Mit ‘Anti-Imperialismus’ getaggte Beiträge

Mein letzter Artikel gestern auf diesem Blog  lautete: „Eine_neue_linke_Sammlungsbewegung_-_was_muss_sie_leisten?“. Ich wurde häufiger mit der Frage konfrontiert: aber wie soll man sie wählen, wenn sie keine Partei ist? Dies bedarf sicher einer Antwort. Das politische Geschehen im Sinne des Eingreifens der Bürger besteht nicht nur aus Wahlen. Es sollte vermehrt auch aus Kampagnen und außerparlamentarischen Aktionen bestehen. Dennoch, die parlamentarische Auseinandersetzung und der Gesetzgebungsprozess sind natürlich von eminenter Wichtigkeit.

Daher muss auch dies klargemacht werden: die Idee ist nicht zuletzt ein Warnschuss in Richtung der sich links gerierenden Parteien, allen voran meiner Partei, der LINKEn. Sollte diese sich mehrheitlich (was die Führungsgremien anbelangt) weiter dem Opportunismus und der „Koalitionsfähigkeit“ verschreiben und die existenziellen Fragen  vernachlässigen (anstatt von Aufklärung zu Aktion und zu breitem politischem Druck zu finden), wird die Notwendigkeit einer neuen Partei (radikal sozial und friedenpolitisch orientiert, und dann wohl aus der Sammlungsbewegung hervorgehend) unabweisbar.

Andreas Schlüter

Ein „heikles“ Thema

Aus verständlichen Gründen muss man, wenn man aus diesem Land stammt, eine besonders hohe Sensibilität aufwenden, wenn es um Israel und den Nahostkonflikt geht. Es war die Nazi-Diktatur, die auch durch Wähler an die Macht gekommen ist und sich durch recht breiten Zuspruch an dieser gehalten hat. Sie hat mit zahlreichen Mittätern sechs Millionen europäische Juden umgebracht und unsägliches weiteres Leid und Tod über Abermillionen weiterer Menschen gebracht. Deutschland hat damit auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Gründung Israels zu großem Unrecht an den Palästinensern führte und durch die Politik dieses Staates immer noch führt. Aber bei aller Behutsamkeit in der Beurteilung der Bewohner Israels darf nicht der Blick auf Völkerrecht und auf die Rechte der Menschen vernebelt werden, die für die deutschen Verbrechen keinerlei Verantwortung tragen.

israel-und-palaestina

Ebenso darf es nicht dazu führen, dass die Augen vor sonstigen Handlungen der Staatsmacht Israels geschlossen werden. So war die israelische Regierung immer der offenste Verbündetet des rassistischen Apartheid-Regimes Südafrikas; etwas, das im öffentlichen Bewusstsein kaum angekommen ist.

„Links sein“ heißt auch: Anti-Imperialist sein

Als Linke/r, die oder der sich somit auch als Anti-Imperialist verstehen muss, darf man nie die Augen vor Unrecht verschließen, erst recht nicht, wenn man mit dem Lande, das dieses begeht, enge Bindungen und somit Einflussmöglichkeiten hat.

Ich möchte mit einem zum Aufsatz ergänzten Vortrag, der hier herunterzuladen ist, zum Verständnis der „vertrackten Nahost-Problematik“ beitragen. Der ergänzte Vortrag wurde von mir in einem seit einigen Jahren bestehenden „Afrikanischen Gesprächskreis“, dessen Mitglied zu sein ich die Ehre habe, 2006 gehalten. Zur den Leser vielleicht erstaunenden Verknüpfung dieses Konflikts mit Afrika gibt einesteils die Einführung des Papiers Aufschluss, zum anderen wird der Inhalt die Verbindungen deutlich machen. Es ist immer ganz gut, bei der Betrachtung eines Problems einmal die Perspektive  zu wechseln:

hier klicken und herunterladen: nahostkonflikt-und-afrika

Andreas Schlüter

Siehe auch:

Wir sind Weltmeister – auch im Wegschauen“: https://wipokuli.wordpress.com/2014/07/15/wir-sind-weltmeister-im-wegschauen/