Ein Vorfall aus dem Dezember 2006, der nicht vergessen werden sollte

Veröffentlicht: März 2, 2012 in Politik
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Dezember 2006: Europa strahlt

Europa strahlt, von London über Hamburg bis Moskau! Putin, der so finstere wie blasse “Held der Neuordnung Russlands“ strahlt wahrscheinlich nicht, so sehr nicht minder finstere Kräfte alles tun, um ihm eine übergroße Portion Polonium (aus dem Anschlag auf den russischen Ex-Spion  Litwinenko in London) anzuhängen.

Nun, der Mann ist ganz sicher kein “lupenreiner Demokrat“, auch, wenn sein Freund, Altkanzler Gerd, ihn so betitelte, aber dumm, dumm ist er ganz sicher auch nicht. Die Sache steht so, dass die westliche Öffentlichkeit ihn als den Verdächtigen Nummer Eins ansieht und nach Art des Anschlags wie nach Art der Öffentlichkeit ihn als das ansehen “muss“, so ist sie “programmiert“.

Wer natürlich etwas länger nachdenkt, kommt zu dem Schluss, dass ohne Frage dieser Anschlag ihm mehr geschadet als genützt hätte. Und so gesellen sich zu dem “Hauptverdächtigen“ weitere. Zuerst außer Kontrolle geratene Geheimdienstler, die ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Nur, zur Demontage Putins in Russland eignet sich die Sache schlecht, zu fest hat der Zarenverschnitt die Medien zu hause im Griff.

Dann wären da die kriminellen oder halbkriminellen Organisationen der “neuen Ökonomie“ in Russland. Aber auch die sind ohne Frage nicht an übergroßem Aufsehen im Westen und wachsendem Misstrauen allem Russischen gegenüber interessiert.

Klar ist auch, dass jede Organisation, die es in erster Linie auf die Liquidierung des etwas schillernden Ex-Agenten ab-gesehen hätte, sowohl zu “eleganteren“ wie billigeren Methoden hätte greifen können.

Der Kreis der Verdächtigen

Der Kreis könnte sich dramatisch erweitern, wenn man seine Gedanken ein wenig schweifen ließe. Wer hat denn einen Nutzen von dem Spektakel?

Nun, eigentlich wäre die “in die Hose gegangene Abwendung der Massenvernichtungswaffen- und Terrorgefahr“ im Irak nebst Baker-Kommission auf der Agenda und auch die Klima-Erwärmung. Die verständliche Angst vor möglichen nuklearen Anschlägen hat einen kräftigen Auftrieb erlebt. Ist es nicht nun viel einfacher, vor iranischer Atomtechnologie zu warnen und auch “Aktionen“ anzuregen? Die Ajatollas bräuchten ja nun nicht einmal eine Bombe, um uns in Angst und Schrecken zu versetzen. So hat Ehud Olmert seine Freundin Angy Merkel (Bussi, Bussi) auch flugs auf Linie bringen können.

Solche “Kollateral-Nutzen“ reichen aber wohl wirklich nicht, um unsere “üblichen Verdächtigen“ als stark verdächtig unter die Lupe zu nehmen. Da müssten schon richtige strategische Aspekte her.

Leider gibt es die allerdings auch. Zunehmend wächst der immer noch größte hochtechnologische Wirtschaftskonkurrent der USA, Europa, wirtschaftlich mit dem Energieriesen Russland zusammen und wird damit auch von den durch die USA immer noch weitgehend kontrollierten nah- und mittelöstlichen Energiequellen immer unabhängiger. Der amerikanische Versuch des Zugriffs auf die russischen Energiequellen ist bis auf Weiteres gescheitert. De facto sitzt Chodorkowski nicht als Steuerhinterzieher (welch lächerliches Delikt in Russland), sondern als Hochverräter im Knast, da er sich, warum auch immer, zum Werkzeug dieses Versuches hatte machen lassen.

Auch Russlands Versuche, sich bei EADS einzukaufen und die Airbus-Industrie mit Kapitalzufluss zu versorgen, könnte die USA beunruhigen.

Ja, wird man nun sagen, aber das Polonium kommt aus Russland. Wie der “Spiegel“ schreibt, kann es angesichts der kurzen Halbwertszeit nicht älter als ein Jahr sein, ist das der “rauchende Colt“? Aber in wessen Hand? Wie eben dieses Blatt schreibt, geht der gesamte Export in die USA, etwa acht Gramm im Monat.

Verschwörungstheorie!

“Verschwörungstheorie!“ rufen Sie mir zu? Na, haben wir jetzt eine Verschwörung oder nicht? Da hilft es nichts, eine Theorie brauchen wir schon dazu.

Nun, wen auch immer wir verdächtigen, Putin, den verselbstständigten FSB, die “Russenmafia“, die CIA oder den Mossad, wir werden es lange nicht, vielleicht nie wissen, wenn nicht irgend-wann Kommissar Zufall“, nein, Unsinn, das müsste dann schon “Kriminaldirektor Zufall“ sein … .

Eines aber kann man sagen, wenn wir schon spekulieren, dann aber bitte richtig!

Andreas Schlüter

In der Januar-Februar-Nummer 2007 von „DIE LUPE“, der Bezirkszeitung der LINKEn Berlin-Tempelhof-Schöneberg, unter dem Titel „Der Kreis der Verdächtigen“ veröffentlicht

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