„Allmacht USA“ und kein Ende? (Nachbemerkung zur Zwischenbemerkung)

Veröffentlicht: Mai 3, 2011 in Politik
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Nun hat die Regierung der USA sich auch noch offenbar mit dem Code-Namen „Geronimo“, den sie Osama Bin Laden für die Vorbereitung der  Tötungsoperation vergeben hat, in mehrfacher Hinsicht die Maske vom Gesicht gerissen!

Zum Einen hat sie unter Beweis gestellt, dass sie jeder geschichtlichen Verantwortung für den verbrecherischen Umgang der US-Regierungen mit den Ureinwohnern ihres Landes ins Gesicht zu schlagen bereit ist,  denn Geronimo ist eine Symbolfigur für den berechtigten Widerstand der Indianer im „Land der Freiheit“ gegen ihre endgültige Entrechtung:

„Gokhlayeh oder Goyathlay (eigentlich Bedonkohe: Goyaałé, „der Gähnende“, * 16. Juni 1829; † 17. Februar 1909 Fort Sill, Oklahoma), später genannt Geronimo, war der Kriegshäuptling und Schamane (Diyin) einer Gruppe der BedonkoheInde. Sein Widerstand gegen das Vordringen der Truppen der USA und Mexikosmachte ihn zu einem der bekanntesten Indianer Nordamerikas.“

(Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Geronimo)

Dadurch, dass sie einerseits Osama Bin Laden zum größten Schurken der Welt erklärt hat, und ihm andererseits den Namen dieses Freiheitshelden als Codenamen zuteilt, erniedrigt sie den Indianerführer ebenfalls zum Schurken, unglaublich!

Zum Weiteren erweist die US-Regierung sich als unglaublich dumm, denn der Symbolgehalt dieser „Namensgebung“ ist ja regelrecht darauf angelegt, ins Gegenteil umzuschlagen. Für diejenigen Menschen, die der Regierung der USA ablehnend gegenüberstehen, muss nun widerum diese Namensvergabe den Bärtigen adeln. Oder ist das die endliche Ehrung desjenigen (Osamas), der ihr so ungeheure Dienste geleistet hat?

Schließlich aber zeigt die US-Regierung mit diesem symbolträchtigen Griff in die historische Namenskiste, was sie von allen Menschen, die dem Allmachtsanspruch der USA entgegenzutreten bereit sind, hält: es sind für sie eben Indianer, in ihrer Vorstellung lästige „Wilde“, die es nach dem Grundsatz zu behandeln gilt: „nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer!“.

Ein US-Präsident aber, der dieses Treiben duldet, erweist sich als nichts anderes denn als „Stupid White Man“, um mit dem scharfzüngigen Michael Moore zu sprechen (http://www.amazon.de/Stupid-White-Men-Abrechnung-Amerika/dp/3492045170).

Andreas Schlüter

Kommentare
  1. […] hier den Originalbeitrag weiterlesen: 15 – „Allmacht USA“ und kein Ende? (Nachbemerkung zur Zwischenbemerkung … […]

  2. klaus janich sagt:

    das ganze geschah in einer vom militär/polizei/geheimdienst streng bewachten militärsiedlung. und keiner interessierte sich für die schiesserei? sehr merkwürdig. vll mussten die pakistani stille halten? was blieb diesen vasallen anderes übrig? anderenfalls wäre es eine völkerrechtswidrige polizeiaktion in einem anderen land.
    anstatt diesen verbrecher dem internationalen gerichtshof zu übergeben, hat man ihn an ort und stelle erschossen (wirklich?). das ist selbstjustiz/lynchjustiz/wildwest in einem. insofern schliesst sich der kreis zu geronimo. es ist wie vor hundert jahren die anmassung des weissen herrenmenschen so handeln zu dürfen.

  3. feydbraybrook sagt:

    Ja, abgesehen davon, daß der Vorgang an sich schon höchst fragwürdig ist, stellt sich die Frage, wieso auch noch diese Verhöhnung druch die Namensgebung der Operation statfinden muß. Reicht nicht Rechtsbruch? Muß es auch noch Erniedrigung sein?
    Soll das eine Art Botschaft sein? Welche? Vielleicht: „weder kümmern wir uns um Legitimation, noch haben wir es nötig, diesen Mangel an Legitimation zu verstecken.“.

    Das ist schon ein starkes Stück.

    http://feydbraybrook.wordpress.com/2011/05/03/usa-in-erklarungsnot-herr-saaldiener-bringen-sie-die-leiche-zum-verhor-herein/

    • Schlüter sagt:

      Es soll eben symbolisieren, dass jeder, der sich gegen die USA stellt, ein Indianer ist, den es zu skalpieren gilt! Aber, wie gesagt, vielleicht auch eine verkappte Ehrung desjenigen, der den wirklich Mächtigen in den USA so ungeheure Dienste geleistet hat!
      Herzliche Grüße

      Andreas

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