Mit ‘Helmut Schmidt’ getaggte Beiträge

Lange schon weiß die Öffentlichkeit recht umfänglich um die ausgedehnte Spionagetätigkeit der USA in der Welt Bescheid (http://tinyurl.com/o2aol34). Immer wieder wird auch angedeutet, was mit diesen Daten alles geschehen kann und wozu sie letztlich benutzt werden können. Wir müssen aber um unser aller Sicherheit Willen in viel größerem Maße die „letzten Konsequenzen“ daraus begreifen. Die liegen nicht nur in den indirekten – ggf. ungeheuren materiellen Folgen – eines ausgedehnten Cyberwars, sondern können sich mit großer Brutalität im Einzelnen in der Realität manifestieren, nämlich in der Form von Anschlägen gegen Einzelne wie auch gegen z. B. gegen Flugzeuge (seit den 60iger Jahren gibt es in den USA übrigens Experimente zur Fernübernahme von Verkehrsflugzeugen).

Heute nacht, wie üblich zur „besten Sendezeit“, hat nun Phoenix einen aufschlussreichen Film hierzu aus dem Jahre 2013 wiederholt (http://tinyurl.com/htnhaet), der uns Begreifen lehren sollte:

im-visier-der-hacker

https://www.youtube.com/watch?v=ZTMGuUAdDvc

Worte von Helmut Schmidt

helmut-schmidt

Wir sollten uns zu diesen Zusammenhängen an die Worte von Helmut Schmidt erinnern, die er am 30. August 2007 in einem Zeit-Interview mit Giovanni di Lorenzo sagte:

Schmidt: Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus. (Hervorhebung durch den Autor)

ZEIT: Ist das Ihr Ernst? Wen meinen Sie?

Schmidt: Belassen wir es dabei. Aber ich meine wirklich, was ich sage.

30. August 2007 Quelle: DIE ZEIT, 30.08.2007 Nr. 36

http://www.zeit.de/2007/36/Interview-Helmut-Schmidt/komplettansicht

Nimmt man die damaligen Worte des alten Staatsmannes ernst, erscheint die mainstream-mediale Bereitschaft zur Diffamierung aller „Hintergrund-Betrachtungen“ tragischer Ereignisse als „Verschwörungstheorie“ geradezu lächerlich!

Andreas Schlüter

Links:

Germanwings-Absturz: nur eine Tragödie oder ein staatsterroristischer Akt?” https://wipokuli.wordpress.com/2015/05/04/germanwings-absturz-nur-eine-tragodie-oder-ein-staatsterroristischer-akt/

Von Nine Eleven zur Sprengung Europas?” https://wipokuli.wordpress.com/2015/09/30/von-nine-eleven-zur-sprengung-europas/

Tragische Ereignisse, Anschläge und die Medien, mein Motto scheint sich vielleicht zu bestätigen: nichts ist, wie es uns präsentiert wird!“ https://wipokuli.wordpress.com/2016/07/25/tragische-ereignisse-anschlaege-und-die-medien-mein-motto-scheint-sich-vielleicht-zu-bestaetigen-nichts-ist-wie-es-uns-praesentiert-wird/

Unter großer internationaler, nationaler und lokaler Anteilnahme wurde am Montag, dem 23. November, in Hamburg der Staatsakt für den am 10. November verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Schmidt begangen.

Um es gleich zu sagen, als Sohn der Stadt Hamburg habe auch ich ihm – besonders im Alter – meinen Respekt nie wirklich versagen können. Dafür gibt es viele Gründe. Mir ist die Sturmflut 1962 (wir wohnten damals noch im Norden Hamburgs – weit ab vom „Schuss“) noch gut erinnerlich, und die Tatsache, dass sein beherztes Eingreifen wohl viele Menschenleben gerettet hat. Im Alter machte er sich durch die Befreiung von „Besser-Wessitum“ insbesondere auch China gegenüber zu einem „weisen Mann“, das Gleiche trifft hinsichtlich seiner klugen Haltung zu Russland zu: die Sanktionen sind „dummes Zeug“ 1). Darüberhinaus war er von hanseatischer Schlichtheit und es wäre ihm niemals eingefallen, sich wie Altkanzler Schröder zu Reklamezwecken in einen Armani-Anzug stecken zu lassen. Bis zum Schluss lebte er in Hamburg-Langenhorn im relativ unauffälligen Reihenhaus. Besonders beeindruckend – wie beunruhigend – war allerdings eine, wenn auch knappe, aber sehr erhellende Äußerung zu „Staatsterrorismus“ ganz am Ende eines Interviews: „Ich habe den Verdacht, dass sich alle Terrorismen, egal, ob die deutsche RAF, die italienischen Brigate Rosse, die Franzosen, Iren, Spanier oder Araber, in ihrer Menschenverachtung wenig nehmen. Sie werden übertroffen von bestimmten Formen von Staatsterrorismus“ 2). Insbeondere in heutiger Zeit genügend Gründe, dem Manne Respekt zu zollen.

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Aber, die Schattenseiten sollen nicht vergessen werden! So war Schmidt zumindest lange Zeit dafür, Deutschland das undemokratische und veränderungsfeindliche Mehrheitswahlrecht einzubrocken 3), was bisher zum Glück mislang. In der Nachrüstungsfrage war er ein verlässlicher Verbündeter der Washingtoner „Kalten Krieger“ im geglückten Versuch, den Ostblock totzurüsten und legte sich mit der Mehrheit der SPD (und der Friedensbewegung) massiv zum NATO-Doppelbeschluss an.

Was aber lässt mich bei so einer „relativ ausgewogenen Bilanz“ nun vom „befleckten Abschied“ sprechen? Ein altes Sprichwort sagt: „sage mir, wer Deine Freunde sind, und ich sage Dir, wer Du bist“! Nun, da ist ein immer wieder hervorgehobener „Freund“, der mich schaudern lässt: Henry Kissinger!

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Henry Kissinger

Der große französiche Publizist Alfred Grosser sagte in einer Diskussionsrunde mit Guido Knopp zur deutschen Geschichte, als die Rede im Zusammenhang mit Schmidt und den Beziehungen zu den USA auf Henry Kissinger kam, so kühl wie treffend: „über Massenmörder rede ich nicht!“. Und Recht hatte dieser hochmoralische Mann mit diesem treffenden Satz. Kissinger ist zusammen mit Nixon für den Militärputsch in Chile des Augusto Pinochet im Jahre 1973 verantwortlich, sowie für viele Widerwärtigkeiten, die die US-Regierung beging. Ganz besonders sticht hierunter die Verlängerung und Ausweitung des Vietnamkrieges hervor. Auf diese beiden Tatbestände im Besonderen bezieht sich auch die Bezeichnung Massenmörder 4).

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Alfred Grosser

So gefror mir nun beim nicht wenig bewegten Anschauen der Veranstaltung bei der Rede von Kissinger das Blut in den Adern und ich musste mich vom Fernseher entfernen!

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Weitab vom Fernseher habe ich dann von Raucher zu Raucher und von Hamburger zu Hamburger mit einer gewissen Wehmut, aber dem erklärten Grimm gemurmelt: „Tschüß, Helmut!“

Andreas Schlüter

1) http://friedensblick.de/12802/darum-sind-russland-sanktionen-dummes-zeug-helmut-schmidt/

2) http://www.zeit.de/2007/36/Interview-Helmut-Schmidt/seite-7

3) http://www.cicero.de/berliner-republik/plaedoyer-deutschland-braucht-ein-mehrheitswahlrecht/55576

4) Massenmörder Kissinger: https://de.wikipedia.org/wiki/Angeklagt:_Henry_Kissinger

https://www.youtube.com/watch?v=X8MHtFnV7YM

http://www.iknews.de/2012/01/21/die-verbrechen-des-henry-kissinger/

Weitere Links zu den USA:

https://wipokuli.wordpress.com/2014/02/17/link-liste-meiner-artikel-zu-den-usa/

Was musste „Schreddermann“ wirklich schreddern?

Da mordet eine Bande von Neonazis haufenweise Menschen mit „Migrationshintergrund“ und eine Polizistin, fallweise sozusagen unter den Augen des „Verfassungsschutzes“ (1). Die Polizistin scheint sogar unter den Augen von US-Agenten (2) ermordet worden zu sein! Die Bande lässt sich bei Urlaubsaufenthalten fröhlich fotografieren (3), wie aus einem Interview mit den Eltern eines der Terroristen im Spiegel hervorgeht. Da muss man sich schon sehr sicher oder gar „beschützt“ fühlen, um so vorzugehen. Umstände werden sichtbar, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Aber das alles ist noch nicht genug, in geradezu grotesker Weise verschwinden Aktenberge im Reißwolf, auf eine Art, als solle noch einmal für das geneigte Publikum die „Schusseligkeit“ der Geheimtruppe demonstriert werden.

Da kann auch Christian Geyer von der FAZ nicht umhin zu erkennen: „Das Verfängliche für den Verfassungsschutz: Jede Verschwörungstheorie hört sich plausibler an als alle möglichen Theorien, die uns von einem schusseligen Einzeltäter im Amt erzählen wollen.“ (4). Teilen des Publikums gefällt natürlich die Mär von den depperten Geheimdiensten, vielleicht kann man sich in seiner eigenen Ahnungslosigkeit selbst gut darin wiederfinden. Aber, Vorsicht, wenn Geheimdienste von sich selbst das Bild der „Verhuschtheit“ spinnen oder ihm Nahrung geben!

Taube und blinde Hirtenhunde, denen man die Nase abgeschnitten hat

Das ficht aber offenbar die „Obleute“ der Parteien im Untersuchungsausschuss nicht an, denn sie verkündeten: „weder das Zwickauer Trio noch die bislang bekannten Unterstützer des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) waren V-Leute des Bundesamtes des Verfassungsschutzes (BfV)“, wie im FAZ-Net zu lesen (5). Da hat sich auch offenbar die Obfrau der LINKEn, Petra Pau, wie ein tauber und blinder Hirtenhund, dem man auch noch die Nase abgeschnitten hat, verhalten.

„Die Unterlagen ergaben keine Hinweise darauf, dass Mitglieder der NSU als V-Leute für den Verfassungsschutz gearbeitet hätten“ gibt die Süddeutsche „Erkenntnisse“ zweifelhafter Art wieder (6).

Nun brauchten vielleicht einige Informationen gar nicht geschreddert zu werden, weil sie offiziell beim Verfassungsschutz sowieso nicht „aktenkundig“ sind, wie aus Äußerungen des Grünen-Abgeordneten Ströbele hervorgeht: „“Aber wir wissen zum Beispiel aus einem Vermerk, dass es auch Anwerbungen und V-Leute gab, die aus operativen Gründen nicht in die innere Verfassungsdatei aufgenommen worden sind“ (7).

Die Zeichen mehren sich

In der Politik ist man im Allgemeinen immer auf „Arbeiten mit unvollständiger Information“ angewiesen, wie die Geheimdienste auch selbst. Daher werden in diesem Geschäft ja auch viele Aussagen mit dem Begriff „Einschätzung“ überschrieben. Um solche werden ja auch immer Heerscharen von „Terrorexperten“ gebeten. So ist es hohe Zeit, mit realistischem Blick eine Einschätzung des Treibens in der deutschen Geheimdienstszene vorzunehmen. Das dabei oft „harte“ Beweise letztlich nicht aufzutreiben sind, liegt eben am „Geheimen“.

Für die Zeit des „Kalten Krieges“ sind die USA-gesteuerten „NATO-Geheimarmeen“ (nach dem italienischen Teil „Gladio“ genannt), die der Steuerung der Politik in den westeuropäischen Ländern dienten, und dabei der „Strategie der Spannung“ folgten (8), ein recht gut aufgearbeitetes und dokumentiertes Kapitel (wie zum Beispiel vom Schweizer Historiker Daniele Ganser – http://www.danieleganser.ch/), das bald nach dem Krieg begann (9). Es wird aber in Deutschland mit wenigen Ausnahmen wie dem verstorbenen SPD-Bundestagsabgeordneten Hermann Scheer (10) von den Politikern weiter totgeschwiegen wird. Helmut Schmidt hat dieses nur sanft angedeutet (11). Praktisch alle hochrangigen Politiker der bundesrepublikanischen Parteien haben von diesem Spiel gewusst, es mitgemacht, geduldet oder aus eigenen Sicherheitsinteressen dazu geschwiegen.

Es hat keinen Sinn, die Augen zu verschließen

Die mit dem Namen Gladio apostrophierten Strukturen „leben“, daran scheint ein Zweifel ausgeschlossen (12). Die Machtelite der USA hat nach dem Ende des kalten Krieges angesichts der Wiedervereinigung Deutschlands und der „Öffnung“ Osteuropas sicher genauso wenig daran gedacht, diese Strukturen aufzulösen, wie sie ein Interesse daran hatte, dem Beispiel des Warschauer Paktes folgend etwa die NATO aufzulösen. Gerade das vereinigte Deutschland ist mit Sicherheit das Ziel solcher Operationen, denn es galt und gilt, die „Krauts“ unter Kontrolle zu halten, sie vom Echo auch eines misslungen Sozialismus´ fernzuhalten, sie nicht „übermütig“ werden zu lassen, oder sie gar zum Kristallisationskern europäischer Unabhängigkeitsgelüste „verkommen“ zu lassen. Sicher nicht wirklich zur Freude des deutschen Kapitals und der sie vertretenden Politik, die sich der Interessenunterschiede zum „großen Bruder“ zunehmend bewusst wurden. Sie wollen diesen Sumpf ganz gerne loswerden, aber die altgedienten deutschen Politiker sind in ihrer gewandelten Rolle nun auch ungefähr in der Rolle des Richter Adam, der gegen sich selbst ermitteln müsste, zumindest gegen seine Rolle als Dulder des Unwesens (13).

Als Bürger mit demokratischen Ambitionen, die die Aussage „alle Gewalt soll vom Volke ausgehen“ ernst nehmen, sind wir aber gezwungen, das Puzzle zusammenzusetzen. Wir sollten den Zusammenhang sehen zwischen den Waffen- und Sprengstofffunden vom Beginn des letzten Jahres (14) und diesem Agieren eines Geheimdienstes innerhalb des Geheimdienstes. Wir müssen bohrende Fragen stellen und unsere Abgeordneten zwingen, dieses auch zu tun. Schluss damit, sich als „Michel“ die Mütze über die Augen zu ziehen oder sich dieselben zuzuhalten! Tragen wir dazu bei, dass Schreddern von Informationen nicht mehr geduldet wird, sondern dass die Gladio-Strukturen geschreddert werden! Sonst haben wir es mit dem von Breschnew formulierten Konzept der „eingeschränkten Souveränität“ zu tun.

Andreas Schlüter

0) http://www.rtdeutsch.com/22161/inland/nsu-prozess-nutzte-beamter-und-v-mann-fuehrer-des-verfassungsschutzes-die-tatwaffe/

1) http://www.berliner-zeitung.de/neonazi-terror/nsu-untersuchung-bouffier-keilt-zurueck,11151296,16533886.html

2) http://www.welt.de/politik/deutschland/article13744140/US-Agenten-sollen-Polizistenmord-beobachtet-haben.html

3) http://www.spiegel.de/panorama/nsu-eltern-von-uwe-boehnhardt-beschuldigen-verfassungsschutz-a-840391.html

4) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/neonazi-akten-schreddermann-11804223.html?selectedTab=comments

5) http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nsu-ermittlungen-zwickauer-trio-arbeitete-verfassungsschutz-nicht-zu-11809965.html

6) http://www.sueddeutsche.de/politik/neonazi-untersuchungsausschuss-nsu-terroristen-arbeiteten-nicht-fuer-geheimdienst-1.1402063

7) http://www.sueddeutsche.de/politik/aktenvernichtung-beim-verfassungsschutz-geheimdienst-im-verhoer-1.1402128

8) http://edvan.fadeout.ch/ref/?customerId=30&channelId=43

9) https://www.antifainfoblatt.de/artikel/geheimdienste-und-antikommunistische-%C2%BBpartisanen%C2%AB-der-brd

10) http://www.youtube.com/watch?v=_tSgbtjRaqw

11) http://www.zeit.de/2007/36/Interview-Helmut-Schmidt/seite-7

12) https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/12/%e2%80%9egladio-eine-%e2%80%9euntote-organisation/

13) https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/18/richter-adam-nachdenkliches-zum-hintergrund-der-zwickauer-zelle/

14) https://wipokuli.wordpress.com/2011/02/14/nachschlag-zu-waren-wir-die-guten-pulver-kurt-nur-ein-spinner/

Hier gibt es viel Interessantes zum Thema:

NSU & Tiefer Staat: https://machtelite.wordpress.com/2013/04/15/ard-hinterfragt-tiefen-staat-im-nsu-komplex/

http://www.medienanalyse-international.de/index1.html