Kommentar: Brüder im Geiste

Veröffentlicht: Januar 20, 2012 in Politik
Schlagwörter:, , , , , , , , ,

Viel wird derzeit in den Medien vom Kapitän der „Costa Concordia“ gesprochen, der „versehentlich ins Rettungsboot fiel“, vom `Gigolo von Giglio´, diesem offenkundigen nautischen „Frühstücks-Direktor“ fürs „Captain´s Dinner“, der in einem riskanten Manöver sein Schiff schlitzte und es dann „aus Versehen“ verließ. Ein Anderer aber möchte medienwirksam eine andere Brücke entern (1), der „Möchte-gern-Kapitän“ der LINKEn, Dietmar Bartsch.

Gefährliche Manöver und „scharfe Paraden“

Beiden ist die Lust am Riskanten eigen. Wo der italienische Kapitän mit einer Karte, deren Maßstab jeder verantwortungsvollen Navigation Hohn sprach, möglicherweise einen „Kollegen“ grüßen wollend, eine „Parade“ dicht an der Küste fuhr, liebt auch Dietmar Bartsch scharfe „Paraden“, die der mehr oder weniger geneigten „Öffentlichkeit“ gefallen sollen. Dabei bevorzugt er in der Regel Medien, die unserer Partei weniger zuneigen, wobei man meist nicht den Eindruck gewinnen kann, er täte dies, um Wählerstimmen zu gewinnen, denn zum Wohlgefallen des ungeneigten Publikums und insbesondere der Mainstream-Medien denunziert und verleumdet er DIE LINKE gern. Eher gewinnt man den Eindruck, er wolle diese „Publikums- und Medienliebe“ als Schutz in der Partei nutzen, nach dem Motto: „wenn ihr nicht lieb zu mir seid, kriegt ihr mediale Prügel und verliert Wählerstimmen!“. Aber er haut auch offenbar gern auf Menschen ein, denen eben die besondere Fürsorge einer sozial gesinnten Partei (und wir sind wohl noch die einzig verbliebene nennenswerte Partei, die dieses Etikett verdient) gelten sollte, zum Beispiel den vom HARTZ IV-Regime ausgegrenzten Menschen. So scheint ihm Sarrazins HARTZ IVler-Schelte und dessen Publikumsecho so imponiert zu haben, dass er reflexartig den „Sarrazin“ geben musste, wie Ulrich Gellermann in der „Rationalgalerie berichtete (2). Als Bartsch, an einer Diskussion in Berlin-Mitte teilnehmend, vermehrte Auseinandersetzungen in der LINKEn erklären sollte, griff er zu „bewährten“ Bildern, wie in der Rationalgalerie zu lesen: „Da in Zeiten schlechter Wahlergebnisse die Mandate knapper seien, würden sich die Abgeordneten der Linkspartei um die Posten streiten wie „die Hartz-Vierer um den Alkohol“.“ Über den Fortgang der gruseligen Geschichte berichtet Uwe Ness auf seinem Blog ausführlich (3).

Der „linke“ Liebling der antilinken Medien und Edmund Stoiber

„Es ist überaus bezeichnend, dass die schlimmste Pervertierung des Sozialismus-Begriffs eben mit dem Nationalismus gekoppelt war – Nationalsozialismus“, so schreibt der gute Mann auf seiner persönlichen Website (4). Da fällt einem doch der „Eddi“ ein, der notorische Edmund Stoiber: der behauptete schon im Oktober 1979 dreist, „Nationalsozialisten“, also die deutschen Faschisten, seinen in erster Linie Sozialisten gewesen, obwohl ihre Politik in besonderem Maße zum Ziel hatte, die Arbeiterschaft endgültig zu entrechten (5)! Nun, soweit ist allerdings Dietmar nicht gegangen, aber es ist durch die Nazis nicht der Sozialismus pervertiert worden, dass hat erst Stalin so richtig geschafft, es ist einfach der Terminus geklaut und an sein Gegenteil gehängt worden, soviel sollte der Mann wissen! Nein, auch mit dieser „weichgespülten“ Nummer sollte man in der Linken nicht punkten können, wie Ulrich Gellermann sehr eindringlich darlegt (6). Dieser Mann, unser „guter“ Dietmar, nun möchte (mit wem auch immer zusammen) Kapitän meiner Partei werden?

Sicher kein „Gigolo“

Von Friedensappellen wie dem gegen den drohenden Syrien- und Iran-Krieg hält der selbstgewünschte zukünftige Kapitän nicht viel: „und ich für meinen Teil hätte diesen Aufruf und habe ich selbstverständlich auch nicht unterzeichnet“, sagte er im Interview (7). Allerdings gibt´s andere Aufrufe, die ihm da schon lieber sind, wie der Aufruf einer Genossinnen-Riege, der auf seiner Homepage verlinkt ist „Wir Frauen unterstützen Dietmar Bartsch“ (8). Nun, bewahre, damit will ich ihn nicht zum Gigolo stilisieren, da fehlt ihm sicher Einiges.

Kollision und dann – Rettungsboot?

Kurzum, gerne hätte ich „Concordia“, also Eintracht, in unserer Partei, der LINKEn, auf der Grundlage unseres wirklich von Allen ernst genommenen Programms. Aber, bitte, ich möchte unsere Partei nicht zur „Costa Concordia“ gemacht wissen. Egal, ob der „Parade-Kapitän“ sie auf ein Riff setzt oder den Bellizisten vom BAK „Shalom“ (9) noch den Sprengstoff für ihre Torpedos liefert. Und, wenn unser Partei-Schiff dann zu sinken droht, fällt der Kapitän dann auch aus Versehen ins Rettungsboot, ins orange-rote der SPD?

Andreas Schlüter

Links:

1) http://uweness.eu/bartsch-will-vorsitz.html

2) http://www.rationalgalerie.de/archiv/index_3_87.html

3) http://uweness.eu/hartz-iv-falle.html

4) http://www.dietmar-bartsch.de/kolumne/items/wider-die-kulturlose-arroganz.html

5) https://wipokuli.wordpress.com/2011/02/15/nachlese-das-gespenst-und-der-skandal/

6) http://www.rationalgalerie.de/

7) http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1649380/

8) http://www.dietmar-bartsch.de/tl_files/dietmarbartsch/2011/Dateien%20fuer%20die%20Seite%20Kandidatur/Frauen-Unterstuetzung.pdf

9) https://wipokuli.wordpress.com/2012/01/13/es-reicht-ein-unvereinbarkeits-beschluss-muss-her/

Kommentare
  1. hassan sagt:

    Dabei bevorzugt er in der Regel Medien, die unserer Partei weniger zuneigen, wobei man meist nicht den Eindruck gewinnen kann, er täte dies, um Wählerstimmen zu gewinnen, denn zum Wohlgefallen des ungeneigten Publikums und insbesondere der Mainstream-Medien denunziert und verleumdet er DIE LINKE gern.

  2. klaus janich sagt:

    hallo andreas !
    es sind wohl die realen widersprüche des realen lebens die hier real zum tragen kommen.
    jeder mensch möchte sich finanziell absichern, und zu viel geld kann man wohl kaum haben.
    das ist auch bei parlamentariern und hauptamtlichen parteifunktionären so.
    es ist gefährlich für eine linke partei, wenn man in und vor allem mit ihr karriere machen kann.
    die korruptive kraft des systems kommt hier zur vollen entfaltung.
    es ist zu fragen: welche person macht karriere, wie, warum und womit ?
    wenn linke themen von der bürgerlichen presse nicht totgeschwiegen werden können ist dies gut. aber im zusammenhang zur karriere ist zu fragen: wer benutzt hier wen und wozu ?
    diesem sog des systems sich zu entziehen haben
    – die grünen mit der trennung von mandat und funktion sowie der rotation versucht. vergeblich.
    – die spd hat dieses problem seit über 1oo jahren, und sich ergeben.
    – auch die linke kennt diesen sog! – und hat keine antwort parat.
    mein grossvater (gott hab ihn seelig) hat mir eine weisheit mit auf den weg gegeben:
    „wenn dich deine feinde loben hast du etwas falsch gemacht !!!“

    mit soz. grüssen! trotz alledem! klaus

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s