Mit ‘Holocaust’ getaggte Beiträge

netanyahu-hugs-hitler

In deed at times new things are found which force one to reconsider historical facts. But also at times people come up with brazen fakes! So does the Anti-Semite No 1, Benjamin Netanyahu!

Not enough, that hardly anybody hates the majority of the Semites, the Arabs, more than Netanyahu does, not enough that his (and his clique´s) claim to represent the Jews of the world is highly detrimental to Jewish reputation, now he tries to „rewrite History“ by his comment, Hitler only decided to murder six million Jews by the inspiration of Jerusalem´s Mufti!

Nobody would have been surprised if the new Nazis in Germany would have come up with such a weird claim, but from that one, who instrumantalizes the Shoa anytime it seems useful to him, to give almost a „pardon“ to the mass murderer Hitler, is astonishing – or – maybe not really.

More shame on the violator of Human Rights and of International Law, and on the perpetrator of war crimes and colonial Repression: Netanyahu!

Addition:

When Netanyahu claimed that Hitler wasn´t originally planning the total extinction of Europe´s Jewish population but had been convinced to do so by Jerusalem´s Mufti, the absurd smearing of a Palestinian who could hardly have had such influence on the Nazi No 1, might have covered another cabal. The close contact of Dulles and his like with high ranking Nazis in Switzerland might have had its influence on the Nazis perception of US politics towards the European war theatre. The Dulles brothers hated the FDR administration and their New Deal policy, which had a whole number of Jewish supporters. They might have tried a lot to make the Nazis believe that it was the “Jewish influence” that made the US supporting Great Britain and the Soviet Union and prevent Germany´s victory over them. The Dulles Brothers and their associates could thus keep their good business relations with big German companies which in fact prevailed during the war almost to the end. That this might have had a strengthening and fatal influence on the monstrous Nazi extinction agenda is much more likely than Netanyahu´s absurd allegations of the Mufti.

Andreas Schlüter

Links:

Netanyahu & Hitler: http://www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.681698

& http://www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.681661

& „Deep State USA: Dulles, Dallas and Devilish Games“: https://wipokuli.wordpress.com/2016/04/20/deep-state-usa-dulles-dallas-and-devilish-games/

More:

Jews against occupation: https://sites.google.com/site/jewsagainstracistzionism/jews-against-the-occupation-

Jewish voice for peace: https://jewishvoiceforpeace.org/

British MP Gerald Kaufmann on Israel: https://www.youtube.com/watch?v=bVfYoA8XSC0

d-day

Heute, am 6. Juni, vor siebzig Jahren landeten die westlichen Allierten in der Normandie und es begann der letzte Akt der Befreiung Europas vom Nazi-Horror. Wahrlich ein Tag, der zum Gedenken auffordert!

Aber, man sollte sich der ganzen Geschichte erinnern: Ein Teil der US-Macht- und Wirtschaftselite hatte viel getan, um die Nazi-Bande an die Macht zu bringen und sogar durch den zweiten Weltkrieg hindurch mit den Nazi-Mördern kolaboriert (http://tinyurl.com/bqqdwmv). Diese waren ihnen nützlich dabei, die Sowjetunion nahezu in den Abgrund zu bomben und den Hauptkonkurrenten Großbritannien aus dem „globalen Spiel“ zu kicken. Ohne dass dies historische deutsche Schuld schmälert, klebt auch an diesen us-amerikanischen Kräften Mitschuld an sechs Millionen ermordeter europäischer Juden, an über zwanzig Millionen toter Zivilisten in der Sowjetunion, an Millionen von Opfern in anderen Ländern und Abermillionen toter Soldaten. Es wäre also eine naive Illusion, die USA als „Mutterland des Antifaschismus´“ zu sehen (http://tinyurl.com/6798tjr).

Verneigen muss man sich aber vor den vielen allierten Soldaten, die in der Normandie ins Feuer liefen, um dem Nazi-Spuk ein Ende zu bereiten, und dann mit der Roten Armee (die die „Hauptlast“ trug) den Nazis den Todesstoß versetzten. Ganz besonders muss man sich vor den Afroamerikanischen Soldaten verneigen, die in ihrem eigenen Land immer noch vielerorts mit einer Rassengesetzgebung konfrontiert waren, die einen Vergleich mit den Nürnberger Rassegesetzen „nicht zu scheuen brauchte“, auch, wenn es für sie keine Todeslager (von den Gefängnissen mit ihren „Chain-Gangs“ abgesehen), sondern nur den „Volkssport“ des Lynchens gab. Auch den westlichen Truppen aus den Kolonien ist von daher ihr Einsatz besonders hoch anzurechnen, da sie selbst mit Rassismus und Chauvinismus konfrontiert waren.

Ein neues „Festival der Heuchelei“?

Dass dieser Teil der Geschichte bei den Feierlichkeiten zum D-Day nicht zur Sprache kommt, ist Routine und nicht weiter bemerkenswert. Aber diese Veranstaltung droht zusätzlich vor Heuchelei „überzulaufen“, denn man sitzt ja nun über Putin „zu Gericht“, der die Frechheit besitzt, sich den dreisten Ausdehnungsversuchen der NATO an den „Pelz des russischen Bären“ zu widersetzen. Dass der Westen dabei keine Probleme hat, sich mit ukrainischen Faschisten gemein zu machen, kann zwar eigentlich nicht mehr verwundern, aber ist gerade an diesem Tag von besonderer Pikanterie. Nicht weniger pikant ist übrigens die olivgrüne Komplizenschaft in diesem Spiel (http://www.jungewelt.de/2014/06-06/034.php) sowie die opportunistische Haltung aus der Führung der LINKEn gegen Genossinnen, die dieses anprangern (http://tinyurl.com/qc7kchk ).

Wieder ist festzustellen: wer nicht aus der Geschichte lernen will, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen (http://tinyurl.com/lebr9uc)! Und die Europäer der EU begreifen in großer Zahl offenbar nicht, dass sie diesmal dabei sind, sich durch TTIP (Transatlantisches Freihandelsabkommen) endgültig dem Faschismus, nämlich dem US Unternehmensfaschismus, auszuliefern!

Andreas Schlüter

 

Bei aller Liebe zu Büchern bin ich nicht Literat genug, um ein fachmännisches Urteil über Marcel Reich-Ranickis Rolle als Literaturkritiker abzugeben. Unstrittig ist wohl, dass er auch als eine Art „Zuchtmeister“ des deutschen Literaturbetriebs fungierte. Wie positiv er dessen Entwicklung er beeinflusste, das zu beurteilen, fehlt mir eben die Kompetenz. Was ich dazu weiß, wann immer ich ihn zum Thema Literatur gehört habe, hat mich zwar sein apodiktisches Urteil zu Zeiten irritiert, aber seine klare Positionierung beeindruckt und seine kantige, zuweilen knarzige Sprache begeistert. Es macht traurig zu wissen, dass man nichts Neues von ihm zur Literatur hören wird.

reich-ranicki

Dass er selbst ein wahrhaft fähiger Schriftsteller war, hat er u. a. mit seiner Autobiografie „Mein Leben“ großartig unter Beweis gestellt, denn diese ist nicht nur wegen des Inhalts fesselnd, sondern auch, weil sie eben den Leser „einsaugend“ geschrieben ist, ich habe sie nicht vor der letzten Seite aus der Hand gelegt. Ja, und fraglos kann man auch die Tatsache, dass Reich-Ranicki nach allem, was ihm und seiner Familie durch Deutsche angetan wurde, die deutsche Literatur zu seinem Lebensinhalt machte, als großes Kompliment an eben diese auffassen, ich bin jedoch zu wenig national gesinnt, um in solche „Beglückungsgefühle“ einzutauchen.

Was mich am meisten beeindruckte

Zwei Dinge an ihm aber haben mich zusätzlich zu seiner in seinen Sendungen hervortretenden Ausstrahlung besonders beeindruckt, ja, tief bewegt.

Die Ablehnung des deutschen Fernsehpreises als Protest gegen die Verflachung dieses Mediums war ein dringend nötiges Zeichen (1), sie war, von höflichen Worten eingeleitet, ganz einfach – großartig!

Was mich fraglos am tiefsten bewegte, war Marcel Reich-Ranickis stumme Verweigerung, der Bruch mit einer schändlichen Unsitte! Er machte etwas nicht, dass Frieden und Gerechtigkeit Hohn sprechend zum menschenverachtenden Ritual geworden ist. Bei seiner so anrührenden Rede im Bundestag zum Holocaust-Gedenktag (2) gab es nicht den „obligatorischen“ Brückenschlag zu Israel, ein sonst unablässig geübtes Ritual, dass durch seine Ausführung dem völkerrechtswidrigen und kolonialistischen Handeln des Staates Israel eine widerliche Pseudolegitimation zu verleihen gedacht ist. Diese Verweigerung des Holocaust-Missbrauchs zeugte mehr noch als alles Übrige von der Integrität dieses Mannes, vor dem ich mich hier gedanklich tief verneigen möchte.

Und um den Schwenk zur Literatur zurück zu finden, eine Vermutung: der Beruf des breitenwirksamen wie im positiven Sinne unterhaltenden Literatur-Kritikers ist vermutlich mit Marcel Reich-Ranicki gestorben, auch das ist traurig!

Andreas Schlüter

1) https://www.youtube.com/watch?v=KWuinyJgKew

2) https://www.youtube.com/watch?v=CsmHB93SR6o

auschwitz

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Todeslager Auschwitz-Birkenau. Dieser Tag, der 27. Januar, ist als Holocaust-Gedenktag nicht nur in Deutschland, sondern auch international dem Gedenken an die sechs Millionen Opfer der systematischen Judenvernichtung durch die Nazis in Europa gewidmet. Es ist richtig, in das Gedenken auch die weiteren Opfer des Nazi-Wahns einzubeziehen. 200.000 bis eine halbe Million Sinti und Roma (1)  fielen dem Rassenwahn und dem Sozialdarwinismus des Horrorregimes zum Opfer. Afrodeutsche (2) in nicht geringer Zahl wurden in KZs umgebracht. Unzählige Menschen wurden wegen ihrer politischen Ansichten oder ihrer sexuellen Orientierung vernichtet. Der Nazi-Kriegsmaschine fielen in Osteuropa wohl an die zwanzig Millionen Menschen zum Opfer. Dies alles ist Grund, als Deutscher mit Scham der Leiden dieser Millionen von Menschen zu gedenken, sich der nationalen Schuld, teils durch massenweise Unterstützung, Wegschauen sowie „Nicht-Wissen-Wollen“, bewusst zu sein, und grimmig „nie wieder“ nicht nur zu denken und zu sagen, sondern auch dementsprechend zu handeln! Solange es die Menschheit und eine kontinuierliche Geschichtsschreibung gibt, wird dieser Schandfleck auf der deutschen Geschichte bestehen!

Schande, die die nationale deutsche Schande nicht mindert, aber auch über die, die daran mitgewirkt haben, die Nazis an die Macht zu bringen, ihre Kriegsmaschine mit zu ölen und den Krieg zu verlängern, was für bedeutende Teile der US-Wirtschaft zutrifft (3). Schande auch über die, die die deutschen Verbrechen als Vorwand und Legitimation für eine rassistische und kolonialistische Politik den Palästinensern gegenüber missbrauchen (4). Schande auch über die, die glauben, sich ablasshandelsmäßig von der nationalen Schuld durch Unterstützung dieser Verbrechen freikaufen zu können (5)!

Schande aber auch über die, die gerne die westlichen Verbrechen insgesamt hinter diesem furchtbaren Geschehen verbergen wollen, den Völkermord an den Indianern, an den australischen Ureinwohnern und die andauernde völkermörderische Plünderungspolitik Afrika gegenüber. Auch die Verbrechen an Menschen in Asien gehören dazu, von der mörderischen Plünderung Indiens über die Opiumkriege wie die massenvernichtenden westlichen Kriege in Südostasien! Der Krieg gegen die „Dritte Welt“ insbesondere als spekulativer „Hungerkrieg“ setzt sich fort (6). Diese Gesamtschuld des Westens mindert die nationale deutsche Schuld nicht, wie einem bei solchen Äußerungen gern als Ziel unterstellt wird, nein, sie addiert sich durch deutsche Beteiligung darauf!

Geschrieben am 30. Januar, dem Tag der Erinnerung an die Machterübernahme durch die Nazis, die so unglaubliches Leid über Millionen von Menschen brachten (7)

Andreas Schlüter

Anhang:

1)      http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/sintiroma/index.html

2)     http://www.maooni.de/gert-schramm-afro-deutscher-ueberlebender-des-kz-buchenwald/

3)      https://wipokuli.wordpress.com/2012/07/17/us-machtelite-wir-wissen-was-ihr-vor-wahrend-und-nach-dem-zweiten-weltkrieg-gemacht-habt/

4)      https://wipokuli.wordpress.com/2011/05/15/nahost-prufstein-fur-anti-imperialisten/

5)      https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/02/verirrungen-von-verquast-bis-boswillig/

6)      http://www.uweness.eu/kapitalismus-toetet.html

7)      http://www.die-linke.de/nc/dielinke/nachrichten/detail/artikel/30-januar-2013-tag-des-gedenkens-und-der-mahnung/

Ein Siebzehnjähriger, vollgepumpt mit germanozentrischer Wahnpropaganda und mit jugendlicher „Heldensehnsucht“, meldete sich zur Waffen-SS. Nach dem Kriege, eilig gereift, wendet er sich deutlich anderen Leitbildern zu, der Menschlichkeit, dem Miteinander. Über seine Sünde der Jugend sagt er nichts. Seine Scham ist offenbar noch größer als er selbst gewesen!

Nun sagt der Mann, vierundachtzigjährig und mit Lebens- wie Geschichtserfahrung vollgesogen, was viele aufrechte Jüdinnen und Juden in Israel selbst und in der Diaspora sagen (1), die israelische Regierung gefährdet mit ihrem Militarismus, ihrer Verachtung des Völkerrechts und der UN, mit ungebremsten Fantasien eines Angriffskrieges, gestützt auf ein Atomwaffenarsenal, das dem von England und Frankreich gleicht, den Weltfrieden. Und er sagt, dass Deutschland dabei sei, mit der Unterstützung der Vorbereitung eines Angriffskrieges neue Schuld auf sich zu laden!

Das Geschrei und die Ablass-Logik

Groß ist das Geschrei des gleichgeschalteten Teils der deutschen Presse. Und auch die Bundespräsidentschaftskandidatin der LINKEn, Beate Klarsfeld ist da, nicht, um die Kriegslüsternen zu ohrfeigen, sondern den Wahrsager zu watschen (2)! Sie hat in ihrer Jugend Großes getan und sich dann von der Mainstream-Macht Deutschlands und Israels vereinnahmen lassen. Vor wem soll man mehr Achtung haben? Mir, ehrlich gesagt, sind Menschen, die sich vom Schlimmen zum Richtigen wandeln, lieber als solche, die den umgekehrten Weg gehen.

Die politische Klasse Deutschlands huldigt seit vielen Jahrzehnten einer perversen Ablasshandels-Logik. Man zahlt für seine unbeschreiblichen Sünden und nennt das „Wiedergutmachung“. Es spielt keine Rolle, was mit den wie auch immer geleisteten Zahlungen passiert. Es spielt keine Rolle, dass Holocaustüberlebende in Israel u. a. zugunsten landräuberischer Siedlungspolitik um eine Milderung ihrer Leiden betrogen wurden (3). Es spielt keine Rolle, dass ein weiteres Volk, das schon auf Dreiviertel seines Landes verzichtet hat, auch um das restliche Viertel seines Landes und um sein Existenzrecht betrogen werden soll. Es spielt auch keine Rolle, dass durch die Unterstützung kriegslüsterner Wahnpolitik die historische Perspektive Israels immer mehr in Frage gestellt wird. Es geht nicht um „die Juden“, es geht darum, im großen Spiel des Imperiums (der USA) dabei zu sein. Und das Imperium hat Israel zu seinem „irren Kampfhund“ dressiert und konditioniert. Wenn das Imperium seines Kampfhundes überdrüssig wird, wenn er den eigenen Interessen des Imperiums gefährlich werden wird, was dann…?

Wirrnisse, Existenzrechte und Antisemitismus

Die deutsche Regierung hat ja schon zaghafte Versuche unternommen, sich ein wenig vom großen Bruder zu lösen, wie im Falle des libyschen Kolonialkrieges, aber große Teile der deutschen Presse sind immer noch anhänglicher als die Politiker. Dabeisein ist die Devise. Dabei sein, wenn die Wirrnis der äußeren Gefährdung Israels vorgetragen wird, die fantasierte Gefährdung eines Landes, dem mit seinem „atomaren Zweitschlags-Potential“ weder irgendein Land der Region noch eine Allianz von Staaten gefährlich werden könnte! In der historischen Perspektive gefährdet es sich allerdings mit dem Glauben, kriegerisch gegen alle Nachbarn stehen zu müssen, selbst. Aber, dass ist den „dabei Seienden“ auch ziemlich egal.

Dass die Regierung Israels und die hardcore-zionistische Mehrheit der politischen Klasse Israels eine Politik der Hetze gegen die Mehrheit der Semiten, die Araber, betreibt, und damit einen Motor des neuen Antisemitismus´ stellt, ist den „dabei Seienden“ auch egal. Dieser neue Antisemitismus, der fatal an den politisch wohl genehmen, „staatstragenden Antisemitismus“ des Wilhelminischen Deutschland erinnert, gehört zum „guten Ton“, denn das Problem: „wie kommt unser Öl unter ihren Sand?“. Nun, die Sache muss noch etwas ausgeweitet werden, denn auch andere islamische, aber „nicht-arabische“ Staaten haben „unser Öl unter ihrem Sand“, wagen es zudem zu glauben, sie seinen souverän! Da spielt der Iran eine wichtige Rolle.

Angriffskriege, zu Recht Verbrechen genannt

Es sei daran erinnert: verwerflich, dass ein Siebzehnjähriger sich in die Reihen einer der übelsten Abteilungen der deutschen Kriegsmaschinerie der Nazis begeben hat. Die Führer dieser barbarischen Bande sind in Nürnberg neben dem Massenmord an den europäischen Juden zu Recht für das Vorbereiten und Durchführen von Angriffskriegen angeklagt gewesen. Dabei spielte es richtigerweise keine Rolle, dass die angegriffenen Staaten nicht durch die Bank „lupenreine Demokratien“ waren. Auch der Iran ist das fraglos nicht, so wenig, wie es damals z. B. Polen war. Der Siebzehnjährige war in einer Atmosphäre des Größenwahns ohne Informationsquellen aufgewachsen.

Verwerflich aber wohl noch mehr, wenn reife Menschen heute, mit diesen Möglichkeiten der Information und diesen geschichtlichen Erfahrungen Kriegshetze und Angriffskriegs-Wahn jubelnd unterstützen und Mahner diffamieren. Und wofür? Zum Dabeisein im großen Strom der Blinden, die wieder in den „Kampf des Lichts gegen die Finsternis“ streben, die Schlacht der „Achse des Guten“!

Was aber will die israelische Regierung?

Unbedingt will die israelische Regierung den Iran angreifen, obwohl dieser „so sicher“ wie damals Saddam Hussein an der Bombe bastelt (4). Was hat Israel zu gewinnen, obwohl dieser Krieg die ganze Region um den Rest von Stabilität bringen würde? Angesichts der vielen Gefahren muss es „Großes“ zu gewinnen geben. Immer schwieriger wird es für den Hardcore-Zionismus, den Traum von Groß-Israel, schon in behördlichen Websites dokumentiert (5), umzusetzen. Nicht nur würden die westlichen Staaten die endgültige Umsetzung dessen, was sie leider selbst de facto so weitgehend unterstützen, nämlich die Einverleibung der Westbank und den „Transfer“ (die Verbringung der restlichen Palästinenser dort über den Jordan), nicht offiziell dulden. Auch wird der Widerstand von Jüdinnen und Juden nicht nur in Israel, sondern überall in der Welt gegen israelische Anmaßung und Völkerrechtsverachtung immer größer. Nur ein Flächenbrand, ein ausgedehnter Krieg, in den die Palästinenser mit gewalttätigen Protesten, oder solchen, die man als gewalttätig darstellen könnte (was leicht), hineinziehen würde, könnte propagandistisch als Szenario genutzt werden, vor dem man diesen Schritt als für die Erhaltung Israels „unabdingbar“ oder „alternativlos“ verkaufen könnte.

Höre, Israel!

Wer es gut mit Israel meint, kann da nur noch sagen: Höre Israel, lerne von den Folgen deutschen Größenwahns! Einen Mahner gegen diesen Wahn wie Grass kann man nur als ehrlichen Freund Israels bezeichnen. Und jemand, der den politischen Zynismus der Lieferung von atomwaffenfähigen U-Booten durch Deutschland anprangert, meint es mit der politischen Moral Deutschlands gut!

Andreas Schlüter

Links:

1) http://www.juedische-stimme.de/

http://www.juedische-stimme.de/?p=687

http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html

http://www.youtube.com/watch?v=8i3gUFjKntw

2) http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,826192,00.html

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-04/grass-klarsfeld-kritik

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106161130/Klarsfeld-attackiert-Grass-mit-Verweis-auf-Hitler.html

http://www.rp-online.de/politik/deutschland/klarsfeld-zieht-vergleich-zu-hitler-rede-1.2783907

3) http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.1094.html

http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.841.html

http://www.cjz-limburg.de/aktuelles/285_000_Holocaust-Uberlebende/285_000_holocaust-uberlebende.html

http://duckhome.de/tb/archives/9628-Das-Existenzrecht-Israels-wird-von-der-israelischen-Politik-in-Frage-gestellt.html

http://www.focus.de/politik/ausland/entschaedigungsfonds-holocaust-ueberlebende-um-millionen-betrogen_aid_570568.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/deutsche-holocaust-entschaedigungsgelder-fbi-deckt-millionenbetrug-auf-1.1021665

4) http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-02/iran-atombombe-geheimdienst

http://www.stern.de/politik/ausland/us-geheimdienst-keine-beweise-fuer-die-iranische-atombombe-1791674.html

http://www.welt.de/politik/ausland/article13887518/US-Dienste-finden-keinen-Beweis-fuer-Irans-Bombenbau.html

http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/welt/439470_Baut-der-Iran-doch-keine-Bombe.html

5) http://www.moia.gov.il/Moia_en/Offices/Map.htm

https://wipokuli.wordpress.com/2012/02/12/israel-und-die-zwei-staaten-losung/