Zur Bevölkerungsgeschichte

Veröffentlicht: Mai 25, 2011 in Politik, Wissenschaft
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Gerne wird so getan, als seien Völker je am Ort aus dem Boden „gekrochen“ und die vielfältige Vorfahrenschaft der Menschen wird geflissentlich übersehen, oder aber, wenn sie nicht zu übersehen ist, rassistisch behandelt. Ich vertrete seit langem die Auffassung, dass die meisten Menschen von derartigem gefährlichem Unsinn kuriert werden könnten, wenn eine Zauberin ihnen vor ihrem geistigen Auge die letzten 30-50 Generationen ihrer Vorfahrenschaft vorbeidefilieren lassen könnte!

Dass der moderne Mensch grundsätzlich aus Afrika stammt, ist nun in der Wissenschaft nicht mehr umstritten, aber es reicht noch nicht, um den geistigen Unfug zu vertreiben. Zu diesem Thema habe ich am Beginn meines Blogs etwas eingestellt: https://wipokuli.wordpress.com/2010/12/24/offene-grose-fragen-der-humanevolution/ .

Wichtig ist es, zu begreifen, dass das Hin und Her der menschlichen Wanderungen und Schicksale auch später und in geschichtlicher Zeit dafür gesorgt hat, dass kein Mensch sicher sein kann, nicht noch aus den von ihm aus abgelegensten Winkeln der Erde jemanden in seiner Vorfahrenschaft zu haben. Und eines ist klar, man kann auf keinen einzigen seiner Vorfahren verzichten, ohne sich selbst sofort in Nebel aufzulösen.

In der Physik kennt man als wichtigstes Argument gegen Reisen in die Vergangenheit das sogenannte „Großvater-Paradox“. Dieses argumentiert, dass man aus Versehen seinen Großvater töten könnte und sich damit selbst eleminieren würde. Natürlich geht die physikalische Argumentation über so grobschlächtiges hinaus, jeder Eingriff in die Vergangenheit bringt diese durcheinander, aber das „Großvaterparadox“ demonstriert eben die Unverzichtbarkeit jedes Vorfahren sehr plastisch.

Dabei ist es so, dass man in Europa besonders gern den Beitrag aus dem subsaharischen Afrika (insbesondere über das Niltal und das alte Ägypten) zur Formation gerade der antiken südeuropäischen Kulturen vergisst, sowie die Beiträge von dort, die ihren Weg durch die islamische Expansion nahmen. Hier setzt einen neue Studie, die von der Harvard Medical School stammt, an. Sie zeigt, wie deutlich die afrikanische Beimischung gerade für den südeuropäischen Raum, den Nahöstlichen Raum und für Menschen jüdischer Abstammung festzumachen ist.

Ich muss nun meinen Lesern gegenüber, die des Englischen nicht mächtig sind, eine Entschuldigung vorbringen, denn dieser interessante Beitrag hierzu ist englischsprachig, bedauerlich, aber aus Zeitgründen nicht zu ändern, sonst wird man hier ja deutschsprachig „bedient“. Es wird auch bald mal noch Deutschsprachiges zu diesem Thema dazukommen.

Andreas Schlüter

Hier nun der Link: human-evolution-ta_seti

 

 

Kommentare
  1. klaus janich sagt:

    hallo! ich kann mir ein schmunzeln nicht verkneifen. zu meiner zeit wurde an der schule gelehrt, dass neanders primitivlinge seien, die grunzend durch die botanik stampften.
    wenn die nun mit den sapiens nicht nur handelsverkehr hatten wird es süffisant. ausgerechnet das, worauf gewisse „herrenmenschen“ so stolz sind, nämlich die weisse haut, ausgerechnet das gehört zum erbgut der neanders (+ nasenform und körperbehaarung). ich lach mich kaputt.
    ps: es gehört weltweit zum brauchtum, dass in dünn besiedelten regionen die „dame des hauses“ (ggf die tochter) mit dem seltenen gast beischläft. dies beugte der inzucht vor, sorgte für gen-mischung, erhöhte also die überlebens-chance der sippe.
    und entspricht also dem matriachat bei den sapiens.

    • Schlüter sagt:

      Lieber Klaus,
      ja, der menschliche Werdegang steckt schon voller Pikanterien! Das Traurige aber, dass auch die „Wissenschaft“ sich immer wieder selbst mit rassistischer Borniertheit verunreinigt hat, wie mein Link zu dem GEO-Spezial-Heft zeigt.
      Herzliche Wochenendgrüße
      Andreas

      • klaus janich sagt:

        hallo andreas !
        wissenschaftler sind keine „besseren“ menschen, sie haben nur bessere ideen. und das auch nur (manchmal) auf ihrem fachgebiet.

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