Mit ‘Kuba’ getaggte Beiträge

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Heute vor 53 Jahren wurde JFK ermordet. Lang, lang ist´s her, aber der Vorgang ist weiterhin von größter Bedeutung, denn er zeigt, dass ein US-Präsident keinesfalls „der mächtigste Mann der Welt“ ist, allenfalls der „prächtigste“. „Hinter dem Vorhang“ regiert die eigentliche US Machtelite mit dem „Tiefen Staat“. Mein Artikel von 2013 hat somit nichts von seiner Aktualität verloren:

Kennedys Ermordung: ein halbes Jahrhundert der Lügen“:

https://wipokuli.wordpress.com/2013/11/23/kennedys-ermordung-ein-halbes-jahrhundert-lugen/

Andreas Schlüter

Meine Beiträge zu den USA: https://wipokuli.wordpress.com/2014/02/17/link-liste-meiner-artikel-zu-den-usa/

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Entsetzlich, was in Boston beim Marathon geschehen ist! Die Opfer haben mein tiefes Mitgefühl, genauso wie die Opfer des Imperialismus´ im Kongo (1), in Libyen, Mali, West-Papua und Syrien, und genauso, wie die Opfer von Nine Eleven und von Oslo (2).

Ein Akt des Terrors

Obama hat diesen Anschlag völlig zu Recht als „Akt des Terrors“ bezeichnet und zu Recht offen gelassen, ob vielleicht im Inland organisiert worden sei. Und finstere Gedanken drängen sich auf. Wieder einmal ist die US-Machtelite darauf aus, Regierungen anderer Länder „umzulegen“ und weitere Kriege anzuzetteln. Dabei geht ein tiefer Riss durch die US-Machtelite. Die „Softpower“ Fraktion mag zwar ganze Volkswirtschaften erdrosseln, scheut aber mit gutem Grund vor direkten Kriegen zurück. Die Neocon Fraktion will die direkte Aktion und den Soldatenstiefel auf dem Boden, oder zumindest US Bomben auf fremdem Boden: http://tinyurl.com/bne6lnr

Es geht ein verdeckter Krieg zwischen den beiden Fraktionen vor sich (3), vergleichbar den Auseinandersetzungen zwischen dem Teil der US-Machtelite, die hinter Kennedy stand und dem Teil, der die Operation Northwoods wollte, die von Kennedy gestoppt wurde. Er hat danach nicht mehr sehr lange gelebt (4). Mit der Operation Northwoods sollte in den USA das gleiche betrieben werden, was die Geheimdienste der USA zum Beispiel so ausgedehnt in Europa mit Gladio (5) betrieben.

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Das alte Konzept lebt

Sehr naiv wäre es, den Medieneinschätzungen, die es zwar wagen, Gladio zu erwähnen, diese „Organisationsform“ aber ausschließlich als der Epoche des „Kalten Krieges“ zugehörig darstellen, zu glauben. So wenig, wie die wirkliche Macht in den USA daran dachte, nach dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des Warschauer Paktes die NATO aufzulösen, so wenig hat sie natürlich daran gedacht, diesen „Apparat“ aus der Hand zu legen. Das, was diese Kräfte so umfangreich überall auf der Welt betrieben und betreiben, könnte nun (wieder einmal) in die USA zurückgekehrt sein. Auch der größte Anschlag in den USA, „Nine Eleven“, drängt in vielen Einzelheiten den Verdacht auf, es könne sich um einen „Inside Job“ gehandelt haben – http://tinyurl.com/3gy8otq

Es würde unter diesen Voraussetzungen nicht überraschen, wenn bald merkwürdige „Indizien“ auftauchten, die in Richtung Iran, Nordkorea oder Venezuela „deuten“. Aber vielleicht ist es auch „einfach“ nur eine „Mahnung“ an Obama, sich nicht zu weit von den „Wünschen“ der Neocons zu entfernen.

Andreas Schlüter

4)      https://wipokuli.wordpress.com/2012/01/08/kennedy-und-warum-es-nichts-mit-change-ist/

Vielen Menschen mag seit geraumer Zeit aufgegangen sein, dass der Präsident der USA generell nicht der „mächtigste Mann der Welt“, sondern allenfalls der „prächtigste Mann der Welt“ ist. Wer sich intensiv mit der Geschichte der USA beschäftigt, versteht bald, dass es mit der Demokratie im modernen Sinne nicht so weit her ist, dann nämlich, wenn man unter Demokratie die Volksherrschaft versteht, wobei Volk alle Erwachsenen beiderlei Geschlechts meint. In Athen meinte Demokratie allerdings nur die Herrschaft der männlichen Besitzenden, die wiederum nur etwa ein Viertel der athenischen Männer ausmachten.

Ohne hier die realen Gegebenheiten hinsichtlich dieses „Ideals“ im alten Athen weiter hinterfragen zu wollen, bleibt wohl in den USA die Realität sogar noch hinter dem zweifelhaften Athener Ideal zurück. Real ist in den USA die Herrschaft der Wenigen. Das heißt nicht, dass diese Wenigen untereinander keine Konflikte hätten, allerdings sind einige dieser Konflikte auch nur Spiegelfechtereien. Wesentlich sind aber die strategischen Anliegen der Superreichen, die darauf abzielen, nicht nur die USA fest im Griff zu haben, wobei die Medien eine große Rolle spielen, sondern möglichst auch große Teile der Welt. Dabei erweist sich, dass die meisten Ereignisse und Zusammenhänge beileibe nicht wirklich so sind, wie sie uns erscheinen, bzw. wie sie uns präsentiert werden.

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Dynamit auf 500 Seiten Text

Ein investigativer Journalist, der mit unglaublicher Energie und Präzision daran arbeitet, hinter der Präsentation die Realität hervor zu holen, ist Russ Baker (http://russbaker.com/), der ein umfangreiches Buch über eine der US-Familien, die im Zentrum der eigentlichen Macht in den USA stehen, geschrieben hat, die Familie Bush: „FAMILY OF SECRETS“ (http://www.familyofsecrets.com/), New York, 2009, ISBN 978-1-60819-006-5.

Auf die dunkle Vergangenheit von Prescott Bush, dem Großvater von George Walker Bush, dem 43. US-Präsidenten, wird dabei nur am Rande eingegangen. Dieser stand in enger Verbindung zu dem Teil des deutschen Kapitals, dass die Nazis an die Macht brachte, und kollaborierte noch nach der deutschen Kriegserklärung an die USA, bis sein Geschäftsteil enteignet wurde, wofür er allerdings recht üppig entschädigt wurde (Family of Secrets, S. 16f,) . Darüberhinaus wurde er US Senator für Connecticut. Wieweit die strategischen US-Kapitalinteressen nicht doch überhaupt an einer Stärkung der Nazis und ihrer Fähigkeit zum Angriffskrieg gegen die Sowjetunion und die „US-Rivalen“ England und Frankreich interessiert waren, steht auf einem anderen Blatt.

Der militärisch-industriell-geheimdienstliche Komplex

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Bereits Eisenhower hatte am Ende seiner Amtszeit vor dem Militärisch-Industriellen Komplex, der die demokratischen Institutionen auszuhebeln drohte, gewarnt (was zum Zeitpunkt der Warnung wohl längst geschehen war). Die Geschichte von Prescotts Sohn, George Herbert Bush, dem 41. Präsidenten der USA, zeigt allerdings, dass man ein drittes Element, das geheimdienstliche, hinzufügen muss. Dem anheimelnden Spitznamen „Poppy“ Bush, der etwas Väterliches insinuiert, widerspricht dessen frühe, immer gut kaschierte Verwicklung in eben jenen Bereich, den des Geheimdienstes. So gut war die Tarnung seiner Tätigkeit dort, dass es mediales Erstaunen gab, als Poppy CIA-Direktor wurde. Dabei war dieses „gut“ und schier unentwirrbar mit seinem Tun in der Ölindustrie und anderen wertvollen Rohstoffen verbunden. Immer wieder stößt der Autor auf Hinweise zu Bushs Geheimdiensttätigkeit, die andere geflissentlich übersehen haben. War schon Prescott Bush tief in imperialistische Machenschaften in Mittelamerika und der Karibik verwickelt, so hat George H. Bush seine Aktivitäten auf das entsetzliche Marcos-Regime in den Philippinen und in besonderem Maße auf Saudi-Arabien, unter anderem den Bin Laden Clan, ausgedehnt. Seine Präsidentschaft (die 41.) wurde mit dem Erreichen des langfristigen Zieles der Mächtigen in den USA, den Ostblock „totzurüsten“, sozusagen „gekrönt“.

Wie der Vater, so der Sohn (fast)

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George W. Bush, fraglos kein intellektueller Überflieger, offenbar nicht übermäßig diszipliniert und auch jugendlichen Exzessen verschiedener Art nicht abgeneigt, hat aber mit Unterstützung seines Vaters bald gelernt, Spuren gut und gründlich zu verwischen. Auch bei ihm vermischen sich Geschäftliches und Politisches frühzeitig und wirkungsvoll. Sehr eindrucksvoll wird dieses an seinem Umgang mit seiner Zeit als Flieger in der Nationalgarde gezeigt, in die er, prinzipieller Vietnamkriegsbefürworter, mit Poppys Hilfe vor dem Vietnamkrieg flüchtete. Allerdings ist er dann auch vor der Erfüllung seiner Zeit mehr oder weniger geflüchtet, was medial auszubügeln in seiner Präsidentschaftskampagne einige Mühe machte. Das große Tuch der „christlichen Nächstenliebe“ war er dann in der Lage, über seine Jugend zu decken, als ihm der Clou gelang, sich zum „wiedergeborenen Christen“ zu machen. Die umfassende Verflechtung mit diversen (Einfluss)-reichen Familien und ebenso moralisch zweifelhaften Unterstützern wird aufs Eindringlichste herausgearbeitet Dabei ist die Mitgliedschaft aller drei Generationen im akademischen „Skull and Bones Club“ kein skurriler Bestandteil der Geschichte, sondern ein für die „mafiosen“ Machtverbindungen dieser Männer bezeichnender. Natürlich macht diese Fülle der aufgezeigten Verbindungen und genannten Namen das Lesen zu keinem ganz entspannten Vergnügen, sondern verlangt dem Leser einige Konzentration ab. Aber die tiefe Einsicht in die wahre Macht in den USA entschädigt, wie die Erkenntnis der nackten Wirtschafts- und Machtinteressen, die sich hinter moralischen Deklamationen verbergen.

Ein großes Loch

Was man in der Darstellung von George W. Bushs Präsidentschaft vermisst, ist eine detaillierte Aufarbeitung der Geschehnisse um den 11. September 2001, dies erscheint auf den ersten Blick nicht nur wie ein Loch, sondern regelrecht wie ein Krater. Das Fehlen dieses Themas im Detail resultiert aber nicht aus einer Scheu des Autors, das brisante Thema anzufassen, wie ein Blick auf seine Website beweist, und man müsste sich sehr irren, wenn man nicht zu Recht ein zukünftiges Buch hierzu erwarten würde. Die Fülle an detaillierten Schilderungen skrupelloser Vorgehensweisen zeichnet ein Bild dieses Clans und der mit ihm verbundenen Geflechte, das einen tatsächlich nicht geneigt macht, irgendeine Tat, die dem Machterhalt oder der Machterweiterung dienlich wäre, für unmöglich zu halten. Man möchte auch meinen, der Autor wollte das Buch nicht mit Brisanz überladen und vom Leser wird offenbar vermutet, er müsse die bis dato vorgetragenen Ungeheuerlichkeiten erst einmal verdauen, denn, das Buch wartet ohnehin schon ziemlich am Anfang mit einem besonders spektakulären Thema auf.

Das Geflecht des „Bösen“

Wie sehr diese Familie darauf angewiesen ist, die Taten ihrer Mitglieder zu verschleiern, belegen die Geschehnisse um die Ermordung von Präsident Kennedy 1963. Wichtig ist hierbei, dass Kennedy bestimmten extrem skrupellosen Aktionen seitens des besagten „Komplexes“ Zügel anlegte, bzw., sie stoppte, wie er auch das „Schweinebucht-Abenteuer“, dass unter Eisenhower ausgearbeitet worden war, nicht in einen regelrechten Krieg gegen Kuba ausweitete . Dies verziehen ihm die Kräfte im Machtgeflecht (für das Baker die Teilung zwischen „Kriegern“ und „Händlern“ sieht) nicht, die man zu den „Kriegern“ rechnen muss, sowie die Exilkubaner und wohlhabende und einflussreiche Exilrussen ebenso nicht. Aus dem „militärisch-industriellen“ Komplex wie natürlich aus der republikanischen Partei und aus konservativen Demokraten-Kreisen sowie aus Mafia-Kreisen schlug ihm heftige Feindschaft entgegen. Die „Krieger“ versprachen sich auch aus abenteuerlichsten und gefährlichsten Aktionen die Möglichkeit, mit dem Ostblock und „Revolutionären“ kurzen Prozess machen zu können. Dabei störte das vergleichsweise große Verantwortungsgefühl Kennedys erheblich. Kurzum. Das „Problem löste sich“ in Dallas am 22. November 1963. Die forensischen, kriminaltechnischen Probleme des Attentats stehen dabei nicht im Focus von Bakers Betrachtung, sondern andere, äußerst brisante Fragen.

Wo war ich?

George H. Bush, "Poppy"

George H. Bush, „Poppy“

Poppy gehört angeblich „zu den wenigen Menschen, die nicht wissen, wo sie zur Zeit von Kennedys Ermordung waren“, so zumindest gibt er vor. Tatsächlich war er am Morgen des Mordtages wohl in Dallas. Ein Hin und Her des Weges erzwingt regelrecht den Verdacht der Verschleierung einer Verbindung zum Geschehen. Dabei gibt es diverse persönliche Verbindungen seitens George H. Bushs zu Menschen, die direkt mit dem Geschehen verknüpft sind, und im öffentlichen Bewusstsein nicht präsent, obwohl grundsätzlich bekannt sind. Die Rolle Lee Harvey Oswalds ist angesichts der vielen Details wesentlich als die einer Figur zu sehen, die offenbar sehr gezielt ins Geschehen dirigiert wurde, um ihn als Sündenbock, als den fanatischen und wirren Einzeltäter, präsentieren zu können um ihn alsbald wieder „aus dem Verkehr zu ziehen“. Dabei ist es fast egal, ob Oswald der Täter oder der Sündenbock (the „Patsy“) ist, denn es wäre ein unglaublicher „Zufall“, dass mehrere Verbindungen über sehr wenige Stationen von Poppy zu Oswald führen. Der Mörder von Oswald, Jack Ruby, hatte wiederum Verbindung zu CIA-Kreisen, die in Mordpläne gegen Castro verwickelt waren.

Ein markanter „Schutzherr“ von Oswald

George de Mohrenschildt

George de Mohrenschildt

Ein alter Freund von Poppy war George de Mohrenschild, russischer Emigrant und als schillernde Figur im Ölgeschäft und auch im Bereich der „Dienste“ unterwegs, gleichzeitig eine zentrale Figur in der russischen Emigrantenszene von Dallas, die weitgehend der äußersten Rechten zuneigte. Gerade den jungen Oswald, ehemaliges Mitglied des Marine-Corps, der angeblich aus Sympathie für den Kommunismus in die Sowjetunion emigrierte, dort heiratete und dann „enttäuscht“ mit seiner Frau in die USA zurückkehrte, weiter aber angeblich große Sympathie für Kuba und Castro hegte, nahm de Mohrenschild zeitaufwendig und intensiv unter seine „liebevollen“ Fittiche. Auch Oswalds Anstellung bei der Firma, die Räume in dem legendären Schulbuchlager hatte, ging auf einen Kontakt de Mohrenschilds zurück, sowie eine ganze Reihe weiterer Verwicklungen in die Sache. In den Siebzigern wurde der alternde Mann dann offenbar von großer Gesprächigkeit befallen. Nach einer merkwürdigen Odyssee und verschiedenen Kontakten sowie einem Aufenthalt in der Psychiatrie verübte er dann am Nachmittag des 28. Mai 1977 „Selbstmord“. Schon weniger als zwei Wochen vorher war de Mohrenschilds alter Mentor, Paul Raigorodsky, (beide sollten vom „House Select Commitee on Assassinations“ des Kongresses zum Kennedy Attentat befragt werden) tot. Merkwürdig, auch, wenn der Tod des gichtkranken Mannes ein „natürlicher“ gewesen sein soll. Zu den Informationen, die de Mohrenschild kurz vor seinem Tode einem holländischen Journalisten anvertraute, gehörte auch, dass er Jack Ruby gekannt hätte.

Ein weiterer Freund von Poppy

Ein weiterer Freund von Poppy, Jack Crichton, lokale Politgröße und Mitbesitzer des Schulbuchlagers, verbunden mit den Geheimdienstlern, die den Weg von Kennedys Konvoy festlegten, spielte auch nach dem Attentat eine wichtige Rolle bei der „Betreuung“ von Oswalds russischer Frau, um die ein enger „Gürtel“ gelegt wurde. Er organisierte auch die Dolmetscherin, die wesentlich an den belastenden Aussagen seiner Frau zu Oswald beteiligt war, was auch das Ziel hatte, Kuba in Verbindung mit dem Attentat zu bringen und leicht einen Raketenschlag auf den Inselstaat hätte auslösen können. Er war tatsächlich tief in geheimdienstliche Aktivitäten verwickelt und spielte in den Fünfzigern eine wichtige Rolle beim Aufbau der „Civil Defence Organization“, die Kalte-Kriegs-Hysterie schürte. Diese Organisation war auch an der Errichtung eines unterirdischen Kommando-Standes in Dallas beteiligt. Die erstaunlichen Verwicklungen aus dem „Dunstkreis“ von Poppy zum Attentatsgeschehen sind damit aber längst nicht erschöpft.

Ein „unschuldiger“ Finsterling gerät in Panik

Schließlich gelangte auch Kennedys republikanischer ehemaliger Rivale Richard Nixon an das Präsidentenamt. Nun war dieser Politiker alles Andere als eine Lichtgestalt und seine Taten im Verein mit Henry Kissinger in Lateinamerika und Südostasien sind mit dem Blute abertausender Menschen „garniert“. Aber, das, was zu seinem Rücktritt geführt hat, die „Watergate-Affäre“, steht offenbar auf einem anderen Blatt. Auch geriet er bei seiner Entwicklung hin zur „Händler-Fraktion“ der Macht (speziell auch bezogen auf seinen Umgang mit China) mit den „Kriegern“ der Macht ein wenig aneinander. Entscheidend war darüberhinaus, dass er bezüglich Kennedys Ermordung den „Braten“ zu riechen begann und extrem davon beunruhigt war, dass mit den Geheimdiensten verbundene Kräfte auch vor der Beseitigung eines US-Präsidenten nicht zurückzuschrecken schienen. So drängte er darauf, von der CIA alle Akten zur Ermordung Kennedys zu erhalten. Dieses wurde auch mit lächerlichsten Manövern hintertrieben und ihm die Akteneinsicht de facto verwehrt, was ihn zu einem immer grimmigeren Feind des mächtigen Geheimdienstes machte. Akribisch legt Baker dar, wie der Dienst mit Gewährsleuten (u.a. aus dem Exilkubanischen Umfeld) den Skandal des Einbruchs in das demokratische Hauptquartier offenbar ohne Wissen und Zutun des Präsidenten organisierten, und schließlich damit seinen Fall herbeiführten.

Wer wissen will, wie Macht in den USA funktioniert, darf sich das Erschrecken nicht ersparen

Es bleibt abzuwarten, ob in absehbarer Zeit eine deutsche Übersetzung dieses aufschlussreichen Buches verfügbar sein wird. Angesichts der Scheu vieler Verlage in Deutschland, kritische Analysen des „Imperiums“ zu veröffentlichen, die in den USA und Großbritannien Gang und Gäbe sind, muss das fast bezweifelt werden. Solange wird man Englischkenntnisse brauchen, um dieses atemberaubende Buch lesen zu können. Tatsächlich ist es angetan, einem den Nachtschlaf zu rauben. Es mag auch Obama den Nachtschlaf rauben, dass US-Präsidenten dem Verdikt des militärisch-industriell-geheimdienstlichen Komplexes zum Opfer fallen können. Sollte er noch ein paar ehrliche politisch-gesellschaftliche Anliegen haben, wird er sich sehr wohl überlegen, ob er diese gegen die „wahre“ Macht durchzusetzen versuchen will. Vieles deutet schon darauf hin, dass er seine Präsidentschaft als solche für das Wichtigste hält, und gerne ein lebendiger Präsident bleiben möchte. Der Umgang dieser Macht mit ausländischen Politikern wird aber keinesfalls milder sein. Und, die Kontinuität der Macht seit den Tagen von Kennedys Ermordung ist sehr wohl angetan, sich weitere Fragen zum wahren Charakter des „Pearl Harbour des 21. Jahrhunderts“ zu stellen, nämlich zu „Nine-Eleven“.

Andreas Schlüter

  Weiteres zu Prescott Bush und den Nazis:

http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/g-ss/AmericanEmpire/nazis.htm

und auch im „Guardian“ http://www.guardian.co.uk/world/2004/sep/25/usa.secondworldwar

zu geplanten „False Flag Operations“ gegen Kuba aus anderer Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Northwoods

  Zu kriminaltechnischen Problemen des Kennedy-Attentats eine plausible Theorie:

http://www.youtube.com/watch?v=hfU9tqbA_hY

  zu 9/11:

http://www.familyofsecrets.com/2011/09/29/whowhatwhy-editor-russ-baker-discusses-our-exclusive-on-the-saudis-and-911-with-george-galloway/

Reagan Attentat und George H. Bush: https://de.wikipedia.org/wiki/John_Hinckley,_Jr.

Video-Vortrag: Der Einfluss der US-Machtelite auf die Internationale Politik: https://wipokuli.wordpress.com/2015/06/07/der-einfluss-der-us-amerikanischen-machtelite-auf-die-internationale-politik/

Meine Artikel zu den USA: https://wipokuli.wordpress.com/2014/02/17/link-liste-meiner-artikel-zu-den-usa/

Das Recht auf Empörung steht Jedem zu

Keine Frage, jeder Mensch, der unter der fraglos autoritären SED-Herrschaft gelitten hat, jeder Mensch, der durch die Mauer Angehörige verloren hat oder nach Fluchtversuchen im Gefängnis gesessen hat, hat das Recht, über die Mauer-Satire der Jungen Welt empört zu sein, wie jeder andere auch. So kann zum Glück überhaupt jeder Mensch sich in einer Demokratie empören, worüber ihr oder ihm Empörung angemessen zu sein scheint.

Auch in einer Partei wie der LINKEn besteht sicher das Recht, sich in seiner Empörung über unterschiedliche Dinge zu erregen. So waren nicht wenige empört, als der Berliner Landesvorsitzende der LINKEn, Klaus Lederer, seinen Auftritt auf einer „Solidaritätsveranstaltung“ für Israel hatte, während dessen Regierung die Bewohner Gazas mit dem grausamen „Sylvester-Scherz“ des „gegossenen Bleis“ traktierte und mit einer deutlich höheren Mauer den Landraub an Rest-Palästina vorantreibt. Dieser Empörung ist auch in offenem Brief Ausdruck verliehen worden. Allerdings kann ich mich nicht an eine Boykott-Aktion erinnern, die dazu aufgerufen hätte, ihn innerparteilich zu verfemen, nach Möglichkeit zu „vernichten“. Auch die sehr wenigen „Nostalgiker“ haben nicht zu seinem Sibirien-Aufenthalt aufgerufen.

Die Heuchler

Freudig hat die Kommerz-mediale Mainstream-Presse den satirischen Fehlgriff einer verdienten linken Zeitung aufgegriffen. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass in diesen Zeitungen, wenn es um historische Figuren wie Friedrich den Großen, Karl den Großen oder sonstige bedeutsame Kaiser und Könige oder andere wichtige Figuren der deutschen Geschichte geht, zuerst einmal darauf hingewiesen würde, was für despotische und grausame „Säcke“ sie gewesen seien, denen nicht wenige Menschen zum Opfer gefallen seien. Ähnliches trifft auf historische Figuren des europäischen oder amerikanischen Auslands zu. Auch die Rückbenennung von Leningrad in St Petersburg, eine Referenz mehr an den Gründer Peter den Großen denn an den Heiligen, wurde als Zeichen der „Befreiung“ gedeutet. Dabei hat der gute Mann, fraglos ein „Erneuerer“, locker viele Tausende armer Russen beim Bau zugrunde gehen lassen. Lesart ist immer, dass man Ereignisse und Figuren „vor dem Hintergrund der Zeit und der Umstände“ (wozu fraglos auch der Ort gehört) bewerten müsse.

Allerdings hört „der Spaß“ bei solchen Leuten auf, die wie unvollkommen auch immer auf „linker“ Grundlage operiert haben. Erst recht dann, wenn sie in den antiimperialistischen Kampf verwickelt sind oder waren. So ist Napoleon akzeptabel, Gaddafi ein „irrer Despot“. Die europäischen Monarchen, die damals gegen die vordringenden Türken kämpfen ließen, sind „Retter Europas“, Fidel Castro ist auch ein zu verfemender Despot, obwohl, genauer, weil er der den „US-Puff Kuba“ geschlossen hat. Dass auch diese Leute gegen die Raubzüge, denen ihre Länder ausgesetzt waren oder sind, kämpfen oder gekämpft haben, ist eben ihr Verbrechen. Wie sagt Noam Chomsky, „Terror ist immer das, was die anderen tun“!

Gaukler

Nun gibt es in der LINKEn Leute, die bedauerlicherweise dieses ahistorische Spiel mitmachen. Es ist selbstverständlich, dass man als Mitglied dieser Partei den Maßstab der Menschlichkeit an Alles legen darf, ja sollte. Es ist auch selbstverständlich, dass man auf keinen Fall die Vorgehensweise gegen Andersdenkende in Kuba loben kann. Es ist selbstverständlich, dass man die LINKE nicht zum Klon der KP Kubas machen will. Da hat man nun Empörung über den Geburtstagsgruß an Fidel Castro durch die beiden Vorsitzenden der LINKEn zur Schau gestellt. Aber bedeuten Grußbotschaften und diplomatische Reden von Politikern der bürgerlichen Parteien an genehme orientalische Despoten oder sonstige autoritäre pro-westliche Machthaber, dass diese Parteien unser Land in ein Spiegelbild des diplomatisch Hofierten Machtbereiches verwandeln wollen? So etwas werden sie weit von sich weisen und auch linke Kritiker unterstellen das nicht. Es geht um Interessen. Als linke Partei sind wir auch dem Antiimperialismus und dem Internationalismus verpflichtet. Wir wollen Kapitalismus und Imperialismus nicht stärken wie das die „Bürgerlichen“ wollen, oder?

Wenn aber linke Politiker sich in die neoliberale Zwangsjacke der bürgerlichen Notenvergabe für Machthaber zwängen lassen, Castro, Gaddafi u. a. „böse“, die libyschen Rebellen „Revolutionäre“, Israels Regierung steht einem „Leuchtturm“ der Demokratie vor etc., dann wollen sie sich entweder den Medien und der manipulierten Öffentlichkeit als „normale“ Partei (selbstverständlich zur Erreichung des „höheren Zieles“) präsentieren, oder sie wollen gleichzeitig ihren GenossInnen vorspiegeln, doch in Wahrheit Linke zu sein, die nur an die Schalthebel wollen, um dann endlich linke Politik zu machen. In jedem Falle sind sie dies: Gaukler!

Hinter die Fichte

Eine unnachsichtige Moral in der Betrachtung von politischen und gesellschaftlichen Vorgängen ist etwas Löbliches. Tiefe Empörung zu grausamem und brutalem Geschehen ist auch etwas Angemessenes. Allerdings kann sie positiv wirken in den Bereichen, wo man direkt oder indirekt wirksam werden kann. Wenn es um komplexe Zusammenhänge geht, muss man sehr genau schauen, dass sie einem nicht von völlig Unmoralischen aus der Hand genommen wird. Und man darf sich nicht an einem blinden Fleck zu einem gegenteiligen Ziel führen lassen.

Ein ausgezeichnetes Beispiel bilden in diesem Zusammenhang immer wieder die „Opium-Kriege“, die insbesondere die Briten in der Mitte des 19. Jahrhunderts führten. Kern des „Problems“ war das Vorgehen Chinas gegen den westlichen Opiumhandel und damit den „Freihandel“. Was würden wir von einem „Linken“ der damaligen Zeit halten, der sich mit der Tatsache, dass China ein Ort der massenweisen Herstellung von „Hofeunuchen“ und der noch zahlreicheren Verkrüppelung von Frauenfüßen war, zur Unterstützung des Krieges hätte verführen lassen, damit in „China endlich Humanität einzieht“? Wir würden zu Recht sagen: den hat man ganz schön „hinter die Fichte“ geführt!

Das wäre die frühe Erfindung des „Menschenrechts-Imperialismus“ gewesen, der natürlich nichts mit Menschenrechten zu tun gehabt hätte. Nun war der öffentliche Diskurs in Großbritannien damals noch nicht so weit, wie auch in anderen westlichen Ländern. Dieses Verfahren der imperialen Kräfte wurde erst später „nötig“. Aber hinter die Fichte führen lassen sich Menschen, deren Moral zwar hochentwickelt ist, deren Informationsstand aber damit nicht Schritt hält, leider allzu gern. Auch bei dem „Krieg gegen die Junge Welt“ geht es nicht um die geschmacklose Mauer-Satire, sondern eben darum, dass sie unter Anderem so ausgezeichnet über diesen „Menschenrechts-Imperialismus“ schreibt, und darüber, wie manche in der LINKEn sich am Nasenring zur Unterstützung führen lassen.

Andreas Schlüter