Arabische Welt: die Hoffnungen sind groß!

Veröffentlicht: Februar 21, 2011 in Politik
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Es scheint nun so zu sein, dass die Demokratie-Bewegung sich wirklich mit der Geschwindigkeit eines Feuers ausbreitet. Erfolge bestehen im Sturz zweier Potentaten, in Tunesien und in Ägypten. Keine Frage, es wird noch erheblich mehr Tote geben, so furchtbar, wie das ist. Lybiens Potentatenspross, der Sohn des „neuen“ Freundes des Westens, Gaddafi, hat bereits den Bürgerkrieg angekündigt. Auch im Sudan könnte der Volkszorn entflammen. Algerien, Marokko, Jordanien, Bahrain sind „infiziert“ vom „Demokratie-Virus“. Auch brennt es z. B. in Lybien, wobei bei den vermeintlichen Gewaltexzessen nie so ganz klar ist, wer ein Interesse am Zündeln hat (siehe die Untaten von Mubaraks Plünderern und Schlägertrupps). Vielleicht soll das Feuer in Lybien auch im Westen für Alibis sorgen. Auch dies ist deutlich, der „Sturm“ geht nicht an allen Erdölländern vorrüber. Nur eine gewisse Zahl von ihnen kann den  Protest „wegkaufen“.

Aber viel gefährlicher als die zunehmende Brutalität der in ihrer Herrschaft bedrohten Potentaten ist die im Westen so hochgelobte „Ideologiefreiheit“, mit der man die Unklarheit über gesellschaftliche Konzepte meint. Das besondere Elend der Menschen liegt in Armut, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Über Jahrzehnte ist die Linke in diesen Ländern verfolgt und mundtot gemacht worden. Dafür konnte man hier dann mit dem Finger auf den wachsenden islamischen Fundamentalismus zeigen, und diesen zum Vorwand für die Unterstützung der Repression nehmen.

Der Westen sollte sich nicht täuschen, nur, wenn es linke Bewegungen mit fortschrittlichen und allgemeinwohlorientierten Entwicklungsstrategien geben wird, werden sich die Probleme der betroffenen Gesellschaften lösen lassen. In Lateinamerika hat man seitens des Westens in den letzten Jahrzehnten vielerorts diese Tendenzen zerstört, daher „mussten“ die USA die Mauer an ihrer Südgrenze bauen. Wenn Europa solche Angst vor der menschlichen „Überschwemmung“ hat, dann sollte es wissen, nur eine wirkliche, selbstgesteuerte und allgemeinwohlorientierte technologisch-wirtschaftliche Entwicklung erlaubt es Menschen, in ihrem Heimatland zu bleiben!

Ein altes Sprichwort sagt: man kann den Kuchen nur haben oder essen, beides geht nicht. Hier muss es heißen: hat man die Reichtümer anderer Länder, bekommt man auch deren Menschen, will man sie nicht, muss man ihnen das ihre lassen. Oder: wenn Ihr ihnen alles nehmt, wird keine „Festung Europa“ sie fernhalten!

Andreas Schlüter

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