Mit ‘Jüdische Stimme’ getaggte Beiträge

wm-2014

Gewaltig war am Sonntag der Jubel in Deutschland, als nach zähem Ringen mit lange ungewissem Ausgang in der zweiten Hälfte der Verlängerung des Endspiels das „erlösende“ Tor zu Gunsten der deutschen Nationalelf fiel. Gewaltig waren auch die Kanonenschläge, die vor und nach Abpfiff durch die Straßen halten. Bei den meisten Menschen in diesem Lande übertönten sie fraglos das Bewusstsein dafür, dass in Gaza viel lautere Explosionen zu hören sind, die Tod und Zerstörung begleiten. Ja, Deutschland ist auch Weltmeister, auch im Wegschauen und Weghören! Zumindest, wenn es in irgendeiner Weise mit den Aktionen des „großen Bruders“, der USA, oder mit den Aktionen Israels zu tun hat.

Dabei ist sicher das Wegschauen und Weghören zum Drama im Kongo, flankiert von der Akzeptanz der systematischen Fehldeutung des Dramas in Ruanda vor zwanzig Jahren (http://tinyurl.com/obw5kze) die „allergrößte Leistung“ der letzten Jahrzehnte bezüglich der Größe des Leids, das verdrängt wird. Auch hier wurde eine Tat der US-Politik und eine raffinierte propagandistische Verbindung zum Holocaust willig geschluckt. Kann sich der deutsche Nachrichtenschauer zu Afrika noch durch die Entfernung und Unkenntnis „herausreden“, so sind die Informations-Möglichkeiten zum Nahen Osten doch erheblich dichter. Das verschlägt aber kaum etwas, sobald Israel „zuschlägt“, reicht der Verweis auf „Deutschlands Verantwortung“, das Etikett „radikal-islamisch“ für die Hamas, die eine Zeit lang von der israelischen Politik gegen die PLO gefördert wurde (1), weitgehend, um den Terror gegen Gaza und die Repression in der Westbank letztlich zu akzeptieren, sowie die Verbrechen mit geschenkten oder weit unter Preis verkauften Hightech U-Booten zu „bestrafen“ (2). Das Land, das sich wie kaum eine anderes über das Völkerrecht hinwegsetzt, scheut sich auch offenbar nicht, schlicht weitere kriegerische Geschenke zu fordern (3). Wer dies als dreist bezeichnet, zieht leicht die Gefahr auf sich, vom „Sturmgeschütz“ des Hardcore-Zionismus´, Henrik M. Broder, als „antisemitisch“ denunziert zu werden.

Das geschieht leicht auch denen, die „ein Land für alle“, sprich das Gebiet des alten Palästina, möge es denn auch Israel heißen, für all seine Bewohner, Juden, Araber und Einwanderer anderer Herkunft fordern, da es dem Paradigma von Israel als „jüdischem Staat“ widerspricht. Es ist aber Israel, das die „Zweistaaten-Lösung“ offenbar längst beerdigt hat (http://tinyurl.com/6rbtq3m).

Wen man besonders gerne überhört

Allzugern wird in diesem medialen Spiel alles, was mit dem Judentum, mit Menschen jüdischer Herkunft oder mit Israel zu tun hat, als sakrosankt behandelt. Aber bei alledem gibt es Jüdinnen und Juden, deren Äußerungen systematisch aus dem öffentlichen Diskurs zu Israel ausgeblendet werden, obwohl gerade sie das repräsentieren, was man als den “kritischen jüdischen Geist” bezeichnen kann, der in der Tat so ungeheuer viel zur Entfaltung des (leider so wenig geschichtswirksamen) Humanismus´ in Europa beigetragen hat! Es kommt einem so vor, als solle nun auch das moralische Judentum in Europa vernichtet werden!

einstein

Der geniale Physiker Albert Einstein (https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Einstein), dem wir die Revolution unseres physikalischen Weltverständnisses verdanken, war alles andere als ein “Fachidiot”, sondern hatte einen scharfen Blick auch auf Gesellschaft und Weltpolitik. Er bezeichnete, zusammen mit einer Reihe anderer jüdischer Intellektueller, was sich früh in Israel an gewalttätiger und menschenverachtender Politik gegen die Palästinenser herausbildete, u. a. in der Politik des späteren Ministerpräsidenten Menachem Begin repräsentiert, als “Faschismus”: http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/005057.html

erich-fried

Der aus Östereich stammende großartige Dichter Erich Fried (https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fried), der die Vernichtungsorgie der Nazis in England überlebt hatte, sah die Maxime „nie wieder!“ als für alle Menschen gültig an und wurde zu einem scharfen Kritiker der Politik Israels den Palästinensern gegenüber. Sein eindringliches und zutiefst bewegendes Gedicht „Höre, Israel“ ist von tiefem Humanismus geprägt (http://www.eslam.de/manuskripte/gedichte/fried/fried_hoere_israel.htm). Ich schätze mich glücklich, seinen eigenen Vortrag des Gedichtes 1968 life gehört haben zu dürfen. Zu hören ist er auch hier:

http://player.mashpedia.com/player.php?q=irj_YwrCcD8

 Über sein Leben: http://player.mashpedia.com/player.php?q=UZNjLJESQ-I

zuckermann

Der israelische Soziologe Moshe Zuckermann (http://tinyurl.com/8nf5o37), der sich immer wieder vehement gegen die Schablonisierung von “Juden”, “Zionismus” und Israel, sowie deren Gleichsetzung wendet, findet klarste Worte zur Nahost-Politik: http://www.hintergrund.de/201407113166/politik/welt/nahostkonflikt-die-blase-ist-laengst-zerplatzt.html

langer

Die israelische Anwältin Felicia Langer (https://de.wikipedia.org/wiki/Felicia_Langer) hat viele, viele Jahre für die Rechte von Palästinensern in Israel gekämpft und kommt zu einem vernichtenden Urteil über die Situation in Israel: https://www.youtube.com/watch?v=FJdigKUj54I

chomsky

Der US-amerikanische Sprachwissenschaftler und renommierte politische Analytiker Noam Chomsky (https://de.wikipedia.org/wiki/Noam_Chomsky) hat viele Artikel zum Nahostkonflikt geschrieben und kommt zum klaren Schluss, dass Israel eine Lösung verhindert: http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/006576.html

pappe

Der israelische Historiker Ilan Pappé (https://de.wikipedia.org/wiki/Ilan_Pappe) hat sich große Verdienste um die Aufarbeitung der Gründungsgeschichte Israels und der Nakba (der Vertreibung der Palästinenser) gemacht. Er bezeichnet die Aktionen Isreals gegen den Gaza-Streifen als Genozid: http://www.informationclearinghouse.info/article39087.htm

avnery

Der israelische Journalist, Schriftsteller und Friedensaktivist Uri Avnery (https://de.wikipedia.org/wiki/Uri_Avnery) findet auch zur aktuellen Situation in Israel wieder sehr deutliche Worte: http://www.uri-avnery.de/news/294/15/Die-Graeueltat

birnbaum

Der renommierte US-amerikanische Soziologe Norman Birnbaum (https://de.wikipedia.org/wiki/Norman_Birnbaum) gehört zu den Denkern, die brilliant die israelische Angriffslust auf den Iran analysieren: http://www.spiegel.de/politik/ausland/die-usa-und-teherans-atomprogramm-nuetzliche-feindschaft-zu-iran-a-613817.html

finkelstein

Der Politik-Wissenschaftler und Sohn von Holocaust-Überlebenden Norman Finkelstein (https://de.wikipedia.org/wiki/Norman_Finkelstein) hat sich umfänglich mit dem Missbrauch des Holocaust als Rechtfertigung für Rassismus und Kolonialismus Israels beschäftigt : http://normanfinkelstein.com/

hecht-galinski

Evelyn Hecht-Galinski (https://de.wikipedia.org/wiki/Evelyn_Hecht-Galinski), die Tochter des ersten und vierten Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski , ist als aufrechte und vehemente Kritikerin israelischer Politik bekannt. Sie scheut klare Worte nicht und schreibt häufig auf NRhZ-Online – Neue Rheinische Zeitung. Ein sehr sehenswertes Interview mit ihr: https://www.youtube.com/watch?v=00qV1icAi0E

verleger

Der Psychologe, Hochschullehrer und Essayist Rolf Verleger (https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Verleger), bis 2006 Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Schleswig-Holsteins, bringt die Situation Gazas auf den Punkt: http://www.hintergrund.de/20090105335/globales/kriege/gaza-der-boese-boese-nachbar.html

juedische-stimme

Unermüdlich fordert die Vereinigung „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ (http://www.juedische-stimme.de/) Gerechtigkeit für die Palästinenser, international ist sie Teil der „Jewish Voice for Peace“: http://jewishvoiceforpeace.org/.

Wenn man sich hierorts schon weigert, auf die Stimmen der leidgeprüften Palästinenser zu hören, dann höre man wenigstens auf die Jüdinnen und Juden (und ihrer sind viele mehr als die hier genannten), die man wahrlich als Gerechte bezeichnen muss!

Andreas Schlüter

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Hamas

  2. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/lieferung-deutscher-u-boote-an-israel-provoziert-kritik-a-836715.html

  3. http://www.dw.de/israel-will-deutsche-korvetten-kostenlos/a-4819175?maca=de-rss-de-all-1119-xml-atom

Weitere Links:

https://wipokuli.wordpress.com/2014/08/21/usa-und-israel-schmutzige-geheimnisse-und-erpressungsmacht/

https://wipokuli.files.wordpress.com/2011/05/nahostkonflikt-und-afrika.pdf

https://wipokuli.wordpress.com/2012/02/12/israel-und-die-zwei-staaten-losung/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/06/01/allmacht-usa-und-kein-ende-das-laboratorium/

Groß herausgebracht hat die „bürgerliche Presse“, die von bürgerlichen Tugenden keine Ahnung mehr hat, die infamen Unterstellungen von „Antisemitismus“ in meiner Partei, DIE LINKE. Worauf begründet sich dieser rufmörderische Unsinn einer „Studie“, die diesem Namen Hohn spricht? Auf berechtigt harter Kritik von Seiten nicht Weniger in der LINKEn am Vorgehen der israelischen Regierung gegen die Lebensinteressen der Palästinenser, gegen das Völkerrecht und gegen UN-Resolutionen.

„Antisemit!“

Wer diese allzu berechtigte Kritik vorbringt, dem schreit der Schreiber-Mob „Antisemit!“ entgegen. Dazu hat der große Moshe Zuckermann das Richtige gesagt: http://www.youtube.com/watch?v=rEbBvAOoAAY !

Aber ich möchte dem noch Einiges hinzufügen. Die unsäglichen Verbrechen, die die Nazis zusammen mit allzu vielen Helfern an den europäischen Juden wie auch an Sintis und Roma und Menschen mit außereuropäischen Vorfahren begangen haben, sie gehören zur geschichtlichen Verantwortung aller, die die (weniger und zweifelhafter werdenden) Segnungen dieses Landes genießen und deutsche Vorfahren haben. Aus dieser Verantwortung kann man sich nicht herausstehlen. Und die entsprechende Konsequenz muss sein, klar festzustellen, nie wieder soll Menschen so etwas oder tendentiell Ähnliches geschehen! So spricht und denkt nicht nur Felicia Langer (http://www.felicia-langer.de/person.html), so denkt und handelt jeder, der sich zu Recht eine/n Linke/n nennen will.

Missbrauch

Aber das Andenken an sechs Millionen ermordete europäischer Juden wird schamlos missbraucht. Auch die völlig unberechtigte Einengung des Begriffs Antisemitismus dient dazu. Als Juden praktisch die einzigen Semiten im neuzeitlichen Europa waren, war die Bedeutung des Wortes klar. Nun besteht aber die Mehrheit der Semiten aus Arabern und dennoch kommt kaum ein Mainstream-Schreiber auf die Idee, die teils offene, teils versteckte Hetze gegen Araber und ihren Kulturaum als Antisemitismus zu bezeichnen, was sie eben gerade ist. Es muss daran erinnert werden, dass der Hass der sich von Maurischer Herrschaft befreit habenden Iberer auf den arabischen Raum auch den Hass auf Juden in Europa zusätzlich mit beflügelt hat. Ich spreche hier aber also der Klarheit wegen von Antijudaismus, wenn ich den widerlichen und dumpfen Hass von Menschen speziell auf Juden meine, oder aber auch die Pauschalisierung von Erwartungen und Verdächtigungen gegenüber Juden.

Leider haben die israelischen Regierungen und große Teile der zionistischen Bewegung sehr zielstrebig auf eine Identifikation von Juden allgemein mit dem Staat Israel und seiner Politik hingearbeitet. Sie wollten der übrigen Welt nur zwei Wahlmöglichkeiten lassen: Entweder, man ist kein „Antisemit“, dann hat man die Aktionen dieses Staates mehr oder weniger uneingeschränkt zu decken, mindestens aber wegzusehen. Oder, man kritisiert ihn, insbesondere die rassistische Kolonialpolitik gegenüber den Palästinensern, den frechen Bruch des Völkerrechts und die Missachtung der UN, dann ist man ein „Antisemit“ (ein sogenannter)!

Der gewünschte Antisemitismus

Leider hat das grauenvolle Wirkungen, die insbeondere aus der böswilligen Manipulation entstehen, in der öffentlichen Wahrnehmung die Identifikation von Juden mit israelischer Politik herzustellen. Wird diese allgemeine Identifikation angenommen, dann ist das Ergebnis angesichts der offenkundigen Taten des Staates Israel in nicht sehr denkstarken Köpfen fast absehbar. Leider gibt es erhebliche Teile des Zionismus, die sich nicht nur ausschließlich über den „Antisemitimus“, also den Antijudaismus definieren, sondern auch hoffen, dass wachsende antijüdische Ressentiments dem Staat Israel und dem Zionismus weitere Menschen zutreiben. Das könnte man als eine verbrecherische Strategie bezeichnen.

Widerstand

Dieser ekelhaften Manipulation stellen sich immer zahlreicher und klarer Menschen in Israel, aber insbesondere auch in der Diaspora entgegen. Dem wundervollen Erich Fried (http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fried, http://erhard-arendt.de/deutsch/palestina/texte/erich_fried.htm), den ich als junger Student die Ehre hatte, erleben zu dürfen, folgen immer mehr Menschen jüdischer Abstammung nach und legen Zeugnis für das „Nie wieder!“ ab. Großartig die Klarheit der „Jüdische(n) Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“, anderer Organisationen und vieler herausragender Einzelpersönlichkeiten, um nur Moshe Zuckermann, Uri Avnery, Noam Chomsky, Felicia Langer und ihren Mann, Ilan Pappé, Evelyn Hecht-Galinski, Norman Birnbaum, Norman G. Finckelstein, Rolf Verleger als wenige der vielen Beispiele zu nennen. Was aber sind diese ehrenwerten Menschen insbesondere für die deutschen Claqueure der israelischen Politik? „Selbsthassende Juden“! Da fragt man sich, ob für solche Schubladenschieber der sich des diesbezüglichen Teils seiner Geschichte zutiefst schämende Deutsche ein „selbsthassender Deutscher“ sei! Das freche Etikett soll nur eines verbergen, diese so beschimpften Menschen meinen es ernst mit der Menschlichkeit!

Aber zur Überschrift!

Aber nicht jeder, der sich eine/n Linke/n nennt, strebt auch diese Klarheit an. Der imperial versumpfte Mainstream lockt mit zweifelhaften „Ehren“, mit vermeintlichen Stimmengewinnen und mit allgemeiner Anerkennung. Und die deutsche Nachkriegspolitik mit Blick auf den Nahen Osten war und ist vom Denken des Ablasshandels geprägt. Man gedachte, mit Zustimmung zu imperialer Politik auch in Nahost die wahre Schuld „abzahlen“ zu können, ekelhaft! Dem verfallen auch Leute, die sich als „Linke“ geben, sei es der „grün gefärbten“ Art, sei es der „dunkelrot gefärbten“. Eilig versuchen sie der Maxime zu folgen: diene dem Imperium und du bist ein Antifaschist (das ist wohl weit gefehlt!). Und nicht zu vergessen, direkt aus meiner Partei DIE LINKE wird teils offen, teils verschämt versteckt, die Rufmordkampagne mit betrieben bzw. unterstützt. Da verspricht sich dann manch Eine/r Aussicht auf freie Führungsplätze nach öffentlichem Scherbengericht. Macht auch nichts, dass es der Partei bei der Bremenwahl beinahe den Fraktionssatutus gekostet hätte!

Und der kommerzmediale Mainstream honoriert es. Es gibt die „guten  Linken“, die Israel als den demokratischen „Leuchtturm“ in nahöstlicher Barbarei ausgeben, der um seine Existenz bangen müsste (mit 200 bis 300 Atomsprengköpfen). Und es gibt die „bösen Linken“, die darauf bestehen, dass Rassismus Rassismus sei, dass Imperialismus Imperialismus sei, dass Kolonialismus Kolonialismus sei! Schnell reihen sich aber die „guten Linken“ (nach eigenem und Medienurteil) in die Reihe der Verdächtiger ein und brüllen die Genossen, die auf Klarheit bestehen, an: „Antisemit!“. Und übrigens stört es sie auch nicht, dass Israel die ganze Zeit über der offenste Verbündete des damaligen rassistischen südafrikanischen Apartheid-Regimes war!

Ja, es sei noch mal gesagt, es gibt weiter Faschisten, es gibt weiter Antisemiten (gegen die Araber weitgehend toleriert) und es gibt ausdrückliche Judenhasser, widerliches Gesindel, leider auch hochgefährlich. Aber diese Widerlinge werden duch haltlose Beschimpfungen und Verdächtigungen gegen der Klarheit verpflichtete LINKE eben aufs fahrlässigste (oder böswilligste) verharmlost. Ist das gewünscht? Von „GenossInnen“, die sich in die Kampagne einreihen?

Pro-Imperialisten

„Eine kompromisslose Absage an den Antiimperialismus ist die Voraussetzung für die Neukonstituierung einer emanzipatorischen Gesellschaftskritik“, steht im Grundsatzpapier des BAK Shalom (Bundesarbeitskreis Shalom der Linksjugend `solid in DIE LINKE), deren Schreiberlinge den unverzichtbaren Begriff Antikapitalismus gerne mit dem herabsetzenden Beiwort „regressiv“ belegen. Dies sind Anti-Antiimperialisten, die Negation der Negation? Na, also Pro-Imperialisten. Entsprechend sind sie auch unermüdliche Propagandisten israelischer Politik. Ich habe es schon geschrieben und wiederhole es: dieser BAK ist ein (politischer) Forunkel am Gesäß der LINKEn! Die Mitgliedschaft in diesem Verein ist unvereinbar mit den Grundsätzen meiner Partei, der LINKEn.

Was sie wollen

Diese Leute wollen keinen Antiimperialismus, sie wollen keinen Antikapitalismus, sie wollen keine grundsätzliche Kritik an der US-Politik („Antiamerikanismus“ bei ihnen genannt) und sie wollen natürlich die Politik der LINKEn auf Israels Poltik einschwören. Aber, Leute, es gibt schon sogenannte „Linke“, die sich Sozialdemokraten nennen und keine sind. Es gibt schon grüne „Friedensbewegte“, die Frieden, Freiheit und Demokratie herbeibomben wollen und vom „Krieg gegen den Terror“ überzeugt sind. da ist noch viel Platz! Zumal ernste Sozialdemokraten und ernste Grüne zu uns gekommen sind. Es ist das demokratische Recht dieser Leute (BAK Shalom u. ä.), die US-Politik als segensreich anzusehen, es ist ihre Recht, Kapitalismus als menschenfreundlich anzusehen, es ist ihr demokratisches Recht, Israel als demokratischen Leuchtturm zu sehen, aber bitte in den Parteien, wo das Usus ist. Wer in der LINKEn gegen die Grundsätze arbeitet, wobei er oder sie seine politischen Ansichten in anderen Parteien gut leben könnte, der ist für mich ein „U-Boot“, die fünfte Kolonne des Imperiums!

Ja, harte Worte. Ich bin gestern bei Twitter wegen meines konsequenten Antiimperialismus´ und meiner massiven Kritik an Israels Politik auf eine Liste „National-Bolschewiken“ gesetzt worden, was ein Versuch ist, mich auf nicht justiziable Art einen „Nazi“ zu nennen. Wer diesen Blog aufmerksam liest, weiß, wie komisch es wäre, wenn es nicht solche widerliche Verleumdung wäre. Ich bestehe auf meinem Recht, mich auch politisch an Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie zu orientieren, und eines zu bleiben, „a Mensch“!

Andreas Schlüter 

 

„Yes, we can!“, war der Slogan, unter dem Obama seinen Siegeszug ins „Weiße Haus“ bestritt. „No, we don´t want!“, ist der tatsächlich wirkkräftige Slogan der USA, wenn es darum geht, die Palästinenser, die bereits mit über Dreiviertel ihres Landes für die unglaublichen Verbrechen Deutschlands an den Europäischen Juden „bezahlt“ haben, ein wenig näher an Eigenstaatlichkeit, Freiheit und Frieden heranzuführen. Dazu muss aber international, also durch die UN gegen die israelische Siedlungspolitik vorgegangen werden, die den kleinen verbliebenen Teil Palästinas in einen Flickententeppich von „Bantustans“, Jüdischen Siedlungen und „nur für Juden“ reservierte Schnellstraßen zerstückelt.

Nun hatte der Sicherheitsrat am Freitag, dem 18. Februar, einen klitzekleinen Schritt in diese Richtung unternehmen wollen und dezent auf die schwerwiegenden Folgen dieser Siedlungspolitik für die „schwierige“ Friedensuche im Nahen Osten hinweisen wollen. Selbst die engen europäischen Verbündeten der USA einschließlich Deutschlands waren zu diesem Schritt bereit.

Nicht so die USA, deren Präsident vor einiger Zeit eine flammende Rede in Ägypten hielt, die manch neunmalkluge pseudoliberale Amerikaner vielleicht gar als „Zündfunken“ für das demokratische Aufbegehren in der arabischen Welt interpretieren wollen. Wie heuchlerisch, viertelherzig und verlogen vielleicht noch US-Statements zum Freiheitswillen in den Arabischen Ländern abgegeben werden, bei der Freiheit der Palästinenser „hört der Spaß auf“! Die Resolution wurde durch das Veto der USA verhindert.

Die „politische Klasse“ Israels stellt nun gerne ihr kolonialistisches und rassistisches Verhalten den Palästinensern gegenüber als „Jüdische Sache“ dar, wie auch in den Medien unterschwellig die Politik der USA als von der „jüdischen Lobby“ getrieben dargestellt wird. Dabei wird erstens übersehen, dass die zweifellos in den USA existente „Israel-Lobby“ zahlenmäßig überwiegend von christlichen „Evangelikalen“ ausgemacht werden, die das „Reich Gottes auf Erden“ im „Heiligen Land“ erstehen sehen wollen, und die fanatische Unterstützer imperialistischer Politik sind. Zum Zweiten schließt man die Augen davor, dass es in der Welt eine große Zahl von Juden gibt, die das Treiben einer Regierung, die sich als Regierung des Landes „aller Juden der Welt“ aufspielt, mit zunehmendem Ekel beobachten.

Beredtes Zeugnis dafür: http://www.juedische-stimme.de/. Weitere wichtige Stimmen:

http://palaestina-israel.blog.de/2010/11/29/moshe-zuckermann-rechtsruck-antisemitismuskritik-10075009/

http://www.normanfinkelstein.com/, http://www.uri-avnery.de/

weitere wichtige Infos: http://palaestina-israel.blog.de/ und: http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/

Leider sind hier nicht nur die Kommerzmedien, sondern auch die „Öffentlich-Rechtlichen“ sehr wenig informativ, abgesehen von einer Reihe guter Beiträge auf Phönix und ARTE. Es ist die Information über die wirkliche Situation im Nahen Osten nicht ohne Mühe zu erlangen.

Andreas Schlüter

Hinweis: auf diesem Blog „Prinzip der Besatzung“, Karikatur