Mit ‘Kalter Krieg’ getaggte Beiträge

Hat sich da einer verplaudert?

1990 standen Außenminister Genscher und der US-Außenminister Baker vor der Kamera und Genscher verkündete, dass nach der Wiedervereinigung das NATO-Gebiet nicht nach Osten ausgedehnt würde (noch nicht einmal das Gebiet der ehemaligen DDR sollte einbezogen werden). Diese Zusicherung ist also filmisch gut dokumentiert, wird allerdings von „interessierten Kreisen“ immer wieder bestritten. Hier ist die Äußerung, vom „Weltspiegel“ dokumentiert (0:15):

genscher-baker-nadio

https://www.youtube.com/watch?v=1nRqiwMgsuM

Etwas ist in dieser Aufnahme erstaunlicherweise (ich beziehe mich da selbst ein) immer wieder übersehen bzw. überhört worden. Genscher unterläuft ein interessanter Freudscher Versprecher. Er spricht vom „Nadio-Verteidigungsgebiet“. Aaaah? Er will sagen „NATO-Verteidigungsgebiet“, aber, was ist „Nadio“? Nun, es gibt nur eine sprachliche Erklärung: er hatte „Gladio“ im Kopf! Das, was mit der NATO eng verknüpft ist, ist Gladio. Die „Gladio-Strukturen“, auch genannt „NATO-Geheimarmeen“ sind von den USA (und Großbritannien) eingerichtet worden, ursprünglich angeblich als „Stay Behind Armeen“ gegen eine sowjetische Invasion. Sie sind das Terrornetzwerk gegen linke Entwicklungen in Westeuropa. Wird es überhaupt genannt, wird gerne gesagt, es sei nur eine Geschichte des Kalten Krieges gewesen, was man bezweifeln kann.

Deutsche Politiker haben immer wieder so getan, als sei dies Phantasie. Aber Genscher hat sich hier wohl verplaudert!

Andreas Schlüter

https://www.youtube.com/watch?v=HtUoPRERbXk

https://www.youtube.com/watch?v=zygPxUFOjKs

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/gladio-100.html

Linksammlung zu Gladio, Geheimdiensten & den Morden des „NSU“: https://wipokuli.wordpress.com/2013/01/24/link-liste-meiner-artikel-zu-gladio-nsu-geheimdiensten-und-staatsorganen/

Vortrag von Andreas Schlüter in vier Teilen über YouTube

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YouTube-Links unten

Die vier Teile, zum Ansehen bitte je auf den Link klicken:

1. Teil: https://www.youtube.com/watch?v=_PHIFei5t8Q&feature=youtu.be

Zum Anschauen auf den Link klicken!

2. Teil: https://www.youtube.com/watch?v=4vjXxjmaA-4&feature=youtu.be

Zum Anschauen auf den Link klicken!

3.Teil: https://www.youtube.com/watch?v=Xe3EGAs2lm0&feature=youtu.be

Zum Anschauen auf den Link klicken!

4. Teil: https://www.youtube.com/watch?v=lpo2IzgIai0&feature=youtu.be

Zum Anschauen auf den Link klicken!

Achtung: bitte bei diesem 4. Teil den Schieber nach links auf Anfang setzen, da durch ein technisches Problem das Video etwas nach dem Anfang startet!

Andreas Schlüter

PDF-Datei mit Infomaterial und Quellen, auf diesen Link klicken:

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Vortragsreihe zu

Weltpolitik und Geostrategie

in sechs Blöcken

von insgesamt zwölf Stunden

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Viele Menschen haben das Empfinden, dass das weltpolitische Geschehen ein absolut unentwirrbares Chaos ist, welches nicht mehr zu durchdringen und zu verstehen ist. Das liegt unter anderem daran, dass von den Mainstream-Medien immer weniger an soliden Hintergrundinformationen geliefert wird. Die neuen Entwicklungen in den USA erhöhen bei vielen Menschen noch das Gefühl der Verunsicherung.

Ein hilfreicher Überblick über die großen Entwicklungslinien des Weltgeschehens und die geostrategischen Leitlinien der Machteliten soll in einer Reihe von sechs Blöcken mit Vorträgen und Gesprächen angeboten werden.

Jeder dieser Blöcke umfasst zwei Stunden.

1. Block: Von der „Wiege bis zur Bahre“

Als der moderne Mensch seine „Wiege“ Afrika verließ, zählte die Menschheit weit weniger Menschen als im Ersten Weltkrieg ums Leben kamen, vielleicht sogar weniger als 100.000. Gewaltige Schübe der Bevölkerungsentwicklung kamen mit der Sesshaftigkeit, den frühen großen Ansiedlungen und dem Entstehen der „Hochkulturen“ vom Niltal über China bis Mittel- und Südamerika. Insbesondere die Entwicklung Afrikas und Asiens war der Entwicklung Europas lange voraus. Erst mit dem Ende des 15. Jahrhunderts änderten sich diese Verhältnisse und Europa griff nach der Weltherrschaft, sehr zum Nachteil vieler Regionen der Welt. Dabei spielte die Entwicklung der Schifffahrt im Mittelmeer und in Zentraleuropa sowie die Übernahme der „Schießkunst“ aus China eine wichtige Rolle.

Viele bemerkenswerte Kulturen und gewaltige Menschenzahlen fielen dem Expansionsdrang europäischer Mächte zum Opfer. Nordamerika, große Teile Mittel- und Südamerikas sowie Australien wurden von Erdteilen ihrer ursprünglichen Bewohner zu Gebieten vorwiegend europäisch-stämmiger Menschen, die Reste der alten Bevölkerung ins Abseits gedrängt und auf lange einer eigenen Perspektive beraubt. Sklavenhandel und Kolonialismus erlaubten Europa die Ansammlung von Mitteln, die letztlich die industrielle Revolution ermöglichten.

Europa wurde zum absoluten Machtzentrum der Welt, sowohl auf Kosten vieler außereuropäischer Kulturen als auch auf Kosten der Menschen, die zunehmend in Europa in kapitalistische Ausbeutungsverhältnisse gedrückt wurden. Viel von wirklichem Fortschritt in Wissenschaft, Bildung, politischen Verfahren und staatlicher Effizienz ist nicht das Ergebnis „europäischer Werte“, sondern sind Früchte, die weitgehend von anderen Menschen bezahlt wurden.

Die Teilung innerhalb Europas schürte technische und militärische Konkurrenz, was einerseits den Vorsprung der übrigen Welt gegenüber vergrößerte, aber andererseits auch den „Keim des Verderbens“ in sich trug. Das Ende der Vorherrschaft Europas mit seinen widerstreitenden Zentren begann mit dem Ersten Weltkrieg und war danach besiegelt.

2. Block: Die Umkehrung der Verhältnisse

Beim Ende des Ersten Weltkriegs hatte sich die wirtschaftliche Dynamik in hohem Maße auf den Nordamerikanischen Kontinent verlagert. Dieser war nach den Verbrechen an den Ureinwohnern und mit Hilfe von Sklavenarbeit zu einem neuen Zentrum der industriellen Entwicklung geworden. Die Hoffnung vieler Arbeiter in den Industrieländern richtete sich nach Osten auf das große sozialistische Experiment.

Das Verhältnis zwischen der Seemacht Großbritannien und ihrer „Tochter“, der USA, begann, sich umzukehren, was sich im Zweiten Weltkrieg endgültig manifestierte. Gleichzeitig entfaltete sich das Ringen zwischen See- und Landmächten neu, das der britische Geograf Mackinder Anfang des Jahrhunderts beschrieben hatte. In Asien hatte Japan als erste nichteuropäische (See)-Macht den Sprung ins Industriezeitalter geschafft und ein Vorspiel zur Wiedererstarkung Asiens als weiteres Zentrum der Entwicklung der Welt geliefert.

Schon das tödliche Ringen der europäischen Mächte im Ersten Weltkrieg hatte den Widerstandsgeist gegen Kolonialismus und Ausplünderung in den Kolonien der südlichen Hemisphäre inspiriert und das Thema der Demokratie auf die „Weltagenda“ gesetzt. Im Zweiten Weltkrieg gewann auf Seiten der Alliierten in der Konfrontation mit den Achsenmächten und dem völkermörderischen Rassismus Deutschlands der Antirassismus eine medial-gesellschaftliche Bedeutung, an der sich die Kolonialmächte würden messen lassen müssen. Dies traf aber auch in hohem Maße für das neue „Weltzentrum“, die USA, als „Nicht-Kolonialmacht“ zu.

Die Bedrohung der Revolution in der Sowjetunion schon mit westlichen Expeditionstruppen dort noch in den Zwanziger Jahren und die faschistische Invasion ließen aber auch den Stalinismus als autoritäre Reaktion „gedeihen“ und das sozialistische Experiment gleichzeitig schädigen. Dies machte es erheblich leichter, auch den Arbeitern westlicher Länder gegenüber die große Systemalternative zu diskreditieren. Kurze Zeit aber erschien die Welt einig im Triumph über die Nazi-Barbarei.

3. Block: Kalter Krieg und Dekolonisierung

Die Sowjetunion ging, schwer durch den mörderischen Angriff Nazi-Deutschlands mit 20 Millionen Toten und ungeheuren Verwüstungen beschädigt, aus dem Zweiten Weltkrieg als Gegenspieler des Westens hervor. Schon der Abwurf der beiden US-Atombomben auf Japan war eher ein Zeichen an Stalin als eine militärische Notwendigkeit gewesen. Die USA, auf deren Boden kein Krieg stattgefunden hatte, war die „Werkbank der Welt“ geworden. Sie hatten auch weitgehende politische Dominanz über die Kolonialmächte gewonnen, der Frankreich sich am Längsten widersetzte. Eine wichtige Rolle in der Dominanz der USA spielte die Dollar-Hegemonie und das auf den Vereinbarungen von Bretton Woods basierende Finanzsystem.

Die Dekolonisierung ließ die „Dritte Welt“ ins westliche Bewusstsein eintreten. Charismatische und visionäre Führer dieser Bewegung gaben ihr wichtige Impulse, wurden aber oft brutal von westlichen Geheimdiensten „ausgeschaltet“, wie im Falle Lumumbas im Kongo.

Besonders blutig verlief das Ringen um Fortführung westlicher Dominanz nicht nur in Afrika sondern gerade auch in Ostasien (Korea) und Südostasien (Vietnam, Laos, Kambodscha) Frühzeitig ersetzte vielerorts der „Neo-Kolonialismus“ den offiziellen Kolonialismus. „Statthalter“ der übelsten Sorte sorgten dafür, dass die westlichen Industriestaaten statt der jeweiligen Bevölkerungen von den Schätzen der südlichen Hemisphäre profitierten. Trotz der furchtbaren deutschen Verbrechen durfte der westliche Teil des geteilten Deutschlands, die Bundesrepublik Deutschlands, wegen seiner wichtigen Funktion im „Kalten Krieg“ sich frühzeitig wieder an diesem System beteiligen.

Gewaltige Brisanz entwickelte die Auseinandersetzung um die nahöstlichen Ressourcen, zusätzlich durch die Gründung Israels befeuert. Die Entwicklung dort ließ Israel, Saudi-Arabien (das durch seine Mitwirkung an der Festsetzung „Öl für Dollar“ die US-Währung sicherte) und die Türkei als militärische bzw. ökonomische verlängerte Arme der USA (mit teils massiven Tendenzen zur Eigenständigkeit) in der Region entstehen. Immer wieder drohte die atomare Menschheitsvernichtung, nicht nur durch massive offene Krisen wie Berlin und Kuba, sondern auch durch die Gefahr von falsch interpretierten Radarmeldungen.

4. Block: Demokratie oder Herrschaft des Militärisch-Industriellen Komplexes

Von letzterem sprach mahnend in seiner Abschiedsrede der 34. US-Präsident Eisenhower, wahrlich kein „Linker“. Auch Kennedy warnte in einer Rede kurz vor seinem Tode vor Geheimpolitik und letztlich vor „Verschwörungen“. Der US-Autor Fukuyama schwärmte vom „Ende der Geschichte“, wenn weltweit Demokratie nach westlichem Vorbild herrsche. Verschwindet diese in den USA aber praktisch vor unseren Augen?

Viele Indizien sprechen dafür, dass Kennedy eben den Ambitionen dieses Militärisch-Industriellen Komplexes zum Opfer gefallen ist. Die US-Machtelite entzweite sich immer wieder über Strategie und Taktik in dem Streben um die Weltkontrolle, dabei werden die beiden wesentlichen Fraktionen gerne als „Krieger“ und „Händler“ apostrophiert. Die erste, stark im militärisch-geheimdienstlichen Bereich verankerte Fraktion neigte gewaltsamem Vorgehen zu, Kennedy war von mehr Skrupeln gegenüber den Risiken eines „Weltbrandes“ geprägt und wollte im Ost-West-Konflikt stärker auf Technologie, Wirtschaft und Diplomatie setzen. Seine Ermordung beunruhigte selbst den wahrlich „politischen Finsterling“ Nixon so sehr, dass er immer wieder darauf drang, die CIA möge ihm alle Erkenntnisse hierzu zur Verfügung stellen, was schlicht ignoriert wurde. Massive Anzeichen sprechen dafür, dass man ihm Watergate als Operation „unter falscher Flagge“ anhängte, um seine „Neugier“ zu stoppen. Dabei war das Duo Nixon-Kissinger selbst eine Plage für viele Teile der Welt, unter anderem für den Sturz des demokratisch gewählten chilenischen Präsidenten Allende und die anschließenden Massenmorde in hohem Grade verantwortlich. All diese Dinge geschahen weitgehend vor den formaldemokratischen Gremien der US-Gesellschaft verborgen. Diese Tendenzen zur „Geheimpolitik“ in den USA haben sich seitdem eher verstärkt als abgeschwächt.

5. Block: Run auf die Ressourcen

Immer dramatischer wird das Ringen um Energievorräte und Rohstoffe. Die Endlichkeit der Vorräte tritt weiter auch ins öffentliche Bewusstsein. „Pic Oil“ (der überschrittene Förderhöhepunkt) ist zwar derzeit hinter (vielleicht politisch motivierten) niedrigen Ölpreisen und dem Hype ums „Fracking“ verborgen, aber in den politischen „Think Tanks“ präsent. Von großer Wichtigkeit sind aber auch gerade „seltene Erden“ und besondere Erze wie Coltan für Computer und Handys, dem in den letzten 18 Jahren acht bis zehn Millionen Menschen im Kongo zum Opfer gefallen sind.

Besonders der Aufstieg der „BRICS-Staaten“ (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) führt zur verstärkten Militarisierung im Westen in dem Bestreben, sie vom Zugriff auf diese Reserven fernzuhalten und die Rohstoffländer des Südens von Handelsalternativen abzuhalten, wovon die in Deutschland, in Stuttgart und Rammstein angesiedelte US-amerikanische Militärzentrale US AFRICOM beredtes Zeugnis ablegt. Die „Freihandels-Religion“ soll diese Länder auch insbesondere an eigener Industrialisierung hindern, damit sie zum ewigen Rohstofflieferanten-Dasein verdammt sind. Auch ist es das Ziel der US-Politik, ein engeres Zusammenrücken seines technologischen Hauptkonkurrenten EU und des Energieriesen Russland zu verhindern.

Von besonderer Bedeutung sind natürlich auch die ökologischen Auswirkungen des global entfesselten Neoliberalismus und seiner in vielfacher Hinsicht verschwenderischen Wirtschaftsweise. Der menschengemachte Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen und verlangt eine weit mehr am Allgemeinwohl und an Nachhaltigkeit orientierte Politik, als dies den neoliberalen Machteliten Recht wäre. Schriften neokonservativer „Think Tanks“ in den USA lassen finstere Alternativen einer Politik, die auf „Entvölkerung“ von Rohstoffregionen zielt, befürchten.

Welche Rolle spielt der militante Islamismus? Ist er nur das Ergebnis rückwärtsgewandten Widerstandes gegen „Globalisierung“ und westliche Arroganz oder von westlicher Politik lange gefördert, um erfolgreiche säkulare antiimperiale Bewegungen im Nahen und Mittleren Osten zu zerstören? Die westliche Unterstützung für solche Bewegungen (zumindest im Ursprung) von den Muslim-Brüdern über die Hamas bis zu den Afghanistan-Kämpfern um Bin Laden sowie den Islamisten in Syrien deutet auf etwas anders hin.

6. Block: Politische Verschwörungen: Theorie oder Wirklichkeit?

Wohl schon lange wurde in der Politik „über Bande gespielt“, also Ziele und Zwecke verschleiert und die Bürger getäuscht. Aber es gibt besonders flagrante Beispiele, die für die Zukunft nichts Gutes ahnen lassen!

Für Operationen „unter falscher Flagge“ (um sie Gegnern anzuhängen) waren schon die Nazis berüchtigt, der Reichstagsbrand (wahrscheinlich) und der angebliche polnische Angriff auf den Sender Gleiwitz sind „berühmte“ Beispiele. Verwandte Operationen sind Unfälle, die als Sabotage oder Angriffe anderer Nationen ausgegeben werden, wie dies für die Explosion der „Maine“ als Auftakt des Amerikanisch-Spanischen Krieges war. Auch glatte Erfindungen oder maritime Zusammenstöße, deren Ort zum Beispiel in internationale Gewässer „verlagert“ wird, sind vorgekommen, wie dies beim „Tonking-Zwischenfall“ der Fall ist.

Eine klassische Vorlage für große False-Flag-Operationen der USA ist das „Project Northwoods“. Die Chefs der vereinigten Stäbe der US-Streitkräfte arbeiteten nach der gescheiterten „Schweinebucht-Invasion“ von Exilkubanern den Plan für eine Reihe von Terroranschlägen innerhalb und außerhalb der USA mit Toten und Verletzten einschließlich einer fingierten Flugzeugentführung und Abschuss aus. Dies sollte einen Vorwand für eine großmaßstäbige Invasion der USA auf Kuba ergeben. Kennedy stoppte das kriminelle wie hochriskante „Spiel“, danach lebte er nicht mehr lange.

Zu trauriger („Insider“)-Berühmtheit sind auch die „NATO-Geheimarmeen“, nach dem italienischen Ableger „Gladio“ genannt, gelangt. Ihre Geschichte wurde u. a. von dem Schweizer Historiker Daniele Ganser gründlich aufgearbeitet. In Italien führte diese Geheimdienstorganisation u. a. die furchtbare Bombenexplosion im Hauptbahnhof von Bologna durch, um sie der italienischen Linken anzulasten.

Tatsächlich ist die Diskussion um die „dunkle Seite des Westens“ zum Beispiel in den USA weit lebendiger als in Deutschland, wo sich nur wenige namhafte Leute an dieses heikle Thema wagen. Es gilt aber, sich intensiv mit den verdeckten Operationen der US Machtelite zu beschäftigen, wenn man diese Welt gerechter und friedlicher machen will. Und da findet sich bei genügend „tiefer Grabung“ noch sehr viel!

Demokratie funktioniert aber nur mit gut informierten Bürgern, die nicht auf wohlfeile „Narrative“ vertrauen, sondern reale Zusammenhänge durchschauen. Der berühmte Politik-Analytiker (und Linguist) Noam Chomsky hat das in seinem Buch „Media Control“ eindringlich beschrieben. Und er sagt sarkastisch: „Terror ist immer das, was die Anderen tun!“.

Bei Bedarf kann das Konzept sowohl gerafft als auch um bestimmte Themen erweitert werden. Haben Sie Interesse, dann treten Sie bitte mit mir in Kontakt, um die Modalitäten zu besprechen.

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befreiung

Am 8. Mai 1945 war der 2. Weltkrieg in Europa mit der deutschen Kapitulation offiziell zu ende. Mit vollem Recht fühlten alle Nicht- und Anti-Nazis sich befreit und ich kann nur ebenso froh sein, dass der menschenverachtende „Spuk“, der tatsächlich keiner war, sondern viele Millionen von Menschenleben verschlingende Realität, beendet war, und dies mir ermöglichte, in ein von der Naziherrschaft (leider nicht wirklich von Nazis) befreites Westdeutschland hineingeboren zu werden (1947). An dieser Befreiung haben die Soldaten der Roten Armee die „Hauptlast“ – welch verharmlosendes Wort – getragen. Es war für Deutschland fraglos der „Tag der Befreiung“!

In Perspektive

Man hüte sich aber vor „germano-zentrischer“ Perspektive, vor der Sicht, als wäre es das Ziel gewesen, die Mehrzahl der Deutschen, die leider – als es „gut“ lief – immer wieder dem „Führer“ zujubelten, zu befreien, nein, die Menschen Osteuropas wurden befreit von einem deutschen Okkupationsregime, das für sie Versklavung und Ausrottung, den perpetuierten „Untermenschen-Status“ vorgesehen hatte! Nach den bei Wikipedia eingestellten Zahlen kostete der deutsche Versklavungskrieg gegen Osteuropa allein die Sowjetunion mehr als 11 Millionen toter Soldaten und über 15 Millionen toter Zivilisten (http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg)

Eine ganz schräge Perspektive droht die Szene zu beherrschen, wenn der Blick nach Westen geht. Fraglos hat die materielle Unterstützung der Sowjetunion durch die USA eine Rolle gespielt, aber noch gravierender ist die Unterstützung, die wichtige Teile der US-Wirtschaftsmacht bei der Machtübernahme durch die Nazis gespielt haben! Dies taten sie nur teils aus gedanklicher Kumpanei mit rassistischer und antijüdischer Nazi-Ideologie wie Henry Ford, sondern wesentlich aus der geostrategischen Zielsetzung, durch ein „Blitzkriegs“-fähiges Deutschland den weltpolitischen Hauptkonkurrenten England auf die Plätze zu verweisen und die Systemalternative Sowjetunion zerbomben und zerschlagen zu lassen, um das „Amerikanische Jahrhundert“ zu befestigen (http://tinyurl.com/6798tjr). Die erste Zielsetzung ist erreicht worden, die zweite wurde erst nach dem Kalten Krieg zum Teil erreicht. Allerdings besteht das Ziel weiter, Russland zusammen mit dem „Land der Mitte“, China, daran zu hindern, den der Größe dieser Länder entsprechenden Rang im Weltgeschehen zu bekleiden (http://tinyurl.com/bqqdwmv).

Ist der Faschismus tot?

Nach dem Zweiten Weltkrieg sammelten US-Geheimdienste (und der MI 6) alles an Nazis und Faschisten ein, was nicht in allererster Reihe gestanden hatte, um durch „Geheimarmeen“ alle linke und sozialorientierte Politik in ihrem Machtbereich zu zerschlagen (Gladio, http://tinyurl.com/a3aqv2p). Die oberflächliche Symbolik von Nazitum und Faschismus räumte der Imperialismus als „lernendes System“ irgendwann in die Rumpelkammer, aber die Mittel zur Durchsetzung „neufreiheitlicher“ Auspressung und Knebelung der Mehrzahl der Menschen auf diesem Globus sind keineswegs wirklich andere, wie sehr schön Naomi Klein in „Die Schock-Strategie“ darlegt. Dass dabei auch immer wieder auf schlichten Faschismus zurückgegriffen wird, ist ebenso gut belegt. Vielleicht kann man die neuen Tendenzen am besten als „Konzern-Faschismus“ bezeichnen. Konzerne wie Monsanto (http://tinyurl.com/6x6vxro) und Microsoft spielen dabei eine wichtige Rolle wie die Großbanken, die „too big to fail“ sind, um aus den USA heraus die Welt „fest im Griff“ zu halten (http://www.youtube.com/watch?v=t-XIeb879SY&feature=youtu.be).

Andreas Schlüter

Entsetzlich, was in Boston beim Marathon geschehen ist! Die Opfer haben mein tiefes Mitgefühl, genauso wie die Opfer des Imperialismus´ im Kongo (1), in Libyen, Mali, West-Papua und Syrien, und genauso, wie die Opfer von Nine Eleven und von Oslo (2).

Ein Akt des Terrors

Obama hat diesen Anschlag völlig zu Recht als „Akt des Terrors“ bezeichnet und zu Recht offen gelassen, ob vielleicht im Inland organisiert worden sei. Und finstere Gedanken drängen sich auf. Wieder einmal ist die US-Machtelite darauf aus, Regierungen anderer Länder „umzulegen“ und weitere Kriege anzuzetteln. Dabei geht ein tiefer Riss durch die US-Machtelite. Die „Softpower“ Fraktion mag zwar ganze Volkswirtschaften erdrosseln, scheut aber mit gutem Grund vor direkten Kriegen zurück. Die Neocon Fraktion will die direkte Aktion und den Soldatenstiefel auf dem Boden, oder zumindest US Bomben auf fremdem Boden: http://tinyurl.com/bne6lnr

Es geht ein verdeckter Krieg zwischen den beiden Fraktionen vor sich (3), vergleichbar den Auseinandersetzungen zwischen dem Teil der US-Machtelite, die hinter Kennedy stand und dem Teil, der die Operation Northwoods wollte, die von Kennedy gestoppt wurde. Er hat danach nicht mehr sehr lange gelebt (4). Mit der Operation Northwoods sollte in den USA das gleiche betrieben werden, was die Geheimdienste der USA zum Beispiel so ausgedehnt in Europa mit Gladio (5) betrieben.

operation-northwoods

Das alte Konzept lebt

Sehr naiv wäre es, den Medieneinschätzungen, die es zwar wagen, Gladio zu erwähnen, diese „Organisationsform“ aber ausschließlich als der Epoche des „Kalten Krieges“ zugehörig darstellen, zu glauben. So wenig, wie die wirkliche Macht in den USA daran dachte, nach dem Ende des Kalten Krieges und der Auflösung des Warschauer Paktes die NATO aufzulösen, so wenig hat sie natürlich daran gedacht, diesen „Apparat“ aus der Hand zu legen. Das, was diese Kräfte so umfangreich überall auf der Welt betrieben und betreiben, könnte nun (wieder einmal) in die USA zurückgekehrt sein. Auch der größte Anschlag in den USA, „Nine Eleven“, drängt in vielen Einzelheiten den Verdacht auf, es könne sich um einen „Inside Job“ gehandelt haben – http://tinyurl.com/3gy8otq

Es würde unter diesen Voraussetzungen nicht überraschen, wenn bald merkwürdige „Indizien“ auftauchten, die in Richtung Iran, Nordkorea oder Venezuela „deuten“. Aber vielleicht ist es auch „einfach“ nur eine „Mahnung“ an Obama, sich nicht zu weit von den „Wünschen“ der Neocons zu entfernen.

Andreas Schlüter

4)      https://wipokuli.wordpress.com/2012/01/08/kennedy-und-warum-es-nichts-mit-change-ist/

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Durch Schweigen bewahre ich die Freiheit„, steht auf dem Wappen der italienischen Geheimarmee „Gladio“

Auf diesem Blog sind eine ganze Zahl von Artikeln erschienen zu den NATO-Geheimarmeen, nach dem italienischen Ableger „Gladio“ genannt, sowie zur rechtsradikalen Mordbande „NSU“, den Geheimdiensten und Staatsorganen. Um meinen Lesern den Zugriff auf alle Artikel zu erleichtern, habe ich hier die Links zusammengefasst. Die Links sind nach Erscheinungsdatum in absteigender Reihe sortiert (zu den USA speziell: http://tinyurl.com/o3psrzf ).

Andreas Schlüter

21. Dezember 2016

Papiere des „Breitscheidplatz-Attentäters“ gefunden: Alles klar?“: https://wipokuli.wordpress.com/2016/12/21/papiere-des-breitscheid-attentaeters-gefunden-alles-klar/

15. Oktober 2016

Terror, „NSU“ und spektakuläre Morde: der Jongleur mit Tarnkappe“: https://wipokuli.wordpress.com/2016/10/15/terror-nsu-spektakulaere-morde-der-jongleur-mit-tarnkappe/

14. Oktober 2016

Der „Selbstmord“ von Al-Bakr: tut sich nur wieder der „Sachsensumpf“ vor uns auf? https://wipokuli.wordpress.com/2016/10/13/der-selbstmord-von-al-bakr-tut-sich-nur-wieder-der-sachsensumpf-auf/

11. Januar 2016

Hässliche Ereignisse für Frankreich und Deutschland! Paris, Köln, Axt-Attacke usw.”: https://wipokuli.wordpress.com/2016/01/11/aug-in-aug-mit-dem-monster-2-wenn-man-diese-nicht-zuhaelt-eine-reihe-haesslicher-ereignisse/

9. Dezember 2015,

NSU-Prozess: Beate Zschäpe gibt den Albert Speer!” https://wipokuli.wordpress.com/2015/12/09/nsu-prozess-zschaepe-gibt-den-albert-speer/

18. November 2015,

Aug in Aug (?) mit dem Monster (1)”: https://wipokuli.wordpress.com/2015/11/18/aug-in-aug-mit-dem-monster-1-der-nsu-prozess/

16. Dezember 2012, “USA, unser “Großer Bruder“: und willst du nicht mein Bruder sein…“ https://wipokuli.wordpress.com/2012/12/16/usa-unser-groser-bruder-und-willst-du-nicht-mein-bruder-sein/

8. Oktober 2012, “Deutschland: Politik und optische Täuschung”: https://wipokuli.wordpress.com/2012/10/08/deutschland-politik-und-optische-tauschung/

22. Juli 2012, “Zum Jahrestag des Breivik-Massakers, und ist´s auch Wahnsinn, hat es doch Methode?“: https://wipokuli.wordpress.com/2012/07/22/zum-jahrestag-des-breivik-massakers-und-ist%c2%b4s-auch-wahnsinn-hat-es-doch-methode/

17. Juli 2012, “US-Machtelite: wir wissen, was ihr vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg gemacht habt!“: https://wipokuli.wordpress.com/2012/07/17/us-machtelite-wir-wissen-was-ihr-vor-wahrend-und-nach-dem-zweiten-weltkrieg-gemacht-habt/

5. Juli 2012, “Verfassungsschutz und NSU: der Skandal, der nicht begriffen werden soll!“: https://wipokuli.wordpress.com/2012/07/05/verfassungsschutz-und-nsu-der-skandal-der-nicht-begriffen-werden-soll/

9. Mai 2012, “Der brüchige Sieg über den Faschismus”: https://wipokuli.wordpress.com/2012/05/09/der-bruchige-sieg-uber-den-faschismus/

27. April 2012, “Die schöne Neue Welt der Inszenierungen“: https://wipokuli.wordpress.com/2012/04/27/die-schone-neue-welt-der-inszenierungen/

22. April 2012, „Breivik: the Burning Questions”: https://wipokuli.wordpress.com/2012/04/22/breivik-the-burning-questions/

2. Februar 2012, „Oury Jalloh: Fragen nach dem Zusammenhang“: https://wipokuli.wordpress.com/2012/02/02/oury-jalloh-fragen-nach-dem-zusammenhang/

8. Dezember 2011, „Nebelzelle oder Warnung“: https://wipokuli.wordpress.com/2011/12/08/nebel-zelle-oder-warnung/

18. November 2011, „Richter Adam, Nachdenkliches zum Hintergrund der Zwickauer Zelle“: https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/18/richter-adam-nachdenkliches-zum-hintergrund-der-zwickauer-zelle/

15. November 2011, „Gedanken zum Psychoprofil der „Zwickauer Zelle“ und zu den deutschen Geheimdiensten“: https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/15/gedanken-zum-psycho-profil-der-%e2%80%9ezwickauer-zelle%e2%80%9c-und-zu-den-deutschen-%e2%80%9ediensten%e2%80%9c/

12. November 2011, „Gladio: eine untote Organisation“: https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/12/%e2%80%9egladio-eine-%e2%80%9euntote-organisation/

28. Juli 2011, „Ein bedeutender Teil der Terror-Geschichte”: https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/28/ein-bedeutender-teil-der-terror-geschichte/

23. Juli 2011, „Norwegen: Shock and Awe“: https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/23/norwegen-shock-and-awe/

14. Februar 2011, „Nachschlag zu „Waren wir die Guten“?“: https://wipokuli.wordpress.com/2011/02/14/nachschlag-zu-waren-wir-die-guten-pulver-kurt-nur-ein-spinner/

17. Januar 2011, „Waren wir die Guten? Zwei Buchempfehlungen“: https://wipokuli.wordpress.com/2011/01/17/waren-%e2%80%9ewir%e2%80%9c-die-%e2%80%9eguten%e2%80%9c-zwei-buchempfehlungen/

Wirklich pikant (Artikel aus anderer „Feder“): http://blog.magitek.de/brief-von-der-nsa-ich-bin-ein-terrorverdaechtiger

Vieles deutet auf massive Unterstützung der neonazistischen Mordtäter der „Zwickauer Zelle“ durch Teile des Verfassungsschutzes hin. Selbst Mainstream-Medien, sonst immer darauf bedacht, nichts „Falsches“ unters Volk zu bringen, sind von der Entwicklung so überrascht, dass sie Einiges an Ungereimtheiten munter ins Publikum werfen (siehe unten).

Ein finsteres Geflecht

Es ergibt sich das Bild eines Geflechts von Rechtsradikalen, „Verfassungsschützern“ und politischen Schutzpatronen, so, wie es für die „NATO Geheimarmeen in Europa“, kurz nach der italienischen Variante „Gladio“ genannt, charakteristisch war (http://www.danieleganser.ch/). Bis jetzt hat die „staatstragende“ deutsche Politik sich der Existenz dieser Strukturen während des Kalten Krieges nicht gestellt. Es ist „Staatsraison“, darüber nicht zu reden. Es ist zunehmend unwahrscheinlich, dass diese Strukturen nicht überlebt hätten. Insbesondere die „Wiedervereinigung“ könnte es dem Imperium (den USA) als „nötig“ erschienen haben lassen, sich der „Bravheit“ der Menschen in den „Neuen Bundesländern“ wie im gesamten Deutschland zu versichern. Sind da die Politiker, die mit den „Diensten“ befasst sind, in der Rolle des Richters Adam aus dem „zerbrochenen Krug“?

Wie kam die „braune Flut“ in die Neuen Bundesländer?

Fraglos gab es in den Neunziger Jahren eine Reihe von traurig förderlichen Bedingungen für das Erstarken des Rechtsradikalismus´. Da war das nationale Getöse, die Siegerattitüde dem „Sozialismus“ und dem „Kommunismus“ gegenüber. Da gab es bald die Perspektivlosigkeit junger Menschen in „abgewickelten“ Regionen der ehemaligen DDR. Es gab die Förderung der Stimmung, alles aus DDR-Zeiten über Bord zu werfen, warum nicht auch „Antirassismus“ und „Antifaschismus“, so „löchrig“, wie er teils auch dort war. Aber, es gab auch neben der Bewegung der Gebrauchtwagen in die Neuländer die massenhafte Bewegung von Neonazis dorthin. Da fragt man sich schon, ob da halt a bisserl logistische Unterstützung im Spiel gewesen sein könnte. Und von wo hätte sie kommen können?

Die Sicht des Imperiums

Aus der Sicht der USA, die auf so brutale Weise durch Gladio die Politik in europäischen Ländern beeinflusst hatte, gab es zwei gravierende Probleme mit Deutschland und der Wiedervereinigung. Zum einen gab es die Gefahr, dass die Bevölkerung der ehemaligen DDR bald merken würde, der nun „zu ihnen gekommene Westen“ sei vielleicht nicht so golden wie gedacht. Das wiedervereinigte Deutschland könne nun insgesamt mit sozialistischen Ideen zu Wirtschaft und Gesellschaft infiziert werden. Nicht umsonst ist DIE LINKE, deren eine Quelle ja die PDS war, praktisch die stärkste linke Partei in Europa geworden. Zum anderen gab es die Gefahr, dass der wachsende Wirtschaftsgigant Deutschland zur wachsenden Unabhängigkeit Europas beitragen könne. Da hätte es doch aus dieser Perspektive nötig erscheinen können, auch der ja wahrlich nicht revolutionären, aber „eigenständigkeits-gefährdeten“ deutschen politischen Klasse ein paar Probleme ans Bein zu binden. Und da soll man Gladio mit seinen „funktionierenden“ Verflechtungen in die aus Nazi-Wiegen gekommenen deutschen Dienste sang- und klanglos zu den Akten gelegt haben?

Die furchtbare Saat ging schnell auf

Bald brannten Häuser, Migranten mussten um ihr Leben fürchten, abgesehen davon, dass sich gesellschaftliche Teilungen rasant weiterentwickelten. Die Klassenteilung wurde durch „Herkunftsteilungen“ überdeckt: 1. Klasse „Wessis“, 2. Klasse „Ossis“, 3. Klasse „Wessi-Ausländer“, 4. Klasse „Ossi-Ausländer“! Das ethnische Spektakel konnte sich entfalten. Um die Keimzellen des neofaschistischen „Westexportes“ entwickelten sich „braune Zentren“, die ganze Regionen in „Schach“ hielten und halten. Und von dort kam die Welle entfesselt in die „alte Bundesrepublik“ zurück. Der Blick auf Deutschland wird bei den Nachbarn (die wahrlich nicht alle immun gegen Rassismus und Ausgrenzung sind) immer wieder von rassistischen Exzessen und Morden verdunkelt. Das „braune“ Pack eignete sich hervorragend als „nützliche Idioten“ in dem Spiel, Deutschland in schwierige Situationen zu bringen. Damit Eines klar ist: diese Lumpenbande ist natürlich nicht als „arme Verführte“ zu sehen. Man hat sie bei ihren widerlichen, menschenverachtenden Leidenschaften packen können. Und nun zeigt sich, dass das Spiel kräftig weiter gegangen ist. Morde, die man genehm den „ausländischen kriminellen Milieus“ zuschieben konnte, die rassistische Hetze verstärkend, entpuppen sich als Fortsetzung der Taten der Neunziger Jahre à la „Mölln“.

Richter Adam in der Zwickmühle

Nun müsste die deutsche Politik, die solange im Transatlantischen Geflecht zappelte, die die Gladio-Spiele so lange zuließ und sich zum Komplizen machte, diesen Sumpf austrocknen. Die Details daraus hängen ihr aber wie ein Mühlstein am Hals. Manche Politiker sind wohl auch ahnungslos. Und da tauchen dubiose Datenträger auf. Hans-Peter Uhl (CSU), hatte der „Mitteldeutschen Zeitung“ gegenüber geäußert, „es sei „nicht ausgeschlossen, dass sich aus all dem noch ein Verfassungsschutz-Problem ergibt“ (http://tinyurl.com/ct4p9c5). Flapsig ließ er verlauten: „Ich habe das Gefühl, das wird noch sehr interessant“. Ja, und nun steht er auf der im ausgebrannten Terror-Haus „gefundenen“ Liste, und wundert sich, wieso er darauf stehe (http://tinyurl.com/d2jrpaw). Gibt es eine deutlichere Warnung? Ein GAU der politischen Klasse. Da hilft nun nur noch geschauspielerte Betroffenheit den Opfern des menschenverachtenden Treibens gegenüber. „Gemeinsamkeit“ der demokratischen Parteien ist gefordert. Sie mögen bis auf DIE LINKE im wirklichen Spitzenpersonal ja auch alle irgendwie drin hängen. Wären die Parteien alle so demokratisch, würden sie ihre Spitzenleute auf die „Streckbank“ einer intensiven Befragung legen.

Occupy Verfassungsschutz!

Die durchs Stasi-Unwesen ergrimmten DDR-Bürger stürmten die Zentrale und versuchten Einblick in die Daten zu nehmen. Haben wir vielleicht noch einmal solche Aktion nötig? Gab es nur menschenverachtendes Geheimdienstunwesen in der DDR? Nur so lässt sich vielleicht der alte Wunsch umsetzen: nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Andreas Schlüter

Interessante Links:

http://www.gmx.net/themen/nachrichten/deutschland/288fq7c-nazi-festnahme-wurde-gestoppt

http://www.gmx.net/sidbabhdcd.1321630629.2681.p0xyqj4myy.75.kij/themen/nachrichten/deutschland/148fohu-doch-kein-nazi-selbstmord

http://www.gmx.net/sidbabhdef.1321630762.2683.kekusfi42z.73.kvr/themen/nachrichten/deutschland/188fpvy-terrorzelle-groesser-als-gedacht

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Mordserie-weitet-sich-zu-Geheimdienst-Affaere-aus-1918885199

Eben war ich mit meiner Lebensgefährtin wieder auf dem Tempelhofer Feld. Es ist ein unvergleichlich schöner Ort mit einer höchst widersprüchlichen Geschichte. Wilhelminischer Exerzierplatz, Luft-Pionier-Ort, brutales Symbol des Nazi-Größenwahns und seiner Verbrechen, Symbol der Kalte-Kriegs-Hysterie und auch noch lange Ort des Sicherheits-Wahnsinns innerstädtischen Flugbetriebs.

Lange hatte das west-berliner Inselnarrativ diesen Ort der Nazi-Verbrechen und des Zwangsarbeiter-Elends mit dem Luftbrücken-Mythos verklärend zugedeckt. Diesem waren viele Menschen so verfallen, dass es erheblicher politscher Anstrengungen bedurfte, um genug BewohnerInnen der Stadt zu überzeugen, das „Volksbegehren“ der „Tempelhof-Fetischisten“, den Flugbetrieb fortzusetzen, abzuschmettern. Dies geschah am 27. April 2008 in einem Volksentscheid mit Hilfe von Bürgerinitiativen, der LINKEn, der SPD und der Grünen. CDU und FDP hatten sich „redlich“ bemüht, die Kalte-Kriegs-Hysterie zu schüren, aber zum Glück vergeblich.

So starteten am 30. Oktober kurz vor Mitternacht die beiden letzten Flugzeuge vom Tempelhofer Feld. Es brauchte aber intensives Ringen, um die Administration schließlich dazu zu bewegen, das Feld endlich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Am 8. Mai 2010 war es dann endlich so weit und die Menschen der Stadt konnten den Ort in Besitz nehmen. Hier kann man darüber erfahren: http://www.dielinke-tempelhof-schoeneberg.de/politik/themen/flughafen_tempelhof/ .

Dieser Tag brachte auch Gelegenheit, mit ausgedehnten Flugblattaktionen auf die finsteren Schattenseiten des Ortes zu verweisen. Nicht nur war das unter den Nazis errichtete, aber nie gänzlich fertiggestellte Hauptgebäude als Ort militaristischer Flugschauen vorgesehen, das benachbarte Columbia-Haus war eine Zeit lang KZ. Es gab sowohl im Zusammenhang mit der Waffenproduktion als auch der Gepäck-Abfertigung Tausende von Zwangsarbeitern, die dort Unsägliches durchmachten. Das Hauptgebäude, dass erst nach dem Krieg für den Flugbetrieb genutzt wurde, zeigt von Außen die Brutalität einer Trutzburg, präsentiert sich allerdings vom Feld her in funktionaler Modernität, zwei Seiten einer zweifelhaften Medaille.

Tag der Befreiung

Seit dem 8. Mai 2010, dem Tag der Befreiung vom Nazi-Terror, können die Bewohner der Stadt und ihre Besucher nun also diesen Ort genießen, der eine unbeschreibliche Weite bietet, mit einer Luft, wie man sie sonst nur an der See genießen kann. Die vielen BesucherInnen kommen sich in dieser Weite kaum in die Quere, egal, ob sie nun zu Fuß, auf dem Rad, auf Skatern oder dem Skateboard, oder gar als Windsurfer unterwegs sind. Auch eingezäunte Hundeausläufe sind insbesondere durch aktive Neuköllner erkämpft worden. Dazu ist der Ort bei nahezu jedem Wetter äußerst reizvoll. Den fast immer währenden aber nicht unangenehmen Wind wissen ganz besonders diejenigen zu schätzen, die Drachen steigen lassen. Berlin ist um eine Attraktion reicher!

Aber, es droht Gefahr! Wie es bei Seen so ist, die Begehrlichkeit nach den „Seegrundstücken“ wächst und der Senat schmiedet Randbebauungspläne sowie Pläne hinsichtlich der Zerstückelung des Feldes für eine Gartenschau. Man kann nur hoffen, dass die Menschen, die sich diesen Ort nun erschlossen haben, insbesondere, diejenigen, die sich im HARTZ IV-Elend eine Urlaubsreise überhaupt nicht mehr leisten können, genug Energie aufbringen werden, um erfolgreich gegen den Versuch zu kämpfen, ihnen dieses Allgemeingut wieder zu entreißen. DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg wie auch DIE LINKE Neukölln wehren sich seit langem gegen die Pläne des Senats, am Feld „herumzunagen“.

Hände weg von diesem unvergleichlichen Ort der Weite und der errungenen Freiheit!

Hier Impressionen vom Wiesenmeer (anklicken!): rundgang-thf-p-d-f

Andreas Schlüter

 

Zu einem sehr besorgniserregenden Bereich der nicht enden wollenden Geschichte des Terrors gibt ein Buch besonders gute Einblicke: „Nato-Geheimarmeen in Europe, Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung“ von Dr. Daniele Ganser (Orell Füssli Verlag Zürich ISBN 978-3-280-06106-0) (1). Der Autor, ein Schweizer Historiker und Friedensforscher, ist Dozent an der Universität Basel.

http://www.danieleganser.ch/NATO_Geheimarmeen_in_Europa_1211310734.html + http://www.youtube.com/watch?v=sd9o6kohI7I

Aufbauend auf den Erlebnissen und Erfahrungen mit deutscher Besatzung war es Amerikanern und Briten relativ leicht, Menschen in vielen Ländern Europas zu überzeugen, dass man für eine Besetzung (nun als von der UdSSR ausgehend) Vorsorge treffen müsse. Es ging also zuerst einmal vorgeblich darum, „Stay Behind Armeen“ zu schaffen, die etwaigen Besatzern nach der Eroberung das Leben schwer machen sollten. Man könnte dies nun den Gegebenheiten des „Gleichgewichts des Schreckens“ zuschlagen, das ja möglicherweise Europa die Schrecken eines Dritten Weltkrieges erspart haben könnte.

Antifaschistische Tradition?

Indessen spielte die antifaschistische Tradition der ehemaligen Opfer deutscher Besatzung unter den europäischen Ländern bald keine Rolle mehr – auch die westlichen Dienste wussten übrigens frühzeitig, dass eine sowjetische Invasion Westeuropas keineswegs anstand – es ging um anderes, nämlich um den politischen Kampf gegen linke Ideen und Politik. Dafür hatte man keinerlei „Berührungsängste“ gegenüber Faschisten und ehemaligen Kollaborateuren. In Italien hieß dann die Struktur auch „Gladio“ nach dem römischen Kurzschwert, wie auch die italienischen Faschisten gerne an römische Gewaltsymbole anknüpften. So entpuppte sich die wirkliche Aufgabe der geheimen und den „demokratischen“ Kontrollmechanismen komplett entzogenen Strukturen bald als massive Kontrolle der Amerikanischen Regierung über die Politik der europäischen Länder außerhalb des Ostblocks. Im Kampf gegen Linke Ideen und Politik wie gegen nationale Eigenständigkeit beschränkte sich der Kampf nicht auf „Kommunisten“, sondern bezog auch sozialdemokratische Politiker ein, die ebenso auf Todeslisten der NATO-Geheimarmeen landeten.

Frankreichs Sonderrolle

Es war praktisch nur Frankreich, das aus der Situation schließlich die Konsequenz zog und nicht nur die Zentrale der amerikanischen Geheimarmee des Landes verwies, sondern auch aus den Kommandostrukturen der NATO ausscherte, allerdings nicht aus der NATO austrat. Besonders deutlich wurde die gesuchte Nähe zu den deutschen Faschisten natürlich in Deutschland selbst, wo die USA über die Geheimstrukturen nicht nur Klaus Barbie (den „Schlächter von Lyon“) seiner gerechten Strafe entkommen ließen, sondern den Schreckensspezialisten Reinhard Gehlen (den Schöpfer der Organisation „Fremde Heere Ost“) zum Chef des wichtigsten Geheimdienstes der jungen Bundesrepublik Deutschland machten.

„Wehrwölfe“ gegen die Demokratie

Was Ganser nicht thematisiert, was aber auf der Hand zu liegen scheint: insgesamt stellt sich die Entwicklung der Geheimarmeen in der Zeit weniger von den Widerstandsbewegungen gegen die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg als vielmehr von der durch Himmler ins Leben gerufenen „Wehrwolf-Organisation“ inspiriert dar, die nach einer Besatzung durch die Alliierten Angst und Schrecken verbreiten sollte. So ist es auffällig, dass diese trotz allen Fanatismus´ ihrer Schöpfer und Organisatoren nach Kriegsende praktisch nicht in Erscheinung trat. Dies legt den Verdacht nahe, dass, obwohl Himmler selbst nicht mit den Amerikanern „ins Geschäft“ kommen konnte, vielleicht schon dieses Netzwerk frühzeitig von den US-Diensten übernommen und „integriert“ worden sein könnte. Es scheint als „Blaupause“ für Gladio & Co viel glaubwürdiger als z. B. die „Resistance“.

Der „große Bruder“

Letztlich stand entgegen allen Bekundungen, die Freiheit der Menschen gegen die Gefahren des Stalinismus und Post-Stalinismus zu verteidigen, das Bestreben im Vordergrund, die Interessen der Herrschenden in den USA und Großbritannien gegen die Freiheit der Bevölkerung in den betreffenden Ländern zu stellen und die Souveränität der entsprechenden Länder auszuhöhlen. Dabei spielte nicht nur Propaganda, Intrige und Rufmord eine Rolle, sondern insbesondere auch blanker Terror. Allerdings sollte er in den meisten Fällen nicht in seinem Ursprung sichtbar sein. Er sollte in der Regel als „linker“ oder „kommunistischer“ Terror wahrgenommen werden, er war (und ist?) vorwiegend „False Flag“-Terror, also unter falscher Flagge ausgeführter Terror.

Terror

Das Buch liefert (und bestätigt) viele Indizien, dass diverse Anschläge von Brabant in Belgien bis zum großen Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof von Bologna (mit über 80 Toten) letztlich das Werk dieses geheimen Netzwerkes waren. Hinzuzufügen ist, dass auch Manches der „RAF-Taten“ nicht frei ist vom Verdacht, noch weitere Hintergründe zu haben.

Gerne wird medial das Thema als mit dem Kalten Krieg beendet dargestellt. Indessen hat der Westen nach seinem Sieg über den Ostblock keinerlei inneren Umbruch erlebt. Aber neben den alten linken Gegnern hat er sich neue Gegener geschaffen. Da gibt es den „Islamismus“, der zwar keinerlei weltpolitische Macht besitzt, aber dennoch mit einem neuen Weltkrieg (genannt Krieg gegen den Terror) bekämpft werden muss und auch in seiner Gefährlichkeit gezeigt werden muss. Nun gehen die USA allerdings mit der islamischen Welt so um, dass zwar mal der eine oder andere Mensch aus diesem Raum zur Gewalt bereit ist. auch Selbstmord-Attentate kommen vor, ob man aber gerade diese aufrichtiger weise als „feige“ bezeichnen kann, ist eine andere Frage. Aber nach den Erfahrungen mit der Wirksamkeit von „False Flag Operations“ kann man sich viele Fragen stellen, was die realen Hintergründe diverser Terror-Angriffe angeht. Schon vor „Nine-Eleven“ haben vermeintliche Terrorangriffe so ausgezeichnete Grundlagen für „beherztes“ weltpolitisches Agieren geliefert, dass man an der alten Kriminalisten-Frage „wem nützt es?“ nicht wirklich vorbei kommt. Ganser weicht ihr nicht aus, verwist aber als Politkwissenschaftler gewissenhaft die  Antwort in die Zukunft.

Nazis am Werk

Allerdings spielten nicht nur Operationen eine Rolle, die linke Politik oder vielleicht heutzutage die islamische Welt in Misskredit bringen und zum Angstobjekt machen soll. Es sind auch Ereignisse eingetreten, die man nach Lage der Dinge diesem Netzwerk zuschreiben muss, und die schlicht Angst und Schrecken verbreiten, die Gesellschaft verunsichern und Überwachungspolitik mit Nahrung versorgen sollten. Auch kann man damit rechnen, dass derartige Strukturen dazu genutzt werden, Druck auf Regierungen auszuüben, sozusagen für Regierungskreise als deutliche Warnungen, ohne das dies für die Medien und die Bevölkerung deutlich wird. Die betreffenden Regierungen werden allgemein nicht geneigt sein, dies an die große Glocke zu hängen, da es ihre Legitimation untergraben würde. Als Beispiel dafür ragt das Münchner Oktoberfest-Attentat heraus. Am 26. September 1980 kostete die Bombenexplosion 13 Menschen das Leben, unter den 213 Verletzten befanden sich viele Schwerverletzte. Die alleinige Täterschaft von Gundolf Köhler, ein rechtsextremes Mitglied der berüchtigten „Wehrsportgruppe Hoffmann“ muss ernsthaft bezweifelt werden, wie Ganser ausführlich darlegt. Viele Hinweise deuten erdrückend auf einen Bezug zum „Gladio“-Netzwerk hin.

Eine weitere „Eisbergspitze“?

 Am 21. Januar machte die Polizei in Becherbach (i. d. Nähe von Bad Kreuznach) den größten Waffen- und Sprengstoffund bei einem „Privatmann“. Zwei Wagenladungen Waffen, unter anderem etwa 40 kg eines Nitroglyzerin-ähnlichen Sprengstoffs sowie rund 120.000 Schuss Munition. Da horcht man in Kenntnis der „Gladio“-Geschichten eben sofort auf. Ein „Spinner“, also letztlich „harmlos“? Die Geschichte wird nicht harmloser durch die Tatsache, dass der Mann mit seinem Sohn und weiteren Tatverdächtigen am „WW-II-Reenacting“, also am „Nachspielen“ von Weltkrieg II-Geschehen im Verbund mit der US-Garnison Bitburg beteiligt waren. Dabei wurden Militärfahrzeuge benutzt, mit denen der Mann auch hin und wieder durch den Ort fuhr. Er wollte eben auf „alt-dörfliche“ Weise die „Wehrhaftigkeit des deutschen Mannes“ demonstrieren, wobei vielleicht das sozialpsychologische Milieu so war, das viel Tarnung gar nicht von Nöten war.

Weitere Vorkommnisse

Auch im saarländischen Beckingen wurden etwa zwei Wochen später rund 100 Schusswaffen, darunter Maschinengewehre und Maschinenpistolen, sichergestellt, daneben gab es auch aus der letzten Zeit diverse ähnliche Vorkommnisse. Die medial durchgängige Deutung, es seien „Messi-ähnliche“ Sammler, die irgendwann den Überblick verloren hätten, überzeugt nicht wirklich.

Die Politik ist aufgerufen, eine Klärung dieser Funde auf mögliche Zusammenhänge wie überhaupt hinsichtlich des damaligen Umfanges wie des möglichen Weiterbestehens dieser Strukturen herbeizuführen. Oder haben wir es noch immer mit einer „Staatsraison“ der „eingeschränkten Souveränität“ zu tun?

Fazit

Wie gesagt könnte uns das Ganze relativ kalt lassen, wenn es sich bei den dem italienischen „Gladio“ entsprechenden Netzwerken nur um Relikte des Kalten Krieges als „Stay Behind Armeen“ handeln würde, die ausschließlich für den Fall eines „Überrennens“ Westeuropas durch die Sowjetunion gedacht gewesen wären. Aber wie Ganser eben überzeugend darstellt, waren diese Netzwerke bald nicht mehr für diesen vorgebliche Zweck gedacht, sondern dienten im Wesentlichen der Bekämpfung „linker Politik“ und der Bekämpfung aller den USA missliebigen politischen Entwicklungen. Diese Netzwerke waren sicher (und sind vielleicht) in Terroraktionen verwickelt, die als „False Flag Operations“  politische Gegner diskreditieren soll(t)en und Unsicherheit erzeugen soll(t)en.

Es ist aber festzustellen, dass auch Terror, der unter festgestellter Beteiligung rechtsextremer Gruppen stattfindet, eben dem Imperium genehm sein kann, denn er lähmt die gesellschaftliche Diskussion und führt linke Politik „zurück in die Gemeinschaft der Demokraten“ aller Couleur und erzwingt den Kuschelkurs gegenüber dem politischen Mainstream. So besteht die Möglichkeit, Regierungen, welche die Neigung zeigen, „aus der Reihe zu tanzen“, zu „warnen“ oder gar zu demontieren. Dies eröffnet eine zusätzliche erschreckende Dimension. Es bleibt abzuwarten, ob Dinge zutage treten, die auch im Falle Norwegens in eine solche Richtung weisen. Als absolut „linientreu“ hat sich Norwegen im transatlantischen Verbund nicht immer gezeigt, besonders markant äußerte sich dies im Ausstieg aus der „Koalition der Willigen“ beim Herbei-Bomben der „Neo-Con“-Demokratie in Libyen und in der Unterstützung der Unabhängigkeit Palästinas. Wenn man an den deutschen „Ungehorsam“ in der Libyen-Frage denkt, mag einem Angst werden. Etwaige „Warnungen“ brauchen sich auch nicht nur an das Land zu wenden, in dem sie stattfinden!

Nachtrag: in Treue fest steht das Vereinigte Königreich mit seinen „Diensten“ an der Seite der USA auch für viele politische Aktionen. Aber auch ein weiteres Land, ehemals engster Verbündeter des Apartheid-Regimes in Südafrika, hat an vielen Stellen der Welt gewirkt, wo die Regierung der USA sich nicht „die Hände schmutzig machen“ wollte, und dieses hält sich auf die Raffinesse seines Geheimdienstes viel zu Gute.

Andreas Schlüter