Unfasslich, was sich in einem der Berliner Stadtteile, die besonders für Pluralität und kulturelle Vielfalt stehen, nämlich in Kreuzberg, ereignet hat: vorgeblich wegen der großen Zahl von Dealern im nahen Görlitzer Park verhängt der Wirt vom „Lisert´s Falkensteiner“ ein „Hausverbot“ für Schwarze Menschen – damit die rassistische Gleichung „Schwarz = Dealer“ aufmachend!

http://www.vice.com/de/read/schwarze-muessen-in-berliner-kneipe-draussen-bleiben

Sebstverständlich musste die Community auf diesen ungeheuerlichen Vorgang reagieren:

https://www.facebook.com/events/1433014183610646/

Unter der Moderation der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD, http://isdonline.de/apartheid-is-over-whites-only-in-kreuzberg/) fand heute, am Sonntag, dem 30. März, um 17:00 Uhr, eine eindrucksvolle Kundgebung gegen den rassistischden Wahnsinn statt. Sehr zu recht wütende Worte aber auch sehr bewegende, die „Selbstheilung“ des Kiezes beschwörende Worte waren von einer Vielzahl von Sprechern zu hören. Afrikaner, Afrodeutsche, Freundinnen und Freunde machten deutlich: wir lassen uns den Rassismus nicht gefallen! Und: dieser Vorgang ist letztlich nur ein Symptom des fortbestehenden allgemeinen wie institutionalisierten Rassismus!

Die Spitze des Eisbergs

Aber eines muss auch klar sein, so beleidigend wie dieser widerliche Vorgang ist, hier ist der Rassismus erschreckend in den Kreuzberger Kiez eingeschlagen, noch viel gefährlicher ist das Leid, dass der als „Menschenrechts- und Befriedungskrieg“ daherkommende neue westliche Kolonialkrieg und die fortdauernden neokolonialen Machenschaften in Afrika anrichten. Die Kriegsministerin von der Leyen, die antrat, als wolle sie demnächst in jeder Kaserne einen Kindergarten einrichten, und sich nun zur neuen „Mama Afrika“ emporstilisiert, zum „Heia Safari“ blasend, sich anschickt, den westlichen Kolonialkrieg, der unter US-Führung gegen Afrika stattfindet, tatkräftig zu unterstützen, stellt dies alles in den Schatten. Dort liegt das breite Betonfundament des neuen alten Rassismus!

https://wipokuli.wordpress.com/2013/05/25/afrika-vor-50-jahren-grundung-der-oau/

https://wipokuli.wordpress.com/2013/11/11/africa-under-attack-and-the-refugees-may-get-drowned/

Bilder der Kundgebung

place-of-shameder Ort der Schande
crowd-3der Platz füllt sich

kwesi

Kwesi Aikins, ISD Berlin

tahir

Tahir Della, ISD Bund

moving-words

Bewegende Worte

speaker

eindringliche Worte

crowd-2

mehr,

crowd-1

und mehr Menschen

me-disgusted

angewidert von diesem Vorfall, der Autor

Andreas Schlüter

http://video.tagesspiegel.de/3412838726001?lightbox=1

Kommentare
  1. serialmel sagt:

    Lieber Andreas,
    der Wirt hat kein HAusverbot gegen „aus Afrika stammende Menschen“ verhängt, sondern gegen Schwarze Menschen. Also auch gegen Schwarze Menschen, die nicht aus Afrika stammen. Für mich als Schwarze Deutsche ist das ein erheblicher Unterschied.
    Gruss, Mel

    • Schlüter sagt:

      Liebe Mel, da hast Du fraglos Recht! Die Formulierung ist anhand der nicht unbedeutenden Tendenzen in der Community entstanden, den herkunftsmäßigen Bezug durch Vorfahrenschaft von „Schwarz“ zu Afrika herzustellen. Ich habe die Formulierung aber geändert. Sichtbar wird, wie fatal der Umgang mit „Schubladen“ eben überhaupt ist. Kämpfen wir dafür, sie gänzlich verschwinden zu lassen! LG

  2. mamapress sagt:

    Hat dies auf Mamapress rebloggt und kommentierte:
    Em Berlim Kreuzberg, exemplo mundial de boas relações interétnicas, começam a proibir o aluguel de casas para a população negra.

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