch-geheimdienstlichen Bereich verankerte Fraktion neigte gewaltsamem Vorgehen zu, Kennedy war von mehr Skrupeln gegenüber den Risiken eines „Weltbrandes“ geprägt und wollte im Ost-West-Konflikt stärker auf Technologie, Wirtschaft und Diplomatie setzen. Seine Ermordung beunruhigte selbst den wahrlich „politischen Finsterling“ Nixon so sehr, dass er immer wieder darauf drang, die CIA möge ihm alle Erkenntnisse hierzu zur Verfügung stellen, was schlicht ignoriert wurde. Massive Anzeichen sprechen dafür, dass man ihm Watergate als Operation „unter falscher Flagge“ anhängte, um seine „Neugier“ zu stoppen. Dabei war das Duo Nixon-Kissinger selbst eine Plage für viele Teile der Welt, unter anderem für den Sturz des demokratisch gewählten chilenischen Präsidenten Allende und die anschließenden Massenmorde in hohem Grade verantwortlich. All diese Dinge geschahen weitgehend vor den formaldemokratischen Gremien der US-Gesellschaft verborgen. Diese Tendenzen zur „Geheimpolitik“ in den USA haben sich seitdem eher verstärkt als abgeschwächt.

5. Block: Run auf die Ressourcen und die „Eiserne Seidenstraße“

Immer dramatischer wird das Ringen um Energievorräte und Rohstoffe. Die Endlichkeit der Vorräte tritt weiter auch ins öffentliche Bewusstsein. „Pic Oil“ (der überschrittene Förderhöhepunkt) ist zwar derzeit hinter (vielleicht politisch motivierten) niedrigen Ölpreisen und dem Hype ums „Fracking“ verborgen, aber in den politischen „Think Tanks“ präsent. Von großer Wichtigkeit sind aber auch gerade „seltene Erden“ und besondere Erze wie Coltan für Computer und Handys, dem in den letzten 18 Jahren acht bis zehn Millionen Menschen im Kongo zum Opfer gefallen sind.

Besonders der Aufstieg der „BRICS-Staaten“ (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) führt zur verstärkten Militarisierung im Westen in dem Bestreben, sie vom Zugriff auf diese Reserven fernzuhalten und die Rohstoffländer des Südens von Handelsalternativen abzuhalten, wovon die in Deutschland, in Stuttgart und Rammstein angesiedelte US-amerikanische Militärzentrale US AFRICOM beredtes Zeugnis ablegt. Die „Freihandels-Religion“ soll diese Länder auch insbesondere an eigener Industrialisierung hindern, damit sie zum ewigen Rohstofflieferanten-Dasein verdammt sind. Auch ist es das Ziel der US-Politik, ein engeres Zusammenrücken seines technologischen Hauptkonkurrenten EU und des Energieriesen Russland zu verhindern.

Von besonderer Bedeutung sind natürlich auch die ökologischen Auswirkungen des global entfesselten Neoliberalismus und seiner in vielfacher Hinsicht verschwenderischen Wirtschaftsweise. Der menschengemachte Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen und verlangt eine weit mehr am Allgemeinwohl und an Nachhaltigkeit orientierte Politik, als dies den neoliberalen Machteliten Recht wäre. Schriften neokonservativer „Think Tanks“ in den USA lassen finstere Alternativen einer Politik, die auf „Entvölkerung“ von Rohstoffregionen zielt, befürchten.

Welche Rolle spielt der militante Islamismus? Ist er nur das Ergebnis rückwärtsgewandten Widerstandes gegen „Globalisierung“ und westliche Arroganz oder von westlicher Politik lange gefördert, um erfolgreiche säkulare antiimperiale Bewegungen im Nahen und Mittleren Osten zu zerstören? Die westliche Unterstützung für solche Bewegungen (zumindest im Ursprung) von den Muslim-Brüdern über die Hamas bis zu den Afghanistan-Kämpfern um Bin Laden sowie den Islamisten in Syrien deutet auf etwas anders hin.

Einen besonderen Albtraum für die US-amerikanische Machtelite (die sich die Analysen des britischen Geografen Halford Mackinder vom Beginn des vorigen Jahrhunderts zu eigen gemacht hat)  stellen die chinesischen und russischen Bemühungen um die „Eurasische Kooperation, manifestiert in der „Eisernen Seidenstraße“ dar. Wirtschaftlich wäre dies für die europäische Industrie außerordentlich interessant, würde aber den Einfluss der USA in der Welt drastisch reduzieren.

Der Verdacht drängt sich auf, dass die US-Politik darauf abzielt, mit verdeckter Unterstützung islamistischer Bewegungen im Nahen und Mittleren Osten sowie mit der Unterstützung faschistoider Kräfte in der Ukraine einen „Sperrriegel“ gegen diese Bemühungen zu errichten. Diese Vermutung wird z. B. durch diverse Äußerungen des neokonservativen Analytikers George Friedman (Stratfor) gestützt.

6. Block: Politische Verschwörungen: Theorie oder Wirklichkeit?

Wohl schon lange wurde in der Politik „über Bande gespielt“, also Ziele und Zwecke verschleiert und die Bürger getäuscht. Aber es gibt besonders flagrante Beispiele, die für die Zukunft nichts Gutes ahnen lassen!

Für Operationen „unter falscher Flagge“ (um sie Gegnern anzuhängen) waren schon die Nazis berüchtigt, der Reichstagsbrand (wahrscheinlich) und der angebliche polnische Angriff auf den Sender Gleiwitz sind „berühmte“ Beispiele. Verwandte Operationen sind Unfälle, die als Sabotage oder Angriffe anderer Nationen ausgegeben werden, wie dies für die Explosion der „Maine“ als Auftakt des Amerikanisch-Spanischen Krieges war. Auch glatte Erfindungen oder maritime Zusammenstöße, deren Ort zum Beispiel in internationale Gewässer „verlagert“ wird, sind vorgekommen, wie dies beim „Tonking-Zwischenfall“ der Fall ist.

Eine klassische Vorlage für große False-Flag-Operationen der USA ist das „Project Northwoods“. Die Chefs der vereinigten Stäbe der US-Streitkräfte arbeiteten nach der gescheiterten „Schweinebucht-Invasion“ von Exilkubanern den Plan für eine Reihe von Terroranschlägen innerhalb und außerhalb der USA mit Toten und Verletzten einschließlich einer fingierten Flugzeugentführung und Abschuss aus. Dies sollte einen Vorwand für eine großmaßstäbige Invasion der USA auf Kuba ergeben. Kennedy stoppte das kriminelle wie hochriskante „Spiel“, danach lebte er nicht mehr lange.

Zu trauriger („Insider“)-Berühmtheit sind auch die „NATO-Geheimarmeen“, nach dem italienischen Ableger „Gladio“ genannt, gelangt. Ihre Geschichte wurde u. a. von dem Schweizer Historiker Daniele Ganser gründlich aufgearbeitet. In Italien führte diese Geheimdienstorganisation u. a. die furchtbare Bombenexplosion im Hauptbahnhof von Bologna durch, um sie der italienischen Linken anzulasten.

Tatsächlich ist die Diskussion um die „dunkle Seite des Westens“ zum Beispiel in den USA weit lebendiger als in Deutschland, wo sich nur wenige namhafte Leute an dieses heikle Thema wagen. Es gilt aber, sich intensiv mit den verdeckten Operationen der US Machtelite zu beschäftigen, wenn man diese Welt gerechter und friedlicher machen will. Und da findet sich bei genügend „tiefer Grabung“ noch sehr viel!

Demokratie funktioniert aber nur mit gut informierten Bürgern, die nicht auf wohlfeile „Narrative“ vertrauen, sondern reale Zusammenhänge durchschauen. Der berühmte Politik-Analytiker (und Linguist) Noam Chomsky hat das in seinem Buch „Media Control“ eindringlich beschrieben. Und er sagt sarkastisch: „Terror ist immer das, was die Anderen tun!“.

Bei Bedarf kann das Konzept sowohl gerafft als auch um bestimmte Themen erweitert werden. Haben Sie Interesse, dann treten Sie bitte mit mir in Kontakt, um die Modalitäten zu besprechen.

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Schier aus der Haut fahren möchte man ob der Diffamierungskampagne mit ihren unsäglichen „Antisemitismus“-Vorwürfen gegen DIE LINKE. Noch wütender kann es einen machen, dass nicht nur der antilinke „Kommerz-Mainstream“ sondern auch Mitglieder der Partei selbst an diesen absurden Vorwürfen mit stricken. Dabei spielen sogar führende Mitglieder eine Rolle, die ihre „Hilfstruppen“ im BAK Shalom der Linksjugend ´solid und im Milieu der „Anti-Deutschen“ haben und pflegen.

Auch Entwicklungen, die einem nicht passen, müssen rational analysiert werden. Politische Gegnerschaft kommt nie ohne den Nachvollzug der Motive aus. Die „Linken“, die der Linie des BAK Shalom und den „Anti-Deutschen“ folgen, haben höchst unterschiedliche Beweggründe. Zweifellos gibt es bei einer Reihe von ihnen, die real und politisch leider einen „Furunkel“ am Gesäß meiner Partei, der LINKEn, darstellen, aber auch Gründe, die als solche erst einmal respektabel, wenn auch letztlich strohdumm sein können.

Ein Blick in die Geschichte

Ausgangspunkt derjenigen, die nicht im Auftrag oder aus grundsätzlich antilinker Motivation heraus handeln, ist ein Bezugspunkt in der deutschen Geschichte, nämlich der deutsche Faschismus. Gegnerschaft zu diesem muss nun keineswegs per se „links“ gewesen sein, sie kann schlicht menschlich im Sinne der Solidarität wie des selbst Betroffen Seins oder auch gestanden „bürgerlich“ gewesen sein. Jede Gegnerschaft gegen dieses politische Monster, gegen das organisierte Verbrechen gegen die Menschheit ist zu erst mal ehrenhaft!

Gegner dieses übermächtigen Monsters kamen nach Lage der Dinge nicht ohne Verbündete aus. Da gab es die Sowjetunion, leider in einem langen (vom Westen nicht unbeeinflussten) Prozess im Stalinismus versunken. Ihr verlangte der Angriffskrieg der Nazis zwanzig Millionen Tote ab, sie trug den größten „Blutzoll“ (ein furchtbares Wort) bei der Niederringung des Hitlerismus´.

Der Antifaschist als Stalinist

Was halten unsere „Genossen“ von Antifaschisten, die ihre Augen vor den Verbrechen des Stalinismus´ verschließen und „in Treue fest“ zum „Väterchen“ stehen? Nun, ich brauche das eigentlich nicht weiter auszuführen. Aber ich selbst und jeder, der ernsthaft als Linker gelten wollte, würde so jemandem zumindest attestieren, entweder etwas von der Geschichte nicht verstanden zu haben oder aber menschliche und politische Defizite gewaltigen Ausmaßes zu haben. Er würde in unserer Partei nicht nur nicht ernst genommen werden, sondern wohl herausfliegen, und das zu Recht!

Nun hat die Sowjetunion sich nach Stalins Tod ein gutes Stück von seinem Erbe befreit, ohne mit allen Übeln der autoritären Degeneration aufzuräumen, und, dass der Westen es so leicht hatte, den „real existierenden Sozialismus“ zu zerstören, hatte nicht wenig mit der Reaktion der Menschen in seinem Einflussgebiet auf diesen Umstand zu tun. Auch die Menschen, die als Antifaschisten die Politik dieser Art Sozialismus von jeder Kritik ausnehmen wollen, werden von uns höchst kritisch beschaut und wer die DDR, so wie sie war, wiederhaben wollte, würde von uns über kurz oder lang ausgeschlossen werden, Antifaschist hin, Antifaschist her. So ist der Prozess, in dem sich eine unserer „Quellparteien“ zu einer Kraft klärte, die den Sozialismus als solchen selbstverständlich nicht abschreiben wollte, aber die undemokratischen Übel beseitigen, eine der Existenzgrundlagen unserer heutigen LINKEn.

Der Antifaschist als „US-Zögling“ und Propagandist imperialer Politik

Auch der Westen war ein unverzichtbarer Verbündeter von Antifaschisten. Der sowjetische Widerstand im „großen vaterländischen Krieg“ wäre ohne die amerikanischen Waffen womöglich zusammengebrochen. Viele von den Nazis verfolgte Menschen fanden in westlichen Ländern und insbesondere den USA ein lebensrettendes Asyl.

Aber es gab nicht unbedeutende Kräfte in den USA, die durch intensive Kooperation die Nazis logistisch erst in die Lage zu ihrem Europa zerstörenden Angriffskrieg gebracht haben, wie zum Beispiel Henry Ford (praktizierender Antisemit) und der Industriegigant General Motors. Die USA hatten in vielen Bundesstaaten Rassegesetze, die den Nürnberger Rassegesetzen zum Verwechseln ähnlich sahen, nur eben gegen „schwarze“ Menschen gerichtet waren. Die USA haben z.B. im Kongo (Ermordung Lumumbas), in Vietnam, in Lateinamerika ungebremst die hässliche Fratze des Imperiums gezeigt und zeigen sie weiter.

Natürlich, letztlich in eigenem Interesse, es kann sein, dass die USA  die „Wessis“ (zu denen ich gehöre) ein bisschen davor beschützt haben, doch noch unter „Väterchens“ Kontrolle zu kommen und wirklich für die Verbrechen der Väter zahlen zu müssen. Aber dafür haben sie auch immer wieder mit Eroberungsplänen des Ostens gespielt und damit dort die Repressionsschraube befördert. Wie dem auch immer sei, ein Antifaschist, der sich eine unkritische Sicht auf den Westen und seine fortgesetzte imperiale, menschenverachtende und global rassistische Politik zu Eigen macht, mag immer noch Antifaschist sein, ein/e Linke/r ist sie oder er mitnichten!

Mildernde Umstände

Es gibt Menschen, die nicht in der Lage sind zu begreifen, dass nicht nur die Erde keine Scheibe ist, sondern Existenz als solche nicht der Euklidischen Geometrie folgt. So ist die Kugeloberfläche (wie die Erde) eine solche „Sphäre“, ein in sich geschlossener geometrischer Raum. So ein Raum hat die Eigenschaft, dass man sich nicht beliebig weit existenziell von etwas entfernen kann, sondern, dass es eine maximale Entfernung gibt. „Entfernt“ man sich weiter, nähert man sich in Wirklichkeit wieder an! So ist es auch mit Brutalität, Unmenschlichkeit, Unterdrückung und Verbrechen. Es kann passieren, dass man meint, sich immer weiter zu entfernen und irgendwann in Wirklichkeit dem Verabscheuten wieder näher rückt.

Für deutsche Linke war es in ihrer Geschichte eine ganze Zeit lang klar, dass man nicht Antiimperialist ist, wenn man dem deutschen Imperialismus als Förderer englischen oder französischen Imperialismus entgegentritt. Dass die deutsche Sozialdemokratie sich dann zum „Wilhelminismus“ „bekehrte“, gehört zu ihrer „Erbsünde“.

Gegen Antisemitismus, Nationalismus, Rassismus, Ausgrenzung

Nun war in der Tat für Antifaschisten in der alten BRD klar, ausgestorben war der „Urgrund“ faschistoider Exzesse keineswegs. Nicht nur, dass Alt-Nazis wieder bis in hohe politische Ämter und in die Wirtschaft (z.B. Schleyer) vordrangen, sondern in breiten Teilen der Gesellschaft das Selbstmitleid ob der Kriegsfolgen weit größer war, als das Mitleid mit den massenhaften Untaten deutscher Täter. Da gab es schon eine Menge Grund für antifaschistisch gestimmte Menschen, sich als „antideutsch“ zu fühlen, ich muss zugeben, auch ich gehöre dazu!

Ja, da lag es für manche nahe, „amerikanisch“ zu werden, wobei diese geflissentlich übersahen, wie hoch bei denen schon wieder alte Nazis im Kurs standen. Aber noch besser war es, dem unterschwelligen Nazitum damit ins Gesicht zu schlagen, dass man „israelisch“ wurde. Was auch hier geflissentlich übersehen wurde, war, dass die USA Israel zunehmend zu ihrem nahöstlichen „Kampfhund“ umzüchteten und der „urdeutsche“ Michel anfing, mit der zunehmenden israelischen Aggressionspolitik im Sinne schäbigen Ablasshandels umzugehen.

Das Grauen

Dass Juden diesen Prozess mit Grauen wahrnahmen, wie der große Erich Fried, dass wurde wieder geflissentlich übersehen. Dass Israel zunehmend „in Treue fest“ zum Apartheidstaat des damaligen Südafrika stand, diesem bei seiner Nuklearbewaffnung, um „notfalls“ Millionen Afrikaner zu pulverisieren, half, es spielte keine Rolle.

Aber, da muss man schon viel nicht sehen wollen, wenn man „übersieht“, dass in Israel Nationalismus, Rassismus, Militarismus und, ja, man muss es sagen, kruder Antisemitismus gegen die Mehrheit der Semiten, gegen die Araber, blühen und gedeihen. Für diese Leute spielt es keine Rolle, dass Israel eine völkerrechtswidrige Besatzungspolitik mit grauenhafter Unterdrückung der Besetzten durchführt. Ach ja, sind das nicht alles „Selbstmordattentäter“? Und notfalls „haben wir es nicht gewusst“!

Man ist dabei!

Dass die Industrielle Mordmaschine der Nazis als solche einzigartig war, darüber muss man nicht diskutieren, dass aber millionenfacher Mord keineswegs einzigartig ist, dass belegt z. B. ein Blick in die Geschichte des Kongo mit seinen acht bis zehn Millionen Toten allein während der Zeit des Leopoldschen „Privatkolonialismus´“ (man lese von Adam Hochschild „Schatten über dem Kongo“). Aber, wenn Antiimperialisten auf dieses aufmerksam machen, werden sie schon des „Relativierertums“ geziehen. Aber bei der völkerrechtswidrigen Bombardierung Serbiens ist der Vergleich (ohne jede Grundlage) bei dem olivgrünen Cohn-Bandit wohlfeil gewesen. Wichtig aber: man ist „Antifaschist“ ohne jedes Risiko, voll im Trend und vom „Großen Bruder“ wohl gelitten. Alle Türen stehen einem offen und viele Mittel, seinen Schmierkram „unters Volk“ zu bringen. Die Springerpresse hat immer ein offenes Ohr für einen und vielleicht irgendwann einen Schreibtisch!

Was besonders wichtig, man ist ein „Linker“, wie er oder sie „sein darf“! Allerdings, da kam nun einer und schmierte gegen jede geschichtliche Wahrheit nun auch noch allen „Linken“ an sich an, Antisemiten zu sein, weil er die Dreistigkeit hatte, die Juden zu „Haussklaven“ des Kapitalismus´ zu machen (siehe zu Wolffsohn: https://wipokuli.wordpress.com/2011/06/26/die-jungste-schweinerei-wolffsohn-kettet-judentum-an-kapitalismus/ ). Wie die Knaben und Mädels des BAK Shalom nun wohl damit umgehen werden? Nun, sie findens toll, weil sie ja „regessiven Antikapitalismus“ für die Vorstufe zum Antisemitismus halten (siehe ihr Grundsatzpapier).

Linker Antifaschist

So, wie es keinen Linken geben kann, der nicht auch Antiimperialist, Antikolonialist und Antirassist ist, so kann es auch keinen wirklichen Antifaschisten als Linken geben, der nicht vehement gegen diese Übel auftritt. Wer aber hiervon Ausnahmen macht, der kämpft in Wirklichkeit als Imperialistenknecht vermeintlich gegen die Leiche des damaligen Faschismus und tatsächlich gegen Menschlichkeit und Gerechtigkeit! An dieser Wahrheit kommt kein Mensch letztendlich vorbei, es sei denn, er oder sie macht beide Augen zu, dazu die Ohren. Aber wie schon gesagt: „wir haben das nicht gewusst“!

Sie wissen, was sie tun!

Aber, es gibt auch diejenigen, die ihr gepflegtes Nichtwissen nur vortäuschen, die nicht wie „grüne“ Mädels und Jungs einer eindimensionalen Pseudologik zum Opfer fallen, sondern die diese Verwirrung bewusst pflegen, um in einer vom Imperium kontrollierten Gesellschaft zu Rang und Namen zu kommen. Es ist ihnen egal, dass der BAK Shalom Antiimperialismus und Antikapitalismus abschaffen will. Sie könnten ihre Politik – niemand will ihnen ihr demokratisches Recht, so zu denken, wie sie wollen – leicht in den anderen Parteien betreiben, aber da sind die Plätze schon besetzt! Sie sind so, wie die Mitläufer in unseligen Zeiten. Sie hätscheln „Antideutsche“ aus „urdeutschen“, besser „allzu menschlichen“ Motiven des Eigennutzes wider jede Moral. Und dann sind da auch noch diejenigen, die „im Auftrag“ handeln. Die „5. Kolonne“ des Imperiums. Die Entpolitisierer, die Agent Provocateurs, die Verwirrer und Intriganten für Auftraggeber, die zum Teil nur den einen Auftrag haben, die einzige nennenswerte Partei, die noch die Systemfrage und damit die „soziale Frage“ stellt, die einzige Partei, die man noch zu Recht als Friedenspartei bezeichnen kann, entweder auf den Weg der Olivgrünen zu zwingen oder zu zerstören!

Andreas Schlüter