NSU-Prozess: Zschäpe gibt den Albert Speer

Veröffentlicht: Dezember 9, 2015 in Politik
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Nun ist es also „raus“: Zschäpe war „die gute Nazibraut“, sie war entsetzt über die Taten, fühlt sich moralisch schuldig und entschuldigt sich bei Opfern und Hinterbliebenen (http://tinyurl.com/nuw5cn8 )!

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Albert Speer mit seinem „Meister“

Was für eine lächerliche Posse, aber was für ein „namhaftes“ Vorbild: Albert Speer! Der hatte im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher den „guten Nazi“ gespielt, moralische Schuld eingestanden, um die juristische Schuld abzuwälzen. Er rettete mit dieser Posse als Hitlers Rüstungsminister und Mörder und Schinder von abertausenden Sklavenarbeitern seinen Kopf, kam mit zwanzig Jahren Haft davon und wurde hinterher als „Zeitzeuge“ und „des Führers Architekt“ medial und gesellschaftlich hofiert. Der Journalist und Historiker Joachim Fest ging ihm dabei hilfreich zur Hand.

Aber, es gibt eine weitere Parallele zu den Nürnberger Prozessen – so unterschiedlich selbstverständlich die zahlenmäßigen Dimensionen der je verhandelten Barbareien sind – diejenigen, die das Ganze ermöglicht und unterstützt haben, saßen und sitzen nicht auf der Anklagebank! Die US-Amerikaner, die Hitler mit zur Macht gebracht haben (1) und diejenigen, die selbst im Zweiten Weltkrieg aus den USA heraus die Nazi-Barbarei unterstützt haben (2) fanden sich nicht auf der Nürnberger Anklagebank! Genausowenig sehen wir im Zschäpe-Prozess bisher etwas von den eigentlichen Unterstützern der Neonazi-Barbarei in den Geheimdiensten und etwas vom „Eisberg unter den dunklen Wassern“, nämlich von „Gladio“ (http://tinyurl.com/z3gcxyj ).

Es ist nun nicht so wahrscheinlich, dass beim NSU-Prozess diese Masche für Zschäpe zieht, aber sollte das der Fall sein, und sollte sie mit wenigen Jahren davonkommen, können wir sicher sein, dass sich ein weiterer „Joachim Fest“ findet, der ihr nach dem Gefängnis zu medialer Präsenz und medialem Ruhm verhelfen wird. Die armen Hinterbliebenen der Opfer dieser Verbechen, sie müssen sich entsetzlich fühlen!

Andreas Schlüter

1) Anthony Sutton, „Wallstreet and the Rise of Hitlerhttp://reformed-theology.org/html/books/wall_street/index.html

2) Charles Higham, „Trading with the Enemyhttps://www.goodreads.com/book/show/2495508.Trading_with_the_Enemy

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