Worauf HARTZ IV letztlich abzielt

Veröffentlicht: Februar 25, 2011 in Politik
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Die rot-grüne Koalition war sich damals nicht zu schade, nicht nur die Reichen kräftig mit einer erheblichen Absenkung des Spitzensteuersatzes von 53% auf 42% zu beschenken, sondern auch das HARTZ-Regime von einem später als Wirtschaftsstraftäter überführten Spitzenmanager entwickeln zu lassen. Gut erinnerlich ist insbesondere für viele Leidtragende sicher noch der dreiste Auftritt des Straftäters bei der Vorstellung des „Konzepts“: „heute ist ein schöner Tag für die Arbeitslosen“, tönte er vollmundig und meinte wahrscheinlich: für die Kapitalisten. Diese werden  durch intensive Begriffs- und Medienmanipulation ja leider völlig widersinnig „Arbeitgeber“ genannt. Dabei sind es die Arbeitenden, die ihre Arbeit geben und dafür zunehmend nach den von Karl Marx so genial herausgearbeiteten Gesetz des lupenreinen Kapitalismus´ wieder zunehmend nur die Reproduktionskosten ihrer Arbeitskraft (also den Wert, der nötig ist, damit sie auch morgen und übermorgen wieder arbeiten können und auch genug Nachwuchs für die Arbeit in zwanzig Jahren großziehen können) bekommen.

auch die gesellschaftliche Entwicklung sitzt hier ein!

auch die gesellschaftliche Entwicklung sitzt hier ein!

So zielte auch das ganze Brimborium nicht auf eine Verbesserung des Arbeitslosen-Loses, sondern der Verschlechterung der Situation der Arbeitenden. Warum? Die Antwort ist einfach. Seit rund einem halben Jahrhundert hat die (alt-bundesrepublikanische) Arbeitswoche rund 40 Stunden (mit kleinen Schwankungen, die Tendenz geht eher aufwärts). Die Produktivität hat sich aber in dieser Zeit verzigfacht. Dieser Produktivitätszuwachs ist dem Wirken der ganzen Gesellschaft geschuldet. Die Kapitalisten halten aber nichts davon, die Allgemeinheit im Sinne einer Verkürzung der nötigen Arbeitszeit an dieser Entwicklung teilhaben zu lassen. Mit der auf diese Weise überschüssig gewordenen Arbeitskraft möchten sie nicht zu „zimperlich“ umgehen, sondern die Reservearmee dazu nutzen, eine starke „Drohkulisse“ für die Arbeitenden aufzubauen. So muss das Schicksal der Arbeitslosen ein trübes sein, damit die Arbeitenden nicht aufmucken (die Gewerkschaften hat man schon kräftig zersetzt und „domestiziert“), sondern vor der HART IV-Hölle Angst haben.

„Teile und herrsche“ sagt der von machiavellischem Geist getragene Wahlspruch und so spielt man kräftig Arbeitende und Arbeitslose gegeneinander aus. Den Arbeitslosen suggeriert man, die Arbeitenden wollten sie nicht an der Arbeit teilhaben lassen, was doch durch Lohnverzicht, der durch folgende vermehrte Investitutionen auch ihnen Arbeitsplätze schaffen würde, sehr einfach wäre. Den Arbeitenden gaukelt man vor, die Arbeitslosen, die HARTZ IV-Bezieher  würden sich auf ihre Kosten in „spätrömischer Dekadenz“ suhlen und „leistungsloses“ Einkommen verprassen. Ein so einfaches wie genial skrupelloses Konzept!

Zusätzlich lassen sich auch noch einheimische und migrantsiche Arbeitende wie einheimische und migrantische HARTZ IV-Bezieher gegeneinander ausspielen. Bei diesem ganzen Spiel ist ein geschätzter „Moderator“ das mediale „Enfant Terribel“ Thilo Sarrazin, nun im brachialen Rumhacken auf HARTZern wie Migranten bestens eingeübt.

Auch kräftige bundesdeutsche Wählergunsteinbrüche haben die SPD nicht zu wirklicher Umkehr in ihrer Bereitschaft zum Komplizentum mit dem Kapital gebracht, und nun feiern SPDler und CDUler sich gegenseitig für die glorreiche „Modifikation“ der HARTZ-Regularien, die den armen Schluckern erst fünf Euro und dann, man höre und staune, nochmal drei Euro „Steigerung“ (längst von der Inflation und dem Energiekostenanstieg aufgefressen) einbringen werden.

Heute haben SPD und CDU ihre faktische Zusammengehörigkeit im Bundestag bei allem Theater (auch vorher um andere, teils durchaus wichtige Themen) demonstriert. Man ist doch gemeinsam „vernünftig“. Die Grünen durften ein wenig Opposition spielen (DIE LINKE hatte man „sublegal“ schon aus dem Vorspiel rausgehalten), man kann sich ja bei der Kriegspolitik weitgehend auf sie verlassen. Der FDP ist der Sockel ihrer Klientelwähler sicher, da durften sie durch den Prozess hindurch den „Bad Guy“ spielen und der CDU das wasserdichte Alibi geben, dass mit flächendeckenden Mindestlöhnen nichts wäre.

So geht es weiter, mit HARTZ IV, mit Niedriglöhnen und Leiharbeit und man kann in aller Ruhe „Aufschwung“ fürs „Volk“ spielen, der in Wirklichkeit nur ein Aufschwung für die Reichen ist.

Wann kommen der Griechische, der Französische und nun der großflächig aufflammende Arabische Geist nach Deutschland?

Andreas Schlüter

Kommentare
  1. lupa sagt:

    ein guter Blog mit vielen Informationen, abgespeichert, werde ich mir nach und nach anlesen …
    Danke und lg lupa

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