Kommentar: Mission accomplished

Veröffentlicht: März 19, 2011 in Politik
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Ganz offenbar haben die Kräfte im Westen, die die Arabische Revolution ins Stottern bringen wollten, ihr wichtiges Ziel erreicht. Libyen wird nicht in die Hände „denokratiesüchtiger“ junger Leute geraten, sondern zwischen dem alten, etwas eigensinnigen Gewährsmann im Obristenrang und anderen „Vertrauten“ des Westens geteilt. Auf den volkstümlichen Revolutionsglanz legt sich matte „Somalia“-Patina. Es wird Einflussmöglichkeiten für den Westen ohne Ende geben.

Dass man aber nun leider auch noch die Kanzlerin und ihren Außenminister wegen deutlich gezügelter Abenteuerlust loben muss, ist eine schmerzliche Notwendigkeit, wohl wissend, dass offenbar anstehende Landtagswahlen die „Friedensliebe“ der Kanzlerin befördern. Wieder aber haben SPD und erhebliche Teile der Grünen ihre Lust an imperialen Abenteuern bekräftigt, aus der SPD zetert man, Deutschland habe sich isoliert! Haben diese Herrschaften vergessen, dass uns diese „Isolation“ im Irak-Krieg ganz gut getan hat? Aber sie wollten gerne bei dieser „Koalition der  Willigen“ dabeisein.

Wichtiger wäre es allemal, wenn man endlich durchgängig aufhören würde, das Waffengeschäft zu tolerieren. Und im Übrigen: die Befreiung der Arabischen Welt wird ein langer, auch schmerzhafter Prozess werden, den die Völker der Arabischen Welt selbst kämpfen werden. Wenn ihre Gegener keine Waffen und „Sicherheitstechnologie“ aus dem Westen erhalten würden, wäre den freiheitsliebenden Menschen sehr gedient. Aber in Wirklichkeit sitzen die Geier des Neoliberalismus schon auf dem Zaun und hoffen auf noch fettere Beute! Eine besondere Ironie wäre es, wenn den Militärischen „Beschützern“ des Libyschen Volkes sich auch noch die „ausgewiesenen Superdemokraten“ aus den Emiraten und gar Saudiarabiens zugesellen dürften.

Und eines ist klar, wir dürfen Gaddafi nicht den Strahlenkranz des „Antiimperialisten“ zubilligen, der sich durch seinen Sohn damit brüstet, Sarkosi den Wahlkampf finanziert zu haben und nicht müde wird, sich weiter Europa als „Beschützer vor der Schwarzen Flut“ anzudienen. Hier kämpfen Mafiosi gegeneinander. Den Preis wird das libysche Volk bezahlen müssen, das derzeit offenbar zwischen Pest und Cholera „wählen“ darf.

Medial und politisch ist es die hohe Zeit der Heuchler und Gaukler!

Andreas Schlüter

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