Zum Antikriegstag: keine Missdeutungen, die Schrecken des Krieges und die Kindersoldaten

Veröffentlicht: September 2, 2013 in Politik
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 when-you-fight-for-me

http://tinyurl.com/oqfxk7s

 In furchtbarer Weise wüten weiter Kriege in der Welt und treffen gerade auch die verwundbarsten Teile der Gesellschaft, die Kinder! Zu Recht ist daher das Unwesen der Rekrutierung – oder besser Pressung – von Kindersoldaten anzuprangern. Aber dies ist auch ein besonders missbrauchtes Thema. In vielen Kriegen Afrikas werden Kinder in die Kampfhandlungen einbezogen. Aber dies darf nicht dazu führen, dass in den westlichen Gesellschaften das Bild der „afrikanischen Barbarei“ gepflegt wird, die nur zu beseitigen sei, indem der Westen – man könnte auch sagen, „der weiße Mann“ –  für „Ordnung sorge“. Seine Wirtschafts- und Geheimdienst-“Eliten“ sind in hohem Maße für die „afrikanischen“ Kriegen, die meist darum gehen, der Industrie wichtige Rohstoffe billig zugänglich zu machen oder geostrategische Vorteile zu erringen, verantwortlich. So, wie in Zeiten des Sklavenhandels und der kolonialen Expansion die Völker Afrikas bewaffnet und aufeinander gehetzt wurden, geschieht dies auch weiterhin. Insbesondere, um dann zum Beispiel durch gedungene Warlords billige Sklavenarbeit zur Gewinnung des für die Computer- und Handy-Industrie wichtige Coltans zu organisieren (http://tinyurl.com/5r5q6dn).

Gerade in Deutschland sollte man mit voreiligen Schlüssen vorsichtig sein. Vor nicht wenigen Jahrzehnten wurden in Deutschland vierzehn- und fünfzehnjährige „Hitlerjungen“ in den sicheren Tod gehetzt. Und der dreißigjährige Krieg, in nicht Wenigem ein „Stellvertreterkrieg“ auf deutschem Boden, kannte seine Kindersoldaten: „Die Jüngsten der Toten aus dem Massengrab waren 14 bis 16 Jahre … alt“, lautet ein Gutachten zur Exhumierung von Gefallenen einer Schlacht aus diesem Krieg (http://tinyurl.com/nukgb7d). Wird eine Gesellschaft in Krieg, Not und Elend gestürzt, wird sie (besonders heute oft von äußeren Kräften) „entstaatlicht“, dann ist es nicht weit zur Einbeziehung auch von Kindern in Kampfhandlungen. Also, Vorsicht, liebe Landsleute, es sollte nicht von „afrikanischer Barbarei“, sondern von der Barbarei der durch Rohstoff- und Profitgier entfesselten neoliberalen Globalisierung gesprochen werden!

Kindersoldat-wilhelminisch

Wilhelminischer Kindersoldat Sambo

http://s400910952.websitehome.co.uk/germancolonialuniforms/photos/hussarsambo.jpg

und: http://www.golf-dornseif.de/uploads/Schwarze_Militaermusik_zwischen_Schmiss_und_Schmach.pdf

Andreas Schlüter

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