Mit ‘Festung Europa’ getaggte Beiträge

einladung-inselgespraeche-5-9

Europa auf dem Stier:

selbstverbrennung-europas

fire-brigade-to-africa

die pyromanische Feuerwehr

colonial-attack

die aggressive „Festung Europa“

die-hinrichtung

die drohende Hinrichtung!

welttheater

den „Hintergrund“ des Welttheaters verstehen!

Links zum Thema:

Der Einfluss der US-Machtelite auf die Internationale Politik”: https://wipokuli.wordpress.com/2015/06/07/der-einfluss-der-us-amerikanischen-machtelite-auf-die-internationale-politik/

Zu den USA: https://wipokuli.wordpress.com/2014/02/17/link-liste-meiner-artikel-zu-den-usa/

Linksammlung zu Afrika und Nahost: https://wipokuli.wordpress.com/2012/11/16/artikelsammlung-zu-afrika-und-zum-nahen-osten/

Gladio, NSU & Geheimdienste: https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/12/%e2%80%9egladio-eine-%e2%80%9euntote-organisation/

Andreas Schlüter

Advertisements

oury

Am 7. Januar 2005 verbrennt in einer gefliesten Polizeizelle ein an Händen und Füßen gefesselter 36-jähriger Afrikaner, der aus Sierra Leone stammende und vor dem dortigen Bürgerkrieg geflüchtete Oury Jalloh.

Er war laut Aussagen der Polizei wegen Volltrunkenheit und Belästigung von Passantinnen sowie Widerstandes festgenommen worden. Die Tatsache, dass dieser junge Mann in der Verzweiflung der ungesicherten und ausgegrenzten Lebenssituation zum Alkohol griff, wurde ihm zum tödlichen Verhängnis, der „Polizeigewahrsam“ lieferte ihn offenkundig in Hände, die gnadenlos waren. Hier sollen die Einzelheiten, die aus den unten angeführten Internet-Links gut ersichtlich sind, nicht behandelt werden, auch nicht der unbefriedigende und unselige Verlauf der bisherigen „hilflosen“ Versuche der juristischen „Aufarbeitung“ (siehe die Links unten). Hier stellt sich eine andere Frage:

Staat im Staate?

Wir haben schon im Verlauf der bisherigen Enthüllungen zur Zwickauer Mordbande und der offenkundigen Unterstützung aus Bereichen des „Verfassungsschutzes“ (http://tinyurl.com/8a35ykh) den Eindruck bekommen müssen, dass es einen „Verfassungsschutz“ im Verfassungsschutz gibt, der das genaue Gegenteil des vorgeblichen Zwecks verfolgt. Dies kann vernünftig nur im Sinne des „tiefen Staates“ interpretiert werden, im Sinne dessen, was man in der jüngeren europäischen Geschichte unter das von US-amerikanischen „Diensten“ ins Leben gerufene und gesteuerte „Gladio“-Unwesen subsummiert, und was offenkundig das Ende des „Kalten Krieges“ überlebt hat (http://tinyurl.com/7mxe7k6). Diese Strukturen haben nicht nur die Geheimdienste Deutschlands wie auch anderer westeuropäischer Staaten mit einer inneren „Doppelung“ versehen, sondern auch durchaus die Polizei, wahrscheinlich auch Teile der Justiz betroffen. Dabei ist auf diesem Internet-Blog ausgeführt worden, was besonders die „neuen Bundesländer“ zum Ziel dieses Unwesen gemacht haben könnte. Diese „Schattenwelt“ rekrutierte (von Anbeginn an) insbesondere Rechtsradikale, rassistische und fremdenfeindliche Elemente.

Terror

Diese beschriebenen Kräfte entwickeln natürlich auch „Eigendynamik“ und folgen ihren menschenverachtenden Gefühlen wie Denkschemata. In diesen liegen auch „Bestrafungsfantasien“ wie sie sich weiland in den USA in grauenhafter Lynch-„Justiz“ ausgetobt haben. Es mag auch menschenverachtende Quälerei „aus dem Ruder gelaufen“ sein. Aber, ob von Vornherein angestrebt oder nicht, der Vorgang erzeugt insbesondere durch die nicht wirklich stattfindende gerichtliche Ahndung Angst und Schrecken besonders unter Afrikanischen Migranten. Er steht in einer Linie mit den rassistischen Morden durch die „Zwickauer Zelle“, dem Terror des Rechtsradikalismus gegen Linke, gegen alle Minderheiten, überhaupt gegen Menschen, die sich nicht dem „Mainstream“ zuordnen lassen. Er könnte aber hier speziell Menschen aus anderen Kontinenten zeigen wollen, wie gefährlich es ist, in die „Festung Europa“ „einzudringen“. Da fällt es schwer, hier keinen Zusammenhang zu sehen!

und mehr Terror

Am 7. Januar dieses Jahres fand eine Gedenkkundgebung zum Tode von Oury Jalloh in Dessau statt. Als wolle die Polizei noch einmal zeigen, „wer Herr im Hause“ ist, trat sie mit einem gewaltigen Aufgebot an. So  fand dann offenbar eine polizeiliche Gewaltorgie satt, bei der Demonstranten verletzt wurden. Die Fragen werden dadurch nicht weniger (http://vimeo.com/34900515)!

Andreas Schlüter

Zum Fall Oury Jalloh:

http://www.jungewelt.de/2012/01-07/028.php?sstr=Oury%7CJalloh

http://de.wikipedia.org/wiki/Oury_Jalloh

http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/presse/

http://www.youtube.com/watch?v=F2-D4sRKkBg&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=KowCoqFRYxs&feature=related

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1333198/Der-raetselhafte-Brandtod-des-Asylbewerbers-Oury-Jalloh.html

http://www.prozessouryjalloh.de/

http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5092137,00.html

http://www.schattenblick.de/infopool/buch/sachbuch/busar533.html

http://www.youtube.com/watch?v=Rj01-uuA008

http://www.youtube.com/watch?v=EiKkKUyzXz4&feature=related

Polizeibrutalität auf der Kundgebung am 7. Januar 2012:

http://www.jungewelt.de/2012/01-09/055.php?sstr=Oury%7CJalloh

http://www.jungewelt.de/2012/01-10/038.php?sstr=Oury%7CJalloh

http://www.jungewelt.de/2012/01-16/033.php?sstr=Oury%7CJalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/214987.sieben-jahre-ohne-gewissheit.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215098.sieben-lange-jahre.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215028.mordthese-laesst-sicherungen-durchbrennen.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215176.minister-versetzt-beamten-nach-demo-einsatz.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215365.versetzung-nach-pruegeldemo-verteidigt.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/215496.ein-schlag-ins-gesicht.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.neues-deutschland.de/artikel/216012.eskalation-in-dessau.html?sstr=Oury|Jalloh

http://www.taz.de/!85273/

http://umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/070112oury_jalloh.html

http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/2012/01/10/pm-der-fraktion-die-linke-zu-vorfallen-in-dessau/

http://thevoiceforum.org/node/2374

Zum rassistischen Rechtsterror und „Gladio“:

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/18/richter-adam-nachdenkliches-zum-hintergrund-der-zwickauer-zelle/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/15/gedanken-zum-psycho-profil-der-%e2%80%9ezwickauer-zelle%e2%80%9c-und-zu-den-deutschen-%e2%80%9ediensten%e2%80%9c/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/12/%e2%80%9egladio-eine-%e2%80%9euntote-organisation/

https://wipokuli.wordpress.com/2011/07/28/ein-bedeutender-teil-der-terror-geschichte/

Es scheint nun so zu sein, dass die Demokratie-Bewegung sich wirklich mit der Geschwindigkeit eines Feuers ausbreitet. Erfolge bestehen im Sturz zweier Potentaten, in Tunesien und in Ägypten. Keine Frage, es wird noch erheblich mehr Tote geben, so furchtbar, wie das ist. Lybiens Potentatenspross, der Sohn des „neuen“ Freundes des Westens, Gaddafi, hat bereits den Bürgerkrieg angekündigt. Auch im Sudan könnte der Volkszorn entflammen. Algerien, Marokko, Jordanien, Bahrain sind „infiziert“ vom „Demokratie-Virus“. Auch brennt es z. B. in Lybien, wobei bei den vermeintlichen Gewaltexzessen nie so ganz klar ist, wer ein Interesse am Zündeln hat (siehe die Untaten von Mubaraks Plünderern und Schlägertrupps). Vielleicht soll das Feuer in Lybien auch im Westen für Alibis sorgen. Auch dies ist deutlich, der „Sturm“ geht nicht an allen Erdölländern vorrüber. Nur eine gewisse Zahl von ihnen kann den  Protest „wegkaufen“.

Aber viel gefährlicher als die zunehmende Brutalität der in ihrer Herrschaft bedrohten Potentaten ist die im Westen so hochgelobte „Ideologiefreiheit“, mit der man die Unklarheit über gesellschaftliche Konzepte meint. Das besondere Elend der Menschen liegt in Armut, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Über Jahrzehnte ist die Linke in diesen Ländern verfolgt und mundtot gemacht worden. Dafür konnte man hier dann mit dem Finger auf den wachsenden islamischen Fundamentalismus zeigen, und diesen zum Vorwand für die Unterstützung der Repression nehmen.

Der Westen sollte sich nicht täuschen, nur, wenn es linke Bewegungen mit fortschrittlichen und allgemeinwohlorientierten Entwicklungsstrategien geben wird, werden sich die Probleme der betroffenen Gesellschaften lösen lassen. In Lateinamerika hat man seitens des Westens in den letzten Jahrzehnten vielerorts diese Tendenzen zerstört, daher „mussten“ die USA die Mauer an ihrer Südgrenze bauen. Wenn Europa solche Angst vor der menschlichen „Überschwemmung“ hat, dann sollte es wissen, nur eine wirkliche, selbstgesteuerte und allgemeinwohlorientierte technologisch-wirtschaftliche Entwicklung erlaubt es Menschen, in ihrem Heimatland zu bleiben!

Ein altes Sprichwort sagt: man kann den Kuchen nur haben oder essen, beides geht nicht. Hier muss es heißen: hat man die Reichtümer anderer Länder, bekommt man auch deren Menschen, will man sie nicht, muss man ihnen das ihre lassen. Oder: wenn Ihr ihnen alles nehmt, wird keine „Festung Europa“ sie fernhalten!

Andreas Schlüter

Eben noch die halbherzige (oder gänzlich geheuchelte) Euphorie der deutschen Politprominenz über die Volkserhebungen in Tunesien und Ägypten, aber nun, nachdem knapp 3000 Menschen aus Tunesien nach Lampedusa „machten“, kommen eilig die eigentlichen Anliegen der politischen Handlanger von Macht- und Wirtschaftsinteressen zutage. „Festung Europa“ fordert der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, als hätte er nicht genug damit zu tun, ordentliche Arbeitsbedingungen für die Angehörigen der Polizei zu erstreiten. Aber es drängt sich der Eindruck auf, dass die Polizeigewerkschaft weniger als Kampforganisation für Mitarbeiterinteressen denn als politisches Sprachrohr für „Sicherheitsinteressen“ gedacht sei.

„Wir können nicht die Probleme der ganzen Welt lösen!“, tönt auf bekannt verhalten einschmeichelnde Weise der „Gentleman“-Innenminister Lothar de Maizière, sekundiert von Wolfgang Bosbach (ebenfalls CDU), der klarmacht, „dass sie nicht auf Dauer in Europa bleiben können“. Na, das wäre ja noch schöner, womöglich bringen sie auch noch den Virus des arme-Bürger-Protestes mit, der sich mit dem hiesigen, eher auf Stuttgart21 gerichteten Protest vermischen könnte.

Nun, das hört sich so plausibel an: „wir können nicht die Probleme der ganzen Welt lösen“, auch wenn man bei den Aktionen wie der Verteidigung von Deutschlands Freiheit am Hindukusch (ein Slogan, den schon „Bismarcks soziademokratischer Wiedergänger“ Struck prägte), der Jagd auf durch westliche Überfischung arbeitslos gewordene somalische Fischer-Piraten oder der grunsätzlichen „Sicherung der Rohstoffwege und Wirtschaftsinteressen weltweit“ (wie sträflicherweise vom ehemaligen Bundespräsidenten offenbarte) einen anderen Eindruck bekommen möchte. Nein, alle Probleme können sie nicht lösen, aber alle Probleme, die westlichen Kapitalinteressen hinderlich sind, die wollen sie lösen, dafür werden sie schließlich bezahlt.

Aber, Probleme, mit denen man nichts zu tun hat, nicht lösen zu wollen, ist eine Sache – wie man das moralisch auch immer bewerten mag – eine andere Sache ist es, für Probleme verantwortlich zu sein, die man mit verusacht. Auch die Folgen des Kolonialismus wären hier nur schwer hinzuzuziehen, wenn er wirklich vor einem halben Jahrhundert zu Ende gewesen wäre. Nein, er ist keineswegs zu Ende. systematisch hat man die „gewährte“ Unabhängigkeit gleich wieder bekämpft, ausgehölt, korrumpiert, seine Handlanger installiert, wie Mobutu, Suharto,  Bokassa, Mubarak, Ben Ali, oder aber auch geneigte neue Freunde an sich gezogen, wie Ghaddafi, oder lanciert gegen Verwirrte wie Gbagbo in der Elfenbeinküste „good old fellows“ wie den Amerika-Zögling und Karrieristen des Weltwährungsfonds, Quattara. Das „Herz der Westlichen Finsternis“, den Kongo, haben nicht nur der „Leopoldsche Privatkolonialismus“ vor über hundert Jahren acht bis zehn Millionen Menschenleben gekostet, nein, es sind auch nach der Unabhängigkeit viele Millionen dazugekommen. Sklavenarbeit, von durch den Westen bezahlten Warlords organisiert, sichert billigen Zugang zu Diamanten, Gold, Mineralien wie Coltan (für Computer und Handies) und vieles mehr. Ganz Afrika ächzt unter dem vom Westen organisierten „Land Grabbing“, der Anneignung großer Ländereien durch westliche Konzerne mit Hilfe gedungener Polit-Clowns.

Ja, selbst das Wasser hat man sich mit Druck des Weltwährungsfonds und anderer „internationaler“ Organisationen angeeignet, wie das, was im Meerwasser schwimmt. Auch das, was unterm Wasser wie unterm Land in großen Mengen ruht, das Öl steht im besonderen Fokus der Gier. Was im Golf von Mexiko noch Skandal ist, eine alles bedrohende Naturkatastrophe durch Ölpest, ist im Nigerdelta der „normale“ Preis, den die „Schwarzen“ für das heutige mobile Glück der Weißen (und für die Klimakatastrophe heute in der Sahelzone und morgen überall) bezahlen müssen. In vielen Teilen der Welt tragen dann hinterhältige Machenschaften des US-Konzerns Monsanto mit Gen-Saat und anderen Machenschaften zum Elend und zu unser aller Nachteil bei.

Das Elend, das westliche Kapitalinteressen in vielen Teilen der Welt, aber besonders in ganz Afrika, erzeugt, führt natürlich dazu, dass Menschen  versuchen, dorthin zu gelangen, wo ihr Reichtum hinfließt, nach Europa, sozusagen im Sinne der physikalischen Osmose. Da hatte man aber nun so nette Diktatoren in Nordafrika, die sich dingen ließen, die gepeinigten schwarzen Menschen einzufangen (auch in früheren Jahrhunderten hatte sich Europa schon teils darin geübt), um sie zurück in die Wüste zu schicken, die sie gerade eben mühsam durchquert hatten. Und nun brechen die Regime dieser Handlanger weg! Und die, die sich eben von ihnen befreit haben, weigern sich, das weiter zu betreiben, ja, suchen selbst teils dem von ihren Plagegeistern verusachten Elend nach Europa zu entkommen. das ist schon eine echte Misere!

Aber eines muss ich feststellen, wäre ich Afrikaner, dann würde ich denken:

Festung, ja gut, aber „Festung Afrika“!

Andreas Schlüter