Sondierungsgespräche: Irrtum und dennoch eine neue Prognose

Veröffentlicht: November 20, 2017 in Politik
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Da habe ich mich doch (gewaltig?) geirrt, es waren nicht die Grünen, die den „JaNeinKa-mpf“ abbrachen, sondern die FDP. Allenthalben Ratlosigkeit und manch einer mag „Mutti“ am Ende sehen – wie „Ein Parteibuch“ – und gar Sigmar_Gabriel_schon_als_Bundeskanzler_sehen. Da mag diesmal die amtierende Kanzlerin Merkel (der meine Sympathien wahrlich nicht gehören) denken: „wir_muessen_die_Kirche_doch_mal_im_Dorf_lassen“ (immer dran denken,wer Merkel unterschätzt, hat schon verloren!). Es wird auch starke Kräfte geben, die die SPD keinesfalls zu einer wirklichen linken Erneuerung in der Opposition kommen lassen wollen, „gar“ zusammen mit Teilen in der LINKEN. Die Ideen von Oskar Lafontaine und auch sicher Leuten der SPD-Basis, die den weiteren_Niedergang_des_linken_Lagers_stoppen möchten und zu einer breiten konsequenten linken Bewegung (friedenspolitisch und sozial) kommen wollen, werden diese Kräfte fürchten wie der Teufel das Weihwasser. Da wird man sich was einfallen lassen „müssen“.

Erstaunliche Ergebenheitsadressen

Man traute seinen Ohren fast nicht, wie sehr die beiden grünen Spitzenfiguren nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche voll des Lobes für die Unionskanzlerin waren. Göring-Eckardts Worte waren fast eine Liebeserklärung an Merkel und Özdemir setzte „noch einen drauf“, indem er auch Host Seehofer in seine Laudatio mit einbezog. Der „Beginn einer wunderbaren Freundschaft“?! Aber zu einer Schwarz-Grünen Regierung reicht es natürlich nicht.

Merkel, Steinmeier und „politische Chemie“

Merkel kündigte in der Nacht an, dass sie heute dem Bundespräsidenten berichten und sich mit ihm beraten wolle. Ich könnte mir vorstellen, dass Steinmeier ihr – vielleicht gar nicht nötigen – Unterricht in „politischer Chemie“ geben wird. Er mag ihr sagen: Angela, die SPD ist derzeit „bindungsunwillig“. Sie will nicht wieder allein Junior-Partner der Union werden, weil sie gesehen hat, dass es sie verschleißt. Bei Verbindungen zwischen „schwierigen Partnern“ braucht es einen Katalysator. Dafür wären die Grünen offenbar sehr gut geeignet. Die SPD könnte dann sagen, sie sei standhaft geblieben, nicht wieder eine GroKo einzugehen, auch wenn´s dann eine „Super-GroKo“ werden würde.

malawi-koalition

Wo wir schon beim Flaggenspiel sind, nun also vielleicht „Malawi-Koalition“?

So wird Merkel versuchen können der SPD „klarzumachen“, dass man „staatpolitische Verantwortung“ und „Standhaftigkeit“ ohne Gesichtsverlust in einer „Malawi-Koalition“ vermählen könnte. Malawi ist ein schönes Land (meine Leser wissen um meine Afrika-Affinität“), aber so richtig lockt mich der Gedanke nicht. Nur, meine Präferenzen spielen – auch leider oft in meiner Partei – keine Rolle.

Andreas Schlüter

Kommentare
  1. sascha313 sagt:

    Wie kann man sich nur so ausführlich mit einem solchen „Theater“ befassen? Wir wußten ja nun schon lange genug, daß es die herrschende Klasse (die Bourgeoisie) darauf anlegt, alle naslang eine neue Sau durch’s Dorf zu treiben, die BILD-Zeitung lesenden Massen zu beschäftigen, die Stammtischrunden mit Gesprächsstoff zu versorgen und die nichtlesende Jugend mit allerlei Computerspielchen zu versorgen.

    Und wem das alles noch nicht reicht, der versucht halt in allen möglichen Blogs Dampf abzulassen oder ganz und gar die Kurve zu kriegen, nach dem Motto „L… m… a. A….!“ –

    Derweil können die Konzerne in aller Ruhe sämtliche sozialen Errungenschaften anch un nach wieder abschaffen, Firmen schließen, Arbeitskräfte rauswerfen, die Produktion in Billiglohnländer verlagern und weiter alle register ziehen, um die Dauerkrise zu stoppen. Die fettgefressenen, verbeamteten und etablierten Bundesbürgerverteiben sich die zeit mit anderen Beschäftigungen. Klassenkampf??? Fehlanzeige! Proteste??? Null!

    • Schlüter sagt:

      Ja, man kann und sollte dabei im Auge haben, dass hier offenbar verhindert werden sollte, dass sich linkere Kräfte in der SPD reorganisieren können (wie ausreichend nach unserem Geschmack auch immer) und der Druck auf „Einbindung“ erhöht werden sollte. Ich kann mich des Verdachts nicht erwehren, dass Teile der FDP dazu vielleicht einen Hinweis von jenseits des Atlantiks bekommen haben könnten. Die Chaotisierung der europäischen Situation steht dort nämlich ziemlich oben auf der Agenda.
      Beste Grüße

    • Schlüter sagt:

      Und dass das Ganze ein durch und durch neoliberales Spiel ist, darüber braucht man mich nicht zu informieren – was ich aber nicht übelnehme.

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