Mit ‘Diffamierung’ getaggte Beiträge

Das ist eine gute Wahl, Unwort des Jahres 2015: „Gutmensch“. Die einsichtige Begründung:

„Als ‚Gutmenschen‘ wurden 2015 insbesondere auch diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen“, hieß es weiter. „Mit dem Vorwurf ‚Gutmensch‘, ‚Gutbürger‘ oder ‚Gutmenschentum‘ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.“

Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gutmensch-ist-unwort-des-jahres-2015-a-1071545.html

Vorschlag für das Unwort des Jahres 2016: „Verschwörungstheorie“!

Das Wort „Verschwörungstheorie“ ist heute in seiner negativen Konnotation in weitverbreitetem Gebrauch, als negatives Totschlagargument zerstört es zwei wichtige Kategorien bzw. Begriffe, den Begriff der Verschwörung und die Kategorie der Theorie inklusive der Hypothese. Es soll skeptische Zeitgenossinnen und Zeitgenossen auf den Mainstream einschwören!

keule

Gesellschaft braucht Diskurs und Orientierung, auch Entscheidungen auf eingeschränkter Informationsgrundlage. Wirtschaft und politische Mächte nehmen sich die Freiheit der „Einschätzung“, der „Zivilgesellschaft“ und der „Gegenöffentlichkeit“ will man nur die Wahl lassen zwischen offiziellen Narrativen und „wasserdichten“, „gerichtsfesten“ Beweisen? Was nicht im Fernsehen zu sehen war, existiert nicht?

Wer leichtfertig mit dem Wort „Verschwörungstheorie“ um sich wirft, hat im Grunde jede gesellschaftliche Kompetenz verspielt, denn Politik ist im Wesentlichen Verschwörung. Anders ist es u. a. nicht zu erklären, dass man immer wieder Millionen von Menschen dazu bringen kann, sich in Kriegen zum Wohl einer kleinen Zahl von Leuten „verfeuern“ lassen.

Andreas Schlüter

Meine Beiträge zu den USA: https://wipokuli.wordpress.com/2014/02/17/link-liste-meiner-artikel-zu-den-usa/

Zu Gladio, “NSU” & Geheimdiensten: https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/12/%e2%80%9egladio-eine-%e2%80%9euntote-organisation/

Man sollte bei allen Querelen in meiner Partei denken, was uns grundsätzlich einte, sei die Überzeugung, dass Kapitalismus, Imperialismus und Rassismus dem Wohl der Welt, dem Wohl dieses Landes und der Gesellschaft abträglich seien. Man sollte meinen, dass neben der Auseinandersetzung, wie eine gerechtere, eine sozialistische Gesellschaft, die letztlich auch Vorrausetzung wirklicher Demokratie ist, zu erreichen sei, der Kampf gegen Rassismus, Chauvinismus und Antisemitismus eine wichtige Rolle spielen würde. Dazu muss man die Vertreter solcher gefährlichen Verirrungen in Politik und Gesellschaft identifizieren und sie zur politischen (oder ggf. juristischen) Verantwortung ziehen.

Falsche Anschuldigungen bagatellisieren reale Probleme

Übrigens ist natürlich auch männliche Gewalt Frauen gegenüber ein Punkt, an dem Linke keinen Spaß verstehen sollten. Und dieses trübe Feld gibt auch ein Paradebeispiel dafür, wie unglaublich gefährlich und kontraproduktiv falsche Anschuldigungen sind. Sie bagatellisieren das in der Tat Menschen immer wieder in großes Leid stürzende Verbrechen. Jüngste Fälle geben zum Grübeln Anlass. Eine falsche Anschuldigung hilft wirklichen Tätern, ihre Schuld, auch, wenn sie nachgewiesen ist, in Frage zu stellen und Zweifel in der Gesellschaft zu nähren, ob das Problem nicht vielleicht nur ein mediales ist.

Die gefährliche Neigung zur Relativierung

Ein fraglos immer noch existierendes Problem ist neben dem zunehmend „hoffähig“ werdenden Antisemitismus gegen die Mehrheit der Semiten, die Araber, auch immer noch latenter Antijudaismus bei Enkeln der damaligen Tätergeneration deutscher Verbrechen. Gesellschaftliche Relativierungstendenzen, die nicht darauf abzielen, die heutige Welt auf Scheußlichkeiten gegen Menschen zu überprüfen, wie es die Pflicht jedes sich „links“ verstehenden Menschen ist, sondern die moralische und geschichtliche Verantwortung dieses Landes „herunterzustufen“ nach dem Motto: „die anderen sind ja auch nicht besser!“. Diese Neigung greift dann auch gerne verschwiemelte Vorstellungen von der „Weltherrschaft der Juden“ in verschiedenen Kaschierungen auf. Ja, keine Frage, gesellschaftlich ist diese durch die früheren Jahrzehnte vom deutschen Kapital gepflegte „Entlastungslüge“ noch nicht ausgestorben. Die Mehrzahl der angelsächsischen weißen und protestantischen US-Kapitalisten hat diese „Weltdeutung“ auch nicht ungern. Und gerne lassen sie es so erscheinen, dass Israel die US-Politik bestimmen würde, lassen „den Schwanz mit dem Hund wedeln“. Dabei war es die von der Wirtschaftsmacht gesteuerte US-Politik, die doch eigentlich gezielt Israel zu ihrem „unsinkbaren Flugzeugträger“ im östlichen Mittelmeer gemacht hat, um die Erdölregion in Schach zu halten.

Haltet den Dieb!

„Haltet den Dieb!“, ruft gerne derselbe, um die Verfolger von sich ab in eine andere Richtung zu lenken. “Dieser Antisemitismus ist im unter Wasser treibenden Eisberg des Restsozialismus erhalten. Der betrifft ganze Heerscharen von Trägern des ehemaligen DDR-Systems. Ohne sie kann die Linkspartei nicht existieren”, behauptet der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Arnold Vaatz in der “Mitteldeutschen Zeitung”. So erklärt einer der politischen Helfer des Kapitals Antisemitismus und indirekt latenten Faschismus damit wesentlich zu einem „linken“ Phänomen. Wär´s nicht so gefährlich, könnte man nur amüsiert staunen ob solcher dummdreisten Unverfrorenheit! Da freut sich auch der vom Opa noch leicht infizierte verkappte Deutsch-Nationale, dass dieser menschenverachtende Mist kein rechtes, sondern ein „linkes“ Phänomen sei.

Zum imperialistischen Brückenkopf konditioniert

Nachdem die US-Politik alles getan hat, um Israel auf den Weg des brutalen Sachwalters westlicher Kapitalinteressen zu bringen, alles getan hat, es zur bedrohlichen Kreuzritter-Festung im Nahen Osten zu machen, die nicht den Vorgaben des Völkerrechts und der UN folgt, und einen palästinensischen Staat entstehen ließe, sondern diesen nach Kräften verhindert, ist die Umgebung natürlich entsprechend „freundlich“ gesinnt. Das hilft, entgegen jeder militärischen Logik des von 200 bis 300 Atomsprengköpfen strotzenden Staates, diesen als permanent bedroht darzustellen und bei unbedarften Jüdinnen und Juden Bedrohungsängste um „ihren“ Staat zu erzeugen. Dabei wird gerne verschwiegen, dass keineswegs alle Menschen jüdischer Abstammung Israel als „ihren“ Staat betrachten und nicht wenige Menschen in Israel dessen Politik sehr kritisch sehen. Wie dem auch immer sei, geschichtliche Traumata lassen sich hervorragend instrumentalisieren. Das es natürlich langfristig im Existenzinteresse Israels sein muss, mit seiner Umgebung zu einem gesunden nachbarschaftlichen Verhältnis zu kommen, ist dann eher von einer abgeklärteren historisch bewussten Sicht aus zugänglich. Diese langfristige notwendige Entwicklung wird aber von den Scharfmachern sehenden Auges untergraben, ihnen sind die Interessen eines Landes grundsätzlich nur gegen die Interessen anderer Länder und Gesellschaften zu verfolgen.

Was schert es sie

Das alles interessiert aber in der Tat diejenigen nicht, die die einzige zahlenmäßig bedeutende Partei in Deutschland, die zu Recht glaubt, dass die Probleme dieser Welt, dieses Kontinents und dieses Landes nicht auf der Grundlage von Eigennutz und Profitinteresse zu lösen seien, entweder kastrieren oder zerstören wollen. Da sind natürlich zuerst einmal die zunehmend von den Resten des deutschen Sozialstaates befreiten Kapitaleigner, im Neoliberalismus schwelgend. Die Handlanger des Kapitals, CDU und FDP, hassen DIE LINKE natürlich aus Prinzip. Die zum pseudosozialen Feigenblatt verkommenen SPD und die Oliv-Grünen hassen DIE LINKE als Spiegel dessen, was eigentlich nötig wäre, wovon sie sich aber längst als Handlanger des Imperiums verabschiedet haben. Sie sind zur Verfemung oder Domestizierung dieser ihren Interessen gefährlichen Kraft wild entschlossen. Da ist im orwellschen Zeitalter mit Unterstützung des Kommerz-medialen Mainstreams auch kein „Schwindel“ abgefahren genug, um nicht erprobt zu werden. Und nachdem sich der „Stalinismus-Vorwurf“ mit Vorsitzenden wie Oskar Lafontaine, Lothar Bisky, Gesine Lötzsch und Klaus Ernst selbst dem „geneigten“ Publikum nicht glaubwürdig verkaufen ließ, muss was Anderes her, nämlich der angebliche „Antisemitismus“ dieser Partei.

Hassliebe

Aber auch wir haben in unseren Reihen und in unseren „Rängen“ nur Menschen. Gehasst zu werden ist nicht sehr schön, zumal, wenn man die Dinge nicht so klar sieht, dass es einem zur Ehre gereichen würde, von bestimmten Leuten gehasst zu werden. Auch möchten nicht ganz wenige es doch noch zu was bringen, nicht nur zu mäßig bezahlten Parteiämtern oder besser honorierten Parlamentssitzen, die man auch nicht durch Schmutzkampagnen verlieren möchte. Staatsämter sind schon was Feines, dabei spielt es für Manchen eine untergeordnete Rolle, ob man die Gesellschaft wirklich nach moralischen Grundsätzen verbessern kann. Es gibt auch nicht Wenige, die den Charakter gesellschaftlicher Auseinandersetzungen vergessen haben. Die nicht mehr begreifen, dass nicht nur in Staatsämtern Veränderungen zu erreichen sind, sondern gesellschaftlicher Druck oder andere Faktoren viel bewirken können. Hat nicht damals selbst eine in sich nicht sehr sympathische „Systemalternative“ in Form des Ostblocks das westdeutsche Kapital manchmal „handzahm“ agieren lassen? Sie haben vergessen, dass das Kapital eben auf „Drohkulissen“, wenn sie denn ernst gemeint sind, reagiert. Es gibt eben Menschen in unserer Partei, die lieber als machtlose „Juniorpartner“ in Koalitionen notfalls Scheinverbesserungen verkaufen, als ohne Amt eben die Drohkulisse zu geben.

Koalitions- und Regierungsfähigkeit

Wer nun also so „tickt“, braucht zum „einzig möglichen Weg“ das Etikett des Mainstreams, einer „ganz normalen Partei“ anzugehören, damit man wenigstens ein wenig „bauch-links“ agieren oder sich zumindest verkaufen kann. Man muss „angekommen sein“. Man braucht den Stempel „koalitions- und regierungsfähig“, egal, wer den verleiht. Aber, so ist es wohl, viele bei uns wollen nicht von der „Systemfrage“ ablassen, da Klima-Katastrophe, Elend der „Dritten Welt“, imperiale Kriege, Sozialabbau, Lohndrückerei, Ausgrenzung und Kinderarmut diese erzwingen. Da muss man wohl die Partei verändern. Man muss allen diesen Mitgliedern klar machen: wir kommen nirgendswo hin, wenn wir nicht ablassen von Antiimperialismus, nicht ablassen von ernstgemeintem Antikapitalismus, wenn wir nicht ablassen von konsequenter Antikriegshaltung etc. Also stößt man mit in das Horn derjenigen, die uns attackieren. Man will „der Partei“ klarmachen, „kehrt um von Eurem verderblichen Weg!“, „kommt an im bundesdeutschen Politeinerlei!“. Da ist das Wort von der „Staatsraison“ nicht ganz ungefährlich.

Was, wenn nicht?

Ja, aber vielleicht wollen viele Mitglieder nicht wirklich ablassen? Vielleicht fehlt zu vielen der „Sinn für politischen Realismus“? Vielleicht wollen sie keine „Realos“ werden, sich nicht auf den „Weg in Normalität“ mitnehmen lassen, wie es weiland bei SPD und Grünen gelang? Vielleicht wollen sie nicht den konsequenten Anti-Kriegskurs verlassen. Vielleicht wollen sie sich mit ihrer berechtigten Israelkritik, mit ihrer nötigen Solidarität mit den berechtigten Forderungen der Palästinenser nach einem lebensfähigen Staat, bestehend aus dem Gaza-Streifen, der Westbank und Ostjerusalem, und last not least mit ihrer unabdingbaren Solidarität mit linken Jüdinnen und Juden, die sich dem Einverleibungsanspruch in Hardcore-Zionismus wütend verweigern, nicht demütig als „Antisemiten“ beschimpfen lassen. Vielleicht wollen sie nicht zugeben, dass „sich die Sonne um die Erde dreht“?

Vielleicht wollen sie, dass Schluss ist mit der dreckigen Diffamierung. „Doch es gibt auch einen anderen Flügel der Partei. So setzen sich Politiker wie Petra Pau, Dagmar Enkelmann, Dietmar Bartsch oder Bodo Ramelow laut „Spiegel“ dafür ein, dass die Debatte um Antisemitismus ein Ende findet“, schreibt A. Wirth in „Israel-Netz“ ( http://www.israelnetz.com/themen/aussenpolitik/artikel-aussenpolitik/datum/2011/06/20/graumann-antisemitismus-hat-laengst-begonnen/), was bei denen wohl nur meinen kann, dass wir zustimmen sollen und seufzen: „ja, wir sind dreckige kleine Antisemiten, aber wir geloben Besserung“. Nein, wir sind ganz bestimmt keine Antisemiten, weder von dumpfen Gefühlen gegen Araber noch gegen Juden gesteuert. Aber ihr, die ihr mit diesen falschen Anschuldigungen herumspielt, versucht, die Shoa zu instrumentalisieren, die ihr leichtfertig durch falsche Anschuldigungen wirklichen Antisemitismus bagatellisiert, ihr agiert letzten Endes als Antisemiten!

Schleudersitz

Nun hat auch der „Genosse“ Bartsch sich wieder zu Wort gemeldet. Er sekundiert dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Graumann, ausdrücklich (»geradezu pathologischer, blindwütiger Israel-Haß« in Teilen der Linken), in dem er unserer Partei die angebliche Berechtigung der Vorhaltungen nahezubringen versucht, wie die „Junge Welt“ ausführlich berichtet (http://www.jungewelt.de/2011/06-22/043.php).

Will er nur Gesine Lötzsch und Klaus Ernst das Leben schwerer machen? Man fragt sich vielmehr weiter, glaubt er sich dem geneigten Publikum als Dompteur der LINKEn verkaufen zu können, quasi als „Roter Joschka“, oder ist er dabei, den „Schily“ zu machen. Will er sich den Oliv-Grünen oder der SPD als „Kronzeugen“ und prominenten „Übersiedler“ andienen? Sei´s drum!

Andreas Schlüter

Wenn man sich vor Augen führt, wie Jüdinnen und Juden sich dagegen wehren, von der völkerrechtswidrigen, rassistischen und chauvinistischen Politik des Staates Israel vereinnahmt zu werden, sich gegen die Behauptung wehren, dass dieser Staat im Namen aller Jüdinnen und Juden dieser Welt agiere, und man schaut sich das derzeitige Agieren hoher Parteiebenen meiner Partei (DIE LINKE) an, kann einen tiefe Scham überkommen. Es ist anscheinend die Solidarität zur „politischen Klasse“ des Staates Israel wichtiger, als die Solidarität linken Jüdinnen und Juden gegenüber!

Ich halte es anders

Ich halte es da anders, und so habe ich auf der Website „Lafontaines LINKE“ einen Kommentar eingestellt (http://tinyurl.com/6glhseo ):

„Jetzt ist mal Schluss!

Verständnis habe ich unabhängig von meiner Position dafür, wenn man der Auffassung ist, dass in diesem Lande keine Unterstützung der BDS-Kampagne möglich sei, wie grundsätzlich diese international für sinnvoll und gerechtfertigt gehalten werden mag (auf Apartheid-Südafrika, dessen offenster Verbündeter Israel war, hat das wichtigen Druck ausgeübt) und wie sehr sie auch von israelkritischen Menschen jüdischer Abstammung unterstützt wird.

Der Kauf von Waren, die Israel illegal in den besetzten Gebieten gewinnt, ist jedoch völkerrechtswidrig!

Die ablehnende Haltung gegenüber der international so anerkannten Gaza-Flottille scheint mir darüberhinaus ein Schlag gegen unabdingbaren Internationalismus! Da spielt wohl doch zunehmend ein Schielen nach dem Etikett “Koalitionsfähigkeit” eine Rolle, nur, wer vergibt dieses?

Ganz und gar empörend finde ich es jedoch, wenn im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen von Genossin Enkelmann der Begriff der “Relativierung des Holocaust” ins Spiel gebracht wird. Wer macht denn in der LINKEn so etwas? Schwadroniert man so saublöd herum, denkt doch der “kleine Max”, an den Vorwürfen gegen uns muss doch was dran sein! Ist hier vorzeitige Demenz am Werk?

Und zur Disziplin hinsichtlich linker Grundlinien:

“Eine kompromisslose Absage an den Antiimperialismus ist die Voraussetzung für die Neukonstituierung einer emanzipatorischen Gesellschaftskritik”, behauptet der BAK Shalom in seinem Grundsatzpapier zusammen mit der permanenten Diffamierung von Antikapitalismus durch den Zusatz “regressiv”. So eine Position spottet allen linken Grundsätzen. Da muss ein Unvereinbarkeits-Beschluss hinsichtlich der Mitgliedschaft in der LINKEn und diesem BAK der Linksjugend her!

Vielleicht sollten die “staatstragenden Elemente” in unserer Partei mal darüber nachdenken, ob sie nicht die wirklich linken GenossInnen so irgendwann wegsprengen, und sich in dem Zusammenhang fragen, wer insbesondere ihre Wahlkämpfe trägt!

Und, ich muss es immer wieder sagen, folgen wir nicht dem Weg der Olivgrünen, so sehr das mach Einer/Einem als verlockend erscheinen mag!

Mit wirklich empörten Grüßen

Andreas Schlüter“

Bemerkenswerte Reaktionen

Da haben sich offenbar einige richtig geärgert und wurden außerordentlich böse. So auch MZ:

  1. „MZ sagt:

8. Juni 2011 um 13:38

@ Alle: Und könnt ihr mir mal bitte alle erklären, was der BAK Shalom mit der ganzen Sache zu tun hat? Ja, ich weiß, dass es den gibt, ich kenne seine Positionen und sein Verhalten in der Partei. Aber hier (und bei allen ähnlichen Debatten) wird immer so getan, als wäre es der BAK Shalom, um den es geht, der irgendwas gemacht hätte, anstatt sich der konkreten Problematik hier zu stellen. Der BAK Shalom ist doch an dieser Stelle hier ein reines Luftschloss, der Versuch, einen imaginären Gegenpunkt in der Debatte aufzubauen um vom eigentlichen Inhalt derselben abzulenken.

Wie Mümmel bereits fest gestellt hat, braucht man kein Antideutscher zu sein, um zu erkennen, dass einige Leute in der Partei beim Thema Israel über das Ziel hinaus schießen. Ich finde deswegen das permanente Einführen des BAK Shalom in den Diskurs und die damit getätigte Zuschreibung aller Gegenpositionen zu diesem als lästig und nervig. Ich behaupte ja auch nicht andauernd , ihr seid alle bei Marx21, bloß weil ihr den Sachverhalt anders seht, als ich (auch weil ich weiß, dass das einfach nicht stimmt). Also lasst das bitte!“

Er weiß natürlich, das der BAK Shalom der Linksjugend ´solid eine ganze Menge mit diesen Entwicklungen zu tun hat! Böse wurde auch diese/r TN, Sissy Fuß:

  1. Sissy Fuß sagt:

8. Juni 2011 um 17:24

@MZ: Warum hier plötzlich der BAK Shalom in die Debatte eingeführt wird?
Erstens: Wo die Argumente ausgehen, man sich aber trotzdem im Recht fühlt, da wittern einfach gestrickte Leute gern eine Verschwörung.
Den zweiten Grund hat Kurt Tucholsky erkannt: “Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.”

@wirklich empörter Andreas Schlüter: Ja, das ist das Wirklich-Links-Kriterium nach Steinberg, Pirker und Schlüter – wer nichts gegen Israel hat, jedenfalls nichts Wirksames, der kann auch kein wirklicher Linker sein. Nun könnte man ja, wenn man wie Andreas Schlüter so ein Afrika-Faible hat, sich auch mal mit den Greueln von Westsahara bis Somalia befassen, aber dafür bleibt vor lauter Wirklichlinkssein leider keine Zeit, zumal man die Verwirrung noch lange nicht verarbeitet hat, in die man durch die unerwarteten und unverstandenen Aufstände in den arabischen Ländern gestürzt wurde.“

Auch ich finde Manches nicht witzig

Und so sah ich mich zu einer Replik genötigt, die auf die Verdrehung der Tatsachen und den Versuch des Lächerlich-Machens einging:

„Liebe “Genossin” Sissy,

Du verirrst Dich hier wohl in eine Projektion, darf ich Dich an Dein Zitat erinnern?

Kurt Tucholsky hat völlig richtig erkannt: “Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.” Und so genau ist es mit den Kritikern von Israels völkerrechtwidriger Besatzungspolitik sowie dem praktizierten Rassismus und Chauvinismus gegenüber den Palästinensern, die Kritiker werden selbst zu gefährlichen Elementen erklärt!

Deine Freunde vom BAK Shalom sind wohl weit eher gefährdet, die Realität zu übersehen, und die sieht so aus:

http://tinyurl.com/5tesjb4 und Jerusalem Day http://youtu.be/gTwWKdfi8G8 !

Deine albernen Verweise auf meine enge Anbindung an Afrika zieht nun schon mal gar nicht, denn da findest Du wohl auf meiner Website genug zu vielen anderen Schweinereien, die von diversen Akteuren in der Welt begangen werden.

Ich glaube aber, es hat nicht viel Sinn, Dich zum “in Dich Gehen” aufzufordern, denn solche Politferkeleien gehören vielleicht zu Deinen Aufgaben.

Dennoch Grüße“

Man dachte dann, nun wär´s endlich zu Ende, denn:

  1. Sissy Fuß sagt:

9. Juni 2011 um 19:41

@Schlüter: “Ich glaube aber, es hat nicht viel Sinn, Dich zum “in Dich Gehen” aufzufordern, denn solche Politferkeleien gehören vielleicht zu Deinen Aufgaben.” Danke, reicht. Keine Grüße.“

Auch Wohlmeinende können sich vergreifen

Das man sich auch „wohlmeinend“ vergaloppieren kann und an den Betroffenen vorbei mit kühnen Vorschlägen daneben greifen kann, schien mir dieser Beitrag zu zeigen:

  1. „Clara sagt:

9. Juni 2011 um 19:49

@Sebald

Die Diskussionen darüber wie eine vernünftige Zweitstaatenlösung aussehen sollte gehen leider in den unverschämten Antisemitismusvorwürfen regelmäßig total unter.
Ich fände es ja eigentlich besser, wenn Palästina an einen Stück entsteht, die Palästinenser also den Gazastreifen aufgeben würden und dafür noch das Gebiet oberhalb des Westjordanlandes bekommen, neben dem ganzen Westjordanland versteht sich.
Leider liegen da die Golanhöhen, trotzdem fände ich diese Lösung vernünftiger, da der Gazastreifen auch nach der Umsetzung der Zweistaatenlösung abgeschottet bleiben wird und die Menschen dort ansonsten weiterhin eingesperrt sind, ich denke das ist jetzt schon absehbar.
Außerdem finde ich das sich Jerusalem überhaupt nicht als Hauptstadt eines Staates eignet, diese Stadt die Wallfahrtsort für drei Religionen ist sollte vor allem eine friedliche Begegnungsstätte sein.
Tel Aviv und Ramallah würden sich als Hauptstädte wesentlich besser eignen, denke ich.
Am besten wäre meines Erachtens, wenn Jerusalem ein eigener Stadtstaat werden würde, indem alle Bewohner gleichberechtigt sind, da man ansonsten, wenn es bei einer Zweitstaatenlösung aufgeteilt wird, eine Grenze durch diese Stadt hindurch ziehen müsste, da wäre es doch besser, wenn beide Seiten auf ihren Anspruch verzichten.“

Ermahnung

Ich hatte den Eindruck, dass man das etwas zurechtrücken müsse und wollte zur Nachdenklichkeit mahnen:

„Liebe Clara,

ich glaube, es steht uns bei allem Verständnis für kluge Gedanken nicht an, “Verschiebungspiele” zu Menschen anzustellen. Ein etwaiger Gebietsaustausch zwischen (Rest)-Palästina und Israel ist ausschließlich Sache der jeweiligen legitimen Repräsentanten der beiden Staaten und der Menschen, die sie vertreten, Grundlage sind das Völkerrecht und die entsprechenden UN-Resolutionen. Ich glaube auch, dass es einfach nicht sachdienlich ist, am recht deutlich feststellbaren “Nicht-Wunsch” der beteiligten Palästinenser wie Israelis vorbei mit dem Gedanken einer “Ein-Staaten-Lösung” herumzuspielen.

Aber: wer offenbar keine andere Lösung als die “eines Staates” anstrebt, das scheint die “politische Klasse” Israels zu sein. Netanjahu ist ein Repräsentant der Ein-Staaten-Lösung, weil er den palästinensischen Staat offenbar nicht will, es sei denn, in Form eines “Vatikan-Staats”, oder aber als “Bantustan”-Einsprengesel, für die Einem tatsächlich nichts anderes als die Bezeichnung “Ghetto” einfallen kann. Dass das bei dem Unwillen, von einem ethnozentrischen Konzepts des “jüdischen Staates” abzugehen und angesichts der demografischen Entwicklung letztendlich immer noch auf den “Transfer” der Palästinenser “über den Jordan” abzielt, können nur vorsetzliche Unterstützer kolonialer Politik oder Harmlose, aber in der Sache Ahnungslose übersehen!

Wer die Aufnahmen vom “Jerusalem-Tag” gesehen hat, kann auch die Gefahr einer faschistischen Entwicklung in Israel nicht mehr übersehen: http://tinyurl.com/5tesjb4 und Jerusalem Day http://youtu.be/gTwWKdfi8G8 . Und dies in einem Lande, das mit 200 bis 300 Atomsprengköpfen in der Klasse Englands und Frankreichs “spielt” und weit von jeder akuten Gefahr entfernt ist, in seiner Existenz durch andere Staaten bedroht zu sein!

Nun aber zu unserer LINKEn: es scheint auch noch so zu sein, dass wir ein Politbüro bekommen haben, das aus dem BAK Shalom und seinen SchirrmherrInnen Petra Pau und Bodo Ramelow besteht, es graust Einen! Das grenzt an Selbstkastration, was den Willen in der LINKEn zu anti-imperialistischer Politik angeht!

Wenn zu Recht davon geredet wird, dass Europa nur gemeinsam links werden kann, dann ist DIE LINKE wohl auch noch dabei, sich international (was den Antiimperialismus angeht) zu isolieren. Schlimmer aber noch, wir lassen die unzähligen Jüdinnen und Juden, die sich voller Verzweiflung und Ekel gegen die Vereinnahmung durch die selbsternannten zionistischen “Großmeister” und die rassistische Politik des Staates Israel wehren, im Regen stehen! So ernst nimmt es unsere Partei mit der Solidarität.

Andreas Schlüter“

Zuviel Calvados

Zuviel Calvados schien jedoch der TN gleichen Namens genossen zu haben, denn vielleicht gereizt durch meine abwägenden Einlassungen und musste noch mal bei „Sissy Fuß“ unterkriechen und mir schließlich auch noch den Opportunismus unterstellen, der offenbar Viele zur engen Orientierungen an „Mainstream-Meinungen“ treibt:

  1. „Calvados sagt:

10. Juni 2011 um 00:56

@ Diplomsoziologe Andreas Schlüter

Man ist ja daran gewöhnt, daß die “antizionistische” Gemeinde sich hier in der Zurschaustellung von Geist und Geschmack regelmäßig selbst übertrifft, aber dieses Dein Argument, an @Sissy Fuß gerichtet…

“Ich glaube aber, es hat nicht viel Sinn, Dich zum “in Dich Gehen” aufzufordern, denn solche Politferkeleien gehören vielleicht zu Deinen Aufgaben.”

… also das, @Diplomsoziologe Andreas Schlüter, das ragt aus dem üblichen Niveau Eurer Textbeiträge noch wirklich heraus, und ich fände es fast schade, wenn es im Niemandsland dieses Blogs so einfach verschütt gehen sollte.

Deshalb mein Vorschlag: Schreib es Dir auf, dieses Argument, damit Du es auch ja nicht vergißt… und trag es bei Gelegenheit mal einer Abgeordneten Deiner Wahl vor, am besten gleich der MdB Buchholz. Es sollte mich nicht wundern, wenn Du es damit noch zum “wissenschaftlichen Mitarbeiter” bringst.“

Nun wird’s bunt

Aber das alles reichte noch nicht. Wer diese meine Website kennt (die bei den Kommentaren angegeben wurde), kann natürlich die Absurdität der folgenden Unterstellungen klar ermessen, aber, wer das Diffamieren zu seiner Methode erkoren hat, lässt sich von sowas nicht beirren:

  1. „Aries sagt:

10. Juni 2011 um 09:22

@schlueter:

Wie vorher geschrieben: wer wie du durch zusammenarbeit offen nazigedankengut der querfrontdenker (nazis plus linke) unterstuetzt, hat hier im forum nichts zu suchen!

Bezeichnend: auch du scheinst bei der sl zu sein, die nehmen in berlin wohl jeden. Langsam wird mir klar dass wir in der linken wohl diverse braune haben, die nur ultralinks angemalt sind.“

Angemessene Reaktion

Darauf reagierte ein weiterer TN, wie ich finde, sehr angemessen:

  1. „Jens Raabe sagt:

10. Juni 2011 um 12:00

Aries

mit leuten wie Dir in den eigenen Reihen braucht man keine außerparteilichen Feinde mehr! Dein Angriff auf @schlueter – unter aller Sau…“

Und es kam das Ende:

  1. „tos sagt:

10. Juni 2011 um 12:26

@alle: und auch hier halten wir es für sinnvoll, die aussprache jetzt zu schließen.“

Was „lernt“ uns das?

Es gibt viele Genossinnen und Genossen, die sehr ernst um eine linke Sicht auf die Internationale Politik ringen und für die Imperialismus Imperialismus ist, für die Rassismus Rassismus ist, und für die Kolonialismus Kolonialismus ist. Sie treten mit offenem Visier auf und lassen Ehrlichkeit walten. Daneben treten „GenossInnen“ auf, gern unter einem Pseudonym, die sich vornehmlich auf die Diffamierung verstehen und gerne ehrabschneiderisch operieren.

Man kann sie nicht nur in Verdacht haben, eine Art 5. Kolonne, welcher Kräfte auch immer, zu sein, nein, sie scheuen auch nicht davor zurück, letztlich die realen Kräfte in unserer Gesellschaft zu verharmlosen, die faschistischem Gedankengut und somit dumpfen antijudaischen wie allgemein antisemitischen Gedanken (also gegen Araber, die die Mehrheit der Semiten ausmachen, wie gegen Juden sind) anhängen. Es geht diesen Leuten nicht darum, rassistisches Gedankengut und Faschismus zu bekämpfen, sondern darum, die einzige nennenswerte Partei in dieser Gesellschaft, die noch auf soziale Gerechtigkeit wie auf Friedenpolitik setzt, zu diffamieren, bzw. sie auf den Weg der SPD und der oliv-Grünen zu zwingen, indem sie Leute, die um Klarheit kämpfen, mit Dreck bewirft.

Wollen wir uns das gefallen lassen?

Was der israelische Professor Moshe Zuckermann von dem unwürdigen Herumgeeiere meiner Partei hält:

http://tinyurl.com/62eubs3

Andreas Schlüter

 

Erschreckende Details zu Israels „Gaza-Krieg“ (der, weil praktisch einseitig, in Wirklichkeit ein Massaker war) lieferte der UN-Bericht des südafrikanischen Richters Goldstone. Eilig begann eine Diffamierungskampagne gegen den Juristen jüdischer Abstammung, die ihn als verkappten „Antisemiten“ und „selbsthassenden Juden“ diffamieren soll. Die Gefahr besteht, dass er dem Psycho-Druck nicht standhalten kann. Darauf bezieht sich der eindrucksvolle Brief der Organisation  „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost e. V.“ an den Richter:

http://www.juedische-stimme.de/?p=237

Andreas Schlüter

Wenn der Papst vom Katholizismus oder allgemein vom Christentum spricht, entschuldigt er sich dann zuerst einmal für die Abertausende, ja, Abermillionen, die unterm Kreuz zur vorgeblichen Bekehrung ausgerottet wurden? Wenn die Exporteure „westlicher Werte“ losschwadronieren, entschuldigen sie sich dann erst einmal für Kolonialismus, für Chile, für Vietnam, für Grenada, Ost-Timor oder gar den Irak und Afghanistan? Wenn die „Marktliberalen“ zu ihrer Litanei anheben, entschuldigen sie sich dann erst für die jahrhundertelange Existenz von Sklavenmärkten oder für die profitgesteuerte Lebensmittelvergiftung? Mitnichten!

Sie nehmen für sich in Anspruch, dass doch alles ganz anders gedacht sei. Aber, wenn jemand vom Kommunismus spricht, über den das Kommunistische Manifest beredte Auskunft gibt, sowie darüber, wie er gedacht sei, dann hat man sich zuerst einmal stundenlang dafür zu entschuldigen, dass mit der Bedrohung der Oktoberrevolution machtgierige Bürokraten zu terroristischer Macht gelangt sind, und die Vorstellung von der Befreiung der Masse der Ausgebeuteten und Unterdrückten im Stalinismus ins Gegenteil verkehrt haben. Und wie man aus einer berechtigten Revolution durch intensive Bedrohung das Gegenteil machen kann, darüber gibt George Orwells Roman „Animal Farm“ zeitlose Auskunft. Das hatten vorweg auch schon die regierenden Politiker der westlichen Staaten nach dem Ersten Weltkrieg  verstanden, die mit ihren Interventionsarmeen den „weißen Terror“ der Zarenanhänger ermöglichten, der schließlich den Terror des degenrierenden Revolutionssystems zum Stalinismus werden ließ. Man unterstelle mir nicht, den Stalinismus rechtfertigen zu wollen, er ekelt mich!

Und dann haben die US-amerikanischen Kapitalisten (Henry Ford war praktizierender Antisemit, der mit eigenen Schmähschriften aufwarten konnte) durch die Zusammenarbeit von Ford und General Motors das Nazi-Regime in die logistische Lage gebracht, den Europa zerstörenden Angriffskrieg zu führen, in dessen Schatten die „Endlösungs-Mordmaschinerie“ lief.

Wie sagte doch damals der Generalsekretär der CDU, Heiner Geißler, der heute als geläuterter „Stuttgart-21-plus-Geist“ über den unruhigen Wassern des Bürgerprotestes schwebt, erst der Pazifismus der Dreißiger Jahre hätte Ausschwitz möglich gemacht. Edmund Stoiber behauptete schon im Oktober 1979 dreist, „Nationalsozialisten“, also die deutschen Faschisten, seinen in erster Linie Sozialisten gewesen, obwohl ihre Politik in besonderem Maße zum Ziel hatte, die Arbeiterschaft endgültig zu entrechten! Von dieser intellektuellen Qualität ist die Diffamierungskampagne gegen DIE LINKE, deren Vorsitzende Gesine Lötzsch bestimmt nicht taktisch, sondern mutig auf der „Rosa-Luxemburg-Konferenz“ das „K-Wort“ in den Mund genommen hat . Ihr wird nun von den bürgerlichen Parteien (zu denen die „Kriegs-Grünen“ gehören und die HARTZ IV-Sozialdemokraten, die längst die Worte ihres großen Vorsitzenden August Bebel vergessen haben, zählen) wider besseres Wissen unterstellt, sie wolle zu einem System wie weiland in der UdSSR, wie im (ziemlich haifisch-kapitalistischen) China oder gar – und ist´s auch Wahnsinn, hat es doch Methode – in Nordkorea!

Wie schäbig muss man sein, um sowas zu lancieren? Aber wie unwissend wird man gehalten, wenn man dieser Schmierenkomödie auf den Leim geht? Gehören nicht die Konservativ-Neoliberalen mit ihrer Atom-Politik, die dieses Land in seiner Existenz gefährden, unter Beobachtung und eigentlich wegen Landesverrats auf die Anklagebank? Nein, es ist die Empörung derjenigen, die sich die Früchte der Arbeit der großen Zahl von Menschen auf diesem Globus aneignen, darüber, dass die Opfer dieser Situation und allgemein sozial gesinnte Menschen nicht aufhören, sich Gedanken über mehr Gerechtigkeit und ein System machen, das eine Alternative zur Plünderung und Zerstörung unseres Planeten darstellen könnte.

Kann ein intellektuell nicht versauter Mensch wirklich glauben, dass die ökologische und klimatische Katastrophe und die soziale globale Katastrophe auf der Grundlage von Egoismus und Profitinteresse abgewandt werden können? Aber Journalisten und Moderatoren „ahnen“ sehr genau, was ihre Geldgeber wünschen und bedienen in vorauseilendem Gehorsam die verordneten Klischees.

Keine Frage, unter der Fahne vermeintlichen Kommunismus´ hat nicht nur die Perversion der sozialen Idee stattgefunden, es sind auch alberne intellektuelle Verkürzungen formuliert worden, wie ein platter Geschichtsautomatismus, eine Blindheit gegenüber den Unwägbarkeiten naturgeschichtlicher Art (man wusste zu Marx´Zeiten noch nicht so viel über astrophysikalische Gefahren wie Asteroiden) und Ähnliches. Aber auch da ist klar: auch diese Gefährdungen der Menschheit lassen sich auf der Grundlage von Egoismus und Proftinteresse nicht minimieren. Ja, unter bestimmten Bedingungen kann die Menschheit in die Steinzeit zurückfallen, aber die diesbezügliche Moral wird schon hoffähig gemacht. Nein, wenn wir von „Menschheitsinteressen“ reden, dann kann nicht das Interesse von superreichen Kapitalbesitzern und hohen Funktionsträgern gemeint sein, sondern das der Masse der Menschen.

Ein spezieller Skandal aber findet in unserer Partei (DIE LINKE) statt. Dort wühlt sich ein Häuflein von Leuten zu immer mehr Einfluss, denen die kommerzmediale Etikettierung der „Koalitions- und Regierungsfähigkeit“ und die Beachtung der „Staatsraison“ das Wichtigste sind. Wenn diese Leute über GenossInnen herfallen, die die „Systemfrage“ ernsthaft stellen, kommt man nicht umhin, festzustellen, dass sich unter ihnen eine ganze Reihe von Leuten befinden, die in der DDR besonders gut gelernt hatten. Sie reden auch der neuen Macht sehr gerne nach dem Munde ( wie auch einige von gewerkschaftlicher Degeneration angkränkelte „West-Linke“). Oftmals gehen ihnen dabei „Radikalinskis“ zur Hand, die DIE LINKE nur als Instrument der Chaotisierung begreifen und ein problematisches Verhältnis zum Recht haben, zur Hand. Und ich glaube, der politische Gegner braucht gar nicht viel an „Beobachtung“ bei uns, denn es gibt kaum eine Partei, deren Geschehen so durchsichtig ist, wie DIE LINKE. Aber das heißt nicht, dass man nicht „an uns arbeiten“ würde. Sie haben schon ihre Handlanger bei uns, in Form von Einflussagenten, teils des Typs „Entpolitisierer“, teils des Typs „Agent Provocateur“, die Ideen und Slogans verbreiten, die man uns dann um die Ohren haut (damit meine ich nicht, dass es nicht ehrenhaft sei, eine andere Meinung zu haben). Wir werden damit fertig werden müssen! Wer aber bei uns Gesines Äußerungen benutzt, um die Position unserer Vorsitzenden zu schwächen, der tut nicht nur unserer Partei keinen Gefallen, sondern er beschädigt das Anliegen, mehr Gerechtigkeit zu erstreiten.

Was es mit Freiheit, Gerechtigkeit und „Kommunismus“ auf sich hat, das haben damals die widerlichen Verfechter der rassistischen Apartheid-Politik in Südafrika „gut“ begriffen. Sie bekämpften das Bemühen, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit für die schwarze Mehrheit der südafrikanischen Bevölkerung zu erstreiten, und den ANC mit Mandela unter dem Schirm des „Anti-Communism-Act“! Und genau darum geht es Henckel, Hundt und Ackermann sowie ihren politischen Spießgesellen, erst die Definition: „Kommunismus ist das Böse schlechthin“ und dann: der Kampf um Gerechtigkeit und Gleichheit ist letztlich Kommunismus! das letztere mag stimmen (auch wenn eine ganze Reihe von unseren Genossinnen und Genossen das gute Recht haben, das nicht so zu sehen), aber wir alle müssen gleich sagen: wenn Christentum nicht gleich Ausrottung und Hexenverbrennung ist, wenn „europäische Werte“ nicht gleich Ermordung Lumumbas und gleich Vietnamkrieg sind, wenn Marktwirtschaft nicht gleich Sklavenmarkt ist, dann ist Kommunismus auch nicht gleich Gulag! Also Schluss mit der Begriffsfledderung!

Wir wollen Gerechtigkeit und Gleichheit der Chancen auf Teilhabe, „Liberté, Égalité et Fraternité!“. Aber das ist ja die Vorbereitung auf die Guillotine, hahaha!

Andreas Schlüter