Auf zur Mitte! Oder, wie wird man ein linkes Korrektiv los, wenn´s in den Mainstream gehen soll?

Veröffentlicht: August 17, 2011 in Politik
Schlagwörter:, , , , , , , , , , , ,

So brav wie wahrheitsgemäß gebe ich gleich hier am Beginn kund, dass ich es zufrieden bin, in Hamburg und nicht in Ostberlin aufgewachsen zu sein. Bin ich deswegen im „Reich des Guten“ groß geworden? Mitnichten!

„Mein großer Bruder“, der fraglos dafür gesorgt hat, dass mich keine Ostberliner Verhältnisse „heimsuchten“, hat mich mit aus vielen Teilen der Welt Geraubtem gefüttert. Während er versuchte, mich mit Milde gegenüber meinem „Tätervolk“ gewogen zu machen und viele wirkliche Täter entkommen ließ, hat er brutal Menschen anderswo in der Welt von ihrer Freiheit und den Früchten ihrer Arbeit abgehalten, die Köpfe ihrer Freiheitsbestrebungen abgeschlagen (wie Lumumba), dafür gesorgt, dass „unser Öl“ unter „deren Sand“ nicht in deren Hände geriet, faschistische Putsche gesteuert und Hunderttausende von Menschen in Südostasien mit Napalm verbrannt. Er hat das rassistische Apartheidregime in Südafrika gestützt, die Entrechtung der Palästinenser befördert und die Bewohner des Bikini-Atolls verstrahlt. Ach ja, und sogar im eigenen Land auf rassistischer Grundlage Menschen entrechtet und gar für medizinische Experimente missbraucht.

Meine ansatzweise „gemütlichen“ Jugendjahre verdanke ich aber auch der Oktoberrevolution, nicht nur, weil die Rote Armee und die Menschen der Sowjetunion den ungeheuerlichen „Blutzoll“ (ein widerliches Wort) dafür entrichtet haben, dass ich nicht im Nazi-Staat groß werden musste. Keine Frage, die Situation in der Bundesrepublik war für die große Zahl Menschen in der alten „BRD“ so „komfortabel“ wie kaum irgendwo sonst vorher, und bestimmt auch nicht für die große Zahl der Menschen im Lande des „großen Bruders“ selbst. Das teilten wir übrigens mit den Menschen in der DDR, denen es auch im Mittel besser ging als denen im Lande ihres „großen Bruders“. Warum war man so „nett“ zu mir? Weil es den Ostblock gab. Als er verschwand, war´s bald zu Ende mit dem „sozialen Zauber“.

Zur Sache

Wer wirklich etwas über Geschichte wissen will, weiß es: der Westen hatte ein großes Interesse daran, die DDR zu destabilisieren und es ist allerhand unternommen worden, um was dazu zu tun – dass die brutale Hand des Stalinismus´ eine große Zahl an Menschen in der DDR ihr nicht unbedingt gewogen machte, selbstverständlich eingeräumt. Als man dicht vorm Ziel war und das von Moskau hochgradig abhängige Regime sich nicht anders zu helfen wusste, baute es das, an das nach Ulbrichts Bekundungen zwei Wochen vorher angeblich noch niemand gedacht hatte, und am 13. August 1961 wurde die wahrlich grausame Mauer hochgezogen. Und in der Tat, Washington wusste, wie weit man gegangen war. Man wollte schließlich nicht das ganz große Schießen. Man hatte auch einen Teilerfolg erzielt. Die Attraktivität des „anderen Deutschland“ war für noch mehr Bundesbürger dahin, dieselben ihrem großen Bruder noch dankbarer. Der Fluss gefährlicher Gedankenkonzepte weitgehend unterbunden.

Kabarett oder/und Eselei?

Am 50. Jahrestag dieses wahrlich für viele Berliner einschneidenden Ereignisses hat nun die Junge Welt zusammen mit einem Papier aus der LINKEn, das sehr differenziert auf alle Aspekte des damaligen Geschehens eingeht (http://www.jungewelt.de/2011/08-13/003.php?sstr=13082011), auch eine deutlich ironische und kabarettistische „Danksagung“ an diesen historischen Vorgang sowie seine Akteure für bestimmte Folgen der Abschottung veröffentlicht:

„Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: Danke

für 28 Jahre Friedenssicherung in Europa

für 28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen

für 28 Jahre ohne Hartz IV und Erwerbslosigkeit

für 28 Jahre ohne Obdachlosigkeit, Suppenküchen und »Tafeln«

für 28 Jahre Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen

für 28 Jahre ohne Neonaziplakate »GAS geben« in der deutschen Hauptstadt

für 28 Jahre Geschichtswissenschaft statt Guidoknoppgeschichtchen

für 28 Jahre Club Cola und FKK

für 28 Jahre ohne Hedgefonds und Private-Equity-Heuschrecken

für 28 Jahre ohne Praxisgebühr und Zwei-Klassen-Medizin

für 28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe

für 28 Jahre munteren Sex ohne »Feuchtgebiete« und Bild-Fachwissen“

Da ist natürlich auch Einiges weggelassen, nämlich die Toten und Verletzten dieses „Friedenswalls“, das Zerschneiden von Familienbanden und Vieles mehr. Aber das, was da steht, ist irgendwie auch nicht zu bestreiten. Und es ist die „vordere Kehrseite der Medaille“, die Seite, die man heute auch sehen könnte, wenn man wollte.

Bei allem Verständnis hätte man der Redaktion mehr Feingefühl gewünscht, etwas, was auf der Website des Ostberliner Historikers Rudolf Reddig sich so produktiv mit historischem Verständnis wie mit sozialer Gesinnung mischt: http://www.geschichtsseiten.de/htm/berliner.htm . Indes, man wollte nicht auf den kabarettistischen Effekt verzichten, was allerdings auch das Recht eines Journalisten ist. Aber darauf hatten Einige nur gewartet.

Ein lästiges Korrektiv auf dem Weg in den „Mainstream“

Es ist kein Geheimnis, dass DIE LINKE eine hochkomplexe und vielfältige Partei ist. So nötig und so segensreich sie im bürgerlichen Parteiensumpf von CDU bis zu den Grünen ist, so sehen doch nicht alle in ihr die Gegnerschaft so klar, und eine ganze Reihe von Funktionsträgern haben nicht unerhebliche Sehnsucht, in diesen Sumpf ein bisschen mehr einzutauchen. Sie möchten sich dabei so wohl fühlen, wie die Grünen, denen die Wandlung von der Friedens- zur Kriegspartei so „gut“ getan hat, oder wie die SPD, die durch die Mutation von der Sozialdemokratie zur „Sozialabbau-Diktatur“ so viel bürgerlichen Applaus eingefahren hat. So haben sich diejenigen, die sich zu förderst das Ziel auf die Fahne geschrieben haben, vom Kommerz-medialen Mainstream sowie SPD und den Grünen das Etikett „regierungsfähig“ und „koalitionsfähig“ verliehen zu bekommen und zur „ganz normalen Partei“ zu werden, insbesondere in der parteiinternen Strömung „Forum Demokratischer Sozialismus“ zusammengeschlossen. Ihre „Jung-Kader“ finden sich im „Bundesarbeitskreis Shalom“ der Linksjugend `solid“, wo sie fleißig für Israels Politik und für die USA Reklame machen, dabei sind ihre Schutzpatrone Bodo Ramelow und Petra Pau.

Diesem bunten Treiben und der Zielsetzung, „gesetzte Normalität im System“ für DIE LINKE zu erreichen, ist die Junge Welt immer wieder in die Quere gekommen. Sie erfreut sich dabei insbesondere bei den Genossinnen und Genossen, die die Systemfrage und die Verwandlung einer neoliberalen Gesellschaft in eine demokratische und ergo sozialistische noch ernst nehmen, besonderer Beliebtheit. Das sie dabei nicht immer nur solidarisch war, ist etwas, mit dem man wohl leben müsste. Aber ihre oft sehr ausführliche und präzise Information sowie der scharfzüngige Stil sind auch eine ernsthafte Konkurrenz für das manchmal „gähn-verdächtige“ „Neue Deutschland“. Jedenfalls ist die Junge Welt für die LINKE auch ein wichtiger Partner und ein nötiges Forum, es ist wohl nicht verfehlt, sie als das Haus-Blatt der Linken in der LINKEn zu sehen.

Jetzt aber!

So ist die Freude bei einigen „LINKEn“ nun riesengroß, im Verein mit dem Mainstream und den anderen Parteien über Die Junge Welt herfallen zu können und alles in Gang zu setzen, sowohl die Linken in der LINKEn als auch die Junge Welt unter erheblichen Druck zu setzen. Dazu haben sie die Kampagne „No to Junge Welt“ ins Leben gerufen. Diese wird im Wesentlichen von den Leuten in der LINKEn betrieben, denen auch die linke Aktion „Freiheit durch Sozialismus“ (http://www.freiheit-durch-sozialismus.de/) ein Dorn im Auge ist, und die dagegen die (FDS)-Aktion „Freiheit und Sozialismus“ aufbauen. Dabei wollen diese Kräfte der Partei nun diktieren, keine Anzeigen mehr in der JW zu schalten und sie bei Veranstaltungen auszuschließen, sie wollen die Junge Welt schlicht kaputtmachen. Sollten sie damit durchkommen, stünde es deutlich schlechter um die Chance, unsere Partei als Gegengewicht zum grassierenden Neoliberalismus und der orwellschen „Friedenliebe“, also der verkappten Kriegslust der übrigen Parteien, auszubauen. Hätten sie damit Erfolg, müssten auch wir etwas ironisch an die Verantwortlichen der JW dies richten: „Wir sagen noch einmal Danke!“

Lasst es nicht dazu kommen, stärkt die Linken in der LINKEn, gerade, wenn Euch die Pseudolinken abgeschreckt haben mögen, tretet in DIE LINKE ein, stärkt die linke LINKE!

Andreas Schlüter

Kommentare
  1. joachimvoigt sagt:

    Entwurf für KVs der PDL gegen die Sanktionen der junge welt
    August 22nd, 2011
    Antrag an den KV X:

    Ich fordere den Kreisverband X auf, folgenden Antrag zu beschließen:

    Seit letzter Woche ist die junge Welt von Sanktionen seitens der Partei DIE LINKE betroffen. Anzeigen werden nicht mehr geschaltet, die junge welt erhält keine Stände mehr auf Parteiveranstaltungen. Diese Entscheidung ist ohne Diskussion in der Partei anscheinend von Gregor Gysi und einigen anderen führenden Funktionären gefällt und umgesetzt worden. Der KV X hält dies für einen unglaublichen Vorgang der Bevormundung und Überrumplung der Mitglieder der Partei. Dem Verfahren nach findet dieser Vorgang allenfalls Beispiele in Praktiken des ehemaligen Politbüros der ehemaligen DDR. Dem Inhalt nach zielt dieser Vorgang auf eine ökonomische Schädigung einer nicht auflagenstarken Tageszeitung, die unserer Partei zwar nicht unkritisch – warum sollte sie das auch? – gegenübersteht, aber einen wichtigen Teil der Berichterstattung zu Themen generiert, die ureigenste Themen der Partei sind und dabei einen redaktionellen Kurs verfolgt, der eine beachtliche Schnittmenge aufweist zu Positionen, wie sie zum Teil mehrheitlich in unserer Partei, zum Teil in relevanten Strömungen unserer pluralistischen Partei geteilt werden. Außer der Tageszeitung „Neues Deutschland“ trifft das auf kein weiteres Tages-Printmedium zu. Die bislang gepflegte, nennen wir es, „privilegierte Partnerschaft“ hat somit eine für beide Seiten zuträgliche Basis, und wir sehen keinen Grund, warum sich dies ändern sollte.

    Den „Stein des Anstoßes“ bildete eine provokative Auseinandersetzung in der junge welt mit dem Jahrestag des Baus der „Mauer“. Initiiert wurde er seitens einiger Mitglieder durch zwei Schreiben an die Leitungsgremien der Partei, e i n e s städtischen Unterstützungskreises der Ema.Li und des Forums Demokratischer Sozialismus, die in relevanten Medien und Internet-Foren gestreut wurden. Letzterer hat eine Unterschriftenliste seit einer Woche in’s Netz gestellt, der momentan (22.08.2011; 21:52 Uhr) 435 Unterschriften aufweist, darunter anonyme und Unterschriften von Nicht-Mitgliedern. Das sind maximal 7 Promille der Partei-Mitgledschaft. Weitere parteidemokratische Legitimation gibt es zurzeit nicht. Dies erscheint uns für die getroffenen Entscheidungen etwas dünn. Auch wenn insbesondere Gregor Gysi jahrelang unersetzbare Leistungen für die PDL erbracht hat, „gehört“ ihm die Partei nicht, und er darf diese auch nicht dazu benutzen, sich zum Affen der mainstream-Medium zu machen. Diesen selbstinitiierten Autoritätsverlust mit ansehen zu müssen, schmerzt uns, ebenso wie den unserer würdigen Bundespräsidentinkandidatin, die sich auf ihrer homepage wie ein Schulmädchen, das ein Fleißkärtchen will, bei den mainstream-Medien andient.

    Unsere Empörung gilt dem FDS und dem genannten Unterstützerkreis der Ema.Li, die das Kunststück fertigbringen, vermeintliche Stalinisten mit stalinistischen Methoden „zur Staatsräson bzw. das, was sie dafür halten, zu bringen”. Besondere Verdienste hat sich dabei einmal mehr Dietmar Bartsch erworben, der wesentlich verantwortlich ist für die nun natürlich von den Medien genüsslich breitgetrene Polarisierung der Mitgliedschaft.

    Niemand von uns will hinter die eindeutige Beschlusslage der Distanzierung vom repressiven Staatssozialismus zurück, wir wehren uns aber gegen eine gänzlich unmaterialistische und undialektische Geschichtsschreibung des Hubertus Knabe, dessen Geschichtsklitterung keinerlei Platz in unserer Partei hat. Mit den Worten von Ema.Li hat sie bei uns nichts zu suchen und zu finden.

    Deshalb fordern wir sofort den status quo ante wiederherzustellen.

  2. klaus janich sagt:

    hallo andreas !
    was in den mancher funktionäre vor sich geht ist mir, gelinde gesagt, unbegreiflich.
    das der 50.jahrestag des mauerbaus weidlich genutzt wird, um auf die linke einzudreschen, war doch klar. haben wir die hasstiraden der 90er nur überstanden um jetzt zu kuscheln?
    die dämlichkeit dieser „genossen“ ist unfassbar. tränendrüseningenieure betreiben eine medienpropaganda, unbeeinflusst von irgend einer geschichtskenntnis, hirntätigkeit unerwünscht.

    was sind die fakten?
    1. zwischen den supermächten tobte der „kalte krieg“
    2. also gab es zwischen den beiden deutschländern einen kalten bürgerkrieg!
    ( mit all den grausamkeiten die ein solcher krieg mit sich bringt)
    3. der mauerbau war die materialisierung eines politischen zustandes.
    4. die interessen der westmächte wurden nicht berührt.
    ( deshalb auch ihre gelassenheit, um nicht zu sagen desinteresse)
    5. der mauerbau war der anfang vom ende des sozialistischen versuchs.

    begründung
    die mauer war die kapitulationsurkunde des stalinismus. es war praktisch unmöglich, eine industrienation mit ihrem potenzial an ökonomischer kreativität zu kommandieren (kreativität und kommandowirtschaft ist ein widerspruch in sich). die leute liefen einfach weg. und selbst in der „geschlossenen gesellschaft“ (verzeih bitte diese zynische formulierung) konnte keine dynamik entwickelt werden. der osten starb an diesem unvermögen. wenn die produktionsverhältnisse die produktivkräfte behindern werden die verältnisse verändert! die implosion von 1989 war also vorhersehbar.

    diese ökomische, politische kritik am stalinusmus war der gründungskonsens der pds.

    mit besten grüssen ! trotz alledem!
    klaus

    • Schlüter sagt:

      Lieber Klaus, lieber Joachim, lieber Rausgucker,
      danke für die klaren Worte! Allerdings bezweifle ich, dass die satirische Aktion der JW politisch und menschlich klug war. Natürlich haben Menschen unter der „Manifestation des Kalten Krieges gelitten, ohne die wirklichen Ursachen zu begreifen. Natürlich haben auch die Sicherheitskräfte und Dienste des „Realsozialismus“ Persönlichkeiten angezogen und geschaffen, die eher ins Spektrum der „autoritären Persönlichkeit“ passen, was die Leiden verschärft hat. Über diese Leiden sollte natürlich nicht hinweggegangen werden. Aber, dass geht aus den Kommentaren hier sehr klar hervor, man „riecht den Braten“ bei der „Empörung“ über die JW. Es soll ein linkes Korrektiv „platt gemacht“ werden. Wir haben weitere Mauern, so die politische Mauer an der Südgrenze der „Festung Europa“, die nur offiziell abwehrt, in Wirklichkeit die Menschen im vom Westen furchtbar zugerichteten und weiter aufs Furchtbarste geplünderten und dominierten Afrika einschließt. Sie hat jetzt schon Abertausenden das Leben gekostet. Wir haben die Mauer, die dem Landraub und der Zerstückelung Rest-Palästinas dient. Ich vermisse eine zumindest ähnlich vorgetragene Wut dieser „Linken“ zu diesen Mauern, wie sie sie zu der Satire auf eine nicht mehr existierende Mauer vortragen. Sie lassen vermissen, dass sie mit den offenen und verkappten Förderern dieser Mauern in der eigenen Gesellschaft (und vielleicht auch in der eigenen Partei) so umspringen wollen, wie mit einer kleinen linken Zeitung. Entlarvend!
      Ein schönes Wochenende
      Andreas

  3. joachimvoigt sagt:

    Lieber Andreas Schlüter,

    eine gute Analyse des Konfliktes. Trotzdem würde ich, wenn es zu dem Boykott kommt, sicher die Partei verlassen. Es hieße ja, dass die sogenannten „realpolitiker“, also jener Typ von mainstream-Wendehälsen, der auch schon die Grünen zugrundegerichtet hat, also nicht prozentmäßig, aber eben als emanzipatorische, fortschrittliche Kraft, sich, nah dem Maulkorbbeschluss in der unsäglichen Antisemitismusdebatte, nun wiederum durchsetzten können. Das kann dann nicht mehr meine Partei sein. Wie man so dämlich sein kann, sich schon vor einer Auseinandersetzung unter Einbeziehung der Basis, qusi selbst unter Beschlussdruck zu setzen, wie Gysi und Jochimsen insbesondere, das getan haben, von dem man aus nicht mehr wirklich zurückrudern kann, ist mir ein Rätsel. Wie locker und souverän man mit dieser Problematik doch umgehen kann, hat Oskar doch in seinem Deutschlandfunk-Interview gezeigt. Stattdessen macht man sich jetzt (im Falle Gysis mal wieder) lieber mit Broder gemein. Das ist schon kein klienstes Übel mehr; ich werde dann als Parteiloser in meinem Ort- und Kreisverband weiter mitarbeiten, aber 4% meines Gehaltes ist mir dann doch ein bischen viel für solchen entweder Dletantismus oder, was mittlerweile zu vermuten ist, einenm erheblichen Machtgefälle zu ungunsten der linkssozialistischen Kräfte.

    Mit besten Grüßen

    achim

  4. rauskucker sagt:

    Es geht gar nicht um „die Mauer“. Über die und das Scheitern des Konzepts „Sozialismus in einem Land“ ließe sich sicher auch in der jW konstruktiv diskutieren.
    Es geht darum, die einzige publizistische Kraft zu diskreditieren, die einen klaren linken Antizionismus propagiert (und immer wieder seitenlang bestens mit Argumenten fundiert!) Das Land, das heute Mauern baut (auf dem Gebiet seiner Nachbarn) hat gute Freunde in der „Linken“, die nehmen, was sie kriegen, mal alberne „Antisemitismus“-vorwürfe, mal irgendwelche historischen Hysterismen, um die tatsächlich linke Position fertigzumachen.
    Ich habe aber nicht den Eindruck, daß das sonderlich verfängt.
    So wird es dann doch die Rechte mit ihren „Terrorismusbefürwortungs“-Lügen sein, die die Zeitung verbieten wird. Dann leider, ohne große Solidarisierung befürchten zu müssen.

  5. Buschi Buchweitz sagt:

    Während viele in der Partei DIE LINKE, wie die Politiker in allen anderen Parteien, in die „Mitte“
    will, verabschieden sich immer mehr Freunde der rechten Seite des Parteienspektrums von
    ihren alten Idealen – siehe Frank Schirmacher letzthin in der FAZ.
    Also: LINKE: nachdenken wo Euer (auch marketing-technisch) Alleinstellungsmerkmal ist! Niemand
    braucht doch mehr diese umfrage-abhängigen, opportunistischen Allwetter-Politiker.
    Noch kommt DIE LINKE – trotz schwacher spitzenleute – doch auf 7-10%. Wieviele wären es
    erst, wenn sich DIE LINKE mit einer erklärenden Kritik auf die vom großen Geld abhängigen
    Politiker und Parteien konzentriert.
    buschi b.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s