Griechenland: Versagen der Bühnenmechanik? Der Deus ex Machina bleibt in der Versenkung!

Veröffentlicht: November 3, 2011 in Politik
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Wem „Volkes Meinung“ die Grundlage der Demokratie zu sein scheint, hat den Schritt des griechischen Ministerpräsidenten Papandreou als Schritt hin eben zur Demokratie werten müssen, auch, wenn dieser Ministerpräsident damit wohl die Zustimmung der Mehrheit zum von Europas Mächtigen erzwungenem „Knebelsparen“ einholen wollte. Nun aber scheint die Tragödie zur Schmierenkomödie zu verkommen, denn heute Nachmittag hat er das Referendum abgesagt um den Weg frei zu machen, für die Bildung einer „Übergangsregierung“ mit der Opposition. Da möchte man leicht verkürzt sagen: das Volk vom Parlament entmachtet. Volksherrschaft geht anders rum!

Die im vorigen Artikel geäußerten Gedanken scheinen brutal bestätigt zu werden. Hier bahnt sich ein Konfliktszenarium an, das gefährliche Weiterungen in sich tragen könnte. Es will scheinen, dass im Hintergrund Kräfte am Werk sind, die Sprengstoff anhäufen:

https://wipokuli.wordpress.com/2011/11/02/griechenland-deus-ex-machina/

Diese Machenschaften kommen aus verschiedenen Ecken. Zum Einen ist die Wiedereinführung des demokratischen Elementes sicher nicht im Sinne des europäischen Kapitals, das so fleißig daran bastelt, die EU zur Aushebelung der Demokratie zu nutzen. Von diesem unbemerkt könnte aber auch das angloamerikanische Kapital alles daran setzen, eine schwere Krise zu inszenieren, die gar Bürgerkriegspotential für Griechenland in sich birgt. Diese Kräfte scheuen nicht davor zurück, ganze Regionen in Brand zu setzen, wenn es ihnen nützlich erscheint, Libyen, Syrien und das erneute Säbelrasseln dem Iran gegenüber beweisen es (http://www.youtube.com/watch?v=SXS3vW47mOE). Europa wünschen diese Kräfte weder soziale Gerechtigkeit, noch Stabilität, noch Wachstum.

Eines lässt sich aus Äußerungen von Mainstream-Politikern wie Mainstream-Medien in Europa zur eben geplanten und nun abgesagten Volksabstimmung in Griechenland aber auch lesen: demokratisches Aufbegehren in der arabischen Welt ist gut, wenn der Westen es in „Entstaatlichung“ dieser Länder umdrehen kann. In Europa aber hat die Demokratie nichts zu suchen!

Andreas Schlüter

Kommentare
  1. klaus janich sagt:

    hallo andreas !

    warum bloss erinnert mich dieses schmierentheater an die „deutsche einheit“ ?
    die ostdeutsche wirtschaft lag am boden. mit der einführung der d-mark hatte sie nicht die geringste chance, sich zu erholen. man erfand die transferleistungen ( und plünderte dazu hemmungslos die renten- und sozialkassen). der gleichfalls erfundene solibeitrag war nichts anderes als eine steuererhöhung (gzahlt in ost und west!). die gelder flossen aber kaum in produktive investitionen, sondern in die konsumtion. so verschwand das geld via gewinnspanne in den tresoren (west)deutscher konzerne. die transfergelder waren also nichts anderes als ein subventionsprogramm für die (west)deutsche industrie.
    ….dafür erwartete man die dankbarkeit ( sprich den gehorsam ) der „ossi`s !
    mit dem euro geschah mit griechenland u.a. genau das gleiche. der „rettungsschirm“ ist nichts anderes als die renditegarantie für die deutsche bank, bezahlt mit steuergeldern. die griechische oberschicht hat ihre schäfchen im trockenen, lebt in bulgarien, und zahlt keine steuern.
    ….und warum kommen mir jetzt die steuer-cd`s aus liechtenstein und der schweiz in den sinn?

    mit soz. grüssen! trotz alledem! klaus janich

    ps: land und leute sind zum plündern freigegeben — europaweit!

    • Schlüter sagt:

      Lieber Klaus,
      Du hast völlig Recht, es geht in der tatsächlichen Entwicklung sowohl der EU als der Eurozone nicht um die Förderung einer gerechten und somit „sozial verträglichen“ harmonischen Entwicklung, sondern um die Entfaltung immer neuer Ausplünderungsmethoden. Dabei kommt allerdings noch der Widerspruch zwischen den dominierenden Europäischen Kapitalinteressen und denen des US-amerikanischen Kapitals hinzu. Und die USA werden die Widersprüche innerhalb Europas in diesem imperialen Konflikt gerade im Falle Griechenlands hemmungslos ausnutzen. Dabei werden sie auch auf die seit dem Zweiten Weltkrieg in Griechenland gesponnenen Fäden zurückgreifen. Es wird an der Ecke Europas, gleich in der Nachbarschaft des Balkan zu weiteren vielschichtigen Konflikten kommen.
      Dann wohl bis zu den „Inselgesprächen“ morgen!
      Herzliche Grüße
      Andreas

  2. uhupardo sagt:

    Je länger die Alibi-Diskussion um Griechenland dauert, desto weniger Zeit bleibt wirkliche Konfliktlösungen. Dass die USA die ab-Lenkung Griechenland schmunzelnd begrüssen, ist sehr verständlich, denn das eigentliche Problem sind sie selbst, wie sich bald zeigen wird. Erst dann geht es ums Eingemachte.

    Saludos del Uhupardo
    http://uhupardo.wordpress.com/2011/11/03/griechenland-ist-unwichtig-der-tag-nach-dem-crash/

    • Schlüter sagt:

      Lieber Uhupardo,
      danke für das Lesen des Beitrags und die Aufmerksamkeit. Danke auch für den Link zu Deinem eigenen Blog mit dem interessanten Beitrag zu Griechenland, auf den ich mit Interesse geschaut habe. Ich stimme völlig zu, dass die US-Politik auf absehbare Zeit das größte Problem in der Welt darstellt, im Gegensatz dazu, dass diese US-Politik sich immer gerne selbst als die Lösung der Weltprobleme darstellt!
      Saludos del WiPoKuLi

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