Aufstehen, die neue Sammlungsbewegung in der Podiumsdiskussion: Sahra Wagenknecht bringt es auf den Punkt!

Veröffentlicht: September 10, 2018 in Politik
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podium-babylon

Am 4. September trat die neue linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ mit einer Pressekonferenz in leider für mich etwas enttäuschender Weise an die Öffentlichkeit. Dabei verärgerte mich (der ich mich schon vor der Vorstellung der Bewegung angeschlossen habe) sehr die Anwesenheit von Ludger Volmer, der sich seinerzeit (1998) für die neue grüne Kriegspolitik einkaufen ließ, und selbst später keineswegs deutlich Abbitte geleistet hatte.

Dann aber kam der Mittwoch mit einer von InfoRadio organisierten Podiumsdiskussion zum Thema im Babylon-Kino. An dieser von Dietmar Ringel recht vernünftig moderierten Diskussion nahmen Sahra Wagenknecht, Jakob Augstein, sowie als tendenzielle Gegner der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert und der Historiker Paul Nolte teil.

Tatsächlich hat sich Sahra Wagenknecht in dieser Diskussion wieder als unverzichtbarer Kopf unter denjenigen, die eine sozial fortschrittliche, friedens- und umweltbewegte Politik in diesem Lande erreichen wollen, und unter denjenigen, denen die Verteilungsfrage noch ernst ist, erwiesen! Dabei wurde sie auf sympathische Weise von Jakob Augstein unterstützt.

Kevin Kühnert entlarvte sich erneut als auf dem „Weg in die Bedeutung“ innerhalb der SPD, die ihrerseits in die Bedeutungslosigkeit abzurutschen droht. Er redete von den „verpassten Gelegenheiten“ einer früheren Zusammenarbeit zwischen SPD, Grünen und der LINKEn. Dabei verschwieg er wohlweislich, wie sehr SPD und Grüne sich dadurch entlarvt haben, dass sie immer „außen- und sicherheitspolitische Unvereinbarkeiten“ gegen eine mögliche Koalition mit der LINKEn ins Feld geführt hatten. Kühnert ist indessen „trans-atlantisch“ kriegslustig, wie er mit dieser Äußerung als Berliner Juso-Vorsitzender 2013 unter Beweis gestellt hat:

«Sollte eine Isolierung des iranischen Regimes keinen Erfolg haben und keine diplomatischen Mittel mehr zur Verfügung stehen, um die atomare Bewaffnung des Iran zu verhindern, dann bedeutet Solidarität mit Israel auch gegebenenfalls die Unterstützung einer gezielten Militäraktion.»

https://www.nachdenkseiten.de/?p=42421

Professor Nolte, der die Bewegung Aufstehen auch nicht gerne wollte, „reüssierte“ mit wenig glaubwürdiger Kritik

Die Aufzeichnung der Veranstaltung

Man sollte sich die Aufzeichnung der Veranstaltung wirklich anschauen:

https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/forum/201809/251451.html

Dazu gibt es auch eine Videoaufzeichnung in allerdings schlechter Qualität:

https://www.youtube.com/watch?v=E9n0NrpZxbw

Es ist bedauerlich, dass sich auf der Seite von RT-Deutsch zwar ein Artikel zu der Veranstaltung findet, aber, obwohl RT ein Kamerateam dort hatte, sich keine Videoaufzeichnung findet, nur eine Aufzeichnung der Pressekonferenz am Tag zuvor. Hat hier Inforadio rechtlich nicht mitgespielt? Leider sind ja heute viele Menschen auch auf das Sehen „programmiert“.

Sahra Wagenknecht brachte die grundlegenden Probleme, die diese Bewegung nötig machen, jedenfalls hervorragend auf den Punkt! Nun ist es allerdings wichtig, dieses Projekt eilig mit Leben zu erfüllen. Dies soll heißen, kommunikative Strukturen zu schaffen, die es bald erlauben, sich auf unabdingbare Grundlinien zu einigen, damit nicht der „Pluralismus-Fetisch“, der derzeit DIE LINKE so traurig lähmt, auch diese Bewegung zersetzen könnte.

Andreas Schlüter

Aufstehen: Wofür wir kämpfen müssen!”: https://wipokuli.wordpress.com/2018/09/04/aufstehen-was-wir-fordern-muessen/

Kommentare
  1. Cornelia Praetorius sagt:

    So berechtigt die Initiative ist und so sehr ich begrüße, dass auch ein Ludger Volmer wieder imstande zu sein scheint pazifistisch zu denken (ob das das UNO-Charta-Recht der Selbstverteidigung einschließt, werden wir dann ja sehen) und Frau Lange der SPD eine Chance einräumen will, sich wieder als Partei mit einem sozialen Mandat zu verstehen – so sehr bedaure ich, dass die kommunistischen Parteien nicht involviert/angesprochen sind – zum einen – und zum anderen ist meine Besorgnis, dass bundesweit noch in keiner Weise verstanden wird, woher der beklemmende Demokratieverlust kommt: nämlich von der Übergabe der politschen Entscheidungsgewalt an die Konzerne: geschehen im Oktober 2005 in der Breiten Straße Berlin, aufgezeichnet und wahrgenommen anscheinend einzig von der jungen Welt, die mit Foto berichtet hatte. Solange das nicht wahrgenommen wird, befinden wir uns leider alle in einer Illusion, an der wir scheitern können bzw. werden. Es ist kein Zufall, dass in dieser Zeit des Nicht-Erkennens der wahren Verhältnisse im Land die Rechten derart Fuß fassen und in das öffentliche politische Leben einsteigen können, gefördert auf allen administrativen Ebenen bis in die Ministerien hinein. Die alte BRD hatte sich, wie wir wohl wissen, NIE wirklich vom Nazismus verabschiedet, sondern ihn subkutan immer gepflegt und ihm Chancen en masse geboten. Gewissermaßen rasch Nägel mit Köpfen machen, bevor wir etwas merken – und schon sind wir im Faschismus und aus ist mit Demokratie. Die Zustände hier werden uns bald nicht an Trump’s USA erinnern sondern an Hitlerdeutschland. AUGEN AUF ! Gut an der Bewegung ist das klare Bekenntnis zur auch politikfernen Bevölkerung, die aber aufgeklärt werden muss, nachdem die politischen Kräfte in ihr selber begriffen haben, was hier wirklich vorgeht.

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